In der Getränkeabteilung stieß ich auf ein Regaletikett, auf das jemand rote Pfeile gemalt hatte. Was soll das denn?! In der alten Abteilung hatten wir das teilweise so gemacht, da die Preisschilder für die auf dem Boden stehende Ware (Getränkekisten) und die Produkte im Fachboden darüber allesamt nebeneinander in der selben Preisschiene steckten. Aber hier in den neuen Regalen mit den schönen Doppel-Scannerleisten? Da muss das doch nun wirklich nicht sein. Sieht blöde aus und ist unnötige Zeitverschwendung.
[…]
Wer genau hinguckt, erkennt auf dem Schild das aufgedruckte Datum: Erstellt wurde es im letzten Jahr am 12. Juli. Wie auch immer das noch den Weg in die neue Abteilung gefunden hat …
Für mich am interessantesten ist die Frage, warum auch immer mir das Etikett in den letzten knapp drei Monaten noch nie aufgefallen war.
Noch ist es zwar nicht so weit, die im Januar 2019 bevorstehende Inventur intensiv zu planen, aber diesmal werden die Vorbereitungen etwas aufwändiger: Durch den Umbau haben sich ja nun wirklich sämtliche Regale und Warengruppen verändert, so dass ich die alten Zonen, die immer ganz hervorragend gepasst haben, komplett verwerfen kann.
Die größte Änderung wird es wohl bei der Tiefkühlkost geben. Das war immer ein großer Bereich, zukünftig werde ich da wohl zwei Zählbereiche draus machen, pro Insel einer.
Seit heute haben wir endlich wieder sämtliche acht Lautsprecher im Einsatz, so dass der Laden (relativ) gleichmäßig beschallt ist.
Wir haben zwar keine linke und rechte Seite mehr, so dass man in der Mitte stehend keinen Stereo-Effekt mehr erlebt, dafür sind sie sie mit diesem Lautsprecherschalter in vier Zweier-Gruppen regelbar, so dass z.B, die Getränkeabteilung lauter gestellt werden könnte als die Musik in Kassennähe.
Auch damit also wieder ein weiterer Schritt in Richtung Normalität!
(Und, fällt mir gerade auf, noch gar keine Weihnachtsmusik heute.)
Ein flüchtiger Blick fiel auf das Regal mit dem Haarschmuck und ich dachte mir, warum da ein Donut mit einem Überzug aus Vollmilchschokolade hängt. Form, Größe, Farbton – fast hundertprozentige Übereinstimmung, wenn man nicht zu genau hinsieht:
Bei genauerer Betrachtung entpuppte sich das vermeintliche schokolierte Fettgebäck als ein "Knotenring", auch Dutt-Kissen genannt.
Noch ein Slipeinlagen-Strichcode. Dieser ist mit einer Schleife versehen und befindet sich auf einer Packung "Elkos"-Slipeinlagen, die wir hier auch im Laden verkaufen.
Eine der bislang für mich am quälendsten Einzelbaustellen hier im Kabelkanal-Projekt ist der Durchbruch ins Kassenbüro, durch den ein dickes Bündel an Netzwerk-, Telefon-, Alarmanlagen-, Video-, Stom- und Lautsprecherkabeln vom Büro in den Laden geführt wird.
Ein Teil der Strippen war ursprünglich anders verlegt, nämlich hinter der weiß-roten Dekoschiene (hier noch gut zu sehen) und nicht dafür ausgelegt, erst noch 30cm nach oben und dann noch stramm unter der Decke entlang geführt zu werden.
Aber das ist inzwischen komplett erledigt. Jede einzelne Leitung passt problemlos und nun können wir uns darum kümmern, nach unten noch ein kurzes Stück Kabelkanal zu montieren und wenn dann irgendwann die Deckel angebaut sind, wird man von all dem überhaupt nichts mehr sehen.
(Wenn alles fertig ist, wird das Loch noch mit einer passenden Brandabschottung verschlossen, ist ja klar.)
Die einzelne schwarze Strippe, die aus dem Loch heraus nach unten führt, versorgt derzeit noch provisorisch die beiden Kühlschränke in der Getränkeabteilung mit Strom. Das kommt aber noch weg, sobald wir eine neue Zuleitung eingezogen haben, die dann auch unten im Keller an der großen Unterverteilung aufgelegt sein wird.
Aufgeblähte Konservendosen gibt es, sind aber doch eher selten. Vor über elf Jahren hatten wir mal eine Würstchen-Bombage (die es sogar schon zwei malin ein Fachbuch geschafft hat) und seit dem ist mir auch keine pummelige Konserve mehr in die Hände gefallen.
Nun haben wir mit unserer Hauptlieferung eine aufgeblähte (aber bereits schon vor der Lieferung geplatzte) Dose mit einem Spaghetti-Fertiggericht geliefert bekommen. Brrr, sehr delikater Inhalt. Darum ist man froh, wenn einem die Dinger nicht im Gebäude hochgehen.
Der heutige Tag geht bei uns in der Firma in die Geschichte ein als der erste Totensonntag, an dem wir nicht im Laden die große Weihnachtsdeko aufbauen.
Aber wie ich schon vor ein paar Tagen überlegt hatte, macht das momentan alles nicht viel Sinn, da wir gerade auch in den nächsten Tagen noch ständig an die Kabelkanäle und Deckenleuchten herankommen müssen.
Also lassen wir's diesmal wirklich bleiben. Was nicht ausschließen soll, dass wir nicht doch noch in den nächsten Tagen das eine oder andere dekorative Element im Laden unterbringen werden.
Der "Fauli-Tag" zu Hause tut aber auch mal ganz gut. Die letzten zwei Monate waren unglaublich intensiv und bis zum Ende des Jahres wird es nicht weniger hektisch weitergehen. Dann kommt im Januar noch die Inventur und dann werden wir endlich mal wieder abschalten können.
Leider kein Fundstück (da arbeitet man wohl in der Produktion sehr sorgsam), sondern nur gestellt – geschmeckt haben die Mini-Küsse uns dennoch allesamt.
Ein Anrufer, der meiner Einschätzung nach mindestens leicht alkoholisiert war, wollte einen bestimmten Kollegen sprechen. Wahrheitsgemäß erklärte ich, dass die gewünschte Person nicht mehr hier sei, da er nur am Vormittag arbeitet.
Anrufer: "Gut, dass ihr den weggekriegt habt, das war so ein Arschloch, ey!"
Eine Stammkundin in den hohen Achtzigern setzte sich nach ihrem Einkauf auf die kleine Sitzbank und sprach Ines und mich an. Bedankte sich, dass wir hier immer so freundlich und geduldig mit ihr waren und dass hier sowieso immer alle so nett sind.
Dann verabschiedete sie sich: "Bis nächste Woche. Hoffentlich."
An einer Stelle in der Wand zum Lager gucken noch ganz viele der alten Videokabel durch die Mauer. Die werden bis auf Weiteres in einem Bündel von unten/vorne in den Kanal geführt werden. Natürlich könnte ich dort den Brüstungskanal unten aufsägen und die Leitungen dort einführen, aber wie vorhin schon geschrieben: Die alten Videokabel werden in absehbarer Zeit vollständig verschwinden und damit auch dieses Provisorium: