Skip to content

Harste-Abschiedsfeier

Rund um unseren kleinen Laden hängen im Bereich Münchener Straße und ein paar Seitenstraßen hängen diese Zettel herum. Sowas geht natürlich runter wie Öl und die Kollegin im Markt vor Ort war den Tränen nahe, das könnt ihr mir glauben. Solche Reaktionen wärmen das Herz und ich kann an dieser Stelle nur wieder einmal sagen, dass die Entscheidung mit der Schließung des Geschäfts wirklich keine leichte war und auch ganz sicher nicht aus irgendeiner Laune heraus gefallen ist.

Wie viel da morgen an Trubel sein wird, kann ich nicht abschätzen. Und wie weit das in die aktuelle Situation bzgl. einer gewissen neuartigen "infektiösen organischen Struktur" passt, ebenfalls nicht. Vermutlich gar nicht, aber was da auf dem Gehweg passiert, ist ja nun außerhalb meines oder unseres Einflussbereichs. :-)


Verschwundene Preisschiene

Dass hier im Laden Preisschilder (Regaletiketten) verschwinden, gab es schon immer. Wir vermuten, dass Leute die einfach als Memo oder Preisinformation mitnehmen.

Dass jedoch eine komplette Preisschiene (Scannerleiste) von einem Regalboden verschwindet, haben wir dagegen bislang auch noch nicht erlebt.

Abgelegtes TK-Gemüse

Eine junge Frau ging mit einem gut gefüllten Einkaufskorb im Arm durch den Laden. In der Getränkeabteilung hielt sie plötzlich inne, zog etwas mühsam von ganz unten in dem Korb einen 2,5-Kilogramm-Beutel Paprika raus und legte diesen auf die Getränkekisten vor ihr. Dann ging sie direkt zur Kasse, bezahlte ihren restlichen Krempel und ging.

Nachvollzogen mit Hilfe der Videoaufzeichnung, nach dem ich den vollkommen aufgetauten Beutel auf den Getränkekisten liegend entdeckt hatte. :-(

Was soll sowas? War das ganz gezielte, mutwillige Sachbeschädigung oder eine unüberlegte Handlung, nach dem ihr eingefallen war, dass sie die Paprika doch nicht benötigt? Aber wieso geht man einen Schlenker in die hinterste Ecke der Getränkeabteilung (ohne dort Getränke zu nehmen), um ausgerechnet dort einen Artikel aus dem Einkaufskorb zu deponieren, wenn der Weg zu den Tiefkühltruhen (oder notfalls einem Mitarbeiter) kaum länger gewesen wäre?

Werden wir wohl niemals erfahren … :-|

Kleiner Hitzeschaden

Eine Kundin mittleren Alters kam hier in den Laden, zog schließlich eine Dreiersteckdose aus ihrer Handtasche und fragte, ob wir sowas wohl in neu hätten, die alte würde nicht mehr funktionieren.



Mehr als das Speechless-Meme fällt mir dazu nicht ein. :-O


Definitiv kein Mangel an (einfachen) Masken

Wenn es mal einen Markt für einfache Gesichtsmasken gab, dann ist er vermutlich inzwischen gesättigt wie ein Topfschwamm im Baggersee.

Aktuell kommen hier täglich wenigstens 1-2 Angebote von Firmen rein, die mir Masken aller Art anbieten wollen. FFPx, ohne Kennzeichen, Stoff, Papier, Einweg, Mehrweg – einfach alles. Dazu teilweise in sechsstelligen Mengen verfügbar. Von einem Mangel kann, zumindest bei den einfachen Ausführungen, definitiv keine Rede sein.

Masken verkaufen?

Die gelieferten Masken sind ausdrücklich nicht für die Abgabe an Kunden vorgesehen. Ein Kollege wollte von mir wissen, ob er nicht einzeln welche abgeben könne, auch gegen Bezahlung, wenn Leute gezielt danach fragen.

Klare Antwort: Nein. Die Masken sind für die Mitarbeiter gedacht und wenn wir eine herausgeben, steht vielleicht schon kurz danach der nächste vor der Tür und möchte eine haben und so weiter. An welcher Stelle soll man dann aufhören oder über die Dringlichkeit urteilen? Also gibt es konsequent gar keine für Leute, die nicht bei uns arbeiten. Zumal wir auch gar nicht wissen, was noch an Veränderungen kommt. Vielleicht sind demnächst ja doch die Mitarbeiter in den Läden verpflichtet, Masken zu tragen. Wer kann das jetzt schon sagen?

Neue Spam-/Scam-Masche

Kam eben per E-Mail:

Sehr geehrter Herr,

Hiermit möchten wir Sie darüber informieren, dass wir ein Paket in Ihrem Namen halten. Wir arbeiten mit Top-Firmen und Regierungen verschiedener Länder zusammen Zusteller, der wertvolle Pakete und Gepäckstücke vertrauensvoll ausliefert, und wir haben die Anweisung erhalten, ein Paket (750.000,00 USD in bar in US-Dollar), das von Ihren Bekannten zu Ihren Gunsten versandt wurde, direkt an Ihre Haustür zu liefern.

Das Paket wurde Ihnen nicht zugestellt, da sich der Zoll nicht allein auf den Diplomaten / Kurier usw. verlassen kann, der es aufgrund der weltweit herrschenden Situation bei Bargeldbewegungen und der Überweisung von Geldbeträgen versandt hat. Unsere Pflicht besteht darin, Ihnen bequeme Finanzdienstleistungen anzubieten und um sicherzustellen, dass es in gutem Zustand geliefert wird, da wir daran glauben, die Dinge so einfach wie möglich zu halten, was bedeutet, dass Sie nicht länger warten müssen für lange Zeiträume.

Ihr Rat, uns Ihre persönlichen Daten jedoch wie folgt zu bestätigen.
Ihr vollständiger Name, ....................
Ihre Adresse .....................
Ihre Telefonnummer ...................

Damit wir Ihr Paket eindeutig mit Ihrem vollständigen Namen bearbeiten und kennzeichnen und alle mit der Lieferung verbundenen Registrierungen / Kosten löschen können um Sie von jeglicher Form von Ermittlungen oder Verhören zu befreien und um die Tatsache zu bestätigen, dass keinerlei Verbindungen zu Drogen oder Terrorismus bestehen, die den internationalen Bestimmungen für die Lieferung von Bargeld unterliegen.

In Übereinstimmung mit dieser Bedingung werde ich die Lieferung an Ihre Bestimmungsadresse sofort erleichtern und Ihnen das Treuhandgeld und alle Dokumente, die Ihr Bargeld belegen, übergeben. Ich kann Sie auch zu Ihrer Bank begleiten, um eine Testeinzahlung zu tätigen das Geld auf Ihre Bank Konto, wenn Sie möchten.

in Bezug auf,
Herr Philip
Safes Deposits Tresore
Könntet ihr mal ein paar Testeinzahlungen (am besten Beträge über 1000 Euro) auf mein reguläres Geschäftskonto vornehmen? Ich bin nicht sicher, ob die Sparkasse nicht vielleicht durch die Corona-Krise kaputtgegangen ist. :-)

Dieses Jahr keine Polizeistudenten

Wie schon im vergangenen Jahr haben vor ein paar Tagen wieder Studenten der Polizei angefragt, ob sie hier im Laden wieder das Ladendiebstahl-Training absolvieren dürfen. Diesmal verneinte ich jedoch.

Aufgrund der Corona-Krise bemühen sich (nicht nur) hier im Laden immer alle, möglichst wenig unmittelbaren Kontakt zu anderen Personen zu haben. Die Kundenströme befördern wir über zwei im Grunde dauerhaft geöffnete Kassen wieder raus, sehr viele sind in Sorge, viele tragen Masken, manche Handschuhe. Überall ist die Rede davon, dass man möglichst viel Abstand zu anderen Leuten halten soll. Einkaufen soll man möglichst konzentriert und ohne Begleitung. Und dann sollen wir noch zusätzlich einen Haufen Studenten hier im Laden agieren lassen? Bei aller Hilfsbereitschaft: Nein.

Das erste Masken-Fazit

Auch wenn wir als Mitarbeiter hier im Laden keine Maske tragen müssen, für die Moral versuchen wir es trotzdem zumindest. Ich natürlich mit meiner Elefanten-Alltagsmaske. Persönliches Fazit nach einer halben Stunden anstrengender Tätigkeit im Laden: "&%*@x!#$"

Beobachtungen und die Realität

Schon oft hier im Blog thematisiert habe ich die Problematik, dass Leute sich im Laden "verdächtig verhalten", ohne wirklich etwas Böses zu tun oder auch nur zu beabsichtigen. Es gibt nun mal bestimmte Personen(gruppen), die sich stereotyp mit Vorurteilen oft sehr passend einsortieren lassen, wie ich hier im Beitrag LD-Erkennung vor einer Weile mal umfangreich geschildert habe. Jemanden nur anhand einer Beobachtung zu verurteilen kann also funktionieren, aber auch gewaltig nach hinten losgehen. Daher warte ich oftmals ab und gucke mir einen Sachverhalt lieber noch einmal auf der Videoaufzeichnung auf, auch mit dem Risiko, durch diesen Zeitverlust bestohlen zu werden, als direkt reinzuhauen und evtl. einen ehrlichen Kunden vor den Kopf zu stoßen.

Ich kam aus dem Lager und sah einen jungen Mann, den ich schon von seiner Erscheinung her eher als Hallodri einsortiert hätte, vor dem Regal mit den Energydrinks stehen. Er hatte eine geöffnete Dose in der Hand, die er hektisch und mit wenigen Schlucken leerte. Ab jetzt rechnete ich damit, dass er die leere Dose in einem unbeobachteten Moment irgendwo in ein Regal stellt oder sie sogar in den Leergutautomaten steckt, um auch noch das Pfandgeld einzukassieren. Immerhin haben wir hier sowas schon erlebt.
Aber nichts davon. Er hielt die Dose die ganze Zeit in der Hand, während er einen kleineren Einkauf zusammensuchte und zur Kasse ging. Dort stellte er sie jedoch nicht auf das Förderband, sondern bewegte sie an der Kasse vorbei. Mein Mitarbeiter fragte ihn noch, was mit der Getränkedose sei, doch der junge Mann antwortete nur, dass er diese schon mitgebracht hätte.

Und das war nicht gelogen.

Aber den Preis für auffälliges Verhalten im Supermarkt, den hat er verdient.

14 Uhr. Gestern!

Rund um die Feiertage werden von den Lieferanten oft die Bestelltermine verschoben, allen voran natürlich unsere Edeka-Großhandlung. Dazu kommen seit einiger Zeit noch einige coronabedingte spezielle Veränderungen, um den Lieferengpässen der letzten Wochen Herr zu werden, was übrigens ganz hervorragend geklappt hat.

Nicht geklappt hat bei mir der Blick auf meine eigenen Notizen auf dem Kalender im Kassenbüro. Gestern bis 14 Uhr hätten wir die Bestellung zu Dienstag senden müssen und nicht bis heute 14 Uhr, wovon ich reflexartig ausgegangen war. Ich hatte nur noch auf dem Schirm, dass die Uhrzeit um sechs Stunden nach vorne gelegt war, normalerweise senden wir bis 20 Uhr. Dass wir zusätzlich noch einen Tag früher … Egal, das Kind hat sich nun beim Brunnen erbrochen, wobei der Krug in den selben gefallen ist oder so ähnlich. Glück im Unglück: Ich hatte in den letzten Wochen den Warenbestand hier im Markt gewaltig aufgestockt. Wenn schon vieles nicht lieferbar ist/war, so sollte zumindest der Rest bis zum Anschlag voll sein. Davon profitieren wir jetzt.

Die Bestellung zu Donnerstag müsste dann spätestens am Dienstag um 14 Uhr übertragen werden, die werde ich am Montag in aller Ruhe erledigen. Und das mir:-P


Desinfektionsprofis

Mutter kommt mit Kind in den Laden, Kind stellt sich auf die hintere Ablage des Einkaufswagens und hält sich am Griff des Einkaufswagens fest.

Mutter nimmt ein Desinfektionstuch und wischt den Griff ab, während das Kind die Hände hebt.

Kind fasst den Griff wieder an mehreren Stellen an, während die Mutter das Tuch wegwirft.

Mutter nimmt ein neues Tuch, wischt die Hände des Kindes ab.

Kind fast den Griff erneut an.

Großes Kino.

Vom Becher zum Glas

Zentis Aachener Pflümli gab es immer im berühmten Kunststoffbecher, neuerdings wird dieses Pflaumenmus in Gläsern ausgeliefert, was aus mehreren Gründen ein guter Schritt nach vorne ist.

Das Glasgefäß ist auch bestimmt teurer als der Plastikpott, aber dennoch staunte ich über die mit der Änderung einhergehende und nicht zu übersehende Preiserhöhung. Vielleicht war der Schritt auch lange fällig, weil durch nach und nach gestiegene Lohn- und Rohstoffkosten das Pflaumenmus längst keine schwarzen Zahlen mehr schrieb, aber so eine schlagartige Änderung wirkt natürlich erst mal wie ein Hammer:

Alt: 450g-Becher für 1,79 € (3,98 €/kg)

Neu: 350g-Glas für 1,89 € (5,40 €/kg)
Das ist mal knackig. Sollen die Kunden jedoch selber entscheiden. Wenn das Produkt nun nicht mehr läuft und nach zweimaligem Ablaufen von uns ausgelistet wird, dann ist es eben so. (Glaube ich jedoch nicht …)

Befremdliche Maskentragerei

Ab Montag gilt bekanntlich die offizielle Maskenpflicht im Einzelhandel und dem öffentlichen Nahverkehr. Jetzt schon laufen deutlich mehr Leute mit Masken, selbstgenähte wie gekaufte, hier im Laden herum.

Ohne auf das ewige Streitthema sinnvoller oder nicht vorhandener Infektionsschutz eingehen zu wollen, und bitte auch keine Grundsatzdiskussion dazu in den Kommentaren: Ich finde das mit den Masken total befremdlich. Man erkennt die Leute häufig nicht, sieht überhaupt keine Mimik mehr, kein Lächeln, keine Stimmungen, einfach gar nichts. Das finde ich jetzt schon unglaublich störend und dabei laufen nur maximal 15 Prozent der Kunden mit Maske hier in den Laden.

Ich glaube, ab Montag mache ich nur noch Jobs im Hintergrund hier. :-(

Komischer Anruf aus dem Osten

Ein Anrufer wollte wissen, ob es bei uns möglich ist, die Einkaufswagengriffe vor Benutzung zu desinfizieren. Der Kollege, der den Anruf entgegengenommen hatte, bejahte dies. Der Anrufer bedankte sich und legte auf.

Das Kuriose an der Sache war, dass die übermittelte Rufnummer zu einem REWE-Markt in Potsdam gehört. Das Fragezeichen wird noch eine Weile bleiben, denke ich.