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Frage zur Markenplatzierung

In diesem Kommentar wollte Markus wissen:
Hallo Björn, ich hab da mal ne Frage: Es gibt in deinem Laden ja Verschiedenen Regale/Aufstelller von Markenanbietern. Bist du eigentlich "verpflichtet", diese Markenwaren so auszustellen, oder könntest die selber Regale mit der Anordnung bestimmen ? Die Ritter Sport würden ja perfekt ein einfache Regalböden passen und evtl sogar weniger Platz brauchen.
Bis auf die optimale Präsentation der Markenware und somit die größte Aufmerksamkeit mit Maximalem Absatz sehe ich hier nur wenige Vorteile für den Händler ? Vielleicht kannst du hier etwas Licht in den Aufstellerdschungel bringen.
Dankeschön.
Es gibt bei mir (und in vielen / allen) anderen Läden spezielle Regale, Ständer, (Kühl-)Möbel, die von der Industrie gestellt werden. Ein paar Beispiele:
· Wrigleys-Gestell an der Kasse
· Ritter-Sport-Regal
· Aufsteller für Blumenzwiebeln
· Postkartenständer
· Hachez-Holzregal
· Red-Bull-Kühlschrank
· Beck's-Kühler
· Coca-Cola-Kühlregal
· Holz-Gewürzregale
Diese Regale werden eigentlich immer kostenlos zur Verfügung gestellt. Meines Wissens ist kein Händler verpflichtet, die jeweilige Ware explizit in solchen Möbeln anzubieten, aber letztendlich ist es ja im Interesse des Händlers, diese zu nutzen, weil meistens der Wiedererkennungswert für die Kunden deutlich größer ist und so die Produkte leichter gefunden und damit besser verkauft werden.

Bis auf wenige Ausnahmen dürfen dann natürlich in diese speziellen Platzierungen auch nur die Artikel des jeweiligen Herstellers, womit sich diese gewissermaßen Mindestflächen sichern. Letztendlich eine Win-Win-Situation.

Nachfüll-Aufwand

Sergej wollte wissen:
Was ich schon immer mal fragen wollte, bei deinem riesigen Sortiment und der kleinen Fläche muss der Aufwand zum nachfüllen doch gigantisch sein oder?

In "meiner" Filiale kommen wir kaum hinterher und das bei 800 m2 Fläche.
Es geht. Wir haben bestimmte Waren(gruppen), die wir tatsächlich auch zwischen den eigentlichen Lieferungen nachpacken müssen (z.B. Tiefkühlpizza, Eiswürfel, Zigaretten, Toilettenpapier) – aber wir kommen mittlerweile mit den Lieferzeiten ganz gut klar. Zweimal in der Woche die große Lieferung von der Edeka, zweimal in der Woche Mehrweg-Getränke, täglich Frischwaren und Gemüse. Wir fassen hier zwar im Durchschnitt täglich mehrere hunderte Artikel an, aber dass wir nicht hinterherkommen, kann ich nicht gerade behaupten. Organisation ist alles. :-)

Frage zu Geflügel-Frischware

John hat mir geschrieben:
Hallo Björn,

ich habe mal eine Frage, vielleicht kannst du helfen. Vielleicht ist sie auch für dein Blog interessant.
In der Lebensmittelabteilung eines Warenhauses habe ich in der TK Truhe zwischen Hähnchen, welche vom Hersteller für die Tiefkühlung entsprechend verpackt und gekennzeichnet sind, frische Hähnchen gefunden.

Also Hähnchen, welche ursprünglich in der Kühltheke lagen, und offensichtlich nicht rechtzeitig verkauft wurden.

1. Diese Hähnchen sind anders verpackt, bzw. nur mit einer dünnen Klarsichtfolie versehen.

2. Sie wurden nicht schock gefrostet.

3 . Sie tragen kein MHD, bzw. hatten alle ein Verbrauchsdatum 02.07 (!).2016

Weisst du, ob der Verkauf so überhaupt erlaubt ist? Ich konnte mir doch auch vorstellen, dass auch der Hersteller nicht sehr begeistert sein wird, u.a weil die Qualität durch das normale Einfrieren leidet, und dieser das Hähnchen auch aufgrund der anderen Etikettierung (MHD)nicht als TK Ware vorgesehen hat.

Würde mich über eine Aufklärung freuen.
Vorab: Beim Mindesthaltbarkeitsdatum ist das überhaupt kein Problem, gehört bei uns zum Tagesgeschäft. (Wobei ich auch da nur eine gewisse Zeit über dem MHD akzeptabel finde. Irgendwann wird's dann schon peinlich und andererseits weiß man einfach, das bestimmte Produkte im Laufe der Wochen oder Monate nicht besser werden und entsorgt werden sollten. Und spätestens wenn diese Produkte tatsächlich nicht mehr genießbar sind, kommt man da auch schon wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Aber das ist eine andere Sache…)

Das Verbrauchsdatum ist da schon bedeutend strenger reglementiert. Ich gebe zu, dass ich nicht weiß, ob es tatsächlich einen rechtlich zulässigen Rahmen gibt, diese Ware in "vor Ort eingefroren" noch jenseits des Verbrauchsdatums zu verkaufen, aber:

In der "Verordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln" heißt es bei §7a, Absatz 4 ganz eindeutig: "
Lebensmittel nach Absatz 1 dürfen nach Ablauf des Verbrauchsdatums nicht mehr in den Verkehr gebracht werden.
Das ist eine eindeutige Aussage und damit ist die von John beobachtete Vorgehensweise wohl eher nicht rechtmäßig! Ich würde sowas jedenfalls ganz schnell sein lassen – zumal darauf auch eine nicht ganz unerhebliche Strafe folgen kann! ("Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft…") .

Medizinischer Notfall im Laden?

Jan berichtete von einem Erlebnis in einem Supermarkt:
Ein älterer, gesundheitlich offenbar sehr angeschlagener Mann ist am Kasse 1 zusammengebrochenen und musste reanimiert werden. An Kasse 2 wurde weiterkassiert. Hast Du für solche Fälle Verhaltensregeln?
Nein, habe ich nicht, zumal solche Notfälle in einem Supermarkt ja nun auch nicht gerade alltäglich sind.

Wir haben hier auch schon Sanitäter- und sogar Notarzt-Einsätze im Laden gehabt, aber der Geschäftsbetrieb geht drumherum weiter. Den betroffenen Bereich oder Gang sperren wir dann so weit wie möglich ab, und das hat bisher auch immer gereicht.

Kunden-Toilette in Supermärkten dringend gesucht

Blogleser Oliver hat mir diesen Artikel geschickt:
Kunden-Toilette in Supermärkten dringend gesucht
Meine Meinung dazu wollte er wissen. Nun:

Ich finde ja, das sollte jeder selber entscheiden dürfen. Wenn dann Kunden wegbleiben (die im Text erwähnten Schwangeren, Kranken und Senioren) oder gar nicht erst kommen, muss man dann als Ladenbetreiber eben damit leben. Aber muss sowas auch noch durch die Obrigkeit reguliert werden?

Einfluss von Gratis-Test-Aktionen

Michael hatte eine Frage:
Bemerkst Du den Einfluss von Gratis-Test-Aktionen (z.B. von Procter & Gamble) auf den Umsatz?

Konkret: Procter&Gamble wirbt mit Dash-Gratis-Testwochen (https://www.for-me-online.de/schlagwort/dash-testwochen-so-geht-s). In meinem Stamm-Rewe habe ich nun eine Flasche Dash gekauft und dabei gesehen, dass immer noch Flaschen mit einem alten Aktions-Aufkleber (einzulösen bis September 2015!) im Regal stehen. Das lässt mich vermuten, dass Dash-Flüssigwaschmittel trotz Gratis-Aktion nicht gerade zu den stärksten Umsatzbringern zählt. Ich hätte erwartet, dass alle Waren mit einem "Gratis"-Aufkleber sich quasi wie von selbst verkaufen…
Auch hier ist es nicht anders. Irgendwelche Coupons, Gratis-Aktionen oder sogar direkt Artikel zum Mitnehmen bewirken keine enorme Steigerung der Absätze eines Artikeln.

Ob das speziell an meinen Kunden liegt oder ob solche Aktionen auch einfach nur zu leicht übersehen werden, weiß ich nicht.

Ich würde sagen, dass Artikel sich nur aufgrund irgendwelcher Draufgaben nicht deutlich besser verkaufen – aber die Kunden, die das Produkt sowieso kaufen wollten, freuen sich. :-)

Spenden anrechenbar?

Luis hatte diesen Aufkleber an einem Leergutautomaten entdeckt und mir folgende Frage geschrieben:
"An manchen Pfandautomat gibts eine Taste um den Betrag einer Organisation zu spenden. Aber wenn jemand diese Taste drückt hilft er da nicht dem Unternehmen Steuern zu sparen? Spenden sind bis zu einem gewissen Grad anrechenbar."
Natürlich verringern Spenden den zu versteuernden Gewinn.

In diesem Fall spendet aber ja nicht das Unternehmen, sondern der Kunde das Geld und in dem Moment verhält es sich so, als hätte er wie abgebildet ein paar Münzen in die Spendendose fallen lassen. Der Laden, in dem der Automat steht, ist da meiner Meinung nach komplett aus der Nummer raus. Im Idealfall kann er sich noch mit dem Service profilieren, aber das war's dann auch schon. :-)


Ein paar Fragen von Sascha

Besonders in der Zeit, wo typischerweise ein Magen-Darm-Virus umgeht, bin ich immer etwas skeptisch. Werden die Griffe der Einkaufswagen eigentlich hin und wieder auch abgewischt oder passiert dies üblicherweise eher gar nicht?
Wir machen das selber gar nicht und haben auch keinen Spender mit Desinfektionsmittel, bzw. -Tüchern, wie man ihn mittlerweile in vielen Läden findet. Aber, und das schreibe ich jetzt nicht nur so, ich habe auch schon überlegt, einen Spender in z.B. dieser Art bei mir aufzustellen.
Dann noch eine Frage zu Lebensmittelmotten. Ich hatte vor einigen Monaten privat das Vergnügen (Müsli) und es war ein Kampf, die wieder los zu werden. In der Zeit hatte ich mich auch darüber ein wenig informiert (eben, um sie wieder los zu werden) und dabei gelesen, dass man sich die oft direkt aus dem Supermarkt mit nimmt. Und einige Wochen, nachdem ich meine los war, flog mir beim Einkauf bei Kaufland in der Ecke mit den Backzutaten, dann auch eine Lebensmittelmotte über den Weg. Was macht dann eigentlich ein Supermarkt? Kaufland selbst hat es schlicht nicht interessiert, als ich darauf hinwies.
Ich habe größere Panik davor, mir hier im Markt Motten einzufangen, als z.B. Schaben. Motten zerfressen einfach alles und man bekommt sie nur sehr mühsam wieder weg. Mit Sauberkeit und vor allem einem regelmäßigen Umschlag in den Regalen (also nicht immer nur monatelang alte Ware hinten stehen lassen) kann man aber gut vorbeugen.
Und dann noch eines: Ich gehe oft in der Supermarkt und überlege erst dann, was ich am Wochenende so kochen möchte. Hast du dir mal überlegt, ob es vielleicht eine Idee wäre, am Eingang Rezeptideen mit Artikeln aus dem Supermarkt auszulegen?
Gab es alles schon in der Vergangenheit in unterschiedlichen Variationen. Unterm Strich würde ich sagen, dass es ein netter Service, aber zumindest an meinem Standort hier in der Neustadt überhaupt kein Muss ist.

Verhalten am Leergutautomaten

Vor gut drei Jahren hatte mir jemand einen Brief mitsamt Fragebogen geschickt. ich hatte das komplette Schreiben damals hier in die Ablage gelegt – und dann erst aus den Augen und schließlich gänzlich aus dem Sinn verloren. Da keine weitere Nachfrage folgte, geriet die Anfrage gänzlich in Vergessenheit.

Es ging darum, dass der Blogleser beschuldigt wurde, den Leergutautomaten in einem Supermarkt "besudelt" und so eine zwanzigminütige händische Annahme provoziert zu haben. Er wollte meinen Rat asl Leergutautomatenexperte dazu wisen. Ich hatte vor einer Weile schonmal versucht, ihn per E-Mail zu erreichen, aber da kam leider auch keine Antwort mehr zurück.

Damit es nicht ganz vergeblich war, möchte ich die Anfrage auf jeden fall nun hier im Blog nochmal festhalten. Den Sachverhalt und die Problematik hat er im oberen Schreiben festgehalten. Darunter findet ihr den Fragebogen, auf dem ich dazu Stellung beziehen sollte. Ich hatte leider nichts mehr von ihm gehört, wennn die Informationen aber so stimmen und die Sache wirklich so weit ging, dass sie vor einem Gericht verhandelt wurde, würde ich gerne das Urteil wissen. Mit gesundem Menschenverstand hat sich die Angelegenheit im Sande verlaufen.

Wie auch immer – meine Meinung hilft ihm wohl nichts mehr, aber unter den Bildern findet ihr trotzdem noch meine ausführlichen Antworten dazu.





Wenn mir eine Kundin von einem solchen Vorfall berichten würde und es eine Videoaufzeichnung vom Leergutautomaten gäbe, würde ich mir natürlich die Aufzeichnung ansehen. Dann würde ich sofort erkennen, ob die Aussage der Kundin stimmt oder ob das Quatsch ist. Wenn die Aussage falsch ist, hat sich der Rest jetzt erledigt. Falls zu erkennen ist, dass besagter Kunde sich tatsächlich so verhalten hat, würde ich das Video durchaus erstmal für uns sichern.

Ein Tagebuch für "ungewöhnliche Ereignisse" gibt es hier in der Firma zwar (ihr lest es gerade), aber es gibt kein "Protokollbuch", in dem jedes Vorkommnis am Rücknahmeautomaten eingetragen wird.

Den Namen der Kundin würde ich nicht notieren. Wozu auch? Als Beweis hätte ich die Videoaufzeichnung.

Strafanzeige wegen Sachbeschädigung würde ich nicht stellen. Ich sehe keine Sachbeschädigung, den Schilderungen nach höchstens eine mit mäßigem Aufwand wieder entfernbare Verunreinigung.

Wahrscheinlich würde ich den Kunden (je nach Erscheinung und Auftreten) nur eindringlich ermahnen und ihm für den Wiederholungsfall damit drohen, Hausverbot zu erteilen. Falls er direkt von mir ein Lokalverbot bekäme, würde ich das unmittelbar aussprechen. Nicht schriftlich, das muss nicht sein. Falls der Kunde schon weg wäre, würde ich ihn mir beim nächsten Einkauf schnappen und zumindest ermahnen.

Warum sollte ein Leergutrücknahmegerät den Dienst quittieren, weil sich Flüssigkeit auf dem Boden davor befindet und ein Popel am Bedienteil klebt? Dass man ihn als Kunde in dem Moment nicht mehr benutzen möchte, ist eine andere Sache. Die Funktionalität des Gerätes wird darunter jedenfalls nicht leiden.

Die Leergutbons (egal ob vom Automaten oder von einem Mitarbeiter generiert) müssen gar nicht aufbewahrt werden, da das nur ein interner Beleg ist, um die Abläufe zu vereinfachen. Es gibt genug Märkte, in denen das Leergut direkt aus der Kasse ausgezahlt wird, ohne dafür einen speziellen Pfandbon zu erstellen. Das ändert natürlich nichts daran, dass diese Auszahlungen im Kassensystem buchhalterisch erfasst werden müssen!

Die letzte Frage kann ich nicht beantworten. Auf den Leergutbons aus dem Rücknahmegerät ist zwar das Datum und eine Uhrzeit aufgedruckt, ob die Rücknahmevorgänge geloggt werden, weiß ich nicht.

Spiegel über den Kassen

Andreas hatte folgende Frage:
Hallo Björn,

mir fällt in letzter Zeit auf dass immer mehr Läden keine Spiegel mehr über den Kassen haben.
Die Kassenkräfte müssen also aufstehen um in den Einkaufswagen zu sehen, oder man wird als Kunde angewiesen den Wagen gefälligst so zu stellen dass
sie ohne aufzustehen reinschauen können.

Gibt es da irgend eine höhere Logik dahinter keine Spiegel mehr an der Decke zu montieren?
An den paar Euro (im Vergleich zum Rest einer Ladeneinrichtung) wird es ja vermutlich nicht liegen.

Hast du Spiegel über den Kassen? Und wie ist deine Meinung zu dem Thema?
Siehe hier. :-)

Ich finde die Spiegel ausgesprochen praktisch und würde sie auf jeden Fall auch wieder installieren. Welche Logik dahintersteckt, keine Spiegel zu haben (von Kameras oder Kassentischen mit Guckloch mal abgesehen), kann ich nur spekulieren: Die Mitarbeiter/innen sollen genötigt werden, aufzustehen, damit sie nicht den Blick in den Spiegel vergessen und eventuell Ware übersehen. Was allerdings passiert, wenn sie das Aufstehen vergessen, kann sich jeder selber ausmalen… Bei Kaufland soll es mal so gewesen sein, dass die Wagen Nummern tragen, welche von den Mitarbeitern in die Kasse eingegeben werden müssen. Wie weit da aber Möglichkeiten zur Manipulation bestehen, kann ich ebenfalls nur mutmaßen.

Ein paar Fragen zu Kartenzahlungen

Markus hatte ein paar Fragen zu Kartenzahlungen:
Mich würde interessieren, ob Du die Zahlung mit Kreditkarte akzeptierst.
In den letzten Monaten haben Lidl, Kaufland, Aldi Nord & Süd diese Möglichkeit flächendeckend eingeführt. Die neuen Bezahlterminals unterstützen auch kontaktlose Zahlung (Visa, Mastercard, Maestro, teilweise Giropay). Hier fällt für Zahlungen unter 25€ die Eingabe der PIN weg, was den Bezahlvorgang (sogar bei Aldi) gegenüber der „klassischen“ Kartenzahlung und auch gegenüber der Bargeldzahlung nochmals deutlich beschleunigt. Man hält einfach 1-2 Sekunden die Karte vor das Display und fertig. Bei Einkäufen ab 25€ wird die PIN immer gefordert (keine Unterschrift). Ich finde das super praktisch und frage mich, warum viele Händler das nicht unterstützen (z.B. Penny, Edeka und teilweise Rewe). Auch Galeria Kaufhof und IKEA haben schon umgestellt.

Weiterhin gibt es noch viele Geschäfte, die ihre Kunden mit großen Schildern nach dem Motto „Kartenzahlung erst ab 10€“ begrüßen. Ist die Kartenzahlung tatsächlich so viel teurer als das Bargeld, das am Ende des Tages noch gezählt und per Geldtransport abgeholt werden muss?
Bei mir kann man schon seit etlichen Jahren auch mit Kreditkarte bezahlen. Ist zwar etwas teurer, aber diese höheren Gebühren werden nicht dafür sorgen, dass wir eines Tages am Hungertuch nagen müssen. Da freue ich mich doch darüber, dass ich meinen Kunden mehr Bezahlmöglichkeiten anbieten kann. Das selbe gilt übrigens auch für die von vielen Geschäften festgelegten Mindestbeträge für Kartenzahlungen. Natürlich fressen die Gebühren den Gewinn auf, wenn ein Kunde ein Duplo mit seiner Giro- oder Kreditkarte bezahlen will. Aber mal ehrlich: Die paar Cent hätten auch als Rohgewinn nicht viel bewirkt. Dann lass doch die Leute einfach machen und dafür muss man sie nicht mit irgendwelchen Mindesteinkäufen gängeln. Den meisten Kunden ist es sowieso schon von alleine unangenehm, kleine Einkäufe mit Karte zu bezahlen.

Kontaktloses Bezahlen wird übrigens auch demnächst bei mir kommen! :-)

Vorziehen?

Raphael hat mir geschrieben.
Mir ist das mal was aufgefallen, als ich heute bei Marktkauf eingekauft habe.

Marktkauf ist ja, wie wir alle wissen, ein Aushängeschild für Edeka (da es ein Regiemarkt ist) und auch ein ziemlich großer Markt mit vielen Mitarbeitern. Trotzdem sieht kein Regal wirklich schick und gut vorgezogen aus. Es fehlen Etiketten an allen Ecken und Kanten. Alles wird mit Karton einfach nur ins Regal geschmissen und ob das Label vorne zum Kunden zeigt interessiert dort anscheinend auch keinen. Was ich aber viel schlimmer finde sind die unzähligen Lücken bei teilweise den wichtigsten Produkten (z.B. von G&G), obwohl meines Wissens via PC bestellt wird.

Das absolute Gegenteil ist der Edeka-Markt um die Ecke (größerer Aktiv-Markt). Dort sieht jedes Regal immer wie geleckt aus und fehlen tut auch nur in den seltensten Ausnahmen etwas. Dafür sieht man aber auch jede Schicht dort Personal rum laufen, die etwas vorziehen.

Ich würde gerne mal wissen, wie du in deinem Markt zu diesem Thema stehst. Alles korrekt zu bestellen versuchst du jedenfalls schon mal, das entnehme ich deinem Blog. Aber wie ist es mit dem Vorziehen von Waren?
Wie immer gibt es auf eine lange Frage eine kurze Antwort: Vorziehen ist für meine Mitarbeiter die letzte Beschäftigung bei Langeweile. Hat einfach meiner Meinung nach die kleinste Priorität. Manche Händler stehen drauf, sieht ja auch toll aus, ist aber letztendlich nur kurzfristige Kosmetik... :-)

Ratschlag bzgl. Fleisch

Blogleserin "Katze" hat mir geschrieben.
[…] und da es dir anscheinend ebenso in der Seele schmerzt, wie mir, wenn ich Lebensmittel wegwerfen muss, wünsche ich mir von dir Ratschläge bezüglich Fleisch und deren Verwendung jenseits des mhd. Ich mache mir normalerweise wenig daraus, wenn mal ein Produkt in meinem Kühlschrank ein oder zwei Tage drüber ist, jedoch bin ich bei Fleisch etwas ängstlich. Hauptsächlich verlasse ich mich jedoch auf meine Nase und im Zweifel einem probierbissen. Rohes Hack mundet mir jedoch nicht, darum scheue ich mich eine Packung, welche auch nur einen Tag drüber ist noch zu konsumieren. Fertig abgepacktes ist hier gemeint. "Offenes" vom Metzger holt sich mein Mann gelegentlich, verspeist das dann aber auch ratzeputz krümellos komplett.
Aufgrund der guten Lage zu unserem Supermarkt können wir die Kühlkette fast optimal einhalten. Von der Kühltheke zum heimischen Kühlschrank sind es meist nur 10 bis 15 Minuten. In der Regel auch nicht einsam, sondern mit anderen Kühlwaren in einem Rucksack. Und Hack wird bei mir eh ordentlich durchgebraten, am besten bis es etwas knubberich (Bisschen knusprig) wird... mache ich mir generell zu große Sorgen? Hilft einfrieren, wenn man die nächsten 2 Tage garantiert kein Hack kochen kann?
Lange Frage, kurze Antwort: Wenn das Fleisch vor dem Verzehr durchgegart wird, spielt ein aufgedrucktes Datum im Grunde gar keine Rolle mehr. Im schlimmsten Fall wird das Essen ungenießbar, wenn man ein Stück mitverarbeitet hat, dem schon der Verwesungsgeschmack anhängt.

Wir verwenden privat seit etlichen Jahren fast nur "abgelaufenes" Fleisch, das wir, wenn es hier im Laden nicht mehr verkauft werden kann und/oder darf, einfrieren und dann bei Bedarf wieder auftauen.

Frage zu Werbung

Sven hatte folgende Frage an mich:
Hallo Björn,
was mich schon die ganze Zeit interessiert, ist die Frage wie die Wochenangebote entstehen.
Ich weiß ja nicht inwiefern du Werbung machst Außer durch den Blog :P, aber vielleicht weißt du ja Wie entschieden wird welche Produkte es ins Angebot rein schaffen und wer das entscheidet?!
Bei mir hier ist das ganz einfach: Ich mache gar keine Werbung in Form von wöchentlichen Handzetteln. Ernsthaft, das war kein Witz! So stehe ich logischerweise auch nicht jede Woche vor dem Problem, mir neue Artikel für die Werbung ausdenken zu müssen.

Wie es in den großen Firmen abläuft, die solche Angebote national oder für große Regionen planen, kann ich beim besten Willen nicht beantworten. Ich weiß nur, dass ich mich hier und andere Kollegen entweder bei den Planungen der Großhandlung (Die Edeka hat ja wöchentlich eigene Angebote, die dann zu entsprechenden Preisen in entsprechenden Mengen (vor)bestellbar sind) oder bei den Mitbewerbern inspirieren lassen. Bei mir persönlich hilft (wenn es denn notwendig ist, bestimmte Artikel rauszusuchen) auch manchmal ein Rundgang durch den Laden, um sich inspirieren zu lassen.

Frage zu Rucksäcken

Letztes Jahr hatte mir Sebastian geschrieben und ein paar Fragen zum Thema Rucksäcke gestellt.
Seitdem ich vom Land in die Stadt gezogen bin, kaufe ich oft mit dem Fahrrad ein. Mit dem Rucksack ist das so eine Sache. Was mache ich damit, wenn es keine Schließfächer dafür gibt?

Offen in den Einkaufswagen stellen? Auf dem Rücken behalten?
Ich habe immer das Gefühl, dass Rucksäcke einen automatisch Beobachtungswert machen.

Das ginge ja alles noch. Doch wenn ich in einem Laden nicht alles bekomme, laufe ich mit einem Rucksack voller Lebensmittel in ein anderes Geschäft rein um den Rest zu finden. Wenn keine Wertsachen drin sind, gebe ich den manchmal vorher an einer Kasse ab: "Passen Sie da mal drauf auf."
Aber das kann ja nicht die Lösung sein und so lasse ich das natürlich, wenn ein Notebook drin ist. Das gebe ich nicht aus der Hand.

Schon 2 mal hatte ich dann den Fall, dass man dann genau untersuchen wollte, was da so drin ist. Kassenzettel sei dank ging das, war aber peinlich und hat gedauert und man war offensichtlich unglücklich mit dem Ergebnis. Der Jagdtrieb des Detektivs eben, der gerne Erfolge hat.

Also... Wie macht der vorbildliche Kunde mit dem Rucksack dem Shopblogger das Leben leichter?
Die Problematik ist immer wieder gleich: Man hat Wertgegenstände (Laptop, andere Einkäufe etc.) in seiner Tasche und mag sie nicht irgendwo unbeaufsichtigt abstellen.

Also nimmt man sie mit in den Laden, was ich persönlich überhaupt nicht problematisch finde. Natürlich werden aufmerksame Mitarbeiter bei großen Taschen schnell mal misstrauisch, aber das ist meiner Meinung nach das Problem des Ladens und nicht des Kunden. Genauso finde ich es nicht richtig (von der rechtlichen Situation mal abgesehen), an der Kasse sämtliche mitgebrachten Taschen pauschal zu überprüfen.

Problematisch wird es allerdings, wenn die Leute anfangen, die Einkäufe nicht in einem der bereitgestellten Einkaufswagen oder -körbe zusammenzustellen, sondern dafür ihre eigenen Taschen oder Rucksäcke verwenden. Eine Angewohnheit, die hier in Bremen leider ausgesprochen weit verbreitet ist. Wenn wir das sehen, halten wir den entsprechenden Kunden zumindest sporadisch im Auge und vergewissern uns, dass die Sachen auch wirklich an der Kasse wieder ausgepackt werden.

Um Sebastians abschließende Frage zu beantworten: Gerne mit Rucksack in den Laden kommen, aber ihn geschlossen auf dem Rücken behalten und schon gar nicht den Einkauf darin zusammensuchen!