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Oma Anna: r.i.p.

Vor ein paar Tagen bin ich eher zufällig über diesen alten Beitrag mit dem fiktiven Tagebuch unserer damals schon sehr alten Kundin "Oma Anna" gestolpert.

Inzwischen ist die Frau, die es immerhin bis weit in die 90er geschafft hatte, schon seit ein paar Jahren gar nicht mehr unter uns. Eines Tages kam sie nicht mehr, aber das fällt einem bei einer Verkäufer-Kunde-Beziehung ja meistens nur am Rande oder Zufällig mal bei besonderen Kunden auf. Eine Betreuerin von ihr, die danach immer noch privat in den Laden kam, hat uns irgendwann mal die traurige Wahrheit erzählt.

War 'ne knuffige alte Dame.

Frage nach dem Schlemmerblock

Eine Kundin stand an der Kasse und hat von sich aus nach dem Schlemmerblock gefragt. Haben wir aber nicht.

Wir hatten sie aber mal und es war der reinste Ladenhüter. Außerdem war mir das zu heiß, denn so ein Block ist relativ teuer und dabei nicht groß. Einmal und nie wieder hatte ich sie.

Was mich nur schon die ganze Zeit wundert: Wann war das? Und warum finde ich darüber beim besten Willen nichts in diesem Blog? Ich bin ganz sicher, dass das schon zu Blog-Zeiten war. Seltsam …

Warum wir KEINE KARTONS reservieren!

Eine Kundin wollte zwei Bananenkartons abholen, die einer meiner Mitarbeiter aus der Spätschicht des Vortages wohl für sie reservieren sollte.

Dieser hatte sogar eine Notiz für die Kollegen aus der Frühschicht im Büro hinterlassen, aber was nützt es, wenn die Kartons noch nicht ausgepackt sind und auch akut der Platz noch nicht da ist, um diese Kartons auszupacken. Wir können die Bananen ja nicht einfach irgendwo hinlegen.

Die Frau wurde etwas säuerlich: "Ich bin jetzt extra hergekommen dafür. Die sollten zurückgelegt werden, das hatte mir der Herr versprochen!"

Das war ein Paradebeispiel, warum wir hier grundsätzlich keine (Bananen-) Kartons reservieren. Weil immer irgendwas schiefgehen kann oder ein Mitarbeiter, der davon nichts wusste, die Dinger dann an jemanden anders herausgibt und die Person, welche die Kartons ursprünglich haben wollte, dann entsprechend verärgert ist.

Wein für 6,49€

Eine sehr alte Stammkundin kam vor einigen Tagen in den Laden und beklagte sich darüber, dass man ihr wohl an der Kasse eine gekaufte (also bezahlte) Flasche Wein nicht mitgegeben hätte und darum würde sie die jetzt gerne mitnehmen.

Da an der Kasse allerdings keine derartige Flasche stehengeblieben war und auf dem Packtisch ebenfalls nicht, vermuteten wir, dass irgendjemand anders diese mitgenommen hatte. Um das genauer herauszufinden, blickten wir in die Videoaufzeichnung, aus der sich allerdings eindeutig ergab, dass die Frau die Flasche in ihren Stoffbeutel gesteckt und auch mit aus dem Laden genommen hatte.

Das sagte ich ihr auch so. Und ergänzte noch mit leicht scherzendem Tonfall die Frage, ob sie die Flasche vielleicht in Gedanken schon ausgepackt und irgendwo zu Hause hingestellt hatte.

"Habe ich nicht!", antworte sie knapp und ergänzte: "Dann kann ich die sechsneunundvierzig ja abschreiben, wenn Sie mir den nicht mitgeben wollen.". Stand auf und ging.

Ein paar Tage vergingen, die Kundin war wieder im Laden. Eine Kollegin sprach sie freundlich an und erkundigte sich, ob die Weinflasche wohl wieder aufgetaucht wäre.

Das war sie tatsächlich! Allerdings nicht in der Wohnung der Frau, sondern im Gebüsch neben der Zufahrt zu ihrem Haus. Leer und mitsamt dem Stoffbeutel in dem die Flasche steckte.
Sie vermutet, dass ihr zwei dubiose Typen, die dort wohl neben dem Grundstück herumlungerten, den Beutel aus dem Rollator gestohlen hatten, während sie das Tor aufschloss.

Kranke Welt. :-(

Lieber woanders als durch Mitarbeiter

Eine Kundin hatte zwei Tüten mit unterschiedlichem Leergut bei sich. Da unser Rücknahmeautomat gerade eine (kurzzeitige) Störung durch eine verklemmte Flasche hatte, wollte ihr ein Kollege die Flaschen händisch abnehmen.

Die Frau weigerte sich lautstark dagegen und drehte sich um mit den Worten, dass sie das Leergut dann lieber woanders abgeben wird.

Muss man nicht verstehen.

Sechs Kisten Wasser

Eine Kundin hatte sechs Kisten Mineralwasser bestellt, die wir aktuell nicht im Sortiment haben: Viva con Agua. Nicht ganz billig, pro Kiste werden im stationären Einzelhandel bis zu 8,99€ (und teilweise über 10 Euro) für 12x0,7l zuzüglich Pfand berechnet. Ich hatte angeboten, sie ihr für glatte 10 Euro inklusive Pfand zu geben, ein echt fairer Kurs.

Am Tag der Lieferung telefonierten wir und von der Kundin kam plötzlich die Ansage, dass sie die Kisten nun doch nicht haben möchte, weil sie ihr "zu teuer" wären. Ich regte mich verständlicherweise auf, da ich das Wasser ja nun extra für sie bestellt hatte, und erklärte ihr auch, warum ich verärgert bin. Immerhin wusste sie vorher, wie viel das Wasser kosten würde.

Sie war dann einsichtig und hat die Kisten geholt.
Aber sowas kann ich überhaupt nicht leiden und genau das ist auch der Grund, warum wir solche Dinge normalerweise nur gegen Anzahlung regeln. :-|

Anruferin aus der Nähe

Eine Frau rief an und wollte wissen, ob wir fertige Eiswürfel hätten. Ich bejahte.

Sie bedankte sich, gelobte, später welche zu kaufen und legte auf.

Gut eine Minute späte hörte ich an der Lagertür ein vorsichtiges "Hallo?". Ich ging hin und eine junge Frau stand dort, die mir berichtete, dass sie gerade angerufen hätte wegen der Eiswürfel.

Stand sie denn beim Anruf direkt vor dem Laden? :-D

Nicht sehen und nicht gesehen werden?

Ines und ich standen an der Straßenecke, da wir gerade etwas in der Kantstraße nachsehen wollten. Plötzlich sahen wir sie die Gastfeldstraße in unsere Richtung entlanglaufen.

Kurz bevor die Frau auf unserer Höhe war, hielt sie sich plötzlich ihre linke Hand wie eine Scheuklappe neben das linke Auge, nach knapp drei Metern nahm sie die Hand wieder runter. Wollte sie uns nicht sehen? Wollte sie von uns nicht gesehen werden? Waren wir überhaupt der Grund für diese Geste?

Schulterzuckend guckten wir beide uns an und beobachteten aus der Entfernung, wie sie bei uns im Laden verschwand.

Joghurt auf dem Kopf

Eine Kundin hatte für ihren Einkauf keinen roten Korb benutzt und da man ja immer mehr kauft, als geplant, gingen ihr irgendwann die Hände aus. So stellte sie einen Joghurtbecher kurzerhand auf ihren Kopf.

Das ging zwar eine Weile gut, aber eine Kollegin hat ihr dann vorsichtshalber doch einen unserer Einkaufskörbe in die Hand gedrückt. :-)


Suchen? Nicht suchen? Egal!

Eine Kundin suchte ganz offensichtlich etwas. Sie ging durch verschiedene Gänge und zu verschiedenen Regalen, blickte jeweils immer einmal von oben nach unten durch die Fächer und ging weiter in einen anderen Gang. Wir sind hier ja stets aufmerksam und zuvorkommend und so fragte ich sie, ob sie etwas Spezielles suchen würde.

Sie guckte mich an als hätte sie noch nie einen Mann mit Brille und roter Weste gesehen und schüttelte den Kopf, während sie sich wieder umdrehte und weitersuchte.

Dann eben nicht… :-)

Nichts gesucht und nichts gefunden!

Eine ältere Kundin ging ohne Ware an der Kasse vorbei. Meiner Mitarbeiterin sagte sie gleich erklärend: "Ich habe nichts gefunden."

Da wir ja immer helfen und uns auch die Chance auf möglichen Umsatz nicht entgehen lassen wollen, fragte meine Kassiererin sie: "Was haben Sie denn gesucht?"

Die Kundin erwiderte: "Nichts Bestimmtes."

zu Tengelmann!

Eine ältere Stammkundin berichtete, dass ihre Bekannten immer noch zu "Tengelmann" gehen, wenn sie hier zu mir in den Laden herkommen.

Erstaunlich, wie sich sowas in den Köpfen der Leute festsetzt… Dabei bin ich hier mit dem SPAR schon knapp 17 Jahre (Nächste Woche ist mal wieder Geburtstag) und unmittelbar davor war der Laden mehrere Monate geschlossen. Das hier zuletzte betriebene Geschäft hieß KAISER's und, wie lange auch immer "KAISER's" hier dran stand, irgendwann DAVOR war es Tengelmann…

Das ist also bestimmt schon knapp 20 Jahre her. Krass. :-)

Welcher Artikel?

Dann war da noch dieser Moment, in dem eine Kundin den Laden dafür gelobt hat, dass nun wir einen bestimmten Artikel im Sortiment hätten – und ich ü-ber-haupt keine Ahnung hatte, was sie überhaupt meinte.

Schwärmerei!

Eine Stammkundin hatte vorhin nach einem ganz bestimmten Produkt gefragt, das momentan nicht vorrätig ist, weil wir es durch den verringerten Platz im Tiefkühlsortiment zunächst verbannt hatten.

Ich berichtete ihr, dass das leider notwendig war, weil der alte Tiefkühlschrank aus technischen Gründen zwingend weg musste. Und dass wir überhaupt neue Tiefkühltruhen bekommen, die dann u.a. dort stehen sollen, wo sich momentan noch mein Büro befindet, aus dem ich diese Zeilen gerade schreibe. So kam ich während meiner Erzählungen von einer Baustelle zur nächsten und letztendlich habe ich ihr über eine halbe Stunde von unseren Ideen und Planungen vorgeschwärmt und ihr auch Pläne und Fotos bei mir im Büro am Rechner gezeigt. Jetzt freut sie sich mit uns.

Erstaunt bin ich aber immer wieder darüber, wie viele Kunden die aktuelle Situation hier im Markt offenbar gar nicht so schlimm, sondern eher so schön urig und "unsteril" finden. :-)