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Body-Cams im Laden?

Anruf einer Firma, die wohl Body-Cams vertreibt und mir so ein System auch anbieten wollte. Bei Sainsbury's in England hätte man damit wohl schon gute Erfahrungen gemacht und was dem einen recht ist, sollte dem anderen billig sein.

Ich versuchte noch, mir die Sinnhaftigkeit solcher Kameras auszumalen, als der Anrufer mir erklärte, dass zum Beispiel bei Problemen mit Ladendieben oder anderen nicht erwünschten Personen (z. B. solchen, die Bereits ein Hausverbot hätten), solche Kameras sinnvoll wären. Man hätte gleich be- oder entlastendes (je nach Standpunkt) Beweismaterial und zudem würden diese Kameras durch ihre reine Präsenz deeskalierend wirken. Im ÖPNV würde man sowas, beispielsweise bei den Kontrolleuren, bereits sehr erfolgreich einsetzen.

Dankend lehnte ich ab. In Problemvierteln, vielleicht auch speziell für Geschäfte mit eigenem Sicherheitspersonal, mag sowas eine sinnvolle Investition sein. Aber wir sind davon nun wirklich weit entfernt. Ärger mit Ladendieben haben wir zwar auch immer wieder, aber das Verlangen, eine Kamera am Körper zu haben (oder rückblickend gehabt zu haben), kam bei mir in all den Jahren nun wirklich noch nie auf.

Abgesehen davon ist sowas hinsichtlich der DSGVO bestimmt auch sehr spannend.

Zirkus möchte Spenden sammeln

Anruf eines freundlichen Mitarbeiters eines Zirkus, der momentan hier in Bremen sein Quartier aufgeschlagen hat und wie viele andere auch vor großen finanziellen Problemen steht. Ob sie hier vor dem Laden spenden sammeln dürften, lautete die entscheidende Frage.

"Vor dem Laden" ist der Gehweg und damit öffentlicher Grund. Ich konnte ihm also weder eine Erlaubnis erteilen noch die Spendensammlung untersagen. Im Geiste hatte ich da schon jemandem mit einem Esel stehen sehen, so wie man das früher in der Innenstadt häufiger mal erlebt hat, aber es war nur die Rede von einer Person mit einer Infotafel.

"Ja, machen Sie das doch. Das ist völlig Ihre Entscheidung", erwiderte ich. Solange niemand behindert oder belästigt wird, sollte sich kein Passant oder Kunde daran stören und wenn wir schon aufgrund des öffentlichen Bereichs auch Personen hinnehmen müssen, die genau unter unseren Schaufenstern ihr Lager aufgeschlagen haben und in ihren eigenen Ausscheidungen sitzen (Ja, das haben wir schon erlebt!), dann sollte das wohl auch kein Problem sein.

Er bedankte sich für die Auskunft und wir verblieben so, dass er sich die Situation hier vor Ort mal persönlich ansehen möchte.

Lottogewinner, die erste …

Spam-Anruf einer sehr unseriösen Nummer. Mein Lotto-Abo wäre jetzt gegen eine Gebühr kündbar, ansonsten würde sich der Vertrag um ein weiteres Jahr verlängern. Ich versuchte es mit einem Callcenter-Fun-Trick und erwiderte nur, dass ich kein Interesse an einer Kündigung hätte und ja vielleicht tatsächlich noch irgendwann den Jackpot gewinnen würde.

Das Gespräch war damit aber keineswegs zu Ende. Die Anruferin ratterte dann einige persönliche Daten runter. Adresse hier in der Firma, mein korrektes Geburtsdatum und meine (nicht mehr existente) alte Kontonummer. Mit meiner Anschrift gehe ich aufgrund der Firmenadresse recht leichtfertig um, Geburtsdatum ist kein großes Geheimnis, aber woher haben die meine Kontonummer? Gruselig. Ich wünschte ein schönes Restleben und legte auf.

Kapital-Pizza

Eine junge Frau rief hier im Laden an und erkundigte sich, ob wir die neue Pizza hätten, die heute rauskommen sollte und "in allen Edeka-Märkten" zu bekommen sein soll. Aufgrund ihrer Ausdrucksweise ahnte ich schon was, erkundigte mich aber dennoch nach dem Namen. "Kapital Pizza oder so", antwortete sie.

Haben wir nicht, hatten wir noch nie und kriegen wir auch nicht rein. :-P

Ich gab ihr dann den Tipp, einfach mal die anderen Edekas hier in Bremen anzurufen.

Katzenfutterbehältnisverwirrung

Eine Frau rief an und wollte wissen, ob wir Katzenfutter "in Päckchen" hätten.

"In Päckchen?", fragte ich erstaunt, ging dabei im Geiste alle mir bekannten Tierfutterverpackungen durch und versuchte mir vorzustellen, was die Anruferin wohl mit "Päckchen" meinen könnte.

"Ja, Päckchen. Die man oben aufmachen kann. Also keine Dosen."

[Päckchen … Päckchen … Was meint die mit "Päckchen"?!]

"Ahh, ich weiß", freute ich mich, "Sie meinen dann bestimmt diese flachen Beutel, die man oben aufreißen kann?"

"Nein, keine Beutel. Diese flachen Päckchen. Hat doch jeder Laden."

"Sagt mir überhaupt gar nichts."

"Das ist aber ein schwaches Bild für einen Mitarbeiter in einem Supermarkt."



Es dauerte ein paar Minuten, bis sich herauskristallisierte, dass im Universum der Anruferin die flachen Aluminumschalen, wie sie z.B. von Sheba aber auch vielen anderen Herstellern verwendet werden, "Päckchen" heißen. Wäre ich im Traum nicht drauf gekommen, die Schälchen so zu bezeichnen.

Komischer Anruf aus dem Osten

Ein Anrufer wollte wissen, ob es bei uns möglich ist, die Einkaufswagengriffe vor Benutzung zu desinfizieren. Der Kollege, der den Anruf entgegengenommen hatte, bejahte dies. Der Anrufer bedankte sich und legte auf.

Das Kuriose an der Sache war, dass die übermittelte Rufnummer zu einem REWE-Markt in Potsdam gehört. Das Fragezeichen wird noch eine Weile bleiben, denke ich.

Erdbeersauce

Eine Kundin rief an und erklärte, dass sie zu Hause noch eine kleine Glasflasche Erdbeersauce (Dessertsauce) hat, die laut des aufgedruckten Datums in einer Woche abläuft. Die Flasche ist noch ungeöffnet, aber sie muss drei Wochen verreisen und wollte von mir wissen, ob die Sauce danach noch gut sei.

Ich erklärte ihr sehr ausführlich, dass sie sich darüber keine Sorgen zu machen braucht. Die Lebensmittel haben keine eingebauten Kalender und wissen nicht, welches Datum wir haben. Bis zu dem aufgedruckten Datum garantiert der Hersteller die einwandfreie Qualität der Sauce bei sachgerechter Lagerung (kühl und dunkel). Das Produkt wird eine Woche und auch einen Monat später nicht schlechter sein. So lange die Flasche noch verschlossen ist und der Deckel beim Draufdrücken nicht knackt, wird mit dem Inhalt nichts Schlimmes passieren. Selbst nach Jahren können die Lebensmittel noch biologisch einwandfrei sein, aber die Farbe kann sich verändern und der Geschmack nachlassen, was natürlich auch nicht appetitlich ist. Aber bei einem Konservenglas spielen ein paar Wochen nun wirklich überhaupt keine Rolle.

Stellenausschreibung im Weser Kurier?

Eine Frau rief an und trug mir auch direkt ihr Anliegen vor: "Guten Tag, ich habe im Weser Kurier gelesen, dass Sie noch Aushilfen suchen. Lohnt es sich noch, sich da zu bewerben?"

Vor meinem geistigen Auge formte sich ein riesiges Fragezeichen: Weser Kurier? Stellenanzeige? Von mir? Ähh, wieso weiß ich davon nichts?

"Wo genau soll da was gestanden haben?", fragte ich die Anruferin.

"Na, da stand, dass EDEKA und REWE Personal zum Auffüllen der Regale suchen und darum frage ich nach."

Ach, so! Das war keine Stellenausschreibung im eigentlichen Sinne, sondern eine der Aussagen innerhalb eines Artikels des Weser Kuriers. Allgemein stimmt das wohl, auch wir suchen / suchten Verstärkung, wie ich gestern schon schrieb. Dennoch war so eine Einleitung in dem Gespräch zutiefst irritierend. :-)

(Mal gucken, ob eine Bewerbung von ihr kommt. Eine Aushilfe könnten wir noch gebrauchen.)

Undisziplinierter Bewerber

Vor einer Weile rief ein junger Mann an, der augenscheinlich nicht nur auf einen Telefonspaß aus war, sondern glaubhaft nach einem Job fragte. Er berichtete, dass er schon mal in einem von hier mehrere hundert Kilometer entfernten EDEKA-Markt gejobbt hätte, dort aber rausgeflogen sei und ob das schlimm sei.

Ob das "schlimm" ist, kommt natürlich ganz auf die Umstände an und so frage ich ihn ziemlich direkt: "Warum denn rausgeflogen?"

Er erklärte es: "Ich war etwas, ähm, undiszipliniert. Aber nun bin ich älter, vernünftiger und habe inzwischen auch mein Studium angefangen."

Vermutlich hatte er in dem Laden einen Schülerjob und hat als pubertierender Junge besseres zu tun gehabt, als immer pünktlich und regelmäßig seinem Job nachzukommen. Wenn er nun aber studiert, wird er ja wohl die Kurve geschafft haben. Ich bat ihn also, einfach mal eine Kurzbewerbung hier abzugeben.

Da kam aber bis heute nichts und wird dann wohl auch nicht mehr.

Ernüchterung

An der Kasse war eine Zimmerkarte eines Hotels liegengeblieben. Ein Kollege kam damit ins Büro und zeigte sie mir. Der Preis für solche Karten dürfte aufgrund der Masse für eine große Hotelkette im Bereich von ein paar Cent pro Stück liegen. Dazu werden die Schlüsselkarten ständig von den Hotelgästen verloren oder beschädigt. Sie sind, zumindest ist das meine Meinung zu dem Thema, ein relativ wertloser Massenartikel und auch nicht sicherheitsrelevant. Der Code an den Türen wird geändert, Thema erledigt.

Ich sagte ihm, dass die Karte vermutlich jeden eingesetzten Aufwand nicht wert ist und dass er sie einfach hier im Büro durch den Aktenvernichter schieben soll. Das fand mein lieber Mitarbeiter aber als gar keine gute und ökologisch richtige Option und da das Hotel sowieso relativ dicht an einem seiner Wege liegen würde, wollte er sie einfach dort vorbeibringen. Vorsichtshalber rief er aber doch bei besagter Unterkunft an und erklärte, dass er eine Zimmerkarte gefun … Der Mann am anderen Ende der Leitung unterbrach ihn mit den zackigen Worten: "Durchschneiden, wegschmeißen. Auf wiederhören." Ohne noch eine weitere Antwort abzuwarten, legte er auf.

Da kam die Ernüchterung mit einem gefrorenen Vorschlaghammer.

Abgesagter Elektrikertermin

Der empfohlene Elektriker hat eben angerufen und den Termin für morgen abgesagt. Sie hätten einen größeren Notfall, der schon seit zwei Tagen alle Mitarbeiter binden würde. Dringlichkeit hoch, Einsatzdauer unbekannt.

Zur Not würde mir, aber das wäre eine ganz knappe Sache, noch nächste Woche Donnerstag reichen. Selbst das konnte oder wollte er mir nicht zusagen. Gespräch beendet.

Ich bin hellauf begeistert. :-(

Humor à la Zotter

Bei Firma Zotter erwischte ich nur einen Anrufbeantworter. In der Ansage wurde man gebeten, nach dem Signalton zu reden – oder zu nuscheln.

Ich: "Hschhnnnnschhh. Hischlllluschhhuschh. Gnnnh, hrrrnighschnschn."

War ja klar, oder? Bei der Steilvorlage musste ich es einfach tun. Im zweiten Anlauf sprach ich dann aber Klartext und trug mein Anliegen vor. :-)

Rohmilchkäse aus dem Umland

Ein Hof mit Käserei aus dem Umland hat angefragt, ob wir denn nicht auch deren Rohmilchkäse bei uns veräußern möchten. Immerhin wäre es ein regionales Produkt und damit sicherlich eine interessante Bereicherung für unser Sortiment. Die wäre das Produkt ganz sicher, vor allem auch in Anbetracht unserer langen Vorgeschichte bzgl. der Vermarktung regionaler Produkte, aber …

Leider gibt es den Käse nur als lose Ware für die Bedienungstheke und nicht einzeln verpackt für den Verkauf in Selbstbedienung, was in absehbarer Zeit auch nicht geplant ist, und so kamen wir leider nicht zusammen.