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Immerhin hat er nicht geschossen …

Ich sag's ja: Die Leute drehen mit jedem neuen Corona-Tag mehr am Rad. Dieser, ähm, "Kunde" war jedenfalls nicht der Meinung, dass die Maskenpflicht auch für ihn gelten sollte. So hat er, nachdem mein Kollege ihn angesprochen hatte, seinem Missmut lautstark freien Lauf gelassen und anschließend noch seinen Einkaufskorb mit Milch und anderen Molkereiprodukten so schwungvoll gegen eines der Regale in der Getränkeabteilung geworfen, dass anschließend eine über halbstündige Putzaktion vonnöten war.


Klopfer-Diebstahl

Eine Frau hat eine ganze Packung "Kleiner Klopfer" klauen wollen und sich den schweren Karton kurzerhand in den Bund ihrer Leggings gefriemelt. Wir haben sie erwischt und die Freude über dieses groteske Schauspiel, wie sie den Karton da verschwinden lässt, überwiegt hier gerade den Ärger über die Tat als solche … :-P


Angriffsziel Elepfandspendenbox

Heute Vormittag haben im Abstand von nur zehn Minuten gleich zwei verschiedene Leute unsere Elepfandspendenbox als Ziel für merkwürdiges Verhalten auserwählt.

Der erste hat sich das ganze Paket mit den Flyern eingesteckt. Jetzt könnte man denken, er will die selber irgendwo verteilen, aber das glaube ich bei dieser (uns allen bekannten) Person nicht. Der Typ hat hier sogar schon Hausverbot, leider war er nur vorhin niemandem aufgefallen.



Der zweite Mann, es hat sich übrigens noch nie eine Frau an der Box vergriffen, wollte mal ausprobieren, wie gut man an die eingeworfenen Bons herankommt. Dem habe ich dann verbal mit einem Baseballschläger auf die Finger gehauen.


Geklauter Thunfisch

Dass Thunfisch in Dosen geklaut wird, haben wir hier schon immer erlebt. In letzter Zeit häufen sich aber die Funde der Papierumwicklungen ohne Dosen.

Auslisten möchte ich die Produkte deswegen nicht, dafür sind mir Fischkonserven doch zu profan. Aber ärgern tut es mich dennoch. Ich glaube, wir werden mal die Dosen (direkt, also nicht auf den Umwicklungen) mit Sicherungsetiketten bekleben. Vielleicht fördert das ja mal den oder die Täter zu Tage.


Ben & Jerry's im Jackenärmel

Auf dem Weg nach vorne sah ich einen etwas heruntergerockt wirkenden Mann in einem der Gänge hocken. Auffällig fand ich, dass er da nicht nur hockte, sondern die Arme irgendwie ungewöhnlich vor sich hielt. Auf seinen Armen lag eine mehr oder weniger zusammengeknüllte Lederjacke, die bis auf den Boden herunterhing und unter seinen Armen eine Art Hohlraum bildete.
Als der Typ mich erblickte, stand er schnell auf. Da hatte er plötzlich in einer Hand die bereits erwähnte Lederjacke, in der anderen Hand hielt er einen Becher Ben & Jerry's. Das war der Moment, in dem mein kleines inneres Alarmglöckchen zu schrillen begann. Ich wäre jede Wette eingegangen, dass das, was der Typ da gemacht hat oder machen wollte, in einem Konflikt zu meinen Interessen stand.

Einen Kollegen postierte ich an den Tiefkühltruhen, damit der Mann das Eis nicht von uns unbemerkt zurücklegen konnte. Dann wäre die Aktion nämlich unter Umständen peinlich ausgegangen. In dem Fall jedoch nicht für ihn, sondern für uns.

Ein paar Minuten später kam der Mann mit Lederjacke zur Kasse. Er trug die Jacke um einen Arm gewickelt, mit der anderen Hand legte er ein Paket Nudeln auf das Förderband. Ein hellblauer Eisbecher war nicht zu sehen. Auf das Eis angesprochen, ging er schnell in den Laden zurück in der Absicht, den Becher wieder loszuwerden. Die Kontur des Bechers zeichnete sich wunderbar erkennbar durch das Material der Jacke ab, denn er hatte ihn in einem zweiten Anlauf von innen in einen der Ärmel seiner Jacke gedrückt.

Wir nahmen ihn mit nach hinten und zogen das gewohnte Programm durch: Ausweis, Anzeige, Hausverbot. Der Typ versuchte noch zu argumentieren, dass wir ihn gar nicht anzeigen könnten, weil er gar nichts geklaut hatte, weil er ja schließlich noch gar nicht draußen gewesen sei (DAS wissen sie ja immer alle). Ich erklärte ihm den Begriff "Gewahrsamsenklave" und dass das Innere seiner Jacke so sehr in seinem persönlichen Schutzbereich liegt, dass nach allgemein gültiger Auffassung die Wegnahme einer Sache vollendet war. Er verstand das mit der Gewahrsamsenklave und der persönlichen Sphäre nicht ganz, aber als ich ihm sagte, dass er mir doch bestimmt eine auf die Fresse hauen würde, wenn ich ihm auf offener Straße einfach in seine Jacke fassen würde, bestätigte er dieses. "Genau", lobte ich diese Erkenntnis. "Und wenn du dir fremde Sachen da hinsteckst, wo du nicht von fremden Leuten angefasst werden möchtest, gilt das als vollzogener Diebstahl."

So hat er dann nicht nur gelernt, dass ich mich nicht gerne beklauen lasse, sondern auch noch einen praktischen Tipp für seine weitere berufliche Laufbahn erhalten. ;-)

Die Anziehungskraft der Pfandspendenbox

Immer wieder versuchen irgendwelche Idioten und Bösewichte, an den Inhalt unserer Leergutbonspendenbox zu kommen, die ich, seit wir für REA e.V., bzw. damit für den David Sheldrick Wildlife Trust, sammeln, immer liebevoll "Elepfandspendenbox" nenne.

Was geht in solchen Leuten nur vor. :-(


Ehrlicher LD

Ein, tja, irgendwie (zumindest Gelegenheits-) Stammkunde ist durch unsere Warensicherungsanlage überführt worden. Er hatte ein Glas teures Mandelmus in seiner Jackentasche und wollte, ohne dieses zu bezahlen, unseren Laden verlassen.

Seine Erklärung, dass er das nur tat, weil er "nicht mehr genug Geld hat, war so offen und ehrlich, dass man schon fast Mitleid bekommen konnte.

Aber eben nur fast. Wer in Not ist und eine Art Verzweiflungstat begehen möchte, sollte sich vielleicht nicht gerade einen nicht lebensnotwendigen Luxusartikel in die Tasche stecken. Bei Brot und Aufschnitt hätte ich ja möglicherweise noch mal diverse Augen zugedrückt.

Deckel auf, Sicherung ab!

Ein Mann klaut eine Flasche Wodka. Da er das Warensicherungsetikett nicht abgerissen bekommt, schraubt er kurzerhand den Deckel ab.

Das ist eher ungewöhnlich. Die meisten derartigen Diebstähle dienen nicht dem Eigenbedarf, so dass die Flaschen, wenn sie weiterverkauft werden sollen, natürlich nicht geöffnet gewesen sein dürfen / sollten.

War ihm wohl egal … Ob er den Sprit selber saufen wollte oder ob ihn der Beschaffungsdruck dazu getrieben hat, bleibt ungewiss.


Verteidigter "Einklauf"

Am frühen Abend kamen mit einem Abstand von zehn Sekunden zwei junge Männer, beide in den frühen Zwanzigern, hier in den Laden. Ihr Ziel: Besitz- ohne Eigentumsübertragung. Allerdings hatten sie es nicht speziell auf besonders hochwertige Artikel oder die üblichen Waren der Beschaffungskriminalität (wie z. B. Alkohol oder Kaffee) abgesehen. Der erste ging durch den Laden und innerhalb von nicht einmal zwei Minuten füllte er diverse Waren in seine Tasche, die allesamt kaum weiter auffällig waren: Bananen, Eis, TK-Garnelen, Nudeln und andere Lebensmittel.

Währenddessen ging der zweite zum Regal mit den Körperpflegeprodukten, nahm sich zwei Flaschen Shampoo, pulte die angebrachten Sicherungsetiketten ab und steckte die Flaschen im Toilettenpapiergang in seine Jacke. In dem Moment kam auch schon der Typ mit der Tasche hinzu. Gemeinsam gingen sie zur Kasse und stellten sich zunächst scheinbar völlig normal an und legten auch eine Alibi-Saftpackung auf das Band. Während sie wartete, ging der erste mit der Tasche plötzlich hinter den anderen Kunden in Richtung Ausgang, der zweite folgte ihm Augenblicke später und ließ die Packung einfach auf der Kasse liegen.

Weiter als bis zum Ausgang kamen sie aber nicht, denn dort versperrten ihnen bereits zwei Mitarbeiter den Weg. Die Aktion mit dem Duschgel war einer Kollegin aufgefallen, die den beiden nun zusammen mit einem Kollegen im Weg stand. Die Diebe waren überhaupt nicht eingeschüchtert, sondern verteidigten ihre Beute unverzüglich mit aller Kraft und schafften es schließlich auch, den Laden zu verlassen und wegzulaufen. Das wäre es eigentlich gewesen, aber zufällig stand gerade ein Polizeiwagen vor der Tür und die beiden Beamten reagierten geistesgegenwärtig. Danke. :-)

Ergo: Die Ware ist wieder bei uns und gegen zwei Typen aus dem Stadtteil haben wir jeweils eine Anzeige wegen räuberischen Diebstahls gestellt.

Cappys, Masken, Alkohol

Am Vortag fielen Gregor mehrere abgerissene Klebeetiketten unserer Warensicherungsanlage auf. Es handelte sich dabei um einen speziellen Typ Etiketten, den wir Beispielsweise bei Spirituosen verwenden, die nicht mit unseren "Zippeln" gesichert werden können. Likör 43 gehört zum Beispiel dazu, deren Flaschenhals und Verschluss haben keine nennenswerte Einkerbung, in denen sich die Sicherungen festkrallen könnten. Also bekleben wir die Flaschen immer nur, ich korrigiere: beklebten, dazu aber gleich mehr, und vertrauen darauf, dass dieses Produkt in einschlägigen Kreisen generell eher zu den weniger begehrten gehört.

Die Videoaufzeichnung offenbarte, dass sich zwei zwielichtige Gestalten drei Flaschen davon unter die Jacke in den Hosenbund gesteckt hatten und – natürlich – ohne zu bezahlen den Laden verlassen haben. Mist, aber ist passiert. In der Konsequenz haben wir den Cuarenta y Tres nun eingeschlossen in der Vitrine stehen, womit sich auch wie oben erwähnt die Klebeetiketten erledigt haben.

Nun waren die Freggels wieder im Laden. Da sie vollkommen anders angezogen, ihre Gesichter aber auch diesmal wieder hinter den obligatorischen Masken und freiwilligen Schirmmützen verborgen waren, erkannte ich sie nicht sofort und stellte zunächst überhaupt nicht die Brücke zu den Likör-43-Dieben her. Sie fielen mir auch nur zufällig auf, als sie vor dem Regal mit den Spirituosen standen und zwei Flaschen Jim Beam, mit unseren regulären Flaschensicherungen ausgestattet, nahmen und in einen unserer grauen Einkaufskörbe legten. Damit gingen sie ein paar Gänge weiter nach hinten in die Getränkeabteilung und auf dem Monitor der Videoanlage sah ich, wie einer der beiden anfing, wie wild an den Etiketten herumzureißen. Das Schauspiel wollte ich mir nicht ansehen, die Absicht war längst klar, und so ging ich zu den beiden und fragte sie, was das soll. Sie sprachen kaum Deutsch oder taten zumindest so und teilten mir mit, dass sie die Flaschen kaufen wollten. "Alles klar", nickte ich und begleitete die beiden zur Kasse, damit sie nicht noch auf andere dumme Ideen kommen.

Als es ans Bezahlen ging, stellte sich – wer hätte das jetzt gedacht – angeblich heraus, dass sie ihr Geld vergessen hätten und gleich wiederkommen werden. In dem Moment klingelte es dann auch bei mir und ich war mir schlagartig sicher, dass das die beiden vom Vortag waren. Da sie schon auf Höhe der Ladentür waren, sparte ich mir den Stress und ließ sie ohne weitere Konsequenzen oder eine Anzeige laufen. Sie wären vermutlich ohnehin geflüchtet, denn zwei Personen vor der Ladentür sind definitiv in der besseren Position als ich. Aber ich gab ihnen noch den Hinweis mit auf den Weg, dass ich, falls sie sich hier noch einmal blicken lassen, sofort und auf jeden Fall die Polizei holen werde.

Ob sie das verstanden haben, bleibt fraglich.

Meldeadresse: Alte Fabrik

Wiederholt haben uns Ladendiebe die selbe Adresse genannt. Auffällig oft, so dass wir die Straße und Hausnummer inzwischen auswendig kennen. Falls sich da nicht eine große Kriminellen-WG versammelt hat, ist es vielleicht ein Wohnheim für zum Beispiel Drogen- oder Alkoholabhängige oder anderweitig "abgestürzte" Personen. Einfach nur ausgedacht war die Anschrift jedenfalls nicht, sie stand ja jeweils auch als Meldeadresse auf dem Ausweis. Neugierig geworden haben wir uns das einfach mal von außen angesehen.

An der Adresse befinden sich die (theoretisch) leerstehenden Produktionshallen einer ehemaligen Fabrik. Kein Hinweis auf irgendein Wohnheim oder sonstige Unterbringungsmöglichkeiten war dort im Vorbeifahren zu finden.

Manche Dinge sollte man wohl einfach nicht hinterfragen.

Mit Bewährung auf Klautour

Ein Typ wollte sich bei uns bereichern, indem er eine volle Getränkekiste aus dem Laden durch den Leergutautomaten zu schieben versuchte. Einige Tage vorher war er schon einmal hier im Laden und hatte seine viel zu langen Finger nach einigen Dosen Red Bull ausgestreckt.

Eine Kollegin winkte ab: "Ach, der … Kennen wir doch. Seine Daten haben wir ja und er sollte die Sache mit dem letzten Diebstahl doch mit seinem Bewährungshelfer besprechen, sagte der Polizist."

Wie, Bewährungshelfer? Der ist auf Bewährung draußen? Und dann rennt der frei herum und klaut sich durch die Läden und die einzige Konsequenz ist ein "er soll es besprechen"? Was läuft hier nur schief? :-(

Würstchen in der Tasche

Ein Typ hat hier im Laden lange Finger gemacht und unter anderem Wiener Würstchen aus dem Kühlregal geklaut. Er hat dabei jedoch nicht die Packung als ganzes eingepackt, was ja der einfachste Weg gewesen wäre, sondern die Folie aufgerissen und die feuchten Würstchen lose in seine Jackentasche gestopft.

Sehr lecker.

Diebesgut: Süßwaren (wieder mal mit GEPA)

Am Wochenende wollte ein Typ für knapp 30 Euro Süßwaren, Schokolade, aber auch etwas Eis und Bio-Apfelschorle klauen. Produkte von Anthon Berg, Hachez, GEPA und Alnatura – wenn schon, dann wenigstens anständig.

Gelohnt hat es sich für ihn jedoch nicht, denn die an den Pralinen versteckt angebrachte Warensicherung hat ihm die Klautour vermiest und als er dann flüchten wollte, hat sich ein Kunde von uns, der beruflich bei der Polizei ist, noch auf ihn gestürzt. Saubere Sache. :-)