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Montagsbelustigung

Angeschrieben wurde ich von einer Agentur, die sich "Kommunikation, Marketing und PR" auf die Fahne geschrieben hat. Anbei waren zwei "Anwendergeschichten" zur Veröffentlichung hier im Blog. Interessant waren diese wirren Aneinanderreihungen von Marketing-Ausdrücken keineswegs, aber für mich mal wieder ausgesprochen belustigend. Nach den ersten zwei Sätzen lag ich schon vor Ehrfurcht zitternd auf dem Boden. :-)

Hier ein Ausschnitt aus der ersten "Geschichte":

[…] wurde 1960 in den Niederlanden gegründet und hat sich seitdem zum zweitgrößten Personaldienstleister der Welt entwickelt. Allerdings baute das Unternehmen im Jahr 2015 immer noch viel zu sehr auf veraltete Outbound-Marketing-Taktiken. Die Website verzeichnete zwar sehr viel Traffic, aber die Suchmaschinenrankings waren wenig zufriedenstellend. Besucher konnten zwar ansprechende Inhalte herunterladen, aber es gab keine effektive Methode für die Lead-Erfassung und -Pflege. […] erkannte schnell, dass kein Weg an der Inbound-Methodik vorbeiführte. Nachdem das Unternehmen sich zu einer Partnerschaft mit […] entschied, konnten innerhalb der ersten sechs Monate viermal mehr Leads als zuvor über […].com generiert werden.
Da sind ja sogar die SPAR-Markt-Bilder aus Österreich aufregender. :-)

Falsches Argument

Ein (vermutlich) älterer Herr rief an und wollte sich Ware liefern lassen. Nachdem ich ihm erklärt hatte, dass wir den Lieferdienst eingestellt haben und auch keine Mitarbeiter vor Ort sind, die das übernehmen könnten, versuchte er es erneut mit einem sehr gewichtigen Argument: "Das ist aber sehr viel, was ich brauche."

Ich habe den Tonfall schon verstanden, glaube ich jedenfalls. Zumindest war meine Interpretation dieser Aussage, dass wir uns so viel Umsatz doch nicht entgehen lassen dürfen. Aber genau das Gegenteil war der Fall: Ein paar wenige Teile hätte ja zur Not vielleicht gerade noch ein Kollege schnell um zwei Straßenecken bringen können – aber die Zeit, da jetzt noch vielleicht eine Stunde lang die Sachen aufzuschreiben und zusammenzusuchen, war einfach nicht da.

Es hat schon seinen Grund, dass wir den Lieferdienst eingestellt haben.

SPAR-Spiegel

Ein Kunde sprach eine Kollegin an und erkundigte sich nach den drei halbrunden Spiegeln, die immer an der Außenwand über der Tiernahrung hingen. Er würde sie gerne als Erinnerung an den "alten" SPAR-Markt erwerben.

Schade, ich hätte sie ihm wirklich gegönnt und auch geschenkt – aber nach dem ich im Rahmen des großen Umbaus eine Weile auf mehreren Kanälen versucht hatte, die Dinger loszuwerden, hatten wir sie dann schließlich doch (schweren Herzens) Anfang August entsorgt.

Vergessener Videodrehtermin?

Letzte Woche hatte mich ein junger Mann von der FH angesprochen. Sie würden ein Musikvideo produzieren und bräuchten ein paar Szenen, bei denen der Protagonist an einer Supermarktkasse sitzt. Wie so oft war ich nicht abgeneigt, meine Räumlichkeiten dafür zur Verfügung zu stellen.

Ich bin mir nicht hundertprozentig, aber schon ziemlich sicher, dass das heute Mittag gewesen sein sollte. Da war aber niemand. Entweder hat sich das erledigt oder ich hab mich beim Termin vertan. Naja, wird sich nächsten oder übernächsten Mittwoch zeigen. Und wenn nicht, dann nicht, dann ist es auch egal. :-)

Fensterbank mit grauen Fliesen

Habe mal bei unserem Ladenbauer nachgefragt, ob sich diese dekorative Fensterbank nicht auch mit dem Eichenholz-Dekor verkleiden lässt, das wir auch ansonsten hier neuerdings im Markt verwenden. Vorzugsweise mit einem Rammschutz für unsere Detolf-Vitrinen, die hinten rechts im Bild zu erkennen erahnen sind.

Da das insgesamt aber nur ein kleinerer Auftrag ist, kommt nicht extra jemand dafür nach Bremen gefahren, aber sie haben es "auf dem Schirm" und wenn mal einer hier in der Nähe ist, wird gemessen und besprochen.


Kartoffelmehl, aber keine Stärke

Eine Kundin suchte Kartoffelmehl aber ausdrücklich keine Kartoffelstärke.

Ich kenne beide Begriffe nur Synonym, "Kartoffelmehl" in Form von getrockneten und pulverisierten Kartoffeln ist mir in all den Jahren noch nicht untergekommen. Höchstens als Pulver für Kartoffelpürree, aber wer würde das denn als "Kartoffelmehl" bezeichnen?

Laut Aussage der Kundin würde es das Produkt bei einem meiner Mitbewerber geben, einen genauen Namen konnte sie mir allerdings auch nicht nennen. Ich bin ja der Meinung, dass die Frau ihre Verwechslung nur nicht zugeben wollte, lasse mich aber auch gerne eines Besseren belehren: Gibt es das Produkt "Kartoffelmehl", das aber eben nicht profane Stärke ist? Weiß das von euch einer?

Kühlcontainer-Verleih-Anfrage

Anfrage an mehrere Firmen, die Kühlcontainer verleihen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

da wir unseren Supermarkt im Herbst umbauen, finde ich die Idee ganz reizvoll, die kühlpflichtige Ware (7 Grad plus) für ein paar Tage in einem Kühlcontainer zwischenzulagern.
Wie viel kostet denn ein 20-Fuß-Container für zwei Wochen, inklusive Transport und allen ansonsten anfallenden Kosten?
Mit freundlichem Gruß,
Björn Harste
Ich habe ÜBERHAUPT KEINE Idee, mit was für einer Summe ich da rechnen muss. Je nach Höhe entscheidet sich dann, ob wir die Waren aus unseren Kühlregalen dort zwischenlagern oder sie einfach ausverkaufen und den Rest verschenken. :-P

Anfrage oder Werbung?

Über das Kontaktformular meiner Website habe ich folgende Anfrage bekommen:

Meinerseits besteht ein Sortimentswunsch, bezüglich Produkte die es noch nicht in Bremen zu kaufen gibt. Hierbei handelt es sich um Produkte von Rocka Nutrition. Rocka ist nicht nur Hersteller von hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln, sondern bittet ein breites Angebot an innovativem und stylischem Fitness Food - und bedient damit eine riesige und stetig wachsende Community, die bisher nicht vom Einzelhandel versorgt wird. Hierbei gibt es nicht nur klassisches Eiweißpulver, sondern auch gesunde Low-Carb Varianten von Pizza, Nudeln, sowie Kaffee.
Die Artikel werde ich nicht ins Sortiment aufnehmen, dafür ist vor allem der Platz bei uns viel zu knapp. Was mich viel mehr beschäftigt, ist die Frage, ob das wohl eine wirkliche Anfrage oder einfach nur Werbung war. Welcher Kunde, der einfach nur ein bestimmtes Produkt kaufen möchte, würde denn so einen Sermon runterleiern?!

Prompt folgte nach meiner Recherche auch die passende Werbung:


Zwanzig überglückliche Eier

Von dem Hof in Stuhr habe ich heute mal zwei Packungen mit Eiern bekommen, damit ich sie selber probieren kann. Ob wir zusammenkommen werden, wird sich aber erst noch zeigen. Da das nämlich nicht nur Bio-Eier sind, sondern aus einer aufwändigen Haltung mit Mobilstall kommen, sind sie relativ teuer. Der Hof verkauft die Eier für 35 Cent an die Kunden, aber so viel Geld braucht er auch, um die Kosten zu decken. Wenn ich für eine Zehnerpackung Eier 3,50 € im Einkauf bezahle, bleibt entweder (bei einem Verkaufspreis unter 4 €) für mich nichts übrig oder die (meisten) Kunden zeigen mir gepflegt einen Vogel, wenn eine Packung deutlich über 4 Euro kostet.

Mal gucken, wie es weitergehen wird. Wir probieren nun erst mal die Eier und dann wird sich nächste Woche der Hofbetreiber noch mal persönlich bei mir melden.


Stuhrer Eier

Nach dem Brand auf dem Biohof vor gut zwei Jahren lief der Bäckereibetrieb wieder relativ schnell. Wir hatten bis vor dem Brand auch ganz hervorragende Bio-Eier von dem Hof – eine Lücke, die bis heute geblieben ist und die wohl bis auf weiteres auch bleiben wird.

Gestern Abend wurde mir die Visitenkarte eines Hofes hier aus der Region (nur 4.500 Meter Luftlinie von meinem Laden entfernt!) zugesteckt, bei dem es Eier von "überglücklichen freilaufenden Hühnern" (sic!) gibt. Da werde ich nachher mal auf dem Weg nach Hause anhalten und freundlich nachfragen.

Lebensmittelkooperation

Eine junge Frau sprach mich im Laden an und erkundigte sich, ob ich Interesse an einer gemeinsamen Lebensmittelkooperation hätte. Auf Nachfrage erklärte sie mir, dass sie Teil einer großen WG wäre und diese würde gerne alle Lebensmittel abnehmen, die bei uns im Müll landen. (Welcher mein Vorteil bei dieser "Kooperation" wäre, erschloss sich mir nicht.)

Sie war ja ganz nett, aber sie bekam dennoch ein "Nein" als Antwort. Denn bei uns gehen im Grunde kaum Lebensmittel in die Tonne, die noch verwertbar sind. Meistens reduzieren wir die Sachen oder benutzen sie selber. Aber das wisst ihr ja alle schon längst … :-)

(Ich bilde mir ein, dass ihr Blick mir sagen wollte, dass das nicht sein kann, denn schließlich weiß man ja, dass alle Supermärkte tagtäglich tonnenweise hochwertige Lebensmittel entsorgen …)

Zerquatschte Wünsche

Was bin ich eigentlich für ein Kaufmann, dass ich die Wünsche meiner Kunden nicht kommentarlos erfülle, sondern ihnen "ihre" Produkte auch noch zerquatsche? :-)

Ein Kunde wollte eine kalte Kiste "Haake Beck Pils" aus dem Kühlhaus haben. Ich hatte erst Wochen zuvor mein erstes Haake Beck getrunken und meinte nur zu ihm, ob er ernsthaft Haake Beck haben wolle. "Das schmeckt doch gar nicht", musste ich einfach loswerden. "Du stehst auf Augustiner, was?", witzelte er. Wie Recht er doch hatte. Er nahm dann aber doch das Haake mit, was ja auch vollkommen okay war.

Unmittelbar der nächste Kunde fragte nach "Vitamalz". "Ehrlich?", meinte ich, "Das süße Zeug?" – Er nahm dann zwar auch Vitamalz mit, die andere Hälfte der Kiste füllte er aber mit Veltins Malz, das ich persönlich deutlich besser finde, weil viel süffiger. Weniger süß, weniger schaumig.

Ich kann einfach nicht aus meiner Haut.