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Abgerissener Desinfektionsmittelspender

Immerhin rund fünf Monate hatte der Desinfektionsmittelspender bei uns am Eingang durchgehalten. Da die Bleche für unsere Anlieferung darunter stehen*, ist immer wieder mal jemand gegen den Spender gestoßen und nun hatte sich die Kunststoffhalterung des Teils in zwei Teile zerlegt.

Da der Spender sein muss und es keinen besseren Platz für ihn gibt, hängt er jetzt mit neuer Halterung am alten Platz. Dafür haben die Bleche einen neuen Standort direkt neben der Eingangstür bekommen.


Neue Corona-Regeln

Gestern hatte ich den ganzen Tag mitgefiebert, was denn nun an neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen werden würde. Am spannendsten war natürlich der im Raum stehende Vorschlag, "höchstens eine Person auf 25 qm Verkaufsfläche" in die Läden zu lassen. Die Umsetzung wäre im Grunde nur mit einer persönlichen Kontrolle am Eingang machbar gewesen, idealerweise wohl in Form eines Mitarbeiters, durch den die herein- und herausgehenden Kunden gezählt werden.

Beschlossen wurde es schließlich etwas moderater, nämlich dass sich "in einer Einrichtung mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 qm insgesamt höchstens eine Person pro 10 qm Verkaufsfläche" befinden darf, um mal bei dem für uns relevanten Teil zu bleiben. Ob mit diesen "Personen" nun nur Kunden oder sämtliche Personen, also auch Mitarbeiter und Lieferanten, gemeint sind, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Im offiziellen Beschluss ist von "Personen" die Rede, es wird aber in den Medien und anderen Dokumenten, z.B. auch von den Handelsverbänden, oft genug auch von "Kunden" geredet.

Spielt für uns aber quasi keine Rolle. Wir haben 550 Quadratmeter Verkaufsfläche. Umgerechnet dürfen bei uns also 55 Personen rein, selbst zu Spitzenzeiten in den letzten Wochen sind wir bei Zählungen nicht annähernd auf 50 Kunden gleichzeitig gekommen. Rechnet man alle Mitarbeiter an einem Samstag Abend mit, sind wir insgesamt noch unter 55 Personen hier auf der Fläche. Das passt locker, aber wir werden natürlich auch weiterhin die Personenanzahl hier im Markt im Auge behalten.

Corona-Vorräte auf der Getränkeabteilung

Das Kühlregal liegt seit ein paar Wochen wieder voller Toilettenpapier und nun haben wir auch den Platz auf der Getränkeabteilung wieder mit einem größeren Vorrat gefüllt. Mit dabei die üblichen Hamster-Verdächtigen: Nudeln, Haferflocken, Tomatenprodukte und Mehl. Bislang laufen die Sachen zwar alle überdurchschnittlich gut, aber zumindest artet es diesmal nicht so aus, dass all diese Produkte wochenlang überhaupt nicht lieferbar sind.


Der heimliche Ladenhüter 2020

Eine Kollegin konstatierte vor ein paar Tagen, dass der heimliche Ladenhüter dieses Jahres wohl unsere Festzeltgarnituren sein dürften.

Damit liegt sie vermutlich richtig. Ich glaube, die Tische und Bänke hatten wir in diesem Jahr bislang nur ein- oder zweimal verliehen.

Wann wohl wieder Normalität einkehren wird..?

Alkfreies Bier nach 23 Uhr?

Ès stand die Frage im Raum, ob wir denn derzeit alkoholfreies Bier nach 23 Uhr noch verkaufen dürfen. Natürlich dürfen wir das, auch wenn ein Teil dieser Produkte sogar kleine, nicht deklarierungspflichtige Alkoholmengen beinhaltet.

Genauso, wie wir alkoholfreies Bier (Wie auch Wein und Sekt) an Kinder verkaufen dürfen, wenngleich einem diese Vorstellung irgendwie widerstreben mag. Rechtlich ist daran nichts auszusetzen.

Unsere eigene kleine Prohibition

Nachdem man erst mit Kunden darüber diskutieren musste, dass sie Abstand halten und die Markierungen auf dem Boden beachten sollen, musste man später mit Kunden darüber diskutieren, dass sie nicht ohne Maske hier in den Laden kommen. Daran haben sich inzwischen (fast) alle gewöhnt, dafür müssen wir jetzt mit Kunden darüber diskutieren, warum sie ab 23 Uhr keinen Alkohol mehr kaufen dürfen. #augenverdrehsmiley


Flatterband am Alkohol-Gang

Da sich das Corona-Virus weniger schnell verbreitet, wenn der Alkohol für den Abend vor 23 Uhr gekauft wird, wird der Bereich mit Wein, Sekt und Spirituosen hier nun in der letzten Stunde des Tages mit Flatterband abgesperrt.

Beim Bier ist das leider nicht möglich, da in den Gängen auch immer andere Produkte stehen, aber so hat man schonmal einen Teil der Diskussion an der Kasse ausgeklammert.


Klopapiervorrat auf dem Kühlregal (2. Lauf)

Bremen ist neuerdings ein offizielles Corona-Risikogebiet. Am Freitag, nachdem die Ware gepackt war, präsentierte sich unser Regal mit Toilettenpapier komplett vollgestopft. Am frühen Abend war das Regal dagegen fast leer. Von vier Packungen mal abgesehen.

Ob das nun einfach nur ein Zufall war oder ob der neue Risiko-Status der Stadt eine erneute Welle des Bunkerns ausgelöst hat, kann ich noch nicht sagen. Vorsorglich hatte ich meine Bestellung zu heute aber "etwas" größer ausfallen lassen und wie vor einem halben Jahr wieder das Kühlregal mit Klopapier vollgestapelt. Vielleicht rettet uns das demnächst noch den Arsch. Pun intended.


Kein Alkoholverkauf ab 23 Uhr

Seit gestern und zumindest für die nächsten Wochen gilt hier in Bremen im Zeitraum von 23 bis 6 Uhr ein generelles Verkaufsverbot für Alkohol, von welchem wir hier folglich auch betroffen sind. Den Vorschlag, so lange generell eine Stunde früher zu schließen, da spät abends ohnehin jeder zweite Kunde alkoholhaltige Getränke hier einkauft, fand ich nicht gut und so müssen wir es irgendwie hinbekommen, ab 23 Uhr darauf zu achten, dass diese Vorgehensweise strikt eingehalten wird.

Habe schon in unserer IT-Abteilung angerufen und mal nachgefragt, ob unser Kassensystem die Möglichkeit bietet, bestimmte Artikel oder idealerweise komplette Warengruppen mit einer Uhrzeit zu kombinieren, so dass eine entsprechende Meldung auf dem Display erscheint. Leider ist das bei unserem System technisch nicht möglich und "mal eben" wird sowas auch nicht implementiert. Also müssen wir da irgendwie händisch und mit viel Aufmerksamkeit durch.

(Wie dieses Verkaufsverbot ab 23 Uhr dabei helfen soll, die Zahl der Infektionen zu begrenzen, erschließt sich mir nicht. Aber ich kann das auch nicht verstehen, bin ja schließlich kein Politiker.)


2500 Masken

Seit Bremen offiziell Risikogebiet ist, ist auch die Nachfrage nach Masken, Mundschutzen, Gesichtsmasken oder wie auch immer ihr es nennen wollt, gestiegen. So habe ich gestern einen Karton mit 2500 Stück bestellt. Zertifizierte Ware, die von jemandem hier im Umland mal in etwas zu großem Optimismus zu Beginn der Corona-Krise in "etwas" größeren Mengen angeschafft wurde und die er nun Kartonweise anbietet. Mal gucken, ob die sich hier zum Ladenhüter entwickeln oder ob ich bald schon die nächste Kiste nachbestellen muss. Der Preis (4,50 Euro / 10 Stück, bzw. 15 Euro für einen 50er-Karton) ist auf jeden Fall fair.


Safer Kiss

Ein Pärchen, vermute ich, kaufte ein. Sie waren sehr vertraut miteinander, unter den Masken hat man ihre Mimik aber natürlich nicht genau erkennen können.

Irgendwann drückte sie ihm einen "Kuss" auf die Wange. Ja, Maske auf Maske.

Seltsame Blüten treibt dieses Jahr …

Maskenpflicht, Attest und die Beschwerde

Eine Frau, Kundin oder vielleicht jetzt auch Ex-Kundin, rief an und wollte sich bei mir über meinen Mitarbeiter an der Kasse beschweren.

Konkret ging es darum, dass sie ohne Maske den Laden betreten und auch unbemerkt ihren Einkauf zusammengesucht hatte. Mein Kassierer sprach sie an, worauf hin sie erwiderte, dass sie ein Attest hätte und deshalb von der Maskenpflicht befreit sei. So weit, so unkompliziert. Eigentlich.

"Ja, haben Sie ihm das Attest denn gezeigt?"

"Natürlich nicht!"

"Das hätte aber helfen können, die Situation aufzuklären."

"Ich zeige doch nicht irgendwelchen Leuten mein ärztliches Attest. Dem Ordnungsamt oder der Polizei, aber sonst geht das niemanden etwas an."

Im Laufe der folgenden Minuten erklärte ich ihr, dass sie mit Attest durchaus hier einkaufen dürfe, aber wir das natürlich schon irgendwie überprüfen müssen. Wenn sie sich weiterhin weigert, bleibt ihr leider nur die Alternative, zukünftig woanders ihren Einkauf zu erledigen. Meine Güte, genau dafür ist das Attest doch schließlich da. Und wir sind ja auch nicht "irgendjemand", sondern die, die dafür verantwortlich sind, dass hier in den Räumen die Maskenpflicht umgesetzt wird. Ohne Maske kommt man nicht rein, außer man hat eben eine ärztliche Bescheinigung darüber, dass es ausnahmsweise mit der Maskentragerei eben nicht geht. Leute halten uns ja auch ihren Personalausweis vor die Nase, wenn sie Alkohol oder Tabak kaufen wollen. "Geht sie nichts an", haben wir da noch nie zu hören bekommen.

Sie will sich jetzt beim Landesbehindertenbeauftragten darüber beschweren, dass sie als Behinderte hier im Laden diskriminiert wird.

Zu dem Thema gab es vor ein paar Tagen erst einen Artikel im Weser Kurier. Dort wird vom Beauftragten moniert, dass Bürgern der Zutritt zu Geschäften verwehrt worden sei, selbst wenn ein Attest vorgelegt wurde. Aber genau das hat die Kundin eben ausdrücklich mutwillig nicht getan.

Wenn hier einer irgendjemanden diskriminiert hat, dann sie sich selber.

Zutritt nur mit Maske

Aufgrund der Gefahr einer zweiten Welle und der gefühlt wieder größer werdenden Zahl an Maskenverweigerern haben wir heute die Beschilderung aktualisiert und werden nun deutlich härter als in der Vergangenheit durchgreifen. Bislang haben wir Kunden ohne Maske zwar gewähren lassen, aber ab heute bleibt denen der Zutritt zu diesem Geschäft verwehrt.

Eine ältere Frau hatte ein Attest dabei, da habe ich dann ein Auge zugedrückt und direkt die eigene neue Anweisung missachtet – aber ansonsten werden wir das rigoros umsetzen.


Die Reste vom Toilettenpapierfeste

Während die einen auf ihren Toilettenpapiermassen sitzen bleiben, haben wir inzwischen den Bestand vom Kühlregal quasi vollständig abgebaut und die provisorische Lagerhaltung auf der Kühlung wieder aufgelöst:

Für die große Ansicht auf das Bild klicken!


Was jetzt noch an Resten hier im Lager steht, ist ein voller Rollcontainer – und das ist für uns hier ein ganz normaler Vorrat, wie wir ihn auch in den Zeiten vor Corona und der großen Scheißhauspapierknappheit von 2020 hatten. Damit ist hier bei uns jegliche Erinnerung an den Höhepunkt der Corona-Krise und die damit verbundenen Hamsterkäufe verschwunden.