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Persönliche Beratung

Eine Reiseagentur wirbt online mit "persönlicher Beratung". Neben dem sehr persönlichen Telefonkontakt während der Öffnungszeiten gab es nur noch den Chatbot Amelia für die Beratung. Das sind Gegensätze wie Himmel und Hölle. Ein nettes, persönliches Gespräch ist toll. Aber jeder Verantwortliche, der einen Chatbot auf einer Website anbietet, musste sich vermutlich noch nie im Leben von so einem System helfen lassen. Zumindest ich habe noch nie von irgendeinem Chatbot eine befriedigende Antwort bekommen. Selbst eine E-Mail ist persönlicher. Dauert zwar länger, aber die Antwort hilft einem zumindest weiter.


Dinge werden sonderbarer …

Ein Kollege berichtete, dass am Abend zuvor jemand angerufen hatte, der ihm mitteilen wollte, dass er am nächsten Tag leider nicht arbeiten können.

Der darauf folgende Dialog verlief wohl etwa folgendermaßen:

"Interessant, mit wem spreche ich denn?"

"Harste"

"Nein. Das ist der Name des Marktes hier."

"Nein, ich heiße Harste …"

"… Björn ist mein Vater!"
Falls der Kollege nicht während der Arbeitszeit zu betrunken gewesen ist, wovon nicht ausgegangen werden muss, hat sich da wohl irgendjemand einen Scherz erlaubt. Ob das nur ein simpler Telefonstreich oder der Versuch war, "ins Blog" zu kommen, wissen wir nicht. Letzterer hätte nun auf jeden Fall Erfolg gehabt.

Da man bei uns ja nie ganz anonym, sondern immer mit übermittelter Rufnummer anrufen muss, bin ich da hinsichtlich irgendwelcher Wiederholungen recht entspannt.

Kartenbetrug: Schuss ins Blaue

Eine Kriminalpolizei hier aus Norddeutschland hat auf der Suche nach einem Betrüger, der offenbar Kreditkartendaten erschlichen und damit fleißig eingekauft und sich vor allem Geld via Cashback auszahlen lassen hat, auch bei mir angefragt.

Es ging gar dabei allerdings gar nicht um einen konkreten Vorfall, der bei uns stattgefunden hat. Der oder die Täter war/en wohl hier im Umkreis unterwegs, denn wenigstens einer dieser Fälle wurde angezeigt, und nun bestand die Hoffnung, dass er vielleicht auch bei uns gewesen ist und es nun Videobilder von ihm oder ihnen gäbe.

Die Anfrage war also eigentlich nur ein Schuss ins Blaue. Die Anfrage lautete, ob wir überprüfen könnten, ob ein einschlägig auffälliger Einkauf innerhalb eines etwa anderthalbstündigen Zeitfensters bei uns stattgefunden hat. Ich überprüfte, konnte aber keine Auffälligkeiten feststellen, was ich der Polizei auch mitteilte. Wäre ein interessanter Vorfall dabei gewesen, hätte natürlich dringendes Interesse an dem Bildmaterial bestanden.

Und wer jetzt wissen will, was auffällig gewesen wäre: Maximale Cashback-Summe, also 200 €, gerne auch zweimal unmittelbar hintereinander, jeweils begleitet von einem Alibi-Einkauf irgendeines wertvollen Artikels, meistens Guthabenkarten oder Zigaretten. Das wäre auch nicht das erste Mal gewesen, dass solche Betrüger sich hier im Laden genau so verhalten.

Eieiei …

Durchs Lager waberte ein unangenehmer Duft, der an Verwesung erinnerte. In einer bestimmten Ecke wurde es intensivier, aber richtig lokalisieren konnten Ines und ich den Geruch auch nicht. Je mehr ich schnüffelte, desto betäubter fühlte sich meine Nase an, irgendwann roch ich gar nichts mehr.

Auf gut Glück nahmen wir einen kompletten Bereich auseinander, in dem Leergut stand. Jeden Moment rechneten wir damit, zwischen den leeren Rahmen die stinkenden Überreste irgendeines Nagetieres zu finden, aber da war zum Glück nichts. In der Ecke stand noch der Mäusefallen-Tunnel, aber der war leer. Das Ding roch zwar etwas, aber eher nur leicht muffig und nicht nach Tod und Verwesung.

"Wir werden es noch finden", vertrösteten wir uns, stapelten das Leergut wieder zurück in die Ecke. Eine gute Stunde später fiel mir der Geruch wieder auf. Mit frischer Nase kam es mir so vor, als wenn die Quelle weiter in der Nähe eines Tisches läge, auf dem wir aktuelle Werbematerialien und neue Produkte zwischenlagern.

Nach kurzer Suche wurde ich fündig. Eine Eierpackung, in der wohl mindestens ein kaputtes Ei war, hatte jemand grob (und nicht luft- und insektendicht) in eine Tüte eingewickelt und dort auf dem Tisch abgestellt. Gut getarnt fiel die Packung nicht auf, aber die Natur war nicht aufzuhalten und so entwickelte der Inhalt ein spannendes Eigenleben, das in der Folge einen sehr typischen Geruch verströmte.

Wer die dort abgestellt hatte, stand leider nicht dabei. Wuargs. :-O

Herbe Butter?

In einer WhatsApp-Gruppe eines Sportvereins, mit dem wir zu tun haben, hat eine Mutter ihre Tochter wegen einer Verletzung abgemeldet:



Warum sie das englische Wort "Cut" eingestreut hat, statt einfach "Schnitt" zu schreiben, erschließt sich mir nicht. Gut, das sind vier Buchstaben weniger! Mit der gesparten Lebenszeit hätte sie die Bibliothek von Alexandria ins Klingonische übersetzen oder sämtliche Sandkörner der Sahara nach Größen und Gesteinsarten sortieren – alternativ einen mehrstündigen TED-Talk über nachhaltiges Buchstabeneinsparen in Kurznachrichten vorbereiten können. Ja, es gibt viele Anglizismen in unserer Sprache, so wie es viele Begriffe aus unserer Sprache in anderen Ländern gibt. Manche sind seit vielen Jahrzehnten im Einsatz, andere kommen aus modegründen oder auch aufgrund fehlender Alternativen dazu. Aber Cut statt Schnitt? Why? WARUM?

Passend dazu die Beschreibung vom aktuellen Deutschlandburger von McDonald's:

Ein fluffiges Bun in schwarz, rot, gold trifft auf ein saftiges Beef Patty mit 100% Rindfleisch aus Deutschland und knusprigen Bacon. Dazu zartschmelzender Cheese mit Cheddar im perfekten Zusammenspiel mit Tomaten, Zwiebeln und knackigem Salat. Vollendet wird die Geschmacksoffensive, von einer perfekt positionierten Steak Bull Sauce und der legendären Sauce im Kräuterbutter Style. Jeder Biss ein Volltreffer.
An "Bun" statt Hamburgerbrötchen hat man sich schon längst gewöhnt und dass diese flachen Fleischscheiben eher ein "Patty" als eine Frikadelle sind – okay. Bei "Cheese" statt Käse war ich aber augenverdrehend raus und der "Kräuterbutter Style" hat mir endgültig den Rest gegeben.

Das liegt allerdings daran, dass "herb butter" die meisten wiederum nicht verstanden hätten und man diesen Begriff nicht einstreuen konnte, ohne irritierte Gesichter zu hinterlassen. :-P

"Troisdorf: Mann stiehlt Pfandbons aus Spendenbox"

Meldung auf der Website von Radio Bonn: Troisdorf: Mann stiehlt Pfandbons aus Spendenbox

Der Artikel ist zwar von Ende Februar, aber ich musste dennoch kurz schmunzeln, als ich die Meldung gelesen habe. Pfandbons aus einer Spendenbox geklaut – und das schafft es in die Presse.

Nicht schmunzeln, weil es lustig ist. Sondern weil es zeigt, wie unterschiedlich die Realität offenbar wahrgenommen wird. Hier bei uns im Laden gehört das bekanntlich eher zur Kategorie "kommt häufiger mal vor und ist Teil vom Tagesgeschäft" (Okay, SO krass zum Glück auch nicht), irgendwo anders ist es tatsächlich eine Nachricht wert und wird öffentlich thematisiert.

Kater Wolke

Eigentlich bin ich sehr eigen, wenn es um ungefragt an unsere Tür geklebte Aushänge geht. Die Plakate im unteren Bereich haben ein Eigenleben entwickelt und ich bin da auch hinsichtlich der Fülle und Auswahl der beworbenen Veranstaltungen recht entspannt. Solange kein breites, scheibenzukleisterndes Klebeband, sondern einfach nur Tesafilm benutzt wird, soll doch jeder seinen Kram da aufhängen. Alle anderen Scheiben sind tabu, also die Seitenscheiben und vor allem auch der obere Bereich.

Nun vermisst jemand hier aus dem Umfeld seinen Kater und hat den Tasso-Aushang hier an die Tür geklebt. Mitten an eine der oberen Scheiben. Mit breitem Klebeband. Der Monk in mir möchte den Aushang sofort entfernen (und woanders hinkleben), der Tierliebhaber versteht die Verzweiflung von Wolkes Dosenöffnern und würde wohl selber jede Chance nutzen wollen, maximale Reichweite für so ein Gesuch bekommen zu können.

Während ich diese Zeilen schreibe, schnappte sich Ines den Tesafilm-Abroller und hat als Kompromiss den Aushang oben an der Scheibe belassen, aber das dicke Klebeband entfernt und den Zettel mit Klebefilm neu festgepappt, das auf der Scheibe weniger Rückstände hinterlässt.


Man kann fast besser verzichten!

Ines und ich sprachen über Saisonartikel, vor allem die Pleite bei den Ostersüßwaren in diesem Jahr, die andere deutlich schlimmer als uns getroffen hatte. Spätestens im Herbst werden wir die Artikel für nächstes Jahr bestellen müssen und unsere Überlegung ging in die Richtung, dass es drei wesentliche Artikelgruppen gibt:

1. Die (mehr oder weniger) hochwertigen Markenprodukte, angefangen bei den Klassikern wie Milka bis hin zu Marken wie Lindt, Niederegger, Reber etc.

2. Eigenmarken oder günstige Zweitmarken wie Zentis oder Riegelein.

3. Saisonartikel von bekannten Marken wie Oreo, Mars, KitKat, Smarties, etc.

Fangen wir hinten an: Diese Produkte hatten wir in der Vergangenheit immer mal ausprobiert, aber zu Weihnachten wie zu Ostern kamen wir immer zum selben Ergebnis, nämlich dass diese bei uns nicht oder zumindest nur sehr schlecht laufen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen bestellen wir davon inzwischen im Grunde gar nichts mehr und wenn, dann höchstens nur in einzelnen Kartons und nicht als ganze Aufsteller.

Eigenmarken sind natürlich eine günstige Möglichkeit, Saisonartikel anzubieten. Wenn ich mir angucke, in was für Massen diese Artikel in anderen Märkten und gerade bei den Discountern angeboten werden, staune ich immer wieder. Bei uns tun sie sich relativ schwer. Es gibt vereinzelte Produkte, die gut laufen, aber andere stehen wie Blei herum. Wir hatten in dieser Saison zum Beispiel neue Osterhasen unserer Edeka-Eigenmarke, die im Grunde samt und sonders auf dem Restetisch gelandet waren. Unser Discount-Marzipan, vor allem -Kartoffeln, liefen auch eher nur sehr verhalten, während andere Produkte (auch von gut&günstig) sich richtig gut verkauften, Gebäck vor allem.

Die Entwicklung bei den großen Marken hat jeder selber beobachten können. Die Ware steht teilweise jetzt noch in den Läden, selbst zu Supersonderpreisen verkauft sie sich nicht. Man bekommt mitunter schon das Gefühl, dass die Kunden die Produkte regelrecht boykottieren – und auf der Basis sollen wir in ein paar Wochen die Bestellung für die Weihnachtssüßwaren zaubern. Das kann ja was werden!

(Eigentlich gibt es noch einen vierten Punkt. Nur eine einzige Marke, aber mit einer ziemlichen Relevant: Ferrero. Das sind nicht gerade günstige Produkte, aber Ferrero schafft es (bis auf die Rezepturänderung bei Nutella vor ein paar Jahren) nicht negativ aufzufallen und die Qualität gleichbleibend zu halten. Die Artikel laufen daher auch fast immer, wenngleich sich die "festlichen Aufmachungen" der Pralinen-Klassiker bei uns auch eher nur sehr schleppend verkauf(t)en und daher von uns nicht mehr bestellt werden.)

Noch mal zurück zum Titel dieses Beitrags: Das war gestern Abend mein Gedanke beim Gespräch mit Ines. Ich hatte gesagt: "Man kann schon fast besser darauf verzichten als sich mit diesen Produkten im nächsten Jahr wieder zu belasten."
Wir hatten dieses Jahr schon wenig Ostersüßwaren im Vergleich mit den vergangenen Jahren und ich denke, nächstes Jahr wird das noch einmal ein gutes Stück übersichtlicher werden bei uns …

ParkControllverlust24

Eine meiner Kolleginnen hat Post bekommen von der super seriösen Firma "ParkControl 24": Ihr wird vorgeworfen, ca. 10 Minuten auf einem Parkplatz gestanden zu haben, eine von außen erkennbare Ausschilderung war nicht vorhanden – wofür sie 145 Euro bezahlen soll. Sie stand auch tatsächlich auf dem Parkplatz, den Kassenbon des Geschäfts, das dort ansässig ist, hat sie jedoch nicht mitgenommen.

Wir haben über die Website von PC24 Widerspruch eingelegt. Das ist schon ein Abenteuer für sich, denn nach jedem (!) Klick kam die Meldung, dass man damit keinen Erfolg haben wird und dass es günstiger ist, sich direkt auf die Forderung einzulassen. Am Schluss konnten wir noch einen "Nachlass" bekommen (Exakt 0 Euro), der aber nur 5 Minuten gewährt wurde. Wie auf vielen anderen unseriösen Websites auch lief ein Countdown ab, um den abgezockten Kunden schnell zu einer Zahlung zu bewegen.

Noch haben wir keine Rückmeldung bekommen und sind gespannt.

Zwei Gedanken habe ich noch zu dieser Firma:

1. Sie werben damit, dass auch die Edeka Kunde bei ihnen sei. Ich habe mal bei uns im Vertrieb angeregt, ausdrücklich vor einer Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen zu warnen, falls einzelne Edekaner diese Art der "Parkraumbewirtschaftung" in Anspruch nehmen sollten. Das wirft ein schlechtes Licht auf den Unternehmensverbund.

2. Ganz interessant waren die "Beweisbilder", die sich die Kollegin hochauflösend herunterladen konnte: Darauf zu sehen ist viel öffentlicher Raum rund um den Parkplatz und vor allem die Kennzeichen der anderen dort gerade parkenden Fahrzeuge. Ist bestimmt interessant, diese der entsprechenden Behörde mal mit dem Hinweis auf die DSGVO zukommen zu lassen. ;-)


Klebereste an der Scheibe

Wenn Leute Plakate an die Tür hängen wollen, erlauben wir das schon seit Anfang an. Aber unter einer Bedingung: Nur an den beiden Türen im unteren Bereich. Nicht oben, nicht an den Seitenscheiben, nur unten. Das klappt auch immer ganz gut.

Was mir unregelmäßig immer wieder auf den Keks geht, sind die Reste von Klebestreifen oder dickem Klebeband, die immer an der Scheibe verbleiben. Bekommt man zwar rückstandslos wieder weg und meistens überlassen wir dieses Ökosystem sich selbst, aber wenn mir sowas wie im Bild unten auffällt, möchte ich die Plakate-Aufhängerei am liebsten immer gleich grundsätzlich untersagen. Aber andererseits tut es ja niemandem weh und meistens sieht es ja auch nicht ganz so übel aus …

(Und alle drei Monate kommt der Fensterputz-Service und macht einmal alles weg und sauber, dann hat sich das auch immer sowieso für einen Augenblick erledigt.)


Der Zaunkletterer

Inzwischen habe ich das Video aus der Überwachungskamera bekommen, die am Moschee-Gebäude hängt und vor allem deren Fläche überwacht.
Bei völliger Dunkelheit am Anfang des Videos ist leider nicht viel zu erkennen. Unsere Beleuchtung hier am Gebäude reicht nicht aus, um das Gelände bis auf die andere Seite des Zauns ausreichend zu beleuchten. Wie der Dieb den Sack über unseren Zaun hebt, ist also nur mühsam zu erahnen, ich habe zumindest noch versucht, mit Hilfe der Videosoftware noch etwas mehr Erkennbarkeit in das Filmchen zu zaubern.

Bei 0:18 schalten sich durch den Bewegungsmelder getriggert die UV-Strahler an der Kamera ein, aber leider reicht die Qualität nicht aus, um den Mann erkennen zu können. Man sieht deutlich, wie er den Sack unter den hier bereits erwähnten Unterstand legt und anschließend noch die restlichen Gebinde einsammelt. Der Sack war offenbar oben an den Spitzen des Zaunes hängengeblieben und dabei aufgerissen, woraufhin ein Teil des Inhalts herausgefallen war.
Anschließend verschwand der Mann.

Was dann passierte und ob er oder jemand anders (oder überhaupt jemand) etwas von dem Inhalt des nun aufgerissenen Sacks mitgenommen hat, ließ sich nicht ermitteln. Ist jetzt auch egal.

Konsequenz für uns: Wir werden hier noch eine eigene Kamera zur Überwachung des Hofs installieren. Die Idee mit Nato-Draht oben auf dem Zaun kam mir zwischendurch auch in den Sinn, aber ich glaube, das wäre etwas arg übertrieben.


Gedenkstätte vor dem Fenster

Für Thomas hat jemand eine kleine Gedenkstätte hier auf dem Gehweg vor dem Laden eingerichtet. Aus menschlicher Sicht eine wunderschöne Geste. Kann Thomas sich zwar auch nichts mehr von kaufen, aber es gibt Leute, die an ihn denken und denen er wichtig war. Danke.


Eintritt mit Feuerwehr

In der vergangenen Woche klingelte um kurz vor sechs Uhr mein Handy. Am anderen Ende der Leitung war mein Marktleiter aus der Frühschicht, der mit den anderen Kolleginnen und Kollegen vorm Markt stand und etwas hilflos mit der Situation war. "Bist du schon im Laden?", fragte er mich und ich verneinte. Wir waren schließlich noch zu Hause und mit unserer Tochter mitten in unseren Morgenroutinen.

"Das ist komisch", erklärte mir mein Mitarbeiter, "die Alarmanlage ist nicht scharf und hinten im Lager ist noch Licht an."

Meinen Tipp, einfach reinzugehen und nachzusehen, wer da ist, hätte er gerne beherzigt, das ging jedoch nicht: "Ich kann nicht mal reingehen, da steckt nämlich von innen ein Schlüssel in der Tür, das kann ich durch die Scheibe sehen." Da wir keinen NGF-Zylinder dort verbaut haben, ließ sich die Tür deshalb auch tatsächlich nicht mehr von außen aufschließen.

Licht und Alarmanlage hätte man vergessen können, aber dass der Schlüssel von innen steckte, war ein eindeutiges Zeichen dafür, dass noch irgendjemand im Laden sein musste. Auf Klopfen, Klingeln und Anrufe reagierte aber niemand. Schließlich entschieden wir, dass da irgendetwas passiert sein muss. Vielleicht hat der Kollege, der am Abend zuvor abschließen sollte, ein medizinisches Problem oder schlimmer. "Ruf mal die Polizei an", da du vor Ort bist, ist das sinnvoller als wenn ich das mache.
So geschah es. Die Polizei verwies jedoch direkt auf die Feuerwehr, die nach wenigen Minuten mit Blaulicht und Lüla hier eintraf.



Nach Schilderung der Situation und der Befürchtung, dass da noch jemand im Gebäude ist, dem es möglicherweise nicht gut geht, sondierte die Feuerwehr das Gebäude um herauszufinden, wo man mit dem geringsten Schaden "einbrechen" könnte. Schließlich fiel die Entscheidung auf unseren Notausgang, dessen Schließzylinder kurzerhand in wenigen Minuten geknackt war.



Im Aufenthaltsraum fanden sie unseren Kollegen vollkommen erschöpft und kaum ansprechbar auf dem Boden sitzend vor. Er wurde schließlich von der Besatzung eines hinzugerufenen RTW behandelt und mitgenommen. Was genau meinem Mitarbeiter passiert war, hat hier im Blog nun aus unterschiedlichen Gründen nichts zu suchen, aber es geht im bereits wieder besser.

Der Schaden an der Tür belief sich auf 20 Euro und ob wir für den Feuerwehreinsatz eine Rechnung bekommen werden, wird sich zeigen. Eigentlich war der Einsatz gerechtfertigt, denn es war augenscheinlich ein medizinischer Notfall, aber die Entscheidung wird die Feuerwehr treffen. Dann gab es sicherlich auch noch einen wie auch immer dimensionierten Schaden durch den Umsatzausfall in der ersten Stunde, aber das ist für mich in der Situation absolut nebensächlich gewesen und hat überhaupt keine Relevanz.

Mir persönlich reicht es, wenn so ein Ereignis nur alle 26 Jahre mal stattfindet. Das war alles viel zu aufregend, vor allem die Zeit zwischen der Erkenntnis, dass noch jemand im Laden sein muss, dem es möglicherweise nicht gut geht und dem Zeitpunkt, wo man ihn tatsächlich angetroffen hat und wusste, was ist los ist, war sehr aufreibend.


Abgelaufenes Bio-Bier

Dass grundsätzlich "alte Ware vor neue Ware" gestellt werden soll, ist wohl in der gesamten Welt des LEH eine sich nicht durchgängig erfüllende Hoffnung. Auch bei uns, leider. Und wenn dann in einer Abteilung noch immer jemand mithilft, der gerade anwesend ist, kann man hinterher nicht einmal einen konkreten Verantwortlichen benennen, den man zur Rechenschaft ziehen könnte.

Gestern hat eine Kollegin beim Bio-Bier aufgeräumt. Das Highlight waren drei verschiedene Daten beim selben Artikel. Das älteste ganz hinten, davor ein neueres (beide inzwischen aber weit überschritten) und davor die aktuelle Ware. In der Summe ergab sich ein mit abgelaufenen Flaschen gefüllter Einkaufswagen. Dabei wäre das absolut vermeidbar gewesen. :-(