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Beschmiertes Regaletikett

Warum macht man sowas? Und wieso? Und aus welchen Beweggründen? Und welche Absicht steckt dahinter? Und wer war das und weshalb überhaupt?

(Okay, das Brot scheint woanders günstiger angeboten zu werden. Aber falls das der Grund für die seltsame Beschriftung war, hätte man das im persönlichen Gespräch mit mir oder einem meiner Mitarbeiter sinnvoller kommunizieren können …)


Taste: Kräftig

Wie viele andere EDEKA-Märkte auch, haben wir derzeit die "Feuerwehr-Salami" im Angebot. Pro Salami werden 50 Cent an die Landes-Feuerwehrverbände gespendet. Fragt mich aber nicht, wie das genau verteilt wird. Ich weiß es nicht. Aber so sehen die Würste aus:



Schmunzeln musste ich bei dem Preisschild, das der Kollege dort befestigt hat. Er hat ein Schild in dem Format gedruckt, das in die klemmbaren Schilderhalter unserer Gemüseabteilung passt und so einen hat er an der Kiste mit den Salamis befestigt. Etwas irritierend ist der gelbe Kasten in der Ecke. Normalerweise findet sich hier bei abzuwiegendem Obst und Gemüse die Nummer der Taste, die die Kunden auf der SB-Waage drücken müssen. Ich glaube (und hoffe!) jedenfalls nicht, dass "Taste" in diesem Fall für das englische Wort für Geschmack steht, der allerdings schon durchaus kräftig ist. Also auch wenn das ein Fehler ist, irgendwie ist es dann auch wieder richtig. :-D


BLUT-ORANGEN

Heute drucken wir alle Schilder und Plakate aus. Während meiner Ausbildung Mitte der 90er haben wir Preisschilder mit der Hand geschrieben. In meinem Ausbildungsbetrieb hatten wir dazu ein paar Sätze mit unterschiedlich dicken und verschiedenfarbigen Plakatstiften im Büro.

Ich hatte damals irgendwann mittendrin ein Schild für Blutorangen schreiben müssen. Da ich ich bin, habe ich nicht wie immer die Schrift mit schwarzer Farbe und den Preis mit roter Farbe auf den Karton gebracht, sondern eine winzige Variation eingebaut: Das "Blut" von den Blutorangen war auf diesem Schild auch rot.

Unsere Abteilungsverantwortliche (damals schon kurz vorm Rentenalter) hat entsetzt aufgeschrien, als sie das gesehen hatte. Und weil mein Entwurf ihr viel zu gruselig war und ihrer Meinung nach die Kunden verschreckt hätte, musste ich sofort ein neues Schild malen. Pöh, langweilige Spießer. Aber als Azubi hält man ja den Ball flach.

Und heute hätte ich dann für das Wort "Blut" nicht nur eine andere Farbe, sondern direkt auch noch eine andere, viel passendere Schriftart eingebaut. :-)

Streifenmuster

Ich stand neben einem der Kopfregale unserer Getränkeabteilung und plötzlich fiel mir auf, dass eines unserer Preisschilder auf gestreiftem Papier gedruckt ist:



So weit, so irritierend. Als ich mir das Blatt näher ansehen wollte und danach griff, bekam meine Hand ebenfalls ein Streifenmuster:



Die Lösung war nicht ganz so schwierig zu finden: Die dunklen Streifen waren einfach nur das Schattenmuster eines Fachbodens unserer PureTech-Drahtetagen. Aufgrund unserer neuen LED-Röhren mit Klarglas ergeben sich bei den Schatten so erstaunlich scharfe Ränder:


Pluots und PLUs in der Gemüseabteilung

Was die beiden Schilder auf den Fotos gemeinsam haben? Sie wurden zeitlich unabhängig über die selbe Druckvorlage erstellt und waren für die Gemüseabteilung gedacht. Aber der Reihe nach:

Das Schild auf dem oberen Foto ist aus mehreren Gründen nicht gut. Es wurde anhand eines alten Datensatzes gedruckt, der irgendwann mal aus unserem alten Warenwirtschaftssystem (Dewas) rudimentär in die neue Edeka-Technik portiert wurde. Da steht zwar "Wassermelone" (unser alter Dewas-Artikel), aber die restlichen Felder in diesem Artikel-Datensatz sind kompletter Käse. "PLU" ist die Artikelnummer, die allerdings gar nicht angezeigt wird, das Ursprungsland fehlt auch, was so gar nicht zulässig ist. Die bei diesem Datensatz hinterlegte Artikelnummer benutzen wir zwar, aber ausschließlich für die Datenerfassung an der Kasse und nicht, um Schilder für die Preisauszeichnung zu generieren. Da hatte beim Kollegen die macht der Gewohnheit mit voller Härte durchgeschlagen.



Einige Zeit später stolperte ich in der Gemüseabteilung über dieses Schild, das ich zunächst für ein ähnliches Schild wie das oben abgebildete hielt. "Aber warum zum Geier steht da auch noch OT hinter PLU?", dachte ich. Ich war irritiert.

Jedoch war dieses Schild 100-prozentig richtig. Dort war die Buchstabenfolge "PLU" nämlich nur ein Bestandteil des Namens der angebotenen Früchte: Der Kollege hatte mal ganz experimentierfreudig Pluots bestellt, von denen ich zugegebenermaßen bis dahin noch nie etwas gehört hatte. Von den im verlinkten Wikipedia-Artikel genannten Apriums, Apriplums und Plumcots übrigens ebenfalls noch nie zuvor. Erstaunlicherweise haben sich die Pluots bei uns gar nicht mal so schlecht verkauft.

(Wer jetzt Appetit darauf bekommen hat, kann sich aber den Weg zu uns in den Laden sparen. Das Foto ist schon älter, die Pluots haben wir derzeit nicht aktuell im Sortiment.)



Etiketten mit Pfeilen

In der Getränkeabteilung stieß ich auf ein Regaletikett, auf das jemand rote Pfeile gemalt hatte. Was soll das denn?! In der alten Abteilung hatten wir das teilweise so gemacht, da die Preisschilder für die auf dem Boden stehende Ware (Getränkekisten) und die Produkte im Fachboden darüber allesamt nebeneinander in der selben Preisschiene steckten. Aber hier in den neuen Regalen mit den schönen Doppel-Scannerleisten? Da muss das doch nun wirklich nicht sein. Sieht blöde aus und ist unnötige Zeitverschwendung.

[…]

Wer genau hinguckt, erkennt auf dem Schild das aufgedruckte Datum: Erstellt wurde es im letzten Jahr am 12. Juli. Wie auch immer das noch den Weg in die neue Abteilung gefunden hat …

Für mich am interessantesten ist die Frage, warum auch immer mir das Etikett in den letzten knapp drei Monaten noch nie aufgefallen war. :-)


Getränkeabteilungsabbaufundstücke (5)

Unter einem der Regale lagen auf oder in einem klebrigen, dicken Fleck aus Schmutz und offenbar angetrockneten Getränkeresten (oder sonstiger Flüssigkeiten) drei zusammenklebende alte Preisetiketten. Wie vorhin schon geschrieben, sind diese Schilder seit fast 18 Jahren (!) hier nicht mehr im Einsatz.

Wie diese immer noch weißen Etiketten so lange unbeschadet in der üblen Umgebung überleben konnten, ist mir ernsthaft ein großes Rätsel.


Getränkeabteilungsabbaufundstücke (2)

Auf einem der Fachböden der alten Regale klebten noch ein paar unserer alten Preisetiketten, die wir bis Anfang 2001 verwendet hatten. Seit dem haben wir Scannerkassen und benutzen die Schilder nur noch für bestimmte Artikel, aber auf jeden Fall ohne die Angabe der Kalenderwoche. (210 = stand für die 21. KW 2000)


"zu teuer"

Ein Kunde kam mit einem Teil aus dem Haushaltswarenregal zur Kasse und fragte meine Mitarbeiterin nach dem Preis. Sie sah mittels der entsprechenden Funktion in der Kasse nach, das Teil war ihm mit knapp vier Euro zu teuer und er fragte, ob er es dort zurücklassen dürfe. Er durfte. Ich hatte den Dialog mitbekommen und trug die Ware wieder zum Haushaltswarenregal zurück und war schon darauf eingestellt, erst mal das Etikett neu drucken zu müssen.

Dem war nicht so. Denn am Regal fand ich eine absolut eindeutige, leicht zu identifizierende und vollkommen korrekte Preisauszeichnung an diesem Artikel vor.

Man muss ja nicht alles verstehen.

DM 1.99

Ach, wie süß … In unserem Regal mit den Kerzen ist mir noch dieses Preisetikett aufgefallen, das da auf einem der Fachböden klebt. Aber von wann genau das Schild ist, kann ich nicht sagen, aber mit fast hundertprozentiger Sicherheit aus dem Jahr 2000. Seit Januar 2001 haben wir nämlich Scannerkassen im Markt und haben an dem Zeitpunkt auch nicht mehr die Artikel einzeln ausgezeichnet.

Was mich an dem Etikett nun wundert, ist die Ziffernfolge 075. Wir haben damals mit Jahr und Kalenderwoche ausgezeichnet. "0" könnte das Jahr sein (2000), aber was soll denn dann die 75. Woche sein? Ach, ist vermutlich auch alles egal. Ein paar Monate noch, dann stehen diese Regalteile ohnehin nicht mehr hier im Laden …