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Das Blog als Archiv und neue Ladenwebsite

Bei der Verleihung des Goldenen Bloggers im vergangenen Jahr gab es während der Live-Show einen irritierenden Moment. Sie hatten das Blog noch älter gemacht, als es eigentlich ist.

Wie's kam? Nun: Tatsächlich gab es den allerersten Beitrag hier im Blog am 24. Januar 2005. Die vielzitierten Spirituosen in Mehrwegflaschen.

(Kleiner Einschub an dieser Stelle: Äh. Ernsthaft? Der Blogeintrag heißt "Spirituosen im Mehrwegflaschen". IM. Dieser kleine Tippfehler war mir bis heute noch nie aufgefallen und obwohl dieser Beitrag schon so oft erwähnt wurde, hat mich auch noch nie jemand darauf aufmerksam gemacht. Krass. Der Artikel ist auch mit "im" in die Datenbank eingetragen, der Fehler ist also auch nicht irgendwann später irgendwie da reingerutscht. Nee, das muss jetzt so bleiben. Der erste Blogeintrag hier bei mir hieß also immer anders als ich dachte.)

Zurück zum Blog und den goldenen Bloggern: Bei der Preisverleihung hatten sie als ersten Beitrag diesen hier vom "31. Oktober 1999" angegeben, was ich dann aber direkt auf der Bühne noch aufgeklärt hatte. Ja, das Archiv hat an der Stelle einen Eintrag, der ist jedoch erst Rückwirkend und der Vollständigkeit halber von mir geschrieben worden. Ebenso wie einige andere Beiträge, die ich unter dem Tag "Rückdatiert" hier in der Vergangenheit schon untergebracht habe.

Worauf ich hinaus möchte: Genau solche Beiträge wird es in nächster Zeit vermutlich noch mehr geben. Gar nicht so sehr, um noch mehr alte Kamellen aufzuwärmen, ich habe im Laufe der Jahre wirklich viel altes Material hier untergebracht, sondern mehr, um die vorhandenen Informationen strukturierter darstellen zu können.

In den vergangenen 24 Jahren hatten wir eigentlich immer eine Website für den Laden. Zunächst einfach nur eine Visitenkarte:



Später hat ein Freund von mir daran mitgewirkt und eine eigentlich recht coole Seite gezaubert, deren markanter hell-türkiser Hintergrund viele Jahre unser Markenzeichen war:



Ja, wir hatten ein Forum. Betrieben mit phpBB, aber das kam nie so richtig in Schwung.

Danach folgte irgendwann ein Versuch mit dem Zeta-Producer, zunächst noch für den SPAR-Markt. Nach der Umstellung auf Edeka passte das alles auch nicht mehr so richtig. Mit Wordpress hatte ich damals eine neue Seite erschaffen, die mir irgendwann nicht mehr gefiel, dann hatte ich noch mal mit Zeta eine neue Idee umzusetzen versucht und vor ein paar Monaten habe ich dann doch noch einmal Wordpress installiert, da ich mich damit inzwischen deutlich besser auskenne.

Nach der WP-Installation hatte ich irgendwann mal den Wartungsmodus aktiviert und bis heute nichts mehr daran geändert. Es stört mich gar nicht und ich habe auch nicht das Gefühl, irgendwas verpasst zu haben. Die aktuellen Angebote findet man auf unserer Marktseite auf edeka.de und alle anderen Informationen, beispielsweise unsere Adresse und die Telefonnummer, mit jeder Suche im Internet spätestens bei unserem Google-Eintrag. Was soll man da noch groß auf die Internetseite packen?

Also habe ich jetzt beschlossen, dass es nur noch dieses Blog hier geben wird, um jegliche Form von Inhalten darzustellen. Mit ein paar statischen Seiten und Beiträgen werde ich eine gewisse Struktur erschaffen, so dass Platz für diese neuen Inhalte entsteht. Konkret habe ich dazu noch keine Vorstellung, aber um mal einen Bekannten zu zitieren: "Das kommt beim Machen." Einfach mal anfangen und dann mal schauen, wie es sich entwickelt.

Grundlegend dafür war übrigens ein kleiner Sinneswandel. Während ich Blog und den Internetauftritt des Ladens früher strikt getrennt habe, um "freier" schreiben zu können, ist es mir entweder inzwischen egal oder meine Offenheit/Ausdrucksweise hat sich verändert. Auf jeden Fall kann dieses Werk hier ruhig zukünftig in seiner Gesamtheit der offizielle Internetauftritt vom Neustädter Frischmarkt e. K. sein.

Mein Auftritt bei den Goldenen Bloggern 2023

Von meinem Auftritt bei den Goldenen Bloggern vor rund einem Jahr hatte Ines aus dem Publikum heraus auch ein Video aufgenommen. Nicht perfekt, aber es ist eben noch mal "mein" Schnipsel im Speziellen, ohne dass man sich den gesamten Mitschnitt ansehen muss.

Etwas verspätet, aber hier ist er nun … :-)


Shopblogger-Anschreiben

Vor ein paar Jahren noch hatte ich hier im Büro noch knapp 50 Aktenordner im Einsatz. Das war immer viel Papier, das man teilweise aus reiner Ordnungsliebe dort abgeheftet hat. 16 der im verlinkten Beitrag im Regal stehenden Ordner waren für Personalunterlagen. Das ist nicht weniger geworden, ich lagere sie nur anders, nämlich in einem abschließbaren Schrank mit Hängeregistern.

Aber die vielen anderen Ordner …

Seit ein paar Jahren gehen sämtliche Unterlagen, die nicht zwingend im Original aufbewahrt werden müssen (und das sind bei mir wenige) durch den Scanner und landen auf meiner Festplatte. Das betrifft auf jeden Fall neu eintreffende Dokumente und, je nach Zeit und Laune, nach und nach auch die alten Archive in den Ordnern.

Auf dem Foto im oben verlinkten Beitrag ist auch der "Shopblogger"-Ordner zu sehen. Dunkelblau, der zweite von links im zweiten Fach von rechts in der mittleren Reihe. Der war bis jetzt prall gefüllt mit Anschreiben und Zusendungen aller Art, die sich aber immer irgendwie auf dieses Blog bezogen. Jeder von euch, der mich im Laufe der Zeit mal in Papierform angeschrieben hat, dürfte darin zu finden sein. Mathias K. aus Hamburg, Jan-Christian S. aus Alfeld, Andreas S. aus Lübeck, Birger R. aus Stuttgart, Helmut B. aus Frankfurt, Philipp von getDigital, Andreas von Anrufbeantworter24 und noch viele mehr haben mir im Laufe der Jahre geschrieben. Zu den wenigen Zusendungen, die ich im Original aufbewahren werde, gehören die Briefe von Uli Stein, in denen er mir Anekdoten und kleine Zeichnungen geschickt hat.

Auch im Original bewahre ich das legendäre Schreiben vom Sozialgericht Bremen auf. Sozialgericht! Sozialgericht! Sozialgericht! Ich lach dir ins Gesicht, haha!

Gar nicht mehr erinnern konnte ich mich daran, wie viele Schreiben von Anwälten im Laufe der Jahre zusammengekommen waren, die im Auftrag ihrer Mandanten irgendwelche vermeintlich verunglimpfenden Kommentare und Blogeinträge gelöscht haben wollten. Unter anderem auch ein anwaltlich knappes Schreiben aus der Kanzlei von YouTube-Legende WBS, dem ich seitdem nicht mehr folge. Dazu noch eine kleine Ergänzung: Das war von WBS keine Abmahnung oder ein ähnlicher Hammer und das Anschreiben erfolgte sogar relativ ungezwungen via E-Mail. Es ging um die Löschung des Fotos in diesem Beitrag, was ich auch gerne und diskussionslos erledigt hatte. Sicherlich ist die Formulierung "Zur Einhaltung der unserer Mandantin auferlegten Unterlassungsverpflichtung haben wir Sie hiermit dazu aufzufordern, die nachfolgend bezeichneten Inhalte des von Ihnen betriebenen Internetauftritts dauerhaft von Ihren Servern zu entfernen, sodass dieser auch nicht mehr über die direkte Eingabe der URL über einen Browser durch Dritte abgerufen werden kann:" normaler Anwaltssprech und die Mail kam auch nicht von Herrn Solmecke persönlich, sondern von einem seiner beiden Partner und unterm Strich war es wohl für Anwaltsverhältnisse schon eher eine nette Anfrage – aber durch den prominenten Absender war mir der Fall natürlich in Erinnerung geblieben.

Aber auch etliche unbekanntere Kanzleien waren dabei. Vertreten wurden Firmen und Einrichtungen, die es witzigerweise in der ursprünglichen Form heute fast allesamt gar nicht mehr gibt, resp. über die im Web nichts mehr zu finden ist. IT-Max, Combined und die Economy-Card, um mal ein paar zu nennen. Bei letzterer lag direkt eine Schadenersatzforderung in Höhe von 800 Euro dabei, die ich unterschreiben sollte. Arschlecken, erstmal nutzte ich die Chance, die ach so bösen Kommentare zu löschen. Auch die Neue Robinsonliste ist wohl längst wieder in den ewigen Jagdgründen verschwunden, dabei hatten sie in ihrem Schreiben nur gerichtliche Mittel angedroht.

Nur der Björn, der macht unbeirrt weiter. Mal mehr, mal weniger fleißig, aber immer irgendwie mit dem Herzen und vielleicht manchmal zu emotional, aber niemals mit bösen Absichten.

Goldene Blogger 2023

In den letzten Tagen hat sich hier alles nur noch um die Goldenen Blogger gedreht. Dabei handelt es sich um den ältesten Social-Media-Preis Deutschlands, denn er wird bereits seit 2007 jährlich in mehreren Kategorien vergeben.

In diesem Jahr durfte auch ich eine der begehrten Trophäen entgegennehmen! :-)

Hier gibt es den kompletten Mitschnitt der Gala bei YouTube zu sehen. Ich war der erste, der auf die Bühne gebeten wurde. Entsprechend nervös war ich, das muss ich ehrlich zugeben. Wie es den anderen erging, kann ich nicht sagen – aber obwohl ja im Grunde alle Nominierten irgendwie im Internet und teilweise mit mehreren zehn- bis sogar hunderttausenden Fans unterwegs sind, waren die meisten ganz still und bescheiden. Ausgewachsene Rampensäue waren kaum dabei und wenn, kamen sie vor allem aus der Instagram- und Tiktok-Ecke.

Kleine Anekdote am Rande: Obwohl es die goldenen Blogger sind, handelt es sich bei den klassischen Blogs ja nun um eine eher aussterbende Spezies. In den zwei Tagen in Düsseldorf haben wir mit viele interessante Leuten kennengelernt. Anfangs habe ich auf die Frage, was ich so mache, immer fast schon entschuldigend reagiert: "Ich schreibe nur ein klassisches Blog." Da es keine mitleidigen Blicke gab, wurde das Selbstwertgefühl im Laufe der Zeit etwas besser und ich habe mich immer auf den Ursprung der Veranstaltung berufen. Danach hatte ich zumindest nicht mehr das Gefühl, zwischen den Influencern und anderen Mediengrößen nur ein kleines Licht zu sein. Hey, immerhin haben wir nun alle die gleiche Trophäe in der Vitrine stehen!

Apropos TikTok: Für mich war das immer der Idiotenhügel der Social Media. Da sind so viele Deppen unterwegs, aber es gibt auch unheimlich coole Sachen. Zum Beispiel Lars, der übrigens auch gewonnen hat, und hauptberuflich Filmmusik produziert. Der nimmt sich die stumpfesten Videos und hinterlegt sie als Larsipilami mit dramatischer Musik und passenden Kommentaren. Mich hat er sehr zum Lachen gebracht, wirklich toll!

Abschließend möchte ich mich noch einmal ganz herzlich beim Team der goldenen Blogger bedanken. Das Wochenende in Düsseldorf mit der Preisverleihung und dem gesamten Rahmenprogramm war spitzenmäßig und eine ganz, ganz großartige Erfahrung, von der wir (Ines war natürlich mit dabei!) wohl noch lange zehren werden. Und natürlich auch einen noch größeren Dank an die ganze Goldene-Blogger-Akademie, ohne deren Vorschläge ich diese Auszeichnung natürlich auch nie bekommen hätte. Ich freu mich wie die Sau, wirklich!


Achso, ja – das mit der ramponierten Bügelfalte im Hemdkragen war auf den letzten Drücker leider nicht mehr zu ändern. Kurzärmelig ist natürlich mein Ding, aber wir hatten im Hotelzimmer leider kein Bügeleisen und konnten diesen Fauxpas aus dem Koffer buchstäblich nicht mehr ausbügeln …

Zurück aus Düsseldorf

Seit heute Morgen sind wir wieder im Laden. Zum vergangenen Wochenende in Düsseldorf und den goldenen Bloggern werde ich später noch etwas schreiben, jetzt müssen wir erstmal wieder ganz motiviert in den Trott des Tagesgeschäfts kommen. Ich muss ja blogbares Material aufspüren. ;-)

Falls sich hier neue Leser tummeln sollten: Herzlich willkommen und gebt euch in den Kommentaren gerne zu erkennen.

Die Goldenen Blogger 2023

Heute ab 19 Uhr: Die Goldenen Blogger 2023 im Livestream:

https://die-goldenen-blogger.de/



Wir ruhen uns gerade im Hotel aus und bereiten uns schon mal ausgiebig auf die Abendveranstaltung vor. Hier sind einige sehr nette und interessante Leute dabei, denen ich den Preis definitiv gönne. Auf jeden Fall haben wir seit gestern schon viele spannende Gespräche mit Bloggern aller Art aus der ganzen Republik geführt.

Abendessen mit Altbier

Vor dem ersten Treffen haben wir uns mal eben eine Pizza gegönnt. Dazu gab es ein Altbier von Schlüssel. Definitiv besser als Kölsch. Sorry, auch wenn ich oft gerne in Köln bin (der einzige Ort, in dem ich mit Menschenmassen klarkomme) das Bier hier in der Nachbarstadt ist besser. :-)

Goldene Blogger Überraschungstüte

Für den Social Media Preis "Die goldenen Blogger" sind wir heute am Vortag der Gala nach Düsseldorf angereist. Beim Einchecken im Hotel gab es eine Überraschungstüte, in der unter anderem einige Werbegeschenke der Sponsoren lagen.

Wir kommen jetzt erstmal hier an, werden gleich eine Kleinigkeit essen und später am Abend findet noch der Sektempfang für alle Nominierten statt. Wir sind in stiller Ehrfurcht total aufgeregt. ;-)


Interessensbekundung eines jungen Fragendens

Folgende E-Mail bekam ich gestern Abend:

Hi Bjørn,

Ich hoffe dich in wohlem Zustand zu erreichen und hoffe inständig deiner aktuellen, stressigen Lage hiermit nicht zu viel hinzuzufügen.
Ich bin soeben auf deinen vorzüglichen Blog gestoßen. Dessen Existenz hat mich außerordentlich überrascht und erfreut. Als ich dann auf das Erstelldatum des Blogs aufmerksam wurde, da ward ich umschlungen von den Flammen feurigen Verlangens nach Antworten. Mein Herz dürstet nach Klarheit bezüglich der Fragen: Weshalb hast du den Blog damals begonnen? Und weshalb führst du den Blog weiterhin? Was hält dich bei der Stange? Von welchem Glücke kostet deine Seele beim Verfassen eines jeden deiner Einträge?
Ich bin erstaunt, sehe zu dir und der Langlebigkeit deines Blogs auf, wie der junge Platon zum weisen Sokrates, und zähle voller Erwartung die Stunden bis zu deiner Antwort.

Hochachtungsvoll
Ein wissensdurstiger Jüngling
Alleine der Text ist schon einen Blogeintrag wert, aber ich will den Absender dieser Botschaft ja nicht dumm ins Jenseits wandeln lassen und so gibt es hier ein paar Antworten:

Weshalb hast du den Blog damals begonnen?
Die Arbeit im Einzelhandel, besonders der Teil der Gleichung mit der größten Unbekannten, nämlich den Kunden, ist ein Quell für erstaunliche Geschichten. Das habe ich schon früh bemerkt und hatte schon während meiner Ausbildung und sogar den Jahren davor, zu meiner Zeit als Aushilfe, Faktotum und Mädchen-für-Alles, häufiger den Gedanken, dass man die vielen Erlebnisse irgendwie festhalten müsste.

Es gab aber nicht das richtige Medium dafür, für ein Buch war das alles irgendwie zu wenig. Auch mit einem eigenen Laden blieb die Problematik die selbe. Es gab die Geschichten, aber das war nach meinem damaligen Standpunkt nichts für ein Buch.

Dann war ich irgendwann 2004 auf das Lawblog, das Weblog von Udo Vetter, einem Fachanwalt für Strafrecht in Düsseldorf, gestolpert und hatte da bereits monatelang mitgelesen, als bei mir plötzlich im Januar 2005 buchstäblich über Nacht endlich der Groschen fiel: Ein Blog muss es sein!

Am nächsten Morgen, es war der 24. Januar, hatte ich die Domain über Manitu beantragt, am Nachmittag war bereits die Blogsoftware installiert und um 18:48 Uhr entstand der erste Beitrag hier auf shopblogger.de: Spirituosen im Mehrwegflasche


Und weshalb führst du den Blog weiterhin?
Vor allem wohl, weil der Nachschub an Geschichten niemals aufhört. Viele Sachen wiederholen sich irgendwo, der hunderttausendste Junkie klaut Kaffee zur Drogenbeschaffung und irgendwo verstaubt ein Aufsteller mit einem sich als Ladenhüter herauskristallisiertem Artikel. Und doch ist es immer irgendwie neu.


Was hält dich bei der Stange?
Die Beweggründe zum Schreiben dieser Beiträge haben sich im Laufe der inzwischen 17 Jahre mehrfach verändert. Anfangs wollte ich einfach nur ein paar Erlebnisse festhalten. "Für mich, für Freunde und vielleicht für ein paar Interessierte", hatte ich es immer bezeichnet.

Nun bitte ich ausdrücklich um Entschuldigung, denn das ist nichts Persönliches gegen jeden einzelnen, der das hier gerade liest. Mittlerweile ist mir das "wer" und sogar das "ob" gleichgültiger als früher. Natürlich freue ich mich immer über Feedback und viele Kommentare sind das sprichwörtliche Salz in der Suppe. Aber ich gebe zu, dass das Blog inzwischen mir vor allem der Funktion eines Tagebuchs dient. Es ist ein unglaublich wertvolles Archiv für mich, in dem ich immer und immer wieder Dinge nachschlagen kann. Und oftmals begleitet von einem "Oh, so lange ist das schon wieder her?" …


Von welchem Glücke kostet deine Seele beim Verfassen eines jeden deiner Einträge?
Beim Schreiben der Beiträge halten sich die kleinen Endorphinchen meistens zurück. Eher meldet sich das Adrenalin, wenn ich besonders aufregende und belastende Erlebnisse niederschreibe, also meistens besonders dreiste oder brutale Ladendiebe. Aber danach geht es meistens wieder.

Liegengebliebenes Blogmaterial (1. HJ 2022)

(Entschuldigt, es ist viel diesmal. Die Zeit, die Zeit …)

Von unserem Lieferanten für Sämereien und Blumenzwiebeln hatten wir Anfang des Jahres mit der regulären Ware auch einen dicken, schweren Karton bekommen, in dem etliche Pakete "Rasenregeneration" lagen. "Hey, die hat keiner bestellt!", sagte ich dem Lieferanten am Telefon. Die Mitarbeiterin bestätigte dies und erklärte mir im nächsten Atemzug, dass ich die Rasensamen behalten könne. Ein Geschenk für die langjährige Zusammenarbeit. "Verkaufen Sie die doch", schlug sie vor. Machen wir auch. Immerhin 30 Packungen zu 6,99 €, ein netter Bonus. Dankeschön. :-)



Anfang Juni oder so hatten wir einen Aufsteller mit koffeinhaltigen Rauch-Eistees in Dosen bekommen. Fand ich ganz spannend, gerade auch zum Sommeranfang, ist aber eher nicht so der Renner geworden.



Ines pflegt die Instagram-Seite (Hey, schon 353 Follower! :-D ), ums Blog hier kümmere ich mich. Normalerweise versuche ich, die Instagram-Einträge auch hier abzubilden. Manchmal komme ich aber einfach nicht dazu.

Viel hatte Ines zu diesem Aufsteller mit veganen Produkten von Niederegger jedoch nicht geschrieben: "Vegane Schokoladen und Marzipan von Niederegger sind jetzt auch bei uns zu finden." – Bekam 10 Likes. Hurrah. :-P



Noch ein Aufsteller, den ich cool fand, der auch gut lief und den Ines auf Instagram gebracht hatte: Die Maoam-Kracher in den großen Dosen: "Na, wer erkennt unseren neuesten Aufsteller ohne aufs zweite Bild zu gucken?
Für die Liebhaber unter uns gibt's sie nun im praktischen 1,1kg oder 1,2kg Pott (je nach Sorte) für begrenzte Zeit hier im Markt zu kaufen.
" – immerhin 18 Likes.



Als die Erdbeersaison anfing, hatten wir zeitweise richtig dicke Erdbeeren hier im Sortiment. Das war dann nicht die 500-Gramm-Schale, sondern das 500-Gramm-Stück. :-) Okay, ganz so krass war es nun auch nicht, aber hier in den Händen unserer Tochter sehen die Beeren nun wirklich riesig aus:



Nach dem Feuerwerks-Debakel 2019 hatte ich entschieden, dass wir zukünftig kein Feuerwerk jenseits der Klasse-1-Produkte (jetzt neu Kategorie F1) mehr anbieten werden. Ich bin ein absoluter Feuerwerks-Fan, aber diese Entscheidung hatte ich aus unterschiedlichen Gründen getroffen. Das war ja nun auch ganz praktisch, da wir 2020 und 2021 keine Feuerwerkskörper verkaufen durften. Dennoch standen seit Ende 2019 ein paar Kisten mit Resten bei mir in der Halle herum. Die hatten wir uns hergeholt und privat zum Jahreswechsel 2021/2022 verbraucht. Die kleinen Feuerwerksbatterien mit dem gewissen Nervenkitzel haben uns auch dieses Jahr wieder durch Umfallen beglückt. Diesmal hatten wir jedoch vorgesorgt und sie so aufgestellt, dass nichts passieren konnte. Was auch immer da bei der Produktion schiefgelaufen war …



Immer wieder beliebt sind bei uns Aufsteller mit speziellen Variationen an Süßwaren. Schokolade zum Beispiel: Hachez Erdbeere und zwei fruchtige Sorten Merci und Yogurette. Die Merci stand nun doch eine Weile hier im Laden, die Reste sind im normalen Schokoladenregal gelandet.







Zwei Jahre Corona, aber das mit den Abständen haben viele immer noch nicht verstanden. Dabei ist das die Maßnahme, von denen sich wohl die meisten Leute wünschen, dass sie dauerhaft beibehalten bleibt …



Seit Anfang des Jahres stand hier ein kleines Paket herum, in dem mir mal die unterschiedlichsten Warenproben zugesendet worden sind. Abgesehen vom Berlo (Brlo) Bier kannte ich nichts davon. Ich glaube auch nicht, dass die Artikel etwas für uns sind. Wir haben schon nicht genug Platz für die "Standardartikel", da werde ich mich nicht verbiegen, um irgendwelche Nischenprodukte unterbringen zu können.



Im Februar kam eine Agentur zu uns und hat an der Kasse diverse Aufkleber angebracht, mit denen auf die (inzwischen nicht mehr ganz so) neue EDEKA-App hingewiesen werden soll. Liest ja ohnehin keiner, also … :-P



Im Februar hatte uns ein Ladendieb massiv beklaut / beklauen wollen. Er hatte viele Flaschen Spirituosen in seine Umhängetasche gesteckt und war durch den Eingang aus dem Laden geflüchtet. Dabei löste er natürlich den Alarm der Warensicherung aus und dadurch die Aufmerksamkeit der Kollegen auf sich. Der Dieb wurde verfolgt und er kam auf die glorreiche Idee, erst in die Seitenstraße und dann auf unseren Hof zu rennen, zu dem es nur einen einzigen Zugang gibt. Da saß er nun in der Falle und der Rest verlief ganz normal. Er hatte jedoch versucht, das Diebesgut loszuwerden, aber das haben die Kollegen alles einsammeln können.
Nun: Zwei Wochen später machte Ines eine Entdeckung unter dem Container für die Einweggebinde: "Guck mal, was da liegt", sprach sie mich an, als wir mit unseren Fahrrädern auf den Hof fuhren. Na, wenn die kleine Flasche Jägermeister mal nicht auch von dem eben erwähnten Ladendieb dort hingeschubst wurde …



Anfang des Jahres hatten wir mehrmals Probleme mit verdorbenen Eiern. Ein Kunde hatte sie mal reklamiert und selbst uns hat es privat gleich zweimal erwischt. Die Eier waren schwarz und verdorben, einmal haben wir uns ein ganzes Essen damit verdorben.
Was war passiert? Ein Zulieferer für unseren Eierhändler hat oder hatte die Angewohnheit, die Eier zu waschen. Das ist verboten, denn man wäscht die Schutzschicht ab und Luft und Keime können durch die Schale ins Innere gelangen, aber er hat es dennoch gemacht. Die Folge sieht man hier und die Konsequenz bezgl. der Geschäftsbeziehung tat ihm wohl ziemlich weh.


Was ist hier im Blog los?

Dass hier im Blog in den letzten Wochen nicht viel los ist, hat der eine oder andere von euch sicherlich schon von alleine bemerkt. Das liegt nicht daran, dass hier in der Firma nichts mehr passiert. Meine Liste mit den Notizen der blogbaren Beiträge wird länger und länger und ich vermag kaum etwas dagegen zu tun. Ein Teil davon wird sicherlich in den zukünftigen Sammlungen "Liegengebliebenes Blogmaterial" enden, aber damit muss ich derzeit leben.

Was ist passiert? Mir fehlt die Zeit an allen Ecken und Enden. Seit zwei Jahren fordert Corona mit allem, was drumherum organisiert werden muss, seinen zeitlichen Tribut. Dazu kommt, dass ich seit einer Weile dabei bin, einige Auflagen der Berufsgenossenschaft zu erfüllen: Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsschutzunterweisung und die Schulung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit sind aktuell ein Vollzeitjob. Parallel zu den immerwährenden Corona-Auflagen, von denen man nie genau weiß, ob man sich gerade an gültige Gesetze hält oder nicht vielleicht doch schon mit einem Bein im Gefängnis steht.

Zu all dem noch obendrauf: Bio-Zertifizierung, Datenschutzgrundverordnung, Hygienekonzepte, neue Richtlinien bezüglich Lohnbuchhaltung – der Theoriekram im Büro nimmt seit Monaten schon einfach kein Ende. Hinzu kommt, dass bei uns seit Wochen und Monaten aus unterschiedlichen Gründen etliche Artikel nicht lieferbar sind und wir durchgehend mit dutzenden Lücken zu kämpfen haben. Eine Lücke im Regal macht zwar so pauschal keine Arbeit – aber man bestellt die Artikel jede Woche zweimal mit, was Zeit kostet, und natürlich sucht man auch immer mal nach Alternativen, mit denen man die Freiflächen in den Regalen füllen könnte. Abgesehen davon ist das hier auch ohne diese ganze organisatorische Kacke ein Vollzeitjob. Ich würde mich viel lieber um solche Dinge wie die Neugestaltung der Getränkeabteilung und den Abbau der alten Beleuchtung kümmern, aber solche Aufgaben stehen aktuell bei mir ganz hinten auf der Liste.

Wenn dann noch Luft ist, werfe ich euch mal den einen oder anderen Brocken aus dem Laden hier ins Blog. Dass das meistens nur ein Bild mit ein paar Sätzen sind, Arbeitsaufwand wenige Minuten, sollte schon aufgefallen sein. Die Strichcode- und Berichtsheft-Beiträge laufen schon seit Wochen vollautomatisch. Die hatte ich Ende des vergangenen Jahres mal in ruhigen Momenten vorgeschrieben, aber auch der Vorrat ist bald erschöpft.

Ich würde euch gerne mehr bieten, auch mehr "Echtzeit", so wie früher, aber mir rinnt die Zeit wie Sand durch die Finger. Zu diesen Zeilen zwinge ich mich gerade, denn ich habe das Bedürfnis, diese Gedanken mal loszuwerden.
Viele der genannten Aufgaben sind einfach Chefsache und kaum zu delegieren. Da muss ich derzeit einfach durch, auch wenn es anstrengend ist. Insgeheim hege ich die Hoffnung, dass zumindest das Thema Corona in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren mal ein Ende findet, dann hat man den Kopf zumindest wieder etwas freier.