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"Brauchen Sie einen Bon?" ab 2020

Die populäre Frage nach dem Kassenbon hat sich in ein paar Monaten erledigt. Ab Januar sieht das der Paragraf 146a der Abgabenordnung nämlich folgendermaßen:

Wer aufzeichnungspflichtige Geschäftsvorfälle im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 erfasst, hat dem an diesem Geschäftsvorfall Beteiligten in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit dem Geschäftsvorfall unbeschadet anderer gesetzlicher Vorschriften einen Beleg über den Geschäftsvorfall auszustellen und dem an diesem Geschäftsvorfall Beteiligten zur Verfügung zu stellen (Belegausgabepflicht).
Im Klartext: Der Bon muss gedruckt und ausgehändigt werden.

Der Hintergrund ist wohl, dass die Möglichkeit bestünde, die Vorgänge ansonsten einfach wieder zu stornieren. Das ist aber aus meiner Sicht vollkommener Humbug, denn wenn man wirklich derartigen Betrug begehen möchte, dann sucht man sich einfach die ausgedruckten, ausgehändigten und anschließend weggeworfenen Belege aus dem Mülleimer wieder heraus.

Ich sehe darin nur eine riesige Papierverschwendung, sonst nichts. Die meisten Kunden verneinen bei uns nämlich die Frage nach dem Kassenbon und die Bons, die jetzt schon gedruckt werden müssen, z.B. wenn abgewogene Artikel gebucht wurden, landen auch meistens im Mülleimer.

Es soll wohl Ausnahmen geben, aber wie weit diese Vorgehensweise für uns Härtefälle mit sich bringt, weiß ich nicht. Vermutlich keine begründeten, so dass eine Erleichterung wohl zumindest zunächst wohl erst mal nicht bewilligt werden wird.

Abzock-Anruf-Weiterleitung

Seit ich die Weiterleitung auf mein Handy eingerichtet habe, gab es schon vier Versuche, uns über die (gefälschte) Nummer der Edeka-Zentrale Hamburg zu erreichen – nur gesprochen habe ich seit dem noch mit keinem der Betrüger. Ich melde mich ganz seriös mit "Edeka-Markt Harste, guten Tag" und dann wird immer gleich oder nach ein paar Sekunden aufgelegt.

Ich habe absolut keine Ahnung, ob die Abzocker das irgendwie riechen oder ob denen, wenn ich z.B. gerade privat unterwegs bin, die supermarkttypischen Nebengeräusche fehlen oder ob die das mit der Weiterleitung doch merken. Aber so lange sie nicht bei einem meiner Mitarbeiter durchkommen und es tatsächlich schaffen, trotz aller Warnungen und der bekannten Verfahrensweise hier im Betrieb, die Leute einzulullen und so Geld zu ergaunern, ist auch schon viel gewonnen.


Fraud Alert

Da die Bilder in diesen Fake-Shops von den jeweiligen Internetseiten per Hotlink eingebunden sind, ist es natürlich doppelt fies. Kann man unterbinden, kann man aber auch schelmisch selber für einem kleinen Streich umfunktionieren. :-)


Kaputter Swopper für 30,99 (statt 104,82) Euro

Während des Urlaubs war ich durch eine Google-Benachrichtigung auf einen Link eines "Onlineshops" gestoßen, in dem, ja, öhm, meine Blogeinträge angeboten werden. Klingt bescheuert? Ist es auch. Diese Systeme scheinen nach irgendeinem Algorithmus das Web abzugrasen und aus den gefundenen Daten "Shopartikel" zu generieren. Immer zu einem auf "99" endenden Fantasiepreis und daneben findet sich grundsätzlich ein durchgestrichener, mehrere zehn bis weit über hundert Euro höherer "alter Preis".

Während meiner Recherche habe ich dort auch Beiträge aus anderen Onlinemagazinen und Zeitungen gefunden, dazwischen Titel aus unterschiedlichen Videoplattformen (auch xxx) und vor allem theoretisch echt vorhandene Produkte. Theoretisch deshalb, weil es sich bei diesen "Shops" um knallharten Betrug handelt. Wer von den merkwürdigen Inhalten (wie meine Blogeinträge) nicht misstrauisch wird und ein vermeintliches Schnäppchen kaufen möchte, dürfte spätestens dann sein blaues Wunder erleben, wenn die nächste Kreditkartenabrechnung aber bestimmt keine Ware kommt.

Teilweise sind die Links zu den "Shops" in den Screenshots zu sehen. Guckt euch den Rotz ruhig selber an, aber seid sorgsam auf den Seiten.

Mit einem Klick auf "Kaputter Swopper für 30,99 (statt 104,82) Euro" vollständig lesen könnt ihr den Beitrag aufklappen und noch meine restlichen Fundstücke sehen und zum Supersonderschnäppchenpreis kaufen. ;-)

(Für den selben Preis würde ich dann übrigens den heilen Swopper nehmen.)


Continue reading "Kaputter Swopper für 30,99 (statt 104,82) Euro"

Trickbetrüger im Supermarkt (Neue Version!)

Die Sache mit dem demolierten Trickbetrüger-Video hat mir keine Ruhe gelassen und so habe ich gestern im Laufe des Abends eine neue Version dieses Films erstellt.

Es ist wirklich erstaunlich, wie für die Kassenkraft völlig unzweifelhaft der Betrüger es in so kurzer Zeit mit mehreren Schritten schafft (bzw. versucht), das Vertrauen des Kassierers zu erlagen. So richtig bewusst ist mir das erst in den letzten Tagen geworden. Bei uns in der Firma kennt diesen Film jeder, der an der Kasse arbeitet, da er inzwischen zum Kassentraining dazugehört.

Ob dieser Clip auch auf fast 300.000 Views kommt? :-D


Abzocker auf mein Handy!

Immer wieder versuchen diese Guthabenkarten-Betrüger, bei uns anzurufen. Nach wie vor mit der Nummer der Edeka-Zentrale, die bis jetzt bei uns in der Fritzbox einfach nur gesperrt war.

Bis jetzt.

Ab sofort wird diese eine Nummer nämlich auf mein Handy weitergeleitet.

Das wird ein Spaß, wenn ich denen mit Hinhaltetaktik und falschen Zahlenkolonnen die Zeit stehle.

Club-Coca-Mate-Cola-Etikettenmix

Im Mülleimer vor dem Leergutautomaten fand ein Kollege eine Cola-Flasche, deren originales Etikette mit den beiden Aufklebern einer Club-Mate-Flasche überklebt waren. Haha, dachte ich, wieder ein Dummer, der eine unbepfandete Flasche auf diese Weise versilbern wollte. Dabei erkennt der Automat doch bei Mehrwegflaschen (wie bei Club Mate) die Flaschenform und nicht das Etikett. "Stell mal da hin, das kommt später noch ins Blog", sagte ich.



Als ich mir die Flasche zwischendurch mal genauer ansah, fiel mir auf, dass es sich bei der Flasche um eine offiziell mit 25 Cent bepfandete und mit DPG-Logo bedruckte Colaflasche handelt.
Wenn da jemand versucht hat, auf diese Weise den Automaten zu "überlisten", hat er sich nur selber betrogen. :-D

(Eine weitere Erklärung, um Dummheit oder böse Absicht mal auszuschließen: Vielleicht hat jemand diese Flasche tatsächlich genutzt, um darin die Mate zu lagern oder transportieren (z.B. dort hin, wo Glasflaschen verboten sind) und hat dann mit den übereinander geklebten Etiketten vom Leergutautomaten eine Abfuhr bekommen und die Flasche ohne weitere Diskussion weggeworfen.)


Selbstgedrucktes Pfandlogo

Dieses moderne Kunstwerk hat Banause Traudl verschmäht.

Verstehe ich gar nicht. :-D

Es ist weniger geworden im Laufe der Jahre, aber immer wieder mal versuchen die Leute dennoch, mit irgendwelchen gebastelten und ausgedruckten Logos oder nur Strichcodes den Automaten zur Annahme der Flaschen zu bewegen. Aber ohne die spezielle Farbe, die auf das UV-Licht im Automaten reagiert, wird das nichts.


Abzockanrufe non Stop

Immer wieder versuchen Betrüger, an Codes von Telefon-, Paysafe und sonstigen Guthabenkarten zu kommen. Dazu wird, meistens sogar mit gefälschter Telefonnummer, in den Geschäften angerufen und dann eine wirre Geschichte erzählt, die meistens Schlagworte wie Betrug, Sperrung und Sicherheit enthält. Ganz geschickt wird ein Szenario aufgebaut, dass die Angerufenen glauben lässt, dringend handeln zu müssen. Sie werden dazu gebracht, Aufladecodes zu aktivieren und diese Nummern am Telefon "zur Überprüfung" durchzugeben. Dass das Geld in dem Moment, in dem die Nummer durchgegeben wurde, vollständig verloren ist, sollte euch jetzt allen klar sein. Die scheinbar seriöse Telefonnummer (bei mir haben sich auch schon mit der Nummer der E-Plus-Hotline angerufen), untermauert die Aussagen noch.

Seit wir als Edeka-Markt gelistet sind, bekommen wir ständig solche Anrufe, die scheinbar aus der Edeka-Zentrale in Hamburg kommen, weshalb die Nummer bei uns auch inzwischen in der Fritzbox in der Sperrliste steht.

Ich drück's mal so aus: Die sind hartnäckig.

Screenshot Fritzbox

Datenschutzauskunft-Zentrale

Vor ein paar Tagen bekam ich eine E-Mail von Großhandlung, in der vor einer neuen Masche gewarnt wurde, mit der den Leuten das Geld aus der Tasche gezogen wird:

Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Zeit werden von einer angeblichen Datenschutzauskunftszentrale Faxmitteilungen verschickt. Bitte ignorieren Sie diese Mitteilungen, es handelt sich um Betrugsversuche.
Ich hatte den Text gerade gelesen, da trudelte das Fax hier auch schon ein. Die Gefahr, dass irgendein Mitarbeiter den Auftrag unterschrieben zurücksendet, besteht hier zwar nicht, da mir die Fritzbox eingehende Faxe per E-Mail sendet, aber woanders könnten die "Datenschützer" sicherlich Erfolg haben …

Ausschnitt aus dem Fax

Mit 498€ netto ist man dabei. Ein theoretisch sogar noch ein akzeptabler Preis, falls die angebotenen Leistungen tatsächlich vollumfänglich geboten würden, wovon wohl eher nicht auszugehen ist …


Neue Betrugsmasche!

Es scheint eine neue Masche an Diebstahl / Unterschlagung zu geben, der wir hier inzwischen leider auch schon zum Opfer gefallen sind.

Ein Mann (Südländer/Orientale, jedenfalls kein Deutscher) will scheinbar einen größeren Einkauf (Volumen ca. zwei große Einkaufstüten) einkaufen, dabei auch mehrere Schachteln Zigaretten.

Wenn die Waren an der Kasse erfasst worden sind und es ans Bezahlen geht, stellt er angeblich fest, sein Geld vergessen zu haben. Die bereits in Tüten verpackte Ware lässt er an der Kasse stehen und verabschiedet sich "bis gleich".
Dass die Zigaretten während des Einpackens in seinen Jackentaschen gelandet sind, fällt im Eifer des Gefechts und bei etwas weniger aufmerksamer, resp. nicht vorhandener Kontrolle nicht auf. Mit denen verlässt er dann jedoch den Laden und kommt, wer hätte es gedacht, natürlich nicht mehr wieder, um den Rest zu bezahlen.

Alle Mitarbeiter/innen hier haben nun von mir noch mal ausdrücklich den Hinweis bekommen, bei dieser (im Kassenalltag ja eigentlich eher unverdächtigen) Situation, UNBEDINGT sicherzustellen, dass die herausgegebenen Zigaretten auch hier zurückgelassen werden!

Klappern einer leeren Kiste

Konzentriert saß ich in meinem Büro, als ich aus Richtung der Leergutannahme das Klappern einer komplett leeren (also flaschenlosen) Getränkekiste hörte. Die wenigsten Kunden bringen Kisten ohne jeglichen Inhalt mit, also war ich sofort aufmerksam und ging nach vorne. Der leere Rahmen stand vor dem Rücknahmegerät auf dem Boden, die Maschine hat wohl planmäßig die Annahme verweigert.

Ebenfalls vor dem Automaten stand ein etwas verwahrlost wirkender Mann, der gerade versuchte, Traudl zur Annahme mehrerer Einwegflaschen zu bewegen. Die Zeit nutzte ich, um auf der Videoaufzeichnung nachzusehen, ob er die leere Kiste tatsächlich und wider meiner Erwartungen mitgebracht oder einfach nur im Vorbeigehen aus der Getränkeabteilung mitgenommen hatte.

Keine Minute später stand der Typ fluchend vor dem Laden auf dem Gehweg und darf nun aufgrund des ausgesprochenen Hausverbots hier auch erst mal nicht mehr rein. :-P

1,2 Millionen mit manipuliertem Pfandautomaten

Bin eben über diese relativ aktuelle Meldung beim Stern gestolpert: "27-Jähriger soll 1,2 Millionen Euro mit manipuliertem Pfandautomaten ergaunert haben"

Es steht ja "soll" und nicht "hat" im Text. Sportliche Leistung, denke ich mir die ganze Zeit. Aber lasst uns mal eben nachrechnen: 1,2 Millionen Euro sind 4,8 Millionen Gebinde. Er war von "Sommer 2013 bis Frühjahr 2014" dabei. Runden wir das der Einfachheit halber zu einem Jahr auf. Angenommen, der Mann hat JEDEN Tag den Automaten bearbeitet, dann sind das 13.150 Flaschen und Dosen täglich. Das heißt, es müssten rund um die Uhr alle sieben Sekunden ein Datensatz generiert worden sein. Tag und Nacht, unabhängig davon, ob Kunden im Laden waren oder sogar den Automaten bedient haben. Und das soll ein Jahr lang nicht aufgefallen sein?

Ich will nicht sagen, dass das mit genug krimineller Energie nicht zu schaffen wäre, aber da hätte kontinuierlich mit gewaltiger Schlagzahl "gearbeitet" werden müssen. Klingt schon relativ unglaubwürdig.

Ungewöhnliche Aktivitäten

E-Mail von PayPal. Also mal wirklich von PayPal und nicht von irgendwelchen Abzockern. Sieht aus, wie jede andere gottverdamte Phishing-Mail, die man so im Laufe der Zeit bekommt – mit einem ganz wichtigen Unterschied: Hier ist kein Link vorhanden, über den man direkt zu PayPal (resp. bei Betrügern auf deren eigenen Server) gelangen kann. Auf der offiziellen PayPal-Seite kam dann auch der gleiche Hinweis und nachdem ich mich via Mobilfunknummer identifiziert und ein neues Passwort eingegeben hatte, war alles wieder gut.

(Bleibt für mich die bislang unbeantwortete Frage, was bei denen "ungewöhnliche Aktivitäten" sind, die zu so einer Maßnahme führen …)

E-Mail von PayPal

Die drei "Häh?!"

Das dritte "Häh?!" des Tages hatte ich vor ein paar Minuten, als ich eine leere (aber bepfandete) Einwegflasche einer Marke eines Mitbewerbers bei uns im Regal gefunden habe. Aber das eigentlich nur am Rand erwähnt.

Die erste Merkwürdigkeit hatte ich heute Morgen. Da rief mich der Edeka-Kundendienst an und berichtete von einer etwas kuriosen E-Mail, die dort eingegangen ist. Ein Mann, lt. Adresse (der echten?) hier aus dem Stadtteil, schrieb auf Englisch, dass er hier bei seinen Kreditkartenzahlungen abgezockt werden würde und dass es notwendig wäre, noch mehr derart abgezockte Kunden zu finden, die dann gemeinsam zur Polizei gehen und das anzeigen sollen. Andererseits beschrieb er uns nicht mit konkreter Adresse, sondern einzig mit dem Merkmal "The all-night-and-day shop in Bremen (except Sundays: 00.00h to 24.00 Hours!)". Aufgrund unserer 24h-Vergangenheit (und der räumlichen Nähe zu seiner Anschrift) fühle ich mich zwar prinzipiell schon irgendwie angesprochen, aber andererseits haben wir nun auch schon seit über sieben Jahren eben nicht mehr rund um die Uhr geöffnet.

Gegen Mittag hatte ich das nächste große Fragezeichen über dem Gehirn schweben: Da trudelte mit der Tagespost eine Bewerbung rein. Eine komplette Mappe mit Anschreiben und allem was dazu gehört. Wäre jetzt nicht weiter erwähnenswert, wenn der junge Mann nicht vor exakt vier Wochen auch schon eine solche Mappe geschickte oder ich gar nicht erst darauf reagiert hätte. Statt eine neue Bewerbung (verpeilt oder hoffnungsvoll?) zu schicken, hätte er besser mal auf mein Schreiben reagiert.

Das sind die Tage, an denen einem vom Kopfschütteln schwindlig wird.