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Kaffeedieb bei MARKANT

Vor einer Weile hatte mir Maik diese Bilder von Schildern aus einem MARKANT-Markt geschickt. Da schwingt aber der Frust mit, auf jeden Fall scheinen die wohl auch einen (oder mehrere) recht renitenten "Kaffeefreund" zu haben …


Klauberger

Produkte der Marke Seeberger haben wir im Sortiment, seit unser alter Snack-Lieferant seine Geschäftstätigkeit eingestellt hat. Das Problem (zumindest bei uns am Standort) mit Seeberger ist, dass es relativ hochpreisige Markenware ist, die sich offenbar in den Hehlerbuden (aka Kioske und Quick-Shops) hervorragend zu Geld machen lässt.

Schon häufiger standen wir vor dem zumindest teilweise geplünderten Regal.

Und dann offenbart sich einem der folgende Anblick und man steht vor der Entscheidung, ob man seinen Kunden dieses eigentlich schöne Sortiment entziehen soll oder ob man auch weiterhin die Junkies der Stadt unterstützen möchte … :-(


Nicht nur rausgegangen ist …

… sondern auch geklaut hat er!

Ein Mann kam an die Kasse und gab vor, mehrere Artikel bezahlen zu wollen. Während des Kassiervorgangs stellte er scheinbar fest, dass sein Geld nicht reichen würde und bat darum die Artikel für ein paar Minuten zurückstellen zu dürfen.

Das klang so erst mal nicht weiter verdächtig, allerdings kam meiner Mitarbeitern an der Kasse der Typ dennoch reichlich sonderbar vor, zumal er irgendwie nervös wirkte. Wir guckten also auf in der Videoaufzeichnung nach, ob ihr Gefühl richtig war.

War es. Der Mann hatte zwar zwei Packungen Frikadellen an der Kasse zurückgelassen, aber eine weitere und einen Käse im Hosenbund mitgehen lassen. Der Dieb war natürlich schon längst über alle Berge.

Mist. :-(

Kaffee-, Shampoo- und Kerzendiebstahl

Ein Kollege hat in einem Regal zwischen der dort platzierten Ware eine leere Verpackung gefunden, in der sich normalerweise kleine Tütchen mit Kaffee-Tassenportionen befinden. Da der leere Karton relativ weit hinten im Regal lag, konnten zwar mit der Videoanlage nicht direkt herausfinden, wann und was da passiert ist, jedoch befindet sich das Kaffeeregal bekanntermaßen im Sichtfeld einer Kamera und dort wurden wir nach einiger Suche fündig. Im Rückwärts-Schnelldurchlauf tauche nämlich irgendwann am Vortag plötzlich eine dieser Packungen im Regal auf. Stopp! Langsam wieder vorwärts. Ah, okay, eine Stammkundin in Begleitung ihres Freundes oder Mannes war da und legte diese Packung in den roten Einkaufskorb.

Ich dachte erst, dass es dann eben einfach Pech ist. Weiter zurückzuspulen brauchten wir nicht, denn mehr konnten wir nicht erkennen, da der Rest der Ware vom Karton verdeckt wurde. Hmm … Aber was ist denn, wenn dieses Pärchen, trotz ewig langer Stammkundschaft, nicht so ehrlich ist?

Wir guckten uns deren weiteren Weg durch den Laden an und sahen, wie die Portionspackungen in der Jackentasche landeten und die leere Kaffeepackung in das Nudelregal gesteckt wurde. Ferner sahen wir, wie Duftkerzen und eine Flasche Haarshampoo ebenfalls im Hosenbund des Mannes verschwanden. Dann gingen sie zur Kasse und selbst das "Wir haben es wieder ausgepackt"-Argument hat sich erledigt, denn die Sachen tauchen nicht auf dem Bon auf und auch ohne wieder in den Laden zu gehen, verließen die beiden den Laden.

Alles klar, das nennt man Diebstahl. Die beiden wissen ja nicht, dass wir wissen, dass sie hier geklaut haben und werden hundertprozentig wiederkommen, zumal sie hier um die Ecke wohnen. Na, das wird ja ein interessantes Hallo werden.

Krass ist eigentlich, dass es die Dame aus diesem Beitrag von vor mehreren Wochen ist. Da hatte der Klodeckel wohl nicht so ganz Unrecht …

Hätte mal vorher nachdenken sollen …

Vor einer Weile hat uns eine langjährige Stammkundin berichtet, dass sie so gerne zu uns kommt, weil wir so eine große Auswahl haben. Vor allem gibt es bei uns ein Produkt, auf das ihr Kind total steht und das es NUR HIER (zumindest die Läden hier in der Umgebung betreffend) geben soll.

Tzja – Erst denken, dann klauen.

Soll sie das mit dem Hausverbot mal ihrem Sohn erklären. :-P

Pistaziendieb

Ein Typ stopft sich gestern Nachmittag einen kompletten Karton mit gerösteten Pistazien im Wert von mehreren Euro pro Packung in seine Tasche, noch eine Bierdose dazu, und verlässt den Laden – natürlich ohne irgendetwas davon zu bezahlen.

Aber wir haben zum Glück auch Bilder, auf denen der Kerl zu erkennen ist. Hilft uns zwar nicht akut weiter, aber sollte er wiederkommen, sind wir bereit!


Vitrine im SPAR in Jandia

Blogleser Oliver M. hat in seinem Urlaub unter anderem diesen SPAR-Markt in Jandia auf Fuerteventura besucht.

Von außen gibt es kein zusätzliches Bild, aber im Inneren des Ladens ist im was aufgefallen: Tabak, Rasierklingen, Batterien und andere Dinge aus der Rubrik "klein und teuer" sind wie bei uns hier in eine Vitrine eingeschlossen.

Das Leben könnte so viel friedlicher sein, wenn einfach jeder jeden in Ruhe ließe und sich Leute auch nicht dauernd an fremdem Eigentum vergreifen würden … :-(


Zwei Feuerzeuge

Ines stürmte in mein Büro: "VP am Leergutautomaten!

Ich ging langsam und scheinbar unaufmerksam in Richtung Kassenbüro und dabei auch an dem Typen vorbei, den ich aber maximal aus dem Augenwinkel im Blick hatte. Im Büro angekommen sah ich gerade noch auf dem Monitor, wie der Mann seinen Leergutbon zog und direkt nach vorne in Richtung Kasse ging. Alles klar, der tut nichts. Dachte ich. Aber einen halben Meter vor dem Förderband unserer Kasse 1 blieb er vor dem Regal mit Batterien, Lampen und Feuerzeugen blieb er stehen, nahm sich ein Teil aus dem Regal, ging ganz kurz zurück in den Laden, um in einem unbeobachteten Moment die Packung, es waren übrigens Feuerzeuge, in seine Hosentasche zu stopfen.

Dann bewegte er sich wieder zur Kasse, um seinen Leeergutbon einzulösen. Den Laden verlassen konnte er danach aber nicht mehr, da ich ihn direkt aufforderte, mir nach hinten ins Lager zu folgen.

Da er keinen Ausweis dabei hatte, rief ich notgedrungen die Polizei an. Während wir noch auf die Beamten warteten, kam Ines dazu. Sie sah den Typen jetzt erst genauer und hatte das Gefühl, das Gesicht zu kennen: "Der hat hier doch schon mal geklaut!"
Seinen Namen hatte ich gar nicht ins unserer (alphabetischen) Ladendieb-Liste gefunden, aber sie blätterte die Fälle der letzten Monate durch, die noch gar nicht in die Liste eingetragen waren. BINGO! Im April war er schon mal da. Hätte an dieser Stelle gerne einen Link geliefert, aber das Ereignis hatte es offenbar gar nicht hier ins Blog geschafft. Er hatte vor ein paar Monaten ein Glas Instantkaffee und ein Deo eingesteckt.

Da wir seine Daten schon hatten, konnten wir erst mal wieder die Polizei abbestellen. Die freut sich nämlich immer, wenn sie nicht für Kleinkram ausrücken muss.

Der Rest verlief gewohnt unspektakulär: Es folgt eine (weitere) Anzeige und diesmal auch eine wegen Hausfriedensbruchs. Das Hausverbot habe ich noch einmal ausdrücklich aufgefrischt. Bleibt die Hoffnung, dass er es diesmal kapiert hat …

Zwei Kaffeediebe

Der Höhepunkt des heutigen Tages waren zwei relativ kaputte Typen, die mich erst im Laden scheinbar unauffällig nach ein paar Artikeln fragten und sich dann den kompletten Regalbestand einer Cappuccino-Sorte aus dem Kaffeeregal in die mitgebrachte Sporttasche gekippt haben, um damit abzuhauen:



"Scheinbar unauffällig" zwang mich natürlich sofort, den beiden auf der Videoanlage hinterherzugucken. Und während der zwei Minuten auf dem Video bin ich schon mit einer Kollegin nach vorne zur Tür gelaufen..

Mit so viel Gegenwehr hatten die beiden hochgradig aggressiven Typen da vorne dann aber wohl auch nicht gerechnet. Bilanz der Aktion: Der Kaffee ist bei uns geblieben, deren Sporttasche auch, der Arm einer Kollegin ist aufgeschlagen und meine Brille hat sich in einen Totalschaden verwandelt.


Unfair

Ein Ladendieb löste mit einigen Teilen der von ihm eingesteckten Ware den Alarm der Warensicherungsanlage aus, was letztendlich der Grund dafür war, das wir uns zusammen mit ihm und der Polizei im Lager versammelt hatten. Das war eigentlich nicht weiter spektakulär, aber ein Gesprächsfetzen war bemerkenswert:

"Warum hat das jetzt eigentlich Alarm ausgelöst?", wollte der Ladendieb von einem der Polizisten im Laufe der Vernehmung wissen.

"Weil die Ware gesichert ist!", erklärte dieser.

Enttäuschter Ladendieb: "Das ist unfair."


Finde ich übrigens gar nicht. :-)

Toastbrot-Oma

So wie in den Boulevardzeitungen bekommen auch bei uns manche Ladendiebe und Kunden einen Namen, wenngleich diese bei uns natürlich nur intern verwendet werden. Okay, manchmal gibt es davon auch anonym hier im Blog was zu lesen.

Seit ein paar Jahren gibt es bei uns die Toastbrot-Oma!

Das klingt so harmlos, bei "Oma" denkt jeder an eine nette, alte Dame. Aber weit gefehlt. Diese Frau hat im Laufe der Jahre für hunderte Euro Ware bei mir gestohlen und einen Kollegen (aber nicht mich, obwohl mich jeder einzelne Ladendiebstahl bei uns aufgrund der finanziellen Verantwortung am stärksten trifft) an den Rand der Verzweiflung getrieben.

Diese Frau, gerade 70 Jahre alt, "kennen" wir schon seit etlichen Jahren. Die erste Anzeige wegen Diebstahls hat sie bei uns im Jahre 2009 bekommen, eine weitere 2012. Danach hat sie, obwohl ausdrücklich Hausverbot auf Lebenszeit erteilt, meinen Laden immer wieder betreten. Dummerweise konnte sich keiner mit Sicherheit an ihr Gesicht oder ihren Namen erinnern. Nicht mal Ines, die sich Gesichter wie ein Elefant merken kann, war sich hundertprozentig sicher.
So konnten wir also nicht auf die Aufzeichnungen im "Ladendiebstahl"-Ordner zurückgreifen, sondern mussten leider warten, bis wir diese Frau auf frischer Tat ertappen. Aber das stellte sich aufgrund der doch eher ungewöhnlichen Zielgruppe als erstaunlich schwierig heraus, denn kein einziges Merkmal war bei ihr nach unserem Raster besonders auffällig. Sie sah eigentlich aus wie die liebe Omi von nebenan. Ein paar wenige Kollegen hätten sie am Gesicht erkannt, aber im Grunde sämtliche Aushilfen und auch alle Mitarbeiter/innen, die noch nicht so lange bei uns waren, hatten natürlich keine Ahnung, mit wem sie es zu tun hatten, wenn die Frau den Laden betrat oder verließ.

Dazu kommt, dass "Toastbrot-Oma" auch noch überaus geschickt bei ihren Diebstählen vor ging. Sie stopfte sich nämlich nicht plump eine Tasche voll und verließ mit der Ware den Laden. Nein, sie füllte ihre jeweils mitgeführte Tasche mit Ware und deponierte diese innerhalb der Ladenfläche in der Nähe einer durch den Eingang / Ausgang leicht zu erreichenden Stelle. Sie ging dann ohne Ware an der Kasse raus und selbst wenn sie in dem Moment jemand angesprochen hätte, wäre nichts dabei herausgekommen, was man ihr direkt hätte anlasten können. Vor oder zumindest in der Nähe des Ladens wartete sie dann eine Weile und wenn sie sich sicher fühlte, vor allem auch, wenn an der Kasse wieder mehr zu tun war und die Mitarbeiter dadurch beschäftigt waren, kam sie kurz rein, griff unauffällig ihre Tasche – und verschwand. Selbst dabei hatte sie einen unglaublich guten Riecher dafür, ob ihr jemand auf den Fersen war. Vor ein paar Monaten lauerte ich mit einem Kollegen hinter einem Regal, nachdem wir bemerkt hatten, dass "Omi" ihre Tasche in der Nähe der Schranke deponiert hatte, aber sie verschwand einfach und ließ ihren Beutel im Laden zurück. Was der Anlass war, misstrauisch zu werden, kann ich bis heute nicht sagen. Vielleicht war ihr nur aufgefallen, dass wir die gefüllte Tasche bemerkt hatten, so dass sie mit einer entsprechenden Reaktion durch uns rechnen musste.

So ging es viele Male. Vor ein paar Jahren hatte sie mal ein einzelnes Toastbrot neben die Schranke gestellt, seit diesem Tag heißt sie bei uns "Toastbrot-Oma".

Und dann passierte es plötzlich… Gregor stürmte in mein Büro und jappste: "TOASTBROTOMA IST IM LADEN!"

Blitzschnell reagierte ich und lief mit ihm nach vorne. Ich hatte überhaupt nicht den Anspruch, sie auf frischer Tat bei einem Ladendiebstahl zu erwischen. Ich wollte einfach nur ihre Daten haben und ihr dann für zumindest alle Diebstähle der Vergangenheit, an die wir uns erinnern konnten (resp. mit der Videoanlage dokumentiert wurden), ein ganzes Paket an Anzeigen verpassen. Nachdem ich sie angesprochen hatte, trottete sie brav mit uns ins Lager. Siegessicher, da sie ja keine Ware bei sich führte. Eine Tasche hatte sie dennoch schon gefüllt gehabt, diese stand allerdings noch im Laden in der Nähe der Kasse. Egal, völlig egal.
Nachdem sie mir ihren Ausweis ausgehändigt hatte, guckte ich, wie immer in solchen Fällen, schnell in meine Ladendieb-Liste, ob wir den Täter bereits in der Vergangenheit erwischt hatten. Ist ja für eine weitere Anzeige wegen Hausfriedensbruchs nicht ganz uninteressant. Dort sah ich, dass sie, wie oben schon geschrieben, in der Vergangenheit sogar schon zwei Mal angezeigt wurde.

Mal gucken, was wir an Anzeigen schreiben werden. Mindestens eine wegen des aktuell missachteten Hausverbots. Aber ein paar Diebstähle (unter anderem dieser Diebstahl einer tiefgefrorenen Hühnersuppe!) werden uns sicherlich gemeinsam wieder einfallen.

Was mir persönlich am wichtigsten ist: Ich habe endlich in meinem Kopf ihr Gesicht und ihren Namen gespeichert. Sollte sie auch nur ein einziges Mal wiederkommen, wird sie direkt die Folgen in Form von weiteren Anzeigen zu spüren bekommen – und zwar unabhängig davon, ob wir sie festhalten konnten oder ob sie erfolgreich flüchten konnte. Solange wir sie irgendwie identifizieren und mit einer Tat hier im Laden in Verbindung bringen können, werden wir das der Polizei melden.

Da wir akut nichts machen konnten, habe ich noch einmal ausdrücklich das Hausverbot aufgefrischt und die Toastbrot-Hühnersuppen-Oma achtkantig aus dem Laden geworden.

Ich verbuche dieses Erlebnis mit großer Freude als absolutes Erfolgserlebnis in unserem tagtäglichen Kampf gegen Ladendiebstahl.

Ein Video für "den Einen"

Heute am späten Nachmittag passiert: Ein Mann kommt in den Laden, füllt sich den Rucksack mit Nüssen und ähnlichen Produkten vom Hersteller Seeberger im Gesamtwert von (so weit wir das anhand der Videoaufzeichnung rekonstruieren können) rund 50 Euro und verlässt den Laden. Dabei löste die Ware zwar den Alarm der Warensicherungsanlage aus, aber der Täter rannte so schnell weg, dass mein Mitarbeiter an der Kasse im Grunde keine Chance mehr hatte.

Es passiert wirklich täglich und genau das ist der Grund, warum ich diese "Dududu, mach das nicht wieder"-Strafen einfach nicht nachvollziehen kann. Und jeder, der sagt, dass das ja "nur ein bisschen Geld" ist, erntet von mir nur eins: Unverständnis.

Ja, es ist nur Geld. Und wer mich wirklich gut kennt (und das ist, sorry, keiner von euch da draußen), weiß, dass mir materielle Dinge so ziemlich am A*** vorbeigehen. Dennoch ertrage ich es nicht, wenn sich Leute an fremdem Eigentum (EGAL WESSEN!) vergreifen. Und letztendlich ist es so, dass sich bei arbeitenden Leuten das Geld direkt in Lebenszeit und Zeit mit der Familie umrechnen lässt und so gesehen ist dieses "blöde Geld" auf Kosten der eigenen Lebensgestaltung zu einem geflossen. Ja, da schmerzt und ärgert es, wenn sich dann Leute quasi ungeschoren daran bedienen.


Käse in Brottütchen

Eine reichlich heruntergekommen wirkende Frau fiel mir vor dem Leergutautomaten auf. Ich musste einfach über die Videokameras ihren Weg durch den Laden beobachten und meine viele Erfahrung wurde wieder einmal bestätigt: Auf recht umständliche Art verteilte sie nach und nach mehrere Packungen Käse aus dem Kühlregal in ihren Hosentaschen. Aus irgendeinem Grund wickelte sie die Päckchen dabei vorher noch einzeln in mitgebrachte Kunststoff-Frühstücksbeutel. Vielleicht, um im Zweifel noch behaupten zu können, dass sie die Sachen mitgebracht hätte und dass sie nicht von uns wären. Keine Ahnung. War aber nicht ganz undankbar, dass sie die Verpackungen nicht einfach so in ihre spackigen Hosentaschen geschoben hat.

So weit war das noch gar nicht sonderlich erwähnenswert. Am Ausgang sprachen wir die Frau an und nahmen sie mit nach hinten ins Lager. Da sie keinen Ausweis, sondern nur eine alte Versichertenkarte ohne Foto dabei hatte, mussten wir die Polizei zur Überprüfung ihrer Identität rufen.
Während wir warteten, greinte und jammerte die Frau mit dicken Krokodilstränen, dass sie gar keine Zeit hätte, weil sie zu einer Veranstaltung müsse, für die sie nun extra über eine Stunde aus dem Norden der Stadt mit Bus und Bahn angereist sei. Diese Veranstaltung gibt es wirklich, bei uns um die Ecke befindet sich das "Jesushaus", ein Rückzugsort mit Bibelstunden und Teestube für Bedürftige. Und sowieso sei sie eine total ehrliche Frau, die an Gott glaubt und ihr ganzes Leben für und mit Gott lebt.

Ich sah ihr mit schief gehaltenem Kopf in die Augen und sagte: "Sie kennen das siebte Gebot? Du sollst nicht stehlen?"

Darauf bekam ich aber keine Antwort mehr.

Es geht aber noch weiter: Sie war auch die ganze Zeit am jammern, dass das doch auch ohne Polizei gehen müsse. Polizisten würden sie nämlich immer so grob behandeln. Konnte ich mir pauschal erst mal gar nicht vorstellen. Nachdem sie aber gegenüber den Polizisten recht renitent war, die Beamten sogar anschrie und schon gar nicht mitarbeiten wollte, stand sie nämlich plötzlich mit gespreizten Beinen und dem Gesicht an der Wand hier herum. Selbstgemachtes Leid, würde ich sagen.

(Anzeige, Hausverbot, Tralala…)