Skip to content

Der entgangene Umsatz mit Guthabenkarten

Ein Anrufer bat den Kollegen, der das Gespräch entgegengenommen hatte, darum, ihm mehrere Codes von Zalando-Guthabenkarten durchzugeben. Er bräuchte die dringend und würde dann später das Geld herbringen.

Er drohte zwar, dass uns dadurch viel Umsatz verloren ginge, aber die Codes bekam der Anrufer dennoch nicht.

Dagegen ist die Masche mit den Scammern, die einem bezüglich Guthabenkarten wenigstens noch ein komplettes Märchen rund um technische Probleme und Karten- und sogar komplette Systemsperrungen erzählen, ja noch richtig kreativ. :-D


(Und unabhängig von unserem Anrufer noch einmal für alle, die damit zu tun haben: Niemals werden diese Codes von irgendeinem Mitarbeiter der beteiligten Firmen telefonisch abgefragt. Wenn jemand solche Codes verlangt, dann immer in betrügerischer Absicht!)

Erleichterter Papa

Von PAW-Patrol gibt (oder gab zumindest) es im Kühlregal Pudding mit einer Figur als Überraschung, das alles etwa eiförmig eingepackt. Wir haben und hatten dieses Eier nicht bei uns im Laden, aber Paw-Patrol ist bei den Kleinen im Kindergartenalter gerade echt angesagt.

Ein kleines Mädchen, ich schätzte sie ein bis zwei Jahre jünger als meine Tochter ein, kam mit ihrem Vater im Schlepptau zu mir und fragte mich, ob wir die Paw-Patrol-Eier hätten. Wahrheitsgemäß verneinte ich. Die Tochter wirkte etwas enttäuscht, aber ich bilde mir ein, den Gesichtsausdruck des Vaters als "sehr erleichtert" richtig gedeutet zu haben. :-)

Oft länger gut!

Auf vielen Produkten, hier zum Beispiel auf einer Packung "Nordlicht"-Käse von Milram, findet man seit einer Weile den Hinweis "Oft länger gut":



Die Aktion von "Too good to go" soll die Verbraucher dafür sensibilisieren, eben nicht alles direkt wegzuwerfen, nur weil das aktuelle Tagesdatum zufällig irgendwo vor dem auf der Packung aufgedruckten Datum liegt. Die meisten Produkte haben keinen eingebauten Kalender und werden am Tag x schlagartig zur tödlichen Bio-Waffe.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist der Zeitpunkt, bis zu dem die Hersteller für die einwandfreie Qualität ihrer Produkte garantieren. Diese Zeiträume sind entsprechend bemessen. Ist dieses Datum erreicht, passiert erst mal – exakt gar nichts. Bis man etwas merkt, dauert es meistens eine Weile. Dabei funktioniert meine selbstgemachte Faustregel ganz gut: Ist ein Produkt laut Aufdruck "mehrere Wochen" haltbar, kann man das Datum problemlos ein paar Wochen überschreiben. Sind es mehrere Monate, fallen ein paar Monate über dem MHD nicht auf und bei allem, bei dem nur noch eine Jahreszahl steht, merkt man auch nach einem oder zwei weiteren Jahren keinen Unterschied.

Aber selbst dann werden die Sachen nicht gleich schlecht, zumindest stellen sie meistens aus mikrobiologischer Sicht keine Gefahr für den Verbraucher dar. Wenn eine solch gravierende Veränderung aufgetreten ist, merkt man es normalerweise, wenn man sich die Ware ansieht, an ihr riecht oder tatsächlich probiert. Dann bitte sofort in die Tonne. Das ist dann übrigens meistens keine Folge eines überschrittenen Haltbarkeitsdatums, sondern entsteht durch irgendwie geöffnete Behältnissen. Das betrifft dann sowohl angebrochene Verpackungen als auch solche, die beispielsweise eine Beschädigung (Luftzieher) haben.

Da man wirklich nicht für alle Produkte pauschal ein Schema-F liefern kann, bleibt nur der Verweis auf "schauen, riechen, probieren". Auch ohne giftig oder stark gesundheitsgefährlich zu werden, verändern sich viele Produkte einfach im Laufe der Zeit. Was noch "gut" ist, mag da sicherlich auch eine sehr subjektive Empfindung sein. Daher einfach mal ein paar Beispiele quer aus dem Sortiment:

Butter: Kann ranzig werden. (Wirklich ekelig, aber das schmeckt man auch rechtzeitig!)

Schokolade: Kann durch austretendes Fett oder Zucker unansehnlich werden, auch die sensorische Wahrnehmung kann dadurch beeinflusst werden. Solange sie nicht ranzig wird (Nussschokolade), passiert meistens nichts.

Alkoholpralinen: Können austrocknen. Pech gehabt. :-P

Limonade in PET-Flaschen: Die Kohlensäure kann entweichen. Sprudelt dann einfach nicht mehr.

Schokoküsse: Werden im Laufe der Zeit immer zäher.

Speisezutaten, Nüsse: Alles mit Fett kann und wird ranzig werden.

Kekse: Werden härter / pappiger.

Chips: Werden pappiger.


Übrigens: Das Verbrauchsdatum ist gesetzlich sehr viel strenger regelt, diese Produkte dürften nach dem Datum nicht mehr veräußert werden! Aber auch da kann man mit Augenmaß viel sparen. Alle Produkte, die durchgegart (!) werden, sind meistens problemlos verzehrbar. Im schlimmsten Fall versaut einem ein verdorbenes Stück Fleisch das ganze Essen, wenn man plötzlich auf Stücken mit unerwünschtem "Hautgout" herumkaut, aber mehr passiert nicht. Bei zum Direktverzehr vorgesehenen Lebensmittel mit Verbrauchsdatum (z.B. geschnittene Salate, Hackepeter etc.) ist falsche Sparsamkeit übrigens nicht angebracht. Das kann auch immer gutgehen, denn auch diese Dinge haben keine eingebaute Uhr, sicherheitshalber entsorgt man diese Produkte aber spätestens am übernächsten Tag einfach pauschal.


Ein Haushalt?

Corona-Kontrolle von der Gewerbeaufsicht. Beim Blick in mein Büro entdeckte der Beamte die beiden Stühle hinter meinem Schreibtisch.

"Mit wie vielen Leuten arbeiten Sie hier?"

"Meistens ich alleine."

Kurze Pause, ich merkte, was ihn störte.

"Und auf dem anderen Stuhl meine Frau."

"Sie leben im selben Haushalt?

Äh, JA?!?

Es gibt sicherlich verheiratete Paare, die zwar zusammen arbeiten, aber dennoch getrennt leben. Aber alleine schon diese Frage fand ich unnötig und vor allem überflüssig. Selbst wenn wir nicht aus dem selben Haushalt kämen, würden wir vermutlich mehr zwischenmenschliche Dinge unternehmen, als nur "nebeneinander am Schreibtisch hocken".

Ein normaler Packtag

Mit der Rampenerweiterung haben wir es geschafft, dass nicht mehr ständig die leeren Rollcontainer hier auf der Verkaufsfläche stehen müssen. An den beiden Hauptliefertagen ist das mit den vollen Containern jedoch unvermeidlich, aber zum Glück haben sich nach fast 21 Jahren so ziemlich alle Kunden daran gewöhnt. Wenn an den Packtagen mal jemand meckert, sind das meistens Erst- oder Einmalkunden, die mit den Gegebenheiten hier nicht vertraut sind. :-P


Gebrannte, dragierte Erdnusskerne

Wer älter als 30 Jahre ist, könnte die dragierten Erdnüsse auf jeden Fall noch kennen, die man an unzähligen kleinen Verkaufsautomaten, ähnlich den bekannten Kaugummiautomaten kaufen konnte.

Diese Nüsse gibt es (wieder) und auch wir haben sie im Sortiment. Mit einem Groschen bekommt man zwar nicht mehr eine (Kinder-)Handvoll von den Dingern, aber immerhin ein 100-Gramm-Tütchen für 99 Cent. :-)


Das war die Hose …

Dieses Geräusch kennen wohl die meisten von euch. Dieses markante Ratschen, wenn man sich hinhockt und die (in meinem Fall vom Radfahren) geschwächte Hose im Schritt aufreißt. In diesem Fall nicht nur unauffällig zwischen den Beinen, sondern bis fast zum Steiß hoch.

Ich blieb dann für den Rest des Tages im Büro, wo es ganz zufällig auch immer genug zu tun gibt und habe mich nicht weiter im Laden blicken lassen. Oooops. :-P


Och, Leute ...

So kann man sein Leergut natürlich auch misshandeln. Allerdings standen diese Flaschen nicht auf dem Tisch des Leergutautomaten, sondern lagen im Mülleimer.

Ob der Automat die Annahme verweigert hatte, weil das Gewicht der Gebinde zu hoch war, oder ob da jemand in einem Anflug von Anstand die Flaschen erst gar nicht mehr abgeben wollte, hatte ich gar nicht mehr ausprobiert, bevor wir die beiden Flaschen entsorgt haben.


Bye, Mrs. Sporty

Vor vier Jahren hier an der Ecke eröffnet, nun wieder geschlossen: Das kleine Mrs. Sporty Fitnessstudio für Frauen. Seit wann das Studio nun schon genau geschlossen ist, kann ich gar nicht sagen. Durch die Scheiben mit der Milchglasbeklebung fielen Veränderungen in und am Gebäude im Vorbeigehen kaum auf. Die letzte Rezension bei Google ist ein halbes Jahr alt, ich kann also nicht jahrelang da blind vorbeigelaufen sein. Ob die dauerhafte Schließung durch Corona da ausschlaggebend war?

Da ist auf jeden Fall nun wieder ein leerer Laden in der Nachbarschaft. Vielleicht sollten wir nun doch mal die Idee aufgreifen, einen Teil aus unserem Sortiment dorthin auszulagern? :-D


Mein erster Corona-Test

Ab nächster Woche sind hier in Bremen Corona SARS-CoV-2-Tests für Arbeitnehmer verpflichtend. Seit ein paar Wochen schon habe ich mehrere Kartons bei uns in der Firma herumstehen, da die Bereitstellung der Tests für die freiwillige Nutzung seit einer Weile schon vorgeschrieben ist.

Um mal mit gutem Beispiel voranzugehen und das vor allem auch mal selber gemacht zu haben, probierte ich vorhin mal so einen Test aus. Ich glaube, ich hab bestanden und schwanger bin ich auch nicht. :-)


Haferflocken, heute: "Porridge"

Vor ein paar Tagen kam in mir eine vier Jahrzehnte alte Kindheitserinnerung wieder auf: Bei meiner Urgroßmutter hatte ich manchmal mit Honig gesüßte Haferflocken in heißem Wasser gegessen. Was bei dem einen oder anderen schon beim Gedanken zu Würgereizen führen mag, habe ich als sehr lecker in Erinnerung, kombiniert mit Gedanken an meine Urgroßeltern.

So kam ich auf die Idee, mir das zum Frühstück einfach auch mal zu machen: Haferflocken (die blütenzarten) auf einen Teller, einen Teelöffel Honig da rein und alles mit heißem Wasser aufgebrüht. Schon nach wenigen Rührbewegungen hatte ich jedoch nur noch Matsche auf dem Teller, da die Flocken sich mehr oder weniger aufgelöst haben. Erkenntnis: Das ist also das Trendprodukt "Porridge", früher als Haferschleim verhasst. Der Inhalt meines Tellers war allerdings alles andere als lecker (vor allem nicht hinsichtlich der Konsistenz) und wollte so gar keine Kindheitserinnerungen wecken.

Meine Liebste schlug vor, dass ich es noch einmal mit kernigen Haferflocken probieren sollte, denn diese würden nicht gleich zu diesem Pampf zerfallen. Also nahm ich einen neuen Teller, diesmal eine Portion Kernige von Kölln, wieder einen Löffel Honig dazu und heißes Wasser darüber. Das Ergebnis sah schon mehr nach dem aus, an das ich mich aus meiner Kindheit erinnern konnte.

Geschmacklich brachte auch das leider keinen Wow!-Effekt. Ob's der falsche Honig war oder die falsche Wassermenge, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht habe ich auch einfach nur einen völlig verklärten Gedanken an die Vergangenheit gehabt und die Zubereitung schmeckte tatsächlich so (oder ähnlich) wie das, was ich als Kind gegessen hatte. Ich weiß es nicht. Meine Uroma ist inzwischen seit rund 35 Jahren tot und ich werde keine weiteren Versuche unternehmen und mich einfach über die Erinnerungen aus meiner Kindheit freuen.


Voll vorm ersten Mai zu Coronazeiten

Wir haben seit einer Stunde keine Einkaufswagen mehr vorne stehen. Wird ein Wagen frei, bekommt ihn direkt der nächste Kunde aus der Schlange vor dem Laden in die Hand gedrückt.

Bis heute kannte ich sowas nur aus dem Fernsehen.