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Die Apotheke unter den Supermärkten

Um wenige Minuten vor Feierabend, also noch nach 23:45 Uhr, kam ein leicht angetrunken (wirkender) Mann in den Laden und erledigte einen kleineren Einkauf.

Vor dem Wurstregal sprach er mich an und fragte, ob wir Fleischwurst hätten. Ich zeigte ihm unsere Auswahl und er beschwerte sich prompt über die Preise. Ich zeigte ihm die Herta-Variationen und die Eigenmarke-Geflügelfleischwurst (400g), die wir für 1,59€ verkaufen (Anmerkung: Also auch nur zehn Cent mehr als ein äquivalentes Produkt bei Aldi!). Sein Kommentar dazu: "Bei Netto bekomme ich dafür einen ganzen Ring! Aber SPAR ist ja sowieso die Apotheke unter den Supermärkten." – "Dann laufen Sie doch zum Netto rüber und kaufen die da." – "Die haben schon zu." – "Na, sowas aber auch."

Er packte schließlich die Geflügelfleischwurst in den Korb.

Dann wollte er Brot haben. Das Brotregal war um kurz vor Mitternacht nicht mehr sonderlich voll und die Preise der Lieken-Markenware kommentierte er mit "Wucher" und "Wegelagerei", bei Netto würde ein Brot 69 Cent kosten. Ich zeigte ihm das Schwarzbrot gleicher Preisklasse (Das billige Graubrot war aufgrund der Uhrzeit ausverkauft), aber das wollte er nicht. Meine Erklärung, dass er er nicht Lieken-Ware mit der Discounter-Ware preislich vergleichen könne, kommentierte er mit "Brot ist Brot".

Keine Minute später sprach er mich aber erneut an: "Nudeln? Wo haben Sie Nudeln?"

"Zeige ich Ihnen nicht, sind sowieso zu teuer."

"Sie brauchen hier jetzt nicht sarkastisch werden!"

Ich zeigte ihm die Nudeln, hielt mich aber dann bis die Türen abgeschlossen waren im Hintergrund. Letztendlich hat er seinen Einkaufskorb bis oben hin gefüllt und war dann an der Kasse gegenüber meiner Mitarbeiterin auch wieder ausgesprochen freundlich.

Boah, aber sowas zum Feierabend muss ich nicht haben.

Bittere Preisgestaltung

Ist eigentlich schon bitter, wenn ich als quasi Endkunde für die Brüstungskanäle bei einem Onlineshop inklusive Versand und Mehrwertsteuer weniger bezahlen muss, als unser Elektriker bei seinem Großhändler schon netto zu zahlen hat…

Kein Wunder, dass Handwerksbetriebe anfangen, sich ihr Material bei zig Händlern im Onlinehandel zusammenzuklauben, auch wenn es etwas aufwändiger ist als bei einem einzelnen Großhändler.