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Retro-Mezzo

Im Lager fiel mir, als ich an einer Palette mit dem Coca-Cola-Leergut vorbeiging, eine Flasche Mezzo Mix auf, die dem Etikett nach zu urteilen mit großer Sicherheit noch aus der Zeit vor dem Erdmittelalter (Mesozoikum) stammen musste. Während ich noch überlegte, ob die ältesten uns bekannten Dinosaurier wohl überhaupt schon eine Chance hatten, diese Flasche noch zu kennen, entdeckte ich den Hinweis auf die "Retro Design Edition". Okay, vergesst es. Keine Dinosaurier. Das ist nur der Raider in Flaschen. :-P


Goldene Weinkisten

Vor etlichen Jahren hatten wir mal eine Zeitlang das Phänomen, dass wir immer wieder bergeweise leere Mehrweg-Weinkisten als Leergut bekommen haben, jedoch ohne Flaschen. Dass man so eine Kiste mal irgendwo findet, mag ja angehen. Vielleicht sind die Flaschen auch abhanden gekommen, wurden zweckentfremdet oder sind vorab schon nach und nach einzeln als Leergut zurückgegeben worden.

Aber viele Kisten ohne Flaschen auf einmal, dazu von wenig vertrauenerweckenden Leuten? Das wirkt nicht so, als ob da alles mit rechten Dingen zugehen würde. Ging es wohl auch tatsächlich nicht, denn die goldenen Rahmen wurden wohl augenscheinlich vom Gelände unseres Weinlieferanten hier in Bremen gestohlen. Das Areal ist zwar eingezäunt, aber nun auch nicht gerade ein Hochsicherheitstrakt. Damals war dann plötzlich wieder Ruhe und jahrelang gab es keine Versuche mehr, diese Kisten abzugeben.

Nun stand vor ein paar Wochen morgens plötzlich ein Typ in der Leergutannahme, den ich persönlich sofort selber als "VP" (verdächtige Person) einstufte, und wollte eine leere Wein-Mehrwegkiste bei uns abgeben. Ich nahm sie zwar entgegen und zahlte ihm das Geld aus, fragte aber dennoch, wo er sie her hätte. "Die habe ich am Sodenmattsee gefunden", erklärte er. Das ist durchaus möglich, könnte ja sein, dass Strandbesucher sie vergessen haben.

Ein paar Tage später gab er wieder morgens acht leere Wein-Rahmen bei uns ab. Ich war nicht da und habe das Ergebnis erst hinterher gesehen. Angeblich hätte er diese Kisten wieder am See gefunden, denn das sagte er meinem Mitarbeiter. Das war nicht mehr glaubwürdig. Und ich kommunizierte über unsere WhatsApp-Gruppe, dass ich nicht mehr möchte, dass diese Kisten ohne Flaschen angenommen werden.
Bekam leider nicht jeder Kollege mit, ja wir haben noch ein paar Mitarbeiter ohne besonders ausgeprägte Smartphoneaffinität, und so standen am nächsten Tag noch einmal weitere acht leere Rahmen hier im Lager. Seufz …

Das könnte mir ja eigentlich egal sein, den Weinhändler juckt ein möglicher Diebstahl ebenso wenig und die Kisten sind hier ein durchlaufender Posten (Umsatzsteuer-Plus und die Arbeitszeit mal außer Acht gelassen) – aber alleine der Gedanke daran, dass sich da eine dubiose Type mit ziemlich sicher geklauten Dingen bereichert, regt mich auf.


Zählen mit Traudl

Ein Kunde gab Leergut ab, begutachtete seinen Bon und betätigte schließlich den Knopf unserer Klingel, um einen Mitarbeiter zu rufen. Ich ging hin und der Mann erklärte mir, dass er zwar eine vollständige Mineralwasserkiste in den Automaten geschoben, dieser ihm aber nur neun statt zwölf Flaschen gutgeschrieben hat.

Beides war richtig. Da habe ich Traudl wohl noch etwas Mathematik-Nachhilfe zu leisten. Oder wir fangen mal ganz vorne bei den Grundlagen an. Dass wir hier nicht nur neun Flaschen haben, sollte ja sogar ein blinder Pfandflaschenrücknahmeautomat mit Krückstock erkennen. :-P


"Haake Beck"-Einwegflasche mit MHD 2002

In einer Getränkekiste fiel mir eine etwas unförmige Flasche auf, die viel schlanker war, als die bekannten "Steinie"-Bierflaschen. Bei genauerer Betrachtung offenbarte sie sich als eine alte Glas-Einwegflasche aus einer Zeit vor dem Einwegpfand. Das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum lautet Januar 2002, die Flasche ist also auf jeden Fall schon locker 18 Jahre alt.

Wenn ich mich richtig erinnere, kamen sie als Sechserträger daher. Ich bin der Meinung, dass wir sie damals auch im Sortiment gehabt hätten. Auf dem Bild von unserem Bier-Regal aus der Zeit vor der Eröffnung im Mai 2002, das ich euch im Rahmen der "Wie Björn zu seinem SPAR-Markt kam"-Serie in Teil 74 gezeigt hatte, ist dieses Produkt jedoch nicht zu sehen. Auch nicht in der großen Originalversion des Bildes.

Eigentlich auch egal. Ich überlege jetzt nur noch, ob ich die leere Flasche feierlich ins Altglas werfe oder als weiteren Staubfänger aufbewahre. Hmm …


Was stand denn in den Jahrbüchern?

Nach dem wir unseren Aufenthaltsraum frisch renoviert hatten, berichtete ich von ein paar SPAR-Jahrbüchern, die wir dort neben einigen anderen Werken ins Bücherregal gestellt hatten. In den Kommentaren zum soeben verlinkten Beitrag wurde mehrfach gefragt, was denn da alles an Informationen in so einem Buch zu finden war …



Und was stand da jetzt drin? Im Grunde immer alle Themen quer durch das Jahr und quer durch die gesamte Welt der SPAR, zum Beispiel:

· Werbemaßnahmen, z.B. Warenproben etc.
· Marketing
· Haushaltsjournal, Rezept der Woche
· Unsere Eigenmarke(n)
· Umsatzentwicklungen
· Neueröffnungen
· Besondere Märkte / Experimente
· internationale Absatzgebiete
· Jubiläen
· Vertriebslinien und Firmen der SPAR
· Neue Produkte / Lieferanten
· Schwerpunktthemen Lebensmittel
Auch interessant: Die "Netto"-Märkte (sowohl mit als auch ohne Hund) gehörten einst beide zur SPAR, inzwischen sind sie ja komplett unabhängig voneinander.

Als ich die Bücher dafür noch mal eben schnell durchgeblättert hatte, waren mir ein paar Dinge aus längst vergangenen Tagen aufgefallen. Auf einer Doppelseite wurde auf die große 2001-Werbeaktion "Sommer, Sonne, Samba" hingewiesen, an der wir uns damals auch so gut wir konnten beteiligt hatten. Mit dabei ein Entwurf für den damaligen Handzettel mit Gewinncoupon. In Bremen wurden die, wenn ich mich richtig erinnere, überhaupt nicht verteilt:



Und noch eine Erinnerung an unsere Sparsamen. Ich mochte unsere alte Eigenmarke, besonders cool war eben, dass dort nicht nur "produziert für SPAR" stand, sondern eben auch, von welchem Hersteller sie jeweils stammten.


Wo man gerade steht …

Nachdem man sein Leergut in den Leergutautomaten gegeben hat, kann man die Tüte ohne großen Aufwand in den bereitgestellten Mülleimer werfen. Oder man macht es wie dieser Zeitgenosse und lässt seinen Scheiß einfach dort fallen, wo man gerade steht …


Hinter den Kulissen eines Leergutautomaten

Was passiert mit den Flaschen, wenn man sie in einen Leergutautomaten steckt? Meistens sieht man als Kunde nur die Frontseite mit einem Loch. Und dann? In diesem Video zeige ich euch, was mit den Flaschen im Hintergrund passiert. Viele Teile kennt man natürlich schon hier irgendwie aus dem Blog, ich habe mich einfach mal bemüht, euch das alles im Zusammenhang zu zeigen.

Ging nun mit dem Video doch schneller, als ich dachte. Habe gestern den freien Tag genutzt, das viele Videomaterial aufzuarbeiten und mal die Texte einzusprechen. Das kann man sicherlich alles besser und "professioneller" machen, aber ich verdiene mein Geld nun mal nicht mit Youtube-Videos und für die paar hundert Betrachtungen sollte das reichen. :-)


Frage nach dem LgAtm-Video

In diesem Kommentar zu diesem Blogeintrag hatte Christian vor knapp zwei Jahren mal nach einem Video gefragt, wie der Automat funktioniert.

Ich hatte mir die Frage nicht ganz grundlos zu meinen Notizen gepackt. Aber dann kamen unsere ganzen Umbauvorbereitungen, dann ist ganz viel liegengeblieben und da ich nun gerade dabei bin, die ganzen Altlasten abzuarbeiten, ist nun dieses kleine Projekt in Arbeit.
Dazu habe ich nun erst mal einen ganzen Haufen Videos von allen möglichen Stellen des Automaten produziert, an denen man den Weg der Flaschen sehen kann. Bislang insgesamt knapp 5 Gigabyte Material. Da fehlt jetzt noch der Blick in den Cruncher und auch, wie es unten drunter aussieht (kommt noch), aber das wollte ich nicht mit meiner guten Kamera machen. In den Siff werde ich die Actioncam im wasserdichten Gehäuse stecken.


Pilz- und Flaschensammler

Ob diese Serviceleistung heute noch so angeboten wird, weiß ich nicht, aber vor einiger Zeit war es wohl so, dass es in vielen oder einigen Verbraucherzentralen die Option gab, gesammelte Pilze von einem Pilzsachverständigen durchsehen zu lassen, damit man sich nicht das eine oder andere versehentlich eingefangene giftige Schwammerl in die Pilzpfanne schnippelt. Vor sehr vielen Jahren habe ich mal irgendwo einen Artikel darüber gelesen und darin wurde ganz arg kritisiert, dass sich aus dieser Serviceleistung eine ganz blöde Angewohnheit bei vielen Pilzsammlern entwickelt hatte: Sie haben einfach alles abgeschnitten, was nach Pilz aussah und dann die gesammelten Werke beim Sachverständigen aussortieren lassen, wobei dann teilweise beachtliche Mengen an giftigen und ungenießbaren Pilzen im Müll landeten. So war das Angebot natürlich von den Verbraucherzentralen auch nicht gedacht gewesen.

An diesen Artikel musste ich denken, als ein Pärchen mit zwei großen Müllsäcken voller gesammelter Werke vor dem Leergutautomaten stand. Einweg, Mehrweg, unbeschädigt und eingedrückt, Glas, PET, Dosen, Konservengläser, Saftflaschen, Wodkaflaschen – gefühlt befand sich so ziemlich jede Art von Behältnissen in den beiden Säcken.

Wie bei den Pilzsammlern bei der Verbraucherzentrale hatten sie einfach diesen riesigen Haufen angeschleppt und ließen den automatischen Pfandsachverständigen aus dem Hause Trautwein aussortieren: Mööp, Annahme verweigert, das war ein Risspilz. Champignon erkannt, 25 Cent auf den Bon. Grüner Knollenblätterpilz, Gebinde unbekannt, Annahme verweigert. Fliegenpilz, Annahme verweigert. Morcheln, 8 Cent pro Stück, rauf auf den Flaschentisch gleich neben die Seitlinge. Oh, ein Satansröhrling, bitte Umdrehen. Ach, jetzt als ein Hexenröhrling erkannt; Annahme erfolgreich für 15 Cent das Stück.

So landete das meiste an Flaschen und Dosen im Leergutautomaten, jedoch füllte sich zusehends auch der Müllsack mit allerlei vom Gerät verweigerten Dingen.

Pilz- und Flaschensammler verbindet wohl eine lange Tradition. :-P

Leergut-Kostenrechnung

Börnd wollte hier wissen:

Mich würde die grobe Kostenrechnung für den Kreislauf "Leergut" interessieren. Wer bezahlt den Automaten und die Reparatur? Ich nehme an du. Wie rechnet sich das (für dich)?

(Genaue Zahlen sind nicht nötig)
Da ich auch gar nicht mit genauen Zahlen aufwarten kann, hat sich das ohnehin erledigt. Eigentlich kann nicht nicht mal ungenaue oder auch nur grob geschätzte Zahlen liefern, daher hier einfach mal ein paar Gedanken zu dem Thema:

So ein großer Leergutautomat liegt übrigens bei ca. 25.000 Euro, dazu kommen Wartung und Reparaturen, über die Laufzeit vielleicht 2000 Euro pro Jahr. So ganz aus reinem Spaß an der Freude kauf man sich sowas also nicht. Bei mir waren es mehrere Gründe, die dazu geführt haben, dass ich im Oktober 2007 (das ist schon 12 Jahre her!), den ersten Leergutautomaten gekauft habe. Zum einen gab es teilweise erhebliche Differenzen mit den zentral in den Zählzentren erfassten Einweggebinden, zum anderen wurde das Leergutaufkommen, gerade auch während der Jahre mit 24-Stunden-Öffnung, immer mehr. Das hat teilweise zu kompletter Unproduktivität bei mir geführt, da ich zeitweise nur noch zwischen Büro und Leergutannahme gependelt bin. Zu Spitzenzeiten saß ich noch nicht mal wieder am Schreibtisch, als schon die Klingel wieder durch den Laden tönte. Ich hatte das Phänomen hier im Blog mal Leergutklingel-Tinnitus getauft.

Aber nicht nur meine Arbeitszeit, sondern auch die der Mitarbeiter war immer mehr an die Leergutannahme gebunden. Dabei war es nicht die reine Zeit, die Flaschen zu zählen und einen Bon zu drucken, es war das selbe Problem wie im soeben verlinkten Beitrag von 2009: Arbeit unterbrechen (ggf. sogar mehrere Mitarbeiter gleichzeitig), zur Leergutannahme laufen und nach dem Leergut wieder in die Arbeit reinfinden. Und das teilweise für nur eine oder zwei Flaschen.
Dazu kommt noch ein weiterer Faktor, den jeder verstehen kann, der schon einmal mit bloßen Händen in eine Plastiktüte gefasst hat, in der Flaschen in irgendwelchen stinkenden Pfützen aus Bier und anderen Getränkeresten, vielleicht noch mit Dreck, Zigarettenkippen und toten Fliegen durchsetzt, schwimmen. Dieser Ekelfaktor holt uns selbst heute noch immer wieder ein, wenn die Maschine mal aus irgendwelchen Gründen nicht funktioniert.

Das ließe sich bestimmt alles ganz genau in Zahlen und dann auch in Geld darstellen. Habe ich nie getan, aber egal wie die Antwort lautet: Ich würde nicht mehr auf den Automaten verzichten wollen und selbst wenn der B500 irgendwann mal abgängig ist, würde ich (zumindest nach der derzeitigen Leergut-Situation) wieder das Geld investieren und einen neuen Rücknahmeautomaten anschaffen.

MW-Etikett auf EW-Flasche

Mal wieder ein Versuch, das Etikett einer Mehrwegflasche mit Klebestreifen auf einer etikettenlosen Einwegflasche zu befestigen. Ob das in betrügerischer Absicht oder aus purer Verzweifelung passiert ist, stand jedoch nicht dran. :-)


Die "unverschämten" Tricks der Pfandbetrüger

Anfang letzten Jahres und von mir als "soll mal ins Blog" vorgemerkt schon bei "Der Westen" (Aldi-Mitarbeiter packen aus: So funktionieren die dreisten Tricks der Pfand-Betrüger) und ganz aktuell bei "In Franken" (Unverschämte Tricks der Pfandbetrüger - Discounter-Mitarbeiter packen jetzt aus). Auf jeden Fall packen in beiden Berichten die Mitarbeiter aus, was nach ganz geheimen Insiderinformationen klingt.

Soll ich mal auspacken? Ich zerlege mal beide Artikel häppchenweise, bei den geheimen Insiderinformationen der whistleblowenden ALDI-Mitarbeiter mal angefangen. :-)

Kurz zusammengefasst: Die "geheimen Tricks" funktionieren nicht und da, wo wirklich Geld verschwindet, würde ich nicht mehr von "Pfandbetrug" im eigentlichen Sinne reden.

Ein gängiges Verfahren, eine Pfandflasche zu Geld zu machen […] war bis vor Kurzem das Befestigen einer Angelschnur am Flaschenhals. […] Bei diesem Trick wird die Pfandflasche in den Automaten gesteckt. Nachdem sie gescannt wurde, zieht der Betrüger sie kurzerhand mithilfe der Schnur zurück. Dieser Vorgang lässt sich - theoretisch - beliebig oft wiederholen. Doch Supermärkte, Discounter und Getränkemärkte ergreifen Gegenmaßnahmen.
Nun, diese "Gegenmaßnahmen" gibt es schon ziemlich lange und waren schon in meinem ersten Leergutautomaten verbaut, der im Oktober 2007 installiert wurde. Dabei handelt es sich um einen Sensor, der erkennt, ob das Gebinde (Dose oder Flasche) auch wirklich beim Schredder / Cruncher ankommt und der nach den Lichtschranken im vorderen Teil des Automaten, wo die Flaschen eingegeben werden, auslösen muss. Dies ist also einerseits weder eine neue Technik, noch eine Gegenmaßnahme der "Supermärkte, Discounter und Getränkemärkte", sondern eine für die Zertifizierung zwingend einzuhaltende Vorgabe der DPG, welche von den Automatenherstellern schon seit vielen Jahren umgesetzt wird.

Auch mit ganzen Kisten ist offenbar ein lukrativer Pfandbetrug möglich. In einem Supermarkt in Hamm hat die Polizei vor Kurzem drei Mitarbeiter und einen Helfer vorläufig festgenommen. Sie sollen über Monate Getränkekisten gestohlen und anschließend das Pfandgeld eingestrichen haben. Dabei ist laut Mitteilung der Polizei ein Schaden von mehreren tausend Euro entstanden. Zwei 19-jährige und ein 21-jähriger Mitarbeiter des Supermarktes sollen einen Käufer als Helfer eingesetzt haben. Sie ließen den 52-Jährigen an der Kasse passieren, ohne das Pfand abzurechnen. Außerdem soll die Gruppe Leergut mehrfach ausgezahlt haben.
Das ist nun nicht gerade das, was ich als "Pfandbetrug" (durch Kunden an der Leergutannahme) definieren würde. In den unterschiedlichen Delikten tauchen zwar die Begriffe "Getränkekiste" und "Leergut" auf, aber bei den Kisten, die nicht abgerechnet wurden und dem "mehrfach ausgezahlten Leergut" handelt es sich viel mehr um knallharten Kassenbetrug durch unehrliche Mitarbeiter und hat nun mit der Leergutannahme absolut gar nichts zu tun.

Laut Staatsanwaltschaft haben drei Männer von Januar bis Juni 2014 Rücknahmeautomaten für Einwegpfandflaschen so manipuliert, dass das Leergut nicht wie vorgesehen zerstört wurde. Durch ihre mehrfache Verwendung sollen die Angeklagten einen Schaden von mindestens 450.000 Euro angerichtet haben.
Technisch ist das auf jeden Fall machbar, wenn man einen (oder mehrere) Leergutautomaten zur Verfügung stehen hat. Klar kann man den Schredder ausbauen, so dass die Gebinde unzerstört durchfallen und jedes Mal eine Gutschrift in Höhe von 25 Cent auslösen. Die Täter müssten logischerweise insgesamt 1,8 Millionen Flaschen (wobei es sich ja letztendlich nur um ein paar Flaschen handeln könnte, die immer wieder verwendet wurden) in dem halben Jahr durch den Automaten geschoben haben. Das ist bei ausdauernder Akkordarbeit durchaus möglich.
Ich hätte keine Motivation, meinen Automaten dergestalt zu manipulieren, denn einerseits stehen bei uns täglich 300 Kunden in der Leergutannahme, zwei Dutzend Mitarbeiter müssten mit in die Tat involviert sein und außerdem besteht immer die Möglichkeit von unangekündigten Kontrollen durch die DPG. (Irgendwie müssen die Täter aus dem Artikel ja auch aufgeflogen sein …)

Auf einen solchen schnellen "Verdienst" hatten es auch zwei Jugendliche aus Marktleugast abgesehen. Eine Kundin beobachtete, wie die 14- und 16-Jährigen eine Pfandflasche in den Automaten hineinschoben - und staunte nicht schlecht, als einer der Jugendlichen die Flasche an einer Schnur wieder aus dem Eingabeschacht zog.
Siehe oben. Die Jugendlichen dürften trotz des hinterhältigen Tricks mit der Angelschnur leer ausgegangen sein. Das war also maximal ein Pfandbetrugsversuch. Damit will ich das Verhalten nicht gutheißen, aber von "Pfandbetrug, mit dem ein Vermögen ergaunert wurde" sind die Jungs weit weg.

Ein weiterer Trick ist es, seine eigenen Pfandaufkleber zu drucken. Um dies zu verhindern, lesen die Automaten nun auch den aufgedruckten und individuellen Strichcode.
So ist es in dem kleinen Video angegeben. Die Automaten können die Annahme von solchen Flaschen (oder worauf auch immer die Aufkleber außer auf Essigflaschen, Dosen oder sogar Klopapierrollen geklebt wurden) verweigern – und das tun sie auch. Dafür scannen sie jedoch nicht die "aufgedruckten und individuellen Strichcodes", die man ja ebenfalls als Betrüger auf seine Aufkleber drucken könnte. Entscheidend ist das Logo der DPG, das zwar einerseits in Verbindung mit dem eigentlichen Strichcode des Gebindes gelesen wird, vor allem aber in einer speziellen UV-aktiven Farbe gedruckt wurde, die nicht mal eben privat nachzumachen ist.

Denn viele Automaten scannen nicht mehr nur das Logo, sondern auch den EAN-Code - und der ist nicht unendlich kopierbar.
Ich verstehe diesen Satz nicht. Was wollen die einem bei "der Westen" damit sagen? Klar ist das Muster irgendwann nicht mehr erkennbar, wenn man die zigste Kopie von der Kopie von der Kopie gemacht hat. Aber vom Original oder einer der ersten Kopien könnte man unendliche viele Duplikate erstellen. Oder man druckt die Strichcodes direkt aus einer Datei aus …

Aber was wäre, wenn man die selbe Flasche immer wieder in den Pfandautomaten werfen könnte? Das wäre ein lukratives Geschäftsmodell. Genau das denken sich offenbar immer wieder Pfandflaschen-Betrüger - und bringen so Supermärkte um Millionenbeträge.
Nein, bringen sie nicht. Sie bringen maximal die DPG um die genannten Millionenbeträge, da der Pfandwert bei den Einweggebinden in den Läden nur ein durchlaufender Posten ist. Eigentlich ist sogar das Gegenteil der Fall: Für die Gutschrift bekommen die Läden auf die 25 Cent nämlich noch die 19% Umsatzsteuer oben drauf. Als Supermarkt würde ich mich da definitiv nicht betrogen fühlen.
Aber dennoch würde ich das Verhalten, falls ein Betrüger den ultimativ funktionierenden Trick herausfinden sollte, nicht dulden: Einerseits aus Prinzip schon einfach nicht, denn es ist und bleibt Betrug / Diebstahl. Andererseits könnte das auch für den Automatenbetreibern nach hinten losgehen, da nämlich die Masse der entsorgten, entwerteten Einweggebinde (die aus unserem großen Container) erfasst und (zumindest theoretisch) mit den abgerechneten Gebinden (die ja nun über den EAN-Code artikelgenau erfasst werden) und den sich daraus ergebenden Mengen abgeglichen wird. Was bei Abweichungen passiert, weiß ich nicht, wir hatten das Problem noch nie.

Wenn ihr wieder mal irgendwo einen reißerischen Aufmacher zum Thema Pfandbetrug findet: Spart euch den Artikel, darin werden bestimmt keine neuartigen Erkenntnisse zu finden sein. Mit genug krimineller Energie (siehe oben) könnte man bei den Rücknahmeautomaten als Betreiber sogar im großen Stil betrügen – aber als Kunde vor dem Gerät? Keine Chance, zumindest nicht in einem strafrechtlich relevanten Maßstab.

Wohl doch die Kupplung

Ich wette, dass es eben doch die defekte oder zumindest sich kurz vor einem Ausfall befindliche Kupplung des Crunchers war, die unseren Leergutrücknahmeautomaten, aka Traudl, vor ein paar Tagen zum Stillstand brachte.

Da sich die gesamte Mechanik im Cruncher ohne Widerstand von Hand drehen lässt, dürfte die Kupplungsscheibe wieder ein mal das Zeitliche gesegnet haben. Ich schwanke noch, ob ich das Ding für eine Fehlkonstruktion oder eine den Rest der Technik schützende Sollbruchstelle halten soll. In dem Fall wäre es zumindest gar nicht so sinnlos, wenn wir hier vor Ort das Bauteil selber ohne großen Aufwand austauschen könnten.


Es klirrte im Lager

Es klirrte und schepperte vorhin ganz schrecklich in der Leergutannahme.

Dabei kam mir der Gedanke, dass von allen existierenden Dingen vermutlich leere Mehrweg-Bierflaschen den größten Krach-pro-Sachschaden-Quotienten haben. Zumindest aber auf jeden Fall schon ziemlich weit oben in dieser Liste stehen dürften. :-)

Angedachte Rampenerweiterung

Ich überlege seit einer Weile schon, unsere große Rampe, hier ein Foto von der letzten Containerleerung, um ein paar Quadratmeter zu erweitern, da wir einfach keinen Stellplatz für leere Rollbehälter und Paletten haben und es mich täglich mehr anficht, dass dieses Leergut im Laden auf der Verkaufsfläche steht.

Von dem Metallbauunternehmen, das auch die Treppe für die andere Rampe baut, habe ich bereits ein Angebot für eine Metallkonstruktion ähnlich einer Lagerbühne. Der Preis dafür ist nicht ganz ohne, aber es ist nun mal eine Maßanfertigung. Als ich mit unserem Herrn Ingenieur bzgl. der Planungen für die Fundamente sprach, kam mir die Idee in den Raum, ob man da nicht einfach mit Steinen und Beton viel pragmatischer und günstiger eine Erweiterung schaffen könnte.

Wird sich zeigen, Termin für die Besprechung haben wir nächste Woche.