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BLUT-ORANGEN

Heute drucken wir alle Schilder und Plakate aus. Während meiner Ausbildung Mitte der 90er haben wir Preisschilder mit der Hand geschrieben. In meinem Ausbildungsbetrieb hatten wir dazu ein paar Sätze mit unterschiedlich dicken und verschiedenfarbigen Plakatstiften im Büro.

Ich hatte damals irgendwann mittendrin ein Schild für Blutorangen schreiben müssen. Da ich ich bin, habe ich nicht wie immer die Schrift mit schwarzer Farbe und den Preis mit roter Farbe auf den Karton gebracht, sondern eine winzige Variation eingebaut: Das "Blut" von den Blutorangen war auf diesem Schild auch rot.

Unsere Abteilungsverantwortliche (damals schon kurz vorm Rentenalter) hat entsetzt aufgeschrien, als sie das gesehen hatte. Und weil mein Entwurf ihr viel zu gruselig war und ihrer Meinung nach die Kunden verschreckt hätte, musste ich sofort ein neues Schild malen. Pöh, langweilige Spießer. Aber als Azubi hält man ja den Ball flach.

Und heute hätte ich dann für das Wort "Blut" nicht nur eine andere Farbe, sondern direkt auch noch eine andere, viel passendere Schriftart eingebaut. :-)

Schiefer Hänger

Schreck beim Blick durch mein Bürofenster auf den Hof. Dort stehen noch die beiden Seitenwände von dem damals zertrümmerten Kühlregal. Die eine Seite ist mit einem Spiegel beklebt, der in Richtung Hof zeigt – und davor steht mein Anhänger, der durch den schräg stehenden Spiegel entsprechend geneigt dargestellt wurde.

Alles gut, alles in Ordnung. Aber im ersten Moment ging der Puls hoch:


Ein Mädchen hat geklaut!

Ein Mann sprach uns im Laden an: "Da hat eben ein Mädchen was geklaut. Als ich gerade rein kam, hat sie sich was in die Jackentasche gesteckt und ist direkt hinter mir durch die Schranke aus eurem Laden gerannt. Schwarze Jacke hatte die an!"

Adrenalin. Sprint ins Büro an die Videoanlage. Suchen. Aufatmen.

Die vermeintliche Ladendiebin stellte sich zum Glück als unsere Praktikantin heraus, die sich ihr Portemonnaie eingesteckt hatte und nur schnell aus dem Laden durch die (aufgrund des hereinkommenden Kundens aufstehende Schranke) in ihre Pause huschen wollte. Tzz, uns am letzten Tag noch so einen Schrecken einzujagen. :-)

Wundersames mit Kekspreisen

Ein Kunde nahm sich zwei Packungen Kekse aus dem Regal, die laut Etikett 1,39€ pro Packung kosten sollten.

In der Kasse waren sie allerdings mit 1,29€ hinterlegt. Diese Differenz zu seinen Gunsten überforderte den Kunden, der bereits 2,80€ passend abgezählt in der Hand hielt, offenbar dermaßen, dass er vor Schreck eine der beiden Packungen an der Kasse zurückließ und letztendlich nur eine gekauft hat.

Fragt nicht, wir haben genauso blöde geguckt.

Erschrecken

Eine Kundin stand vor dem Kühlregal und betrachtete ein paar Artikel. Ich musste da auch hin und um mich nicht einfach in die Ecke neben sie zu quetschen, sprach ich sie von hinten an: "Nicht erschrecken, ich muss da nur kurz hin."

Sie zuckte zusammen, drehte sich um und holte tief Luft: "Zu spät."

Oops, 'tschuldigung. ;-)