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Irrsinnige Corona-Auswüchse

Eine Kundin beschwerte sich an der Kasse wüst darüber, dass meine Mitarbeiterin ohne Handschuhe dort arbeitet und das Gemüse folglich mit bloßen Händen angefasst hat. Unhygienisch, Ansteckungsgefahr, Rhabarberrhablubb …

Abgesehen davon, dass Handschuhe bzgl. des Schutzes vor einer Ansteckung mit Corona nicht viel bringen, haben oft auch schon andere Kunden die Ware vor meiner Kassiererin schon in der bloßen Hand gehalten. Und dann ist da noch etwas: Vielleicht sollte man der jungen Frau mal mitteilen, dass die Produkte aus der Konzeptreihe "Gemüse" nicht steril im Supermarktregal wachsen, sondern in Erde, die möglicherweise mit Gülle gedüngt wurde und oft unter freiem Himmel, so dass mit Pech sogar noch ein Vogel seine Hinterlassenschaften auf die Pflanze regnen ließ. Apropos regnen: Herr, lass Hirn …

Auch die Kühlhäuser sind nicht DEF-ekt.

Wie auch schon bei unseren Tiefkühltruhen bedeutet "def" auf dem Display für die Kühräume lediglich, dass das Gerät gerade im automatischen Abtaumodus und ausdrücklich nicht "defekt" ist. Das beruhigte den Kollegen aus der Frühschicht wieder, der diese Meldung nicht kannte und schon voller Panik war.

Wenn da was defekt ist oder die Temperatur unplanmäßig vom Soll abweicht, geht der Alarm los und ich bekomme sofort eine Benachrichtigung.


Gefährliches Husten

Jungejungejunge, momentan darf man sich ja nicht mal mehr öffentlich verschlucken. Der darauf folgende Hustenreiz lässt einen sich schlagartig wie einen Aussätzigen fühlen. Leute drehen sich verächtlich um und vergrößern den Abstand, Tierärzte ziehen Spritzen mit Pentobarbital auf, Jäger laden ihre Flinten durch, Testamente werden umgeschrieben und unverständliche Verse zu beschwörerischen Handbewegungen gemurmelt.

Leute, es war nur ein Kekskrümel!

Rückdatierte Facebook-Beiträge

Inzwischen wurde mir mehrfach über WhatsApp der Link zu einem Facebook-Beitrag von "2016" geschickt, in dem die Rede davon ist, dass ein neuartiger Virus entwickelt wird, der im Jahr 2020 die Menschheit dezimieren und das gesamte Leben weltweit beeinflussen wird. Beschrieben wird alles, was gerade passiert, so dass die scheinbare Wahrheit dieser Meldung nicht angezweifelt wird.

Wenn ihr den Text / Link bekommt: Ab in den Orkus damit. Man kann bei Facebook Beiträge zu jedem beliebigen Datum in die Timeline verschieben, aber es bleibt der Hinweis auf das Ursprungsdatum der Nachricht erhalten, die kleine Uhr neben dem Datum zeigt dies an. In diesem Fall war es der 14. März 2020 / 23:42 Uhr, so viel zu Glaubwürdigkeit der angeblichen Vorhersage, die aber wohl schon millionenmal geteilt wurde. (Mourad Yaseen hat 9,5 Millionen Abonnenten)


Paketbotenpanik

Ein Paketbote kam mit einem größeren Karton unterm Arm ins Lager. Die Sendung war für Gregor, der sich privat etwas bestellt und in die Firma hat liefern lassen. Der Auslieferungsfahrer war, als er meinen Namen in sein kleines Datenerfassungsgerät eingab, aufgrund der Abweichung zum Namen auf dem Paketaufkleber doch etwas irritiert und so rief ich kurzerhand den Empfänger her, der gerade im Aufenthaltsraum saß und Pause machte. Die Zeit vertrieb er sich dabei, mit seinem Handy Musikvideos zu gucken und so rief ich relativ laut, so dass sich meine Stimme schon leicht überschlug.

Der Kollege sprang auf, guckte aus der Tür und rannte panisch zu uns. Mein lauter Schrei und die Tatsache, dass ich mit diesem verlottert aussehenden Typen im Lager stand, ließen ihn schlagartig annehmen, dass ich einen Ladendieb gestellt hätte und unbedingt Hilfe bräuchte.

War dann aber zum Glück nicht ganz so dramatisch. :-)

Ich, meine Finger und der Sekundenkleber

Wie angedroht habe ich die Haken am Fenster heute mit Sekundenkleber zum festen Halt genötigt. Funktioniert ganz wunderbar. Der Inhalt der kleinen 1-Gramm-Tuben hat eine beachtliche Wirkung. Und die nicht nur auf Fensterrahmen …

Ich wäre nicht ich selber, wenn ich es nicht erfolgreich geschafft hätte, mir mit dem Klebstoff unbemerkt die Finger zu benetzen. Durch den Druck, mit dem ich den Haken dann an den Rahmen gedrückt habe, fixierte ich auch gleich die Tube an meinem linken Ringfinger. Der Kleber ist super und der Gedanke an eine ewige Verbundenheit mit einer Pattextube löste eine unkontrollierbare Panik in mir aus.

Mit etwas Aua und ganz viel Hautcreme ließ sich diese jedochglücklicherweise wieder entfernen und abgesehen von etwas lädierter Haut sind keine Spuren mehr zu sehen.


Grillen bei 6 Grad

Da kommt man nichts Böses ahnend in sein Büro und dann riecht es beißend nach Brandrauch. Der Grund dafür war zum Glück relativ harmlos, meine Nachbarn haben bei kuscheligen sechs Grad Außentemperatur und Nieselregen genau vor meinem Bürofenster den Grill angeworfen.

Hätte ich eigentlich gleich noch ein paar Nackensteaks mit draufwerfen können. ;-)


Total verrückte Produkte

Ein Mann kam in den Laden und stellte seine Firma als eine solche vor, die "total verrückte Produkte" hätte. Es ging dabei vorrangig um ein bisschen witzig aufgemachte und als Flaschenanhänger gestaltete Glückwunschkarten. Ich haderte etwas, tendierte dabei jedoch eher zu einem Nein. Hätte meine Mutter und Ines beide dafür gestimmt, diese Karten / Anhänger ins Sortiment aufzunehmen, hätte ich mich dem Wunsch natürlich gebeugt. Da sie beide nicht da waren, schnappte ich mir mein Handy und knipste ein paar Fotos für WhatsApp.

Daraus entstand etwa der folgende Dialog:

Vertreter: "Das Foto ist aber nur für interne Verwendung, nicht fürs Internet oder Facebook?!"

Ich guck ihn erstaunt an: "Wieso, was spricht dagegen?"

Er: "Das ist gewerblich."

Ich, irritiert guckend: "Wollte ich eigentlich nur meiner Frau schicken, um ihre Meinung zu erfahren. Was spräche dagegen, das Bild ins Blog zu packen?"

Er: "Das ist gewerblich, da funktioniert das so nicht. Privat können Sie machen was sie wollen."

Ich: "Ich versteh gerade den Sinn nicht. Was spricht jetzt dagegen?"

Er: "Weil das gewerblich ist. Das geht nicht. Sie können da nicht einfach Bilder ins Internet stellen."

Ich: "Okay, nee, keine Sorge. Ich wollte das nur eben nach Hause schicken."

Wir verblieben erstmal ohne Auftrag. Ich wollte mir das noch einmal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen, er wollte sich nach seinem Urlaub wieder melden. Die Antwort wird übrigens "Nein" lauten. :-)

Panik in Findorff

Vor ein paar Tagen hat uns im Markt in der Münchener Straße fast der Schlag getroffen. Bei einem Artikel aus dem Spirituosenregal hatten wir in den vergangenen ca 1,5 Jahren immense Wareneinkäufe, insgesamt 258 Flaschen, jedoch sind davon augenscheinlich nur 16 Flaschen verkauft worden. ("Umsatz Scanning")

Irgendwie konnten wir uns nicht vorstellen, dass die einfach so verschwunden sind. Eventuell waren da unterschiedliche Artikelnummern gepflegt oder es würde eine andere plausible Erklärung dafür geben. Aber geklaut? Hmm …

Es stellte sich schließlich heraus, dass die Flaschen tatsächlich verkauft worden sind, jedoch zum Sonderpreis über die Warengruppe für eine Kneipe in der Nachbarschaft. Puuhh … :-)


Der offene Backofen

… und dann war da noch die wenig überhaupt nicht technikaffine Kollegin, die vor dem geöffneten (!) Backofen stand und Panik schob, dass die Brötchen verbrennen würden.

Das Licht war noch an und die Tür des Ofens schwingt nicht auf, sondern wird im Gehäuse versenkt – aber das nicht zu merken und zu denken, dass das Ding noch läuft, finde ich schon beachtlich. :-O

DEF!!!

Eine Kundin sprach uns etwas panisch darauf an, dass eine unserer (neuen Sydney-) Tiefkühltruhen auftauen würde. Überall an den Innenwänden sei Wasser und auf der Anzeige würde auch defekt stehen.

Vielen Dank für den Hinweis. Es ist wirklich schön, wenn Leute aufmerksam sind. Letztendlich war das aber alles gar nicht so dramatisch. "Def" steht für "defrost", was der automatische Abtauvorgang der Sydney-Truhen ist. Und wie es so ist, tropft dann das Eis an den Innenwänden in Form von Wassertropfen nach unten.

Alles in Ordnung. :-)


Zigarettenstangenfolie

Auf einem Aufsteller lag die zusammengeknüllte Folie einer Zigarettenstange. Panik! Sollte da etwa wirklich jemand, vielleicht an der Kasse, irgendwie eine Stange gegriffen und sich den Inhalt eingesackt haben? Urgs. Und das, wo wir doch bei dieser so extrem diebstahlsgefährdeten Ware immer so gewissenhaft arbeiten. :-O

Nachdem ein Kollege und ich die Videoaufzeichnung angeguckt hatten, ging der Adrenalinspiegel wieder runter. Ein weiterer Kollege hatte das Knäuel dort Stunden zuvor abgelegt, als er nach dem Auffüllen der "Räucherware" auf dem Weg zum Lager von einem Kunden angesprochen und auf diese Weise abgelenkt wurde.

Puuhhh. :-)

Doch kein Kaffeediebstahl

Im Vorbeigehen sind uns im Kaffeeregal ein paar Merkwürdigkeiten aufgefallen: Mehrere Sicherungsetiketten klebten anscheinend mutwillig abgerissen auf dem Fachboden, ein paar vereinzelte Kaffeepackungen standen noch herum, aber dahinter klaffte ein großes Loch. Da schrillten sie wieder, die inneren Alarmglöckchen: Da hat einer Kaffee geklaut!

Mit einem frostigen Gefühl im Bauch lief ich ins Büro und guckte mir die Videoaufzeichnung von dem Bereich mit dem Kaffeeregal an. So lange die Aufzeichnung zurückreichte, veränderte sich bei diesem Artikel nur sage und schreibe zwei mal etwas: Erst griff eine Kundin zu, die die Packung auch bezahlten und schließlich (zeitlich ja eigentlich davor) ein weiterer Kunde, der den Kaffee ebenfalls bezahlte. Aber was hatte es mit diesen abgerissenen Etiketten auf sich?

Plötzlich hatte Ines eine Idee, als sie sah, dass bei einer der noch vorhandenen Kaffeepackungen das Sicherungsetikett zwischen den Papierschichten am Boden der Packung einerseits falsch herum angebracht war, andererseits aber dort nur halb versteckt war. Ein Teil des Etiketts klebte also am Papier der Kaffeepackung, der andere Teil guckte mit der Klebefläche nach unten hervor. Und vermutlich sind die Kaffeepackungen wohl dadurch demoliert worden, dass die Etiketten schlichtweg am Fachboden im Regal festklebten und dann, als jemand die Packungen anhob, der Rest mit dem Papier einfach abgerissen war.

Puh, Glück gehabt.