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Telefonische Inverbindungsetzung

Einleitung auf einer Bewerbung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte mich telefonisch mit Ihnen in Verbindung gesetzt und nach einer Vollzeitstelle als Verkäuferin gefragt. Diesbezüglich sollte ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen zuschicken.
Keiner konnte sich daran erinnern, einer Anruferin diese Info gegeben zu haben, vor allem da gerade Vollzeitstellen eher nicht so oft bei uns zu vergeben sind.

Nur wenn Leute nach einem Aushilfsjob fragen, bekommen sie immer relativ reflexartig die Antwort, eine unverbindliche Kurzbewerbung reinzuwerfen, da in dem Bereich immer wieder mal Bedarf besteht.

Ressourcenmanagement

Wir haben eine Bewerbung bekommen. Dabei war ein Arbeitszeugnis mit einer Auflistung der Dinge, die in der Firma zum Tätigkeitsfeld der Bewerberin gehörten. Unter anderem stand dort:

Ressourcenmanagement (Küchen- und Konferenzraumbereich)
Ich hab das einfach mal als "täglich Kaffee kochen und immer rechtzeitig neue Kaffeekapseln kaufen" interpretiert, was aber ja auch nicht unwichtig ist. :-)

Fehlende Zeitangaben

Aus dem Lebenslauf eines Bewerbers:

"Fehlende Zeitangaben beinhalten aktive Stellensuche, Übergangsphase nach Einreise, berufliche Orientierungszeiten, diverse Fortbildungskurse und Wartezeiten auf Qualifizierungen."
Ist zwar auch alles eher schwammig formuliert, aber immerhin bleibt man als Personaler nicht mit einem großen Fragezeichen überm Kopf zurück.

Geforderter Geist

Aus einer Bewerbung für den Posten als Kassierer/in in Teilzeit:

… bin ich auf der Suche nach einer spannenden Beschäftigung, die mich geistig fordert.
Es ist ja nicht so, dass der Job an der Kasse so ganz anspruchslos ist, aber diese Formulierung wirkt doch irgendwie etwas skurril. :-)

Kanonen, Spatzen, Textbausteine

Aus dem Anschreiben einer Bewerberin für einen 450€-Minijob:

Ihr Stellenangebot hört sich toll an! Ich hoffe, mir hierdurch persönliche und fachliche Entwicklungsmöglichkeiten erschließen zu können. Ihre Ausrichtung und das Image in dieser Branche gefallen mir besonders gut, daher sehe ich Sie als einen sehr interessanten Arbeitgeber an. In den Medien habe ich Ihre Entwicklung schon lange verfolgt und glaube daher, auch gut ins Unternehmen zu passen.
[…]

Die Bewerbung

Dieser ehemalige Mitarbeiter hat sich vor ein paar Wochen erneut bei mir beworben. Meine emotional formulierte Antwort an ihn war wohl nicht besonders professionell, musste aber einfach "raus":

Sehr geehrter Herr […],

sind Sie wirklich nicht in der Lage, sich zu merken, wo Sie schon einmal gearbeitet haben?

Erlauben Sie mir, Ihre Erinnerung kurz aufzufrischen: Vom 27. September bis 30. September 2017 hatten Sie in meinem Geschäft in der Münchener Straße 66-72 gearbeitet und sind dann ohne jegliche Abmeldung oder Ankündigung nicht mehr am Arbeitsplatz erschienen, haben dann aber mit einem sympathischen Schreiben voller angedeuteter Drohungen eine unsinnige Gehaltsforderung verlangt.

Zur Ihrer aktuellen Bewerbung bei mir im Unternehmen: Ich habe kein Interesse an Ihrer Mitarbeit.
Und nun fordere ich Sie auf, mich nicht mit weiteren Bewerbungsversuchen zu belästigen.
Ich hatte zwar mit keiner weiteren Reaktion gerechnet, diese kam jedoch nur einige Stunden später in Form einer weiteren Mail:

Moin Herr Harste,

mit einem lauten Lacher habe ich Ihre peinliche E-Mail vom heutigen Tag zur Kenntnis genommen und natürlich ist mir schon bewusst wo meine Person gearbeitet hat, aber das wird wohl an meinem gesegneten Alter liegen. Jetzt möchte ich aber gerne auf Ihre lächerliche E-Mail beziehen:

[Es folgten einige spöttisch formulierte Tatsachenverdrehungen.]

Abschließend teile ich Ihnen noch mit, dass ich diese bei Ihnen eingereichte Bewerbung als Alibi-Funkion für administrative Zwecke brauchte.

Ansonsten wünsche ich Ihnen noch viel Spaß und Glück bei der Suche nach dem perfekten Kandidaten, aber wenn Sie solche E-Mails an die potentielle Bewerber verschicken, werden Sie leider noch sehr lange suchen dürfen - lol.

Mit freundlichen Grüßen
Was für ein Querulant. Natürlich schicke ich nicht solche E-Mails an "potentielle Bewerber", sondern nur an Leute, die sich ausgesprochen sonderbar verhalten, um diese ein wenig zu provozieren. Mir war der Inhalt und Tonfall meiner Mail durchaus bewusst und ich war auch wirklich, wirklich, wirklich nicht darauf aus, ihn noch einmal für mich zu gewinnen.

Ist mir jetzt aber auch egal. Einzig die schriftlich bestätigte "Alibi-Funkion für administrative Zwecke" könnte eventuell für die Arbeitsagentur noch einmal interessant werden. :-P

Bewerbung als Verkäuferin

Der erste Satz auf einem Bewerbungsanschreiben:

"Sehr gehrte Damen und Herren,

mit großer Freude bin ich auf ihren Stellenangebot in ihrem Schaufenster gestoßen und mich telefonisch bei ihnen gemeldet habe.
"
Ich bin schon lange nicht mehr pingelig, wenn es um Bewerbungen geht. Wenn jemand nett ist, über Grundkenntnisse in Körperpflege verfügt und vernünftig kassieren kann, ist mir der Rest inzwischen relativ egal.

Zurück zu dieser Bewerbung. Vorweg sei gesagt, dass wir keinen Hinweis an der Scheibe hängen gehabt haben.
Aber ist es denn so mühsam, das Geschriebene hinterher und vor dem Absenden wenigstens einmal durchzulesen und dabei zumindest als halbwegs logischen Satz zu identifizieren? :-(

Nur mit Adresse

Eine Bewerberin hat mit der Post eine kurze Bewerbung geschickt. Klingt so weit ganz interessant, aber es gibt (mal wieder) keine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. (Und das bei einer jüngeren Bewerberin!)

Ich habe ja zugegebenermaßen keine Motivation, die restliche Kommunikation via Briefpost fortzusetzen. (Schreiben, ausdrucken, in einen Umschlag stecken, Briefmarke ausdrucken, zum Briefkasten bringen …)

Obwohl es auch mal ein interessantes Experiment wäre, zu sehen, wie lange man es mit den klassischen Kommunikationswegen herauszögern kann, einen Termin für ein Vorstellungsgespräch zu vereinbaren. :-D

Geerdet

Wir haben eine Initiativbewerbung bekommen. Im Lebenslauf hat der Bewerber in der Rubrik "sonstige Kenntnisse und Fähigkeiten" auch folgende Zeile hinterlassen:

geerdet
Den Begriff und die Bedeutung (warum sucht der Herr dann eigentlich einen neuen Job?) kenne ich, aber in einer Bewerbung habe ich das in den fast 18 Jahren meiner Selbstständigkeit als erwähnte Eigenschaft auch noch nie gesehen.

Interesse oder kein Interesse?

Vor einer Weile hatte ich von einer jungen Frau eine schriftliche Bewerbung als Verkäuferin bekommen. Sie hatte die Unterlagen direkt hier im Markt abgegeben, ein Kollege hatte die Mappe im Kassenbüro deponiert.

Ein paar Tage später erschien die Frau erneut persönlich hier im Laden und erkundigte sich bei mir, ob ich die Bewerbung bekommen hätte und ob sie wohl Chancen hätte. Wahrheitsgemäß erklärte ich, dass wir gerade eine Bewerberin im Kassentraining haben und dass ich mich "in den nächsten Tagen" bei ihr melden würde.

Das taten wir auch! In der folgenden Woche versuchte eine Kollegin, die Bewerberin telefonisch zu erreichen, es klingelte wohl, aber sie ging nicht ran. Eine E-Mail-Adresse hatte sie nicht hinterlassen und ich muss zugeben, dass ich keine Lust hatte, irgendeinen Brief zu verfassen und mit der klassischen Post zu verschicken. Also beließen wir es bei dem Anrufversuch.

Ein Rückruf erfolgte auch nicht, aber wir blieben dran. Mehrere Tage später versuchten wir erneut, die Bewerberin zu erreichen. Selbes Spielchen. Ich hörte ein Freizeichen, aber niemand meldete sich.

Eine Woche später machten wir Nägel mit Köpfen. Beim dritten Versuch ging nämlich sofort die Mailbox ran und ich hinterließ direkt eine kurze Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Der Termin lag knapp eine Woche in der Zukunft, so dass die Fraz umplanen oder sich zumindest zurückmelden hätte können.

Es kam keine Rückmeldung und die Frau erschien (wenig überraschend) auch nicht zum Termin. Wir haben seit dem nie wieder etwas von ihr gehört oder gesehen.

Man gewöhnt sich irgendwann ab, sich über sowas zu wundern …

Die drei "Häh?!"

Das dritte "Häh?!" des Tages hatte ich vor ein paar Minuten, als ich eine leere (aber bepfandete) Einwegflasche einer Marke eines Mitbewerbers bei uns im Regal gefunden habe. Aber das eigentlich nur am Rand erwähnt.

Die erste Merkwürdigkeit hatte ich heute Morgen. Da rief mich der Edeka-Kundendienst an und berichtete von einer etwas kuriosen E-Mail, die dort eingegangen ist. Ein Mann, lt. Adresse (der echten?) hier aus dem Stadtteil, schrieb auf Englisch, dass er hier bei seinen Kreditkartenzahlungen abgezockt werden würde und dass es notwendig wäre, noch mehr derart abgezockte Kunden zu finden, die dann gemeinsam zur Polizei gehen und das anzeigen sollen. Andererseits beschrieb er uns nicht mit konkreter Adresse, sondern einzig mit dem Merkmal "The all-night-and-day shop in Bremen (except Sundays: 00.00h to 24.00 Hours!)". Aufgrund unserer 24h-Vergangenheit (und der räumlichen Nähe zu seiner Anschrift) fühle ich mich zwar prinzipiell schon irgendwie angesprochen, aber andererseits haben wir nun auch schon seit über sieben Jahren eben nicht mehr rund um die Uhr geöffnet.

Gegen Mittag hatte ich das nächste große Fragezeichen über dem Gehirn schweben: Da trudelte mit der Tagespost eine Bewerbung rein. Eine komplette Mappe mit Anschreiben und allem was dazu gehört. Wäre jetzt nicht weiter erwähnenswert, wenn der junge Mann nicht vor exakt vier Wochen auch schon eine solche Mappe geschickte oder ich gar nicht erst darauf reagiert hätte. Statt eine neue Bewerbung (verpeilt oder hoffnungsvoll?) zu schicken, hätte er besser mal auf mein Schreiben reagiert.

Das sind die Tage, an denen einem vom Kopfschütteln schwindlig wird.

Aussehen wie ein Penner

Eine Bekannte rief mich an und erklärte mir, dass sich demnächst möglicherweise bei mir ein Mann für einen Job als Kassierer vorstellen würde.

Ich fragte: "Okay. Wie alt ist denn der?"

Sie antwortete: "So 40, 50 oder 60 Jahre alt."

Genauer konnte sie es mir auch nicht sagen. Noch bevor ich was sagen konnte, ergänzte sie: "Der sieht aus wie ein Penner, ist aber keiner!"

"Woher kennst du den denn?"

"Gar nicht, der stand bei REWE an der Kasse."

"Aber woher weißt du denn, dass das kein Penner ist, wenn du den zwar nicht kennst, er aber so aussieht?"

"Ich kann eben durch die Schichten durchgucken, das hat etwas mit Magie und Spiritualität zu tun."

Ein Kollege hatte die Unterhaltung mitbekommen und warf in den Raum: "Eher Maggi und Spirituosen!"

Ich wandte mich ihr wieder zu: "Also einen Typen, der möglicherweise kein Penner ist, aber die Erscheinung wie ein solcher hat, werde ich auf jeden Fall nicht an die Kasse setzen. So gut kann keiner den Job machen, dass solche Äußerlichkeiten damit ausgeglichen würden."

Damit ist war und ist das Thema für mich beendet.

Muss ich da jetzt anrufen?

Eine Bewerberin, jünger als ich, hat in ihren Bewerbungsunterlagen keine E-Mail-Adresse angegeben. Wie soll ich die denn jetzt kontaktieren? Muss ich da etwa diese lange Zahlenkolonne in ein Telefon tippen und mich mit der Frau in Echtzeit-Verbalkommunikation verständigen?

Wird wohl darauf hinauslaufen. :-)