Tuesday, March 2. 2010
Mikel hat in diesem Kommentar gefragt: Interessieren würde mich das auch, aber das läuft wohl unter "Geschäftsgeheimnis". Außerdem würde ich gerne wissen, welche Knebelbedingungen man von Spar aufgedrückt bekommt. Es gab keine "Knebelbedingungen". Punkt.
Es gab natürlich einen recht umfangreichen Vertrag, in dem viele Dinge geregelt waren. Sicher kann jeder für sich auslegen wie er möchte, ob er sich durch den Vertrag "geknebelt" fühlt oder nicht. Ich habe nie ein Problem damit gehabt und das auch für mich zu keiner Zeit als "Knebelvertrag" empfunden. Ich konnte letztendlich meine Ware kaufen, wo ich wollte (wenngleich es natürlich zweckmäßig war, den Löwenanteil über die SPAR zu beziehen) und meinen Laden gestalten, wie ich wollte. Also?
Monday, February 22. 2010
David möchte wissen: Wenn ich in einen Supermarkt gehe, mir aber keinen Einkaufwagen hole ("Das werd' ich schon tragen können"), dann später aber doch draufkomme, dass ich mir da zu viel aufgehalst habe, kann ich mir dann das Zeugs in die Taschen stecken? (Natürlich nur zu Transportzwecken, an der Kasse hol' ich das wieder hervor). Oder sollte ich das nur mit Waren machen, die auch aus den Jackentaschen rausschauen? Ich rate dringend davon ab, irgendwelche unbezahlten Waren in mehr oder weniger geschlossene Taschen zu stecken. Das kann im schlimmsten Fall mit einer Anzeige wegen Ladendiebstahl (oder zumindest dem Versuch eines solchen) enden. (Stichwort: Gewahrsamsenklave)
Spätestens, wenn man einen dieser Artikel tatsächlich in der Tasche vergisst oder übersieht, hat man die Anzeige am Hals. Und dann helfen meistens keine Ausreden oder Erklärungen mehr. Und was mach ich eigentlich wenn ich mit, sagen wir mal, zwei S-Budget Energy-Drink-Dosen im Rucksack in einen Spar reingehe? Ich hab' da immer ein wenig ein unangenehmes Gefühl dabei, wenn die meine Tasche kontrollieren, könnten die ja annehmen ich hätt' die geklaut... Dafür gibt es eine sehr simple Lösung: Einfach vor dem Betreten des Marktes an der Kasse oder Information auf die mitgebrachte Ware hinweisen und ggf. einfach die Tasche abgeben.
Thursday, February 4. 2010
Hallo Björn!
Ich bin ein Freund von Getränken aus Dosen, schon alleine deswegen, weil es einige davon gibt, die ich sehr gerne mag, nur haben wir nun 2010 und ich muß diese wieder abgeben, um die 25 Cent wiederzubekommen, die ich beim Einkauf bezahlt habe.
Nun ist es so, daß immer ein kleiner Rest in der Dose übrig bleibt. Das kann Cola sein, Bier oder auch Red Bull. Da ich einigermaßen faul bin und die leeren Behälter mit Widerwillen abgebe, sammeln die sich bei mir, bis ich endlich mal den Entschluß fasse, doch mal zu Deinem Mitbeweber zu laufen und das Leergut abzugeben.
Da es, da wollte uns die Physik wohl leider einen Streich spielen, nun so ist, daß Dosen, die ich in die Tüte packe, auch einmal umfallen (was eher die Regel ist als die Ausnahme), habe ich auf dem Weg zu Deinem Mitbewerber die ganze Siffe in der Tüte. Das ist nicht angenehm, aber man kann sich ja Einweghandschuhe anziehen.
Was mir viel mehr Probleme bereitet: Legt man eine Dose, die außen "naß" ist, in den Leergutautomaten, versucht dieser (wenn ich mich recht erinnere, ist der auch von Trautwein) vergeblich, die Dose vertikal, also um ihre eigene Achse, zu drehen, um den Barcode oder das Pfandlogo oder was auch immeer da geprüft wird, zu scannen. Dieses Gummidings, das die Dose drehen soll, damit der Wasauchimmerleser das Wasauchimmererlesensoll erkennen soll, rutscht einfach ab.
Nun wische ich immer mit einem Taschentuch im Leergutautomaten rum, um die Walze zu trocknen, die meine leere Dose drehen soll, aber das ist eben nervig. Daher suche ich eine Lösung, um das weniger zeitaufwendig für mich und weniger nervig für die Mitarbeiter Deines Mitbeweberbers und die hinter mir wartenden Kunden zu machen.
Gibt es da vielleicht eine kanonische Lösung, die man z. B. Flaschensammlern empfiehlt? Oder gehen die nur in Geschäfte, die mehr als einen Automaten haben, damit man andere wartende Kunden nicht "blockiert"? Oder wie löst ihr das, wenn ein Kunde eine "feuchte" Dose hat (was ja, wie oben beschrieben, vermutlich so ungewöhnlich nicht ist) und der Automat sich einfach beim Scannen verheddert?
Mir kam zwischenzeitlich die Idee, einfach jeder leeren Dose ein wenig Gipspulver zuzugeben, ein wenig zu schütteln und dann ist gut.
Wenn ich die Dose nach ein paar Tagen abgebe, ist der Gips erhärtet und nichts kann mehr raustropfen. Für den Leergutautomaten sollte das auch kein Problem sein, da Gips ja recht weich ist und der "Cruncher" das locker mit zerdrücken sollte.
Es bleibt nur das Problem des Recyclings, Gips im Alu einer frisch gekauften Coladose macht sich freilich eher ungut. Ich denke mal, daß vor dem Schmelzvorgang beim Recycling eh alles kleingehackt und das vor dem Einschmelzen maschinell sortiert wird, sodaß mein bißchen Gips da auch nichts ausmachen sollte; es gibt ja sicher noch viel mehr Unrat in Blechdosen, der in die Recyclinganlage kommt.
Ich bin auf bessere Ideen, bzw. aus welche aus der Praxis gespannt! (Ich hoffe ja nicht, daß ich der Einzige mit diesem Problem bin . Die Idee mit dem Gips finde ich etwas sehr arg konstruiert. Ich glaube gar nicht mal, dass die Leergutautomaten so sehr darunter leiden würden oder dass der Gips in der Metallschmelze problematisch ist (fällt ja als Schlacke ab) – aber wäre das rumgefrickel mit dem Kalkpulver nicht zu umständlich? Aus dem staubigen Sack durch die kleine Dosenöffnung frickeln, evtl. Kalkstaub überall? Also für mich wäre das nichts...
Ansonsten kann ich dazu aber einen altbewährten Praxistipp liefern: Küchentücher in Viertel schneiden und jede Dose nach dem Austrinken mit so einem kleinen Stück zerknülltes Küchenpapier verstopfen. Geht schnell, staubt nicht und hält dicht.
Wednesday, February 3. 2010
Willi hat eine Frage: Ich geh' seit zweieinhalb Jahren containern, seit über zwei Jahren sogar ausschließlich. Nun komm' ich seit 'ner Weile regelmäßig an 'nem ehemaligen Plus, jetzigen Netto vorbei und die stellen jede Nacht das nicht verkaufte Brot in einigen der leeren Lochkästen zur Abholung durch den Brotlieferanten bereit. Meistens liegt in einem der Kästen auch ein ausgefüllter Schein mit der Anzahl der einzelnen Restbrote und -brötchen, denn der Laden bekommt ja vom Hersteller nichtverkauftes vergütet. Meine Frage dazu lautet nun: Kannst du dir vorstellen - oder weißt du's gar - ob beim Hersteller irgendjemand das im Detail nachzählt oder das auch nur möglich ist? Der Fahrer wird ja kaum nachts bei jedem Laden die Einzelteile nachzählen, bevor er Rest- und Leergut einlädt, sondern höchstens den Zettel runternehmen und bei der Rückkehr gesammelt abgeben. Und wenn die Kästen mal im Wagen sind interessiert's wahrscheinlich sowieso niemanden mehr und die Restware wird ja allerhöchstens noch als Schweinefutter benutzt. Ich weiß nicht, welche Bäckerei dort vor Ort liefert. Tatsächlich ist es aber so, dass viele (Groß-)Bäckereien das Altbrot an Bauern als Schweinefutter abgeben. In welcher Höhe oder ob überhaupt dabei Geld fließt, kann ich nicht sagen. Wenn von der alten Ware einige Teile verschwinden, dürfte sich der wirtschaftliche Schaden für die beteiligten Unternehmen in sehr überschaubaren Grenzen halten.
Was nicht heißen soll, dass ich dieses Verhalten befürworte. Und außerdem: Diebstahl bleibt Diebstahl. Darüber gibt es nichts zu diskutieren und dessen sollte sich Willi (bzw. auch jeder andere, der sich so verhält) bewusst sein.
Jan hat ein Problem, wenn er auf seinem iPod hier ins Blog guckt: Hey Björn, cooler Blog, den ich schon seit nunmehr mehreren Jahren verfolge.
Nun fallen mir mehrmals Bilder auf, die auf dem PC normal, beim Surfen mit dem iPod aber gedreht sind, Bild relatiert.
Wie das kommt, kann ich mir nicht erklären. Vielleicht der EXIF-Daten wegen? Wäre dann aber kurios, dass der Safari sowas auswertet... Das Problem gibt es auch auf dem iPhone. Warum, kann ich allerdings nicht sagen. Hat noch jemand dieses Phänomen schon einmal beobachtet und kann es vielleicht sogar erklären?
Saturday, January 23. 2010
Jan hat eine Frage: Guten Abend Shopblogger,
vielleicht können Sie als Profi mir dieses Mysterium erklären: Wo immer ich auch einkaufen gehe, sind die 10 Rollen Klopapier im Preis pro Rolle/Blatt teurer als die 8 Rollen Klopapier. Was ist das denn? Eine kleine Strafe für die doofen, die immer die Grosspackung nehmen, weil sie die "je größer, desto günstiger" Gleichung einfach so glauben, ohne je den Dreisatz zu bemühen? Auf Dauer würde so eine "Schummelei" vermutlich nicht funktionieren. Ich tippe daher auf eine andere und logischer erscheinende Ursache, die sich mit einem Blick in mein eigenes Toilettenpapierregal auch bestätigte: Das Papier in Packungen mit weniger Rollen ist hochwertiger, hat meistens eine oder sogar zwei Lagen mehr als die günstigere Version in der Discountpackung mit 10 Rollen Inhalt.
Thursday, January 14. 2010
Roland hat mir geschrieben: Da ich in Berlin wohne war ich, allerdings in Unkenntnis deines Blogs, schon vor 4 ½ Jahren das erste Mal in deinem Laden. Damals ist meine Schwester nach Bremen gezogen und ich bin abends nochmal losgezogen um den Becks-Nachschub (wir waren ja schließlich in Bremen) zu sichern.
Damals hattest du noch nicht 24 Stunden offen und es war schon recht spät. Als ich so (ich war die ersten paar Stunden meines Lebens in Bremen und wir sind mit dem Umzugswagen gerade erst angekommen) die Gastfeldstraße entlangging, fiel mir so gegen 23 Uhr am Samstag den 6. August 2005 dein Laden auf.
Was mich damals aber irritierte war, dass vor deinem Laden eine riesige Menschentraube stand und auf die Eröffnung von irgendeinem Event wartete. Da ich aber im Blog-Archiv zu dem Tag nichts relevantes fand wollte ich dich mal fragen ob du mir weiterhelfen oder mich einfach für verrückt abstempeln kannst (ist ja schließlich schon ein paar Tage her, vielleicht hab ich mich ja wirklich mit dem genauen Ort geirrt bin mir aber andererseits eigentlich recht sicher). Nachdem ich nun ausgiebig in meinen eigenen Erinnerungen und hier im Blog gewühlt habe, kann ich dir leider nur sagen, das das Ereignis, wo es denn für den Laden relevant war, nicht im mehrwöchigen Umkreis um den 6. August 2005 stattgefunden hat.
Aber vielleicht lässt ja auch nur mein Gedächtnis nach.  Was ist eigentlich aus den Fotos und Stories der Ladeneröffnung geworden?
Habe ich da was verpasst? Nein, die Sachen sind in Arbeit. Mache ich eben immer nebenbei und hat nun auch nicht eine besonders hohe Priorität.
Ich bin ja dabei. Ehrlich.
Wednesday, January 13. 2010
Nils hat ein paar Fragen zur aktuellen ec-Karten-"Problematik": Hallo Björn,
hast du eigentlich Probleme mit EC-Zahlungen in der letzten Zeit bei der Abrechnung an den Kassen?
Wie sieht die Lage bei dir im Supermarkt aus? Gibt es überhaupt Ausfälle oder nur Panikmache? Ich hatte ja selber auf einen Artikel verlinkt, der sich dieser Problematik annimmt. Von Seiten der Großhandlungen gab es Anordnungen in die Filialen, bzw. Hinweise an die Einzelhändler, wie in solchen Fällen vorgegangen werden soll.
Aber wir haben das Problem bislang nicht einmal gehabt.
Tuesday, January 12. 2010
Thomas hat eine Frage: Sag mal Björn wie reagierst du eigentlich auf Kunden die in dein Laden kommen und sich nur durch Schimpfen die Wut abreagieren und dann irgendwann den Laden wieder verlassen? Da die Gründe für die Wut sehr vielfältig sein können (Angefangen bei falscher Preisauszeichnung bis zum privaten Ehekrach) und man auf die jeweilige Person ganz individuell eingehen muss, gibt es nur eine pauschale Antwort:
Hinterher verbloggen, um das Ereignis zu verarbeiten.
Thursday, December 31. 2009
Blogleser Daniel hat mir vor einiger Zeit eine lange Mail mit vielen Fragen geschrieben. Hallo Björn,
beim Durchzappen ist mir ein sehr dubioser Bericht auf Stern TV aufgefallen, der über die populärsten Rechtsirrtümer (vornehmlich im Einzelhandel) aufklären soll. Keine Ahnung wie fundiert die Angaben dort sind, aber auf mich wirken die Behauptungen dort mehr als gewagt. Das sind alles Probleme, mit denen wir uns hier glücklicherweise noch nie ernsthaft auseinandersetzen mussten. Ich kann daher hier nicht mit fundierten Antworten aufwarten, sondern lediglich meine jeweilige persönliche Meinung kundtun. Vielleicht regen die Äußerungen zur weiteren Diskussion in den Kommentaren an. 1) Man darf Lebensmittel im Geschäft öffnen und probieren; muss allerdings für den entstandenen Schaden aufkommen (d.h. nicht den Verkaufspreis sondern muss lediglich den Einkaufspreis bezahlen). Find ich irgendwie seltsam. Der Händler bleibt ja schließlich auf der verpassten Handelspanne sitzen und nicht nur auf dem Einkaufspreis. Wenn hier bei mir jemand etwas öffnet und probiert aufisst, hat derjenige entweder gar kein Geld, so dass es auf eine Anzeige wegen Diebstahls hinausläuft oder wir bemerken den Vorfall erst später anhand der geöffneten Packungen. In dem Fall ist es natürlich gar nicht möglich, zu reagieren. (Sofern man den Zeitraum nicht zufällig so weit eingrenzen kann, dass man den Übeltäter anhand der Videoaufzeichung identifizieren kann. Aber auch dann müsste man darauf hoffen, dass die Person noch einmal in den Laden kommt.) 2) Man darf Originalverpackungen von NonFood-Artikeln im Laden öffnen und nachsehen was drin ist; natürlich ohne Kaufverpflichtung. Is klar... Ja, nein, ja, nein, ja, nein... Habe ich selber auch schon gemacht, z.B. um mir die Verarbeitungsqualität einer Ware anzusehen. Wenn man die Verpackung dabei so öffnet, dass man sie auch wieder unauffällig verschließen kann (z.B. Klebestreifen durchtrennen), sehe ich darin kein großes Problem.
Ärgern würde mich als Händler, wenn jemand die Packung regelrecht zerfetzt und den Inhalt hinterher am besten noch vollkommen falsch und lieblos wieder hineinstopft. 3) Man darf Verpackungen, die einem zu groß erscheinen einfach öffnen und sich so viel nehmen, wie man braucht. Die Ware muss man dann nur anteilig bezahlen. Wenn es tatsächlich mal ein solches Urteil gegeben haben soll, möchte ich dem Richter zu seiner vollkommenen Praxisferne gratulieren.
Ich biete etwas an (nämlich Packungen einer bestimmten Größe), der Kunde kann entscheiden, ob er das Angebot annimmt oder nicht. Auf welcher Rechtsgrundlage sollte der Kunde einen Anspruch darauf haben, dass ich meine Waren auseinanderreiße und häppchenweise verkaufe? Mich würd brennend interessieren was du darüber denkst und ob Kunden sowas tatsächlich schon mal bei dir abgezogen haben. Mit gesunden Menschenverstand gesagt, würd ich als Einzelhändler jedes mal explodieren, wenn Leute meinen, sie müssten meine Waren einfach so aufreißen  Ja, würde ich auch.
Wednesday, December 30. 2009
1. Eine kurze Vorstellung für unsere Leser: Wer bist du und was machst du? Mein Name ist Björn Harste, ich bin 36 Jahre alt und hauptsächlich als Blogger tätig. Nebenberuflich betreibe ich zwei Einzelhandelsgeschäfte in Bremen mit einer Gesamtverkaufsfläche von rund 900 Quadratmetern und mit 35 Mitarbeitern.  2. Wie kommt man auf die Idee, über das „Supermarkt-Geschehen“ zu bloggen? Seit mittlerweile beinahe 20 Jahren bin ich im Einzelhandel tätig, davon knapp 10 Jahre selbstständig. Es fallen und fielen schon immer kuriose Erlebnisse und Gegebenheiten an und irgendwann traf ich auf das Medium "Blog". Von der Entscheidung, über meinen Arbeitsalltag zu bloggen bis zum ersten Blogeintrag hier, vergingen weniger als 24 Stunden. 3. Laut Blog-Title bloggst du live aus dem Supermarkt. Findet man im Arbeitsalltag überhaupt die Zeit dafür? Mal mehr, mal weniger. Regelmäßigen Lesern wird eine gewisse Unregelmäßigkeit in der Frequenz meiner Blogeinträge auffallen. Wenn hier in der Firma Stress ist, werden es weniger Blogeinträge, wenn ich entspannt bin, häufen sich die Beiträge wieder 4. Du hast eine ordentliche Stammleserschaft aufgebaut. Kannst du anderen Bloggern konkrete Tipps geben? Ach, was heißt "Tipps", das ist ja kein Leistungswettbewerb. Aber man sollte schon halbwegs in der Lage sein, Schreiben zu können und dies dann auch mit einer gewissen Regelmäßigkeit tun. Und authentisch sollte man sein. Hier bei mir ist fast alles nachvollziehbar, jeder könnte jederzeit hier in den Laden kommen und sich dieses oder jenes ansehen oder mit mir und meinen Mitarbeitern sprechen. Oder einkaufen.  5. Kann dein Blog als Marketinginstrument betrachtet werden, welches dazu beiträgt, die Verkaufszahlen zu steigern? Die meisten Leser stammen nicht aus der Nähe, sind somit keine potentiellen Kunden. Ich weiß, dass einige Kunden hier mitlesen und dass ich einige Kunden auch erst durch das Blog gewonnen habe. Möglicherweise sind auch wegen des Blogs wieder einige Kunden erschrocken geflüchtet, wer weiß das schon.
Im Großen und Ganzen denke ich, dass das Blog meine Umsätze nicht nennenswert beeinflusst. Weder nach oben, noch nach unten. 6. Wie wird es mit deinem Blog in Zukunft weitergehen? Diese Frage wurde mir auch schon ganz zu Anfang gestellt. Damals sagte ich, dass ich so lange weitermachen werde, bis ich irgendwann keine Lust mehr haben werde. Diesen Zustand habe ich noch nicht erreicht, es passieren immer wieder spannende Dinge hier in und um meinen Laden. Also...
Tuesday, December 22. 2009
Ich habe mal eine Frage die wohl nur ein Supermarktinhaber beantworten kann:
Es gibt ja schon immer sehr früh Weihnachtsartikel in den Supermärkten. Stimmt es das sich dieser Termin immer weiter verschiebt, es also immer früher Lebkuchen gibt oder kommt mir das nur so vor? Obwohl viele Kunden jedes Jahr kollektiv stöhen, dass "das jedes Jahr früher wird", kann ich diese Entwicklung nicht bestätigen. Seit ich bewusst im Einzelhandel arbeite, kommen die euphemistisch "Herbstgebäck" getauften Artikel (Lebkuchen, Spekulatius, Dominosteine etc.) schon spätestens Mitte September in die Läden und bei den Discountern sogar teilweise schon im August. Ich kann verstehen das Leute wenn Sie gerne Spekulatius essen, diese auch im Oktober kaufen aber jetzt der Hauptteil meiner Frage: Wer kauft denn so früh Adventskalender? Gibt es Leute die im Oktober Adventskalender kaufen? In den Läden stehen sie ja dann schon. Ich kann mir das nie erklären! Ich mir auch nicht. 
Adventskalender sind eigentlich "echte" Weihnachtsartikel und tauchen bei mir hier z.B. immer erst Mitte November auf. Oktober halte ich ebenfalls für ziemlich früh.
Generell bin ich übrigens auch der Meinung, dass die gesamte Ware ruhig frühestens im Oktober in die Läden dürfte. Aber die Hintergründe der Kette Hersteller --> Großhändler --> Einzelhändler habe ich ja bereits erklärt und ebenfalls, dass ich die Ware nicht "aus Prinzip" dann im Lager stehen lasse, während alle anderen Händler sie schon anbieten.
Hallo Björn,
ich habe grade den Artikel über die sexy Adventskalender gelesen und dabei musste ich mich wieder an meinen eigenen Kalender erinnern. Der kam am 1.Dez von der Unternehmensspitze hereingeflattert. Erst habe ich mich gefreut, aber nachdem ich in den ersten Teil Schokolade gebissen habe, ist mir wirklich der Appetitt vergangen. Das Zeug schmeckt wie gekaut und 5 mal aufgewärmt. Und irgendwie meine ich, dass alle "billigen" Kalender gleich schmecken. Was meinst du, verarbeiten die alte Schokolade vom (vor)letzen Jahr? Nein. In den Kalendern ist die Schokolade vom vorvorletzten Jahr.
Die Schokolade aus der Weihnachtssaison des Vorjahres wird nämlich traditionell zu Schokoladenosterhasen und -eiern umgeschmolzen.
Will sagen: Alte Schokolade wird natürlich nicht wieder verwendet. Ich denke, die soll nur so schmecken. Vielleicht lässt sich bei einem gewissen Preis auch einfach keine bessere Qualität liefern. Das wird's vermutlich sein...
Monday, December 21. 2009
Ein Student hat mir ein paar Fragen zur Sortimentspolitik gestellt, die ich wie immer öffentlich beantworten möchte: 1.Wie sieht die Sortimentspflege in Ihrem Bereich Mopro/Weiße&Gelbe Linie aus? Neue Artikel werden auf gut Glück oder aufgrund bestimmter Kundenanfragen ins Sortiment aufgenommen.
Aus dem Sortiment verbannen wir Artikel im Grunde nur, wenn wir sie zu häufig beim Erreichen des Mindeshaltbarkeitsdatums noch nicht oder nicht in ausreichender Menge verkauft haben. Oder wenn er zentralseitig ausgelistet oder die Produktion eingestellt wird, aber das sind Faktoren, die wir hier nicht beeinflussen können. 2.Welche Ziele werden bei der Sortimentsgestaltung verfolgt? Primär: Kundenwünsche erfüllen.
Primär 2: Möglichst große Warenvielfalt anbieten.
Sekundär: Möglichst hohe Gewinne erzielen. 3.Listung neuer Artikel erfolgt weil... Siehe Frage 1: Entweder, weil Kunden danach fragen, oder w9ir probieren sie "auf gut Glück" aus, zum Beispiel weil die Artikel vollkommen neu am Markt sind. 4.Welchen Einfluss haben Hersteller auf die Listung? In den Großlägern sicherlich eine Menge, denn dort geht es häufig um sehr viel Geld.
Hier im Markt findet dieser Einfluss sehr viel harmloser statt. Vor allem bekommt man vom Außendienst der Hersteller Tipps, welche Artikel gut oder weniger gut laufen, oder wie man die Artikel im Regal präsentieren kann. 5.Werden Kundenanforderungen ermittelt und wenn Ja, wie? Jein. Wir erstellen keine gezielten Umfragen. Aber wenn Kunden einen Artikel wünschen, versuchen wir normalerweise, diesen ins Sortiment aufzunehmen. 6.Wie ist ihr Eindruck, in welchem Umfang sich die Artikelanzahl im Mopro-Sortiment in den letzten Jahren verändert hat? Wie in allen Sortimenten erweitert sich die Produktfülle kontinuierlich. Da in den Märkten aber nicht unbegrenzt Platz ist, entsteht eine natürlich Auslese, in der Dauerbrenner und neue Artikel bevorzugt werden. Manche "alten" Produkte verschwinden auf diese Weise aus den Märkten, insgesamt würde ich das Sortiment aber als relativ stabil bezeichnen. 7.Wie wirkt sich diese Veränderung in den Märkten aus? Ständige kleine Korrekturen am Sortiment, verbunden mit zwangsläufigen kleineren Umplatzierungen in den Kühlregalen. 7.1 Wie geht ihr Unternehmen mit den daraus resultierenden Platzbedarf um? Wenn wir einen Artikel unbedingt ins Sortiment aufnehmen wollen, bleibt häufig nur die Möglichkeit, einen anderen dafür zu verbannen. Dann stellen wir Überlegungen an, was nicht gut läuft oder nicht ins Kernsortiment gehört. Das geschieht zumindest bei mir hier mit sehr viel Gefühl, diese Entscheidungen lassen sich nicht in ein festes Schema pressen. 7.2 Welchen Einfluss hat dies auf die Platzierung der Artikel? Keinen großen Einfluss. Der Platz ist begrenzt und neue Artikel kommen dort hin, wo Platz ist. Wenngleich natürlich jeder Hersteller seine Produkte am liebsten unmittelbar vor der Kasse in Greifhöhe stehen haben würde.  7.3 Welchen Einfluss hat die verkaufte Menge auf die Platzierung? Normalerweise einen großen, denn starke Artikel werden sinnvollerweise großzügiger platziert.
Bei uns klappt das nicht immer und so würde ich die Frage für mich mit "Fast keinen." beantworten. 8.Welchen Einfluss hat dabei die Marktlogistik (Notwendigkeit des Auffüllens bei Lagerartikeln)? Gar keinen Einfluss. Zumindest nicht bei Molkereiprodukten. Es bleibt immer der Weg vom Kühlraum zum Kühlregal – egal, um welchen Artikel es sich handelt.
Thursday, December 17. 2009
Blogleser Thomas hat eine Frage, die ich nicht direkt beantworten kann. Ich könnte höchstens über die Hintergründe spekulieren, wenngleich ich das beschriebene Verhalten ausgesprochen seltsam finde. Vielleicht findet sich ja in den Kommentaren eine Lösung: Ich weiß nicht ob du damit vertraut bist. Aber ich hatte heute beim örtlichen Edeka Markt was erlebt was ich bisher in dieser Form eigentlich nie durchmachen musste.
Nachdem ich meine Ware auf das Band gelegt und scannen lassen habe, wollte ich mit der Karte (EC-Karte) bezahlen. Soweit nichts ungewöhnliches. Auch dass ich unterschreiben muss, ist ebenfalls noch nicht ungewöhnlich.
Aber ungewöhnlich fand ich dann, als die meine Anschrift von mir wollten. Angeblich falls es abrechnungstechnische Schwierigkeiten geben sollte.
Ist sowas normal das es Supermärkte gibt, die auch die Anschrift verlangen? Fällt sowas nicht unter Datenschutz?
Was meinst du zu dieser Sache? Ich kann nur von mir sprechen: Ich setze in meinen Märkten ausschließlich ec-Cash ein (Karte & Pin) und auf die Idee, komplette Adressdaten eines Kunden aufzuschreiben, bin ich noch nie gekommen.
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