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Ein Verkäuferin bei WFDJ

Ich bekomme unregelmäßig von "Wir finden deinen Job" irgendwelche Mails mit angeblichen potentiellen Interessenten. Ich habe keine Ahnung, wie ich da reingekommen bin und auch nicht, wie ich mich da wieder austragen kann. Da die Anzahl der Mails noch nicht im wirklich lästigen Bereich ist, habe ich bislang noch keine Zeit investiert, da mal genauer nachzuhaken.

Wär jetzt nicht so nett, den Bewerber oder die Bewerberin da antanzen zu lassen, oder? :-P


Benötigte Angestellte

Eine Anruferin wollte wissen, ob wir Mitarbeiter brauchen.

Ich antwortete mit "Nein" und damit war die Sache erledigt.


Es hatte aber zugegebenermaßen kurz in den Fingern gekitzelt, zu sagen, dass wir hier sehr wohl Mitarbeiter benötigen. Alleine ist der Job einfach nicht zu schaffen. Aber das hätte sie dann wohl vollkommen verwirrt. :-)

Doppelt verwirrendes Anschreiben

Aus dem Anschreiben einer Initiativbewerbung. Ich bin mir nicht sicher, was mich mehr daran irritiert: Dass sich der Bewerber selber als Aushilfe "m/w/d" bezeichnet oder die darauf folgende allgemein gehaltene Anrede als "Ansprechpartner(/in)". :-)


Job frei?

Eine junge Frau rief an, plapperte nach der Begrüßung direkt los und erkundigte sich, ob gerade bei uns ein Aushilfsjob auf 450-Euro-Basis frei wäre.

Wahrheitsgemäß entgegnete ich, dass es eventuell demnächst passieren könnte, dass uns demnächst zwei ehemalige Studenten verlassen, um in ihren eigentlichen Jobs zu arbeiten.

Ihre Stimme überschlug sich fast vor Freude: "Oh, cool! Das ist klasse!"

"Hey, das war jetzt noch keine Jobzusage. Aktuell brauche ich ja noch niemanden!", konterte ich. Wir verblieben so, dass sie ihre Unterlagen mal vorbeibringen sollte. Dann habe ich nämlich, wenn es mal so weit ist, die Kontaktdaten von einem möglichen Interessenten.

Bewerbungsfoto auf A4

Eine Bewerberin hatte in ihren Unterlagen das Bewerbungsfoto nicht oben in die Ecke vom Lebenslauf geklebt, sondern als gesonderte Seite mit in die Mappe gelegt. Das Foto hatte sie auf A4-Format gestreckt auf einem eigenen Blatt Papier ausgedruckt.

Da erschreckste dich aber erst mal beim Durchsehen der Papiere.

Bewerber-Kontakt via WhatsApp

Aus einer Bewerbung:

Sie können mich per Email oder Whatsapp kontaktieren.
Die junge Dame ist Studentin und hat einfach einen der aktuell beliebtesten Kommunikationswege mit angegeben. Hatten wir bislang auch noch nicht, aber das Angebot hatte ich gerne angenommen.

(Wir haben dann übrigens auch zusammengefunden.)


Bewerbung für ein Praktikum

Eine junge Frau, die wir auch als Kundin schon seit vielen Jahren kennen, rief an und erkundigte sich, ob sie bei uns ein mehrwöchiges Praktikum machen könne. Einfach nur so am Telefon wollten wir natürlich überhaupt nichts zusagen, zumindest einmal sehen wollten wir die Dame und so sagte mein Mitarbeiter ihr, dass sie doch bitte mal ein paar Bewerbungsunterlagen persönlich vorbeibringen solle.

Selbst für ein schnödes einwöchiges Schulpraktikum werden mittlerweile komplette Bewerbungsmappen verlangt, da fand ich die Forderung nicht überzogen.

Es lief übrigens darauf hinaus, dass wir ihr zugesagt haben. :-)

Telefonische Inverbindungsetzung

Einleitung auf einer Bewerbung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte mich telefonisch mit Ihnen in Verbindung gesetzt und nach einer Vollzeitstelle als Verkäuferin gefragt. Diesbezüglich sollte ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen zuschicken.
Keiner konnte sich daran erinnern, einer Anruferin diese Info gegeben zu haben, vor allem da gerade Vollzeitstellen eher nicht so oft bei uns zu vergeben sind.

Nur wenn Leute nach einem Aushilfsjob fragen, bekommen sie immer relativ reflexartig die Antwort, eine unverbindliche Kurzbewerbung reinzuwerfen, da in dem Bereich immer wieder mal Bedarf besteht.

Ressourcenmanagement

Wir haben eine Bewerbung bekommen. Dabei war ein Arbeitszeugnis mit einer Auflistung der Dinge, die in der Firma zum Tätigkeitsfeld der Bewerberin gehörten. Unter anderem stand dort:

Ressourcenmanagement (Küchen- und Konferenzraumbereich)
Ich hab das einfach mal als "täglich Kaffee kochen und immer rechtzeitig neue Kaffeekapseln kaufen" interpretiert, was aber ja auch nicht unwichtig ist. :-)

Fehlende Zeitangaben

Aus dem Lebenslauf eines Bewerbers:

"Fehlende Zeitangaben beinhalten aktive Stellensuche, Übergangsphase nach Einreise, berufliche Orientierungszeiten, diverse Fortbildungskurse und Wartezeiten auf Qualifizierungen."
Ist zwar auch alles eher schwammig formuliert, aber immerhin bleibt man als Personaler nicht mit einem großen Fragezeichen überm Kopf zurück.

Geforderter Geist

Aus einer Bewerbung für den Posten als Kassierer/in in Teilzeit:

… bin ich auf der Suche nach einer spannenden Beschäftigung, die mich geistig fordert.
Es ist ja nicht so, dass der Job an der Kasse so ganz anspruchslos ist, aber diese Formulierung wirkt doch irgendwie etwas skurril. :-)

Kanonen, Spatzen, Textbausteine

Aus dem Anschreiben einer Bewerberin für einen 450€-Minijob:

Ihr Stellenangebot hört sich toll an! Ich hoffe, mir hierdurch persönliche und fachliche Entwicklungsmöglichkeiten erschließen zu können. Ihre Ausrichtung und das Image in dieser Branche gefallen mir besonders gut, daher sehe ich Sie als einen sehr interessanten Arbeitgeber an. In den Medien habe ich Ihre Entwicklung schon lange verfolgt und glaube daher, auch gut ins Unternehmen zu passen.
[…]

Die Bewerbung

Dieser ehemalige Mitarbeiter hat sich vor ein paar Wochen erneut bei mir beworben. Meine emotional formulierte Antwort an ihn war wohl nicht besonders professionell, musste aber einfach "raus":

Sehr geehrter Herr […],

sind Sie wirklich nicht in der Lage, sich zu merken, wo Sie schon einmal gearbeitet haben?

Erlauben Sie mir, Ihre Erinnerung kurz aufzufrischen: Vom 27. September bis 30. September 2017 hatten Sie in meinem Geschäft in der Münchener Straße 66-72 gearbeitet und sind dann ohne jegliche Abmeldung oder Ankündigung nicht mehr am Arbeitsplatz erschienen, haben dann aber mit einem sympathischen Schreiben voller angedeuteter Drohungen eine unsinnige Gehaltsforderung verlangt.

Zur Ihrer aktuellen Bewerbung bei mir im Unternehmen: Ich habe kein Interesse an Ihrer Mitarbeit.
Und nun fordere ich Sie auf, mich nicht mit weiteren Bewerbungsversuchen zu belästigen.
Ich hatte zwar mit keiner weiteren Reaktion gerechnet, diese kam jedoch nur einige Stunden später in Form einer weiteren Mail:

Moin Herr Harste,

mit einem lauten Lacher habe ich Ihre peinliche E-Mail vom heutigen Tag zur Kenntnis genommen und natürlich ist mir schon bewusst wo meine Person gearbeitet hat, aber das wird wohl an meinem gesegneten Alter liegen. Jetzt möchte ich aber gerne auf Ihre lächerliche E-Mail beziehen:

[Es folgten einige spöttisch formulierte Tatsachenverdrehungen.]

Abschließend teile ich Ihnen noch mit, dass ich diese bei Ihnen eingereichte Bewerbung als Alibi-Funkion für administrative Zwecke brauchte.

Ansonsten wünsche ich Ihnen noch viel Spaß und Glück bei der Suche nach dem perfekten Kandidaten, aber wenn Sie solche E-Mails an die potentielle Bewerber verschicken, werden Sie leider noch sehr lange suchen dürfen - lol.

Mit freundlichen Grüßen
Was für ein Querulant. Natürlich schicke ich nicht solche E-Mails an "potentielle Bewerber", sondern nur an Leute, die sich ausgesprochen sonderbar verhalten, um diese ein wenig zu provozieren. Mir war der Inhalt und Tonfall meiner Mail durchaus bewusst und ich war auch wirklich, wirklich, wirklich nicht darauf aus, ihn noch einmal für mich zu gewinnen.

Ist mir jetzt aber auch egal. Einzig die schriftlich bestätigte "Alibi-Funkion für administrative Zwecke" könnte eventuell für die Arbeitsagentur noch einmal interessant werden. :-P