Da wollte uns wohl einer einen bösen Streich spielen und hat gehofft, dass demnächst unangenehmer Geruch oder ein Schwarm von Fliegen durch meinen Laden wabert.
Natürlich kann es mal passieren, dass eine Packung herunterfällt und dabei aufreißt oder dass ein unvorsichtiger Kunde sie zu grob anfasst. Aber: Eine definitiv mutwillig geöffnetes Kartonverpackung ganz hinten in ein Regal zu stellen und andere Ware, die eigentlich nicht an diese Stelle gehört (weshalb wir überhaupt auf die geöffnete Packung aufmerksam geworden sind) davorzustapeln, passiert nicht versehentlich.
Heute ist der Leergutautomat schon den ganzen Tag ausser Betrieb, da seit heute Morgen ein Techniker daran am arbeiten ist.
Eine Kundin meinte es eben besonders gut und hat, bevor sie geklingelt hat, rund zwei Dutzend leere Flaschen aus ihrer Tasche geräumt und auf den Fußboden gestellt. Nicht sehr rückenfreundlich, aber sie meinte es ja nur gut und außerdem hat sie dann ja noch netterweise mitgeholfen und mir einen großen Teil der Flaschen angereicht.
Warum hat sie mir nicht einfach die Tasche gegeben?
So seltsam die rechte Haribo-Tüte auch aussehen mag: Es war (inzwischen im Kollegnkreis deutlich verringert) ursprünglich der selbe Inhalt wie in der normal großen Tüte darin, weshalb der kleinere Beutel extrem prall gefüllt war.
Passieren kann sowas vor allem dann, wenn in die Verpackungsmaschine eine neue Bahn der Folie eingelegt wird. So dürfte es auch in diesem Fall gewesen sein, da die Tüte ganz normal im Karton mit drinlag.
Nach der ganzen Vorfreude auf den Leergutautomaten kam zunächst viel Ärger und Stress auf. Nachdem ich nun gestern mit Herrn Trautwein selber geredet habe, fühle ich mich jedenfalls etwas besser.
Aktueller Stand: Im Laufe der letzten Woche habe ich ca. 40 Flaschenformen (teilweise leichte Abweichungen bekannter Flaschen) dazugepflegt. Die Kistenerkennung ist inzwischen deutlich besser und die Gründe für mechanische Probleme (z.B. dass die Flaschen sehr häufig umfallen) sind zumindest bekannt und werden abgestellt.
Ich traue mich inzwischen, die Kunden mit dem Automaten alleine zu lassen und langsam kehrt meine alte Freude zurück.
Ich könnte an der Wand neben dem Leergutautomaten einen kleinen Bildschirm aufhägen, der das Bild einer Kamera zeigt, die den Leergutautomaten von hinten im Blick hat.
Schön sauber eingefasst haben die Handwerker die Fronttür des Leergutautomaten. Dazu haben sie die Spalten zwischen der Tür und dem Gipskarton mit Spachtelmasse verfüllt.
Sehr geistreich.
Zum Glück fiel mir das auf, als die Masse noch feucht war und man einfach mit einem nassen Lappen die Spuren beseitigen konnte...
Da sag' nochmal einer, dass es mit dem Automaten kein "exotisches Leergut" mehr geben wird. Diese Flasche mit einer etwas ungewöhnlichen Aufforderung stand heute Morgen auf dem kleinen Vorsprung vor den Glasbausteinen neben dem Leergutautomaten.
War wohl nur ein kurzzeitiger Werbegag. Das aufgedruckte MHD ist Juni 2003 und die genannte Website www.mastur-bier.com gibt es auch schon nicht mehr.
Als wir nun einen alten Schrank, der noch aus der Zeit unseres direkten Vorgängers "KAISER'S" stammt, zerlegt haben, ist uns dieses Etikett einer Gemüsewaage entgegengefallen, auf dem ein Tagesabschluss eben jener Waage aufgedruckt ist. Das Etikett selber ist sogar noch mit "Tengelmann" bedruckt, stammt also sogar noch aus der Zeit vor "KAISER'S"...
Nachdem die neue Wand im Lager nun fertig ist, sind, trotz beidseitiger, zweifacher Beplankung, noch einige der Gipskarton-Platten übrig. Etwas erstaunt war ich darüber, was die Handwerker mir dazu zu sagen hatten: "Die nehmen wir nicht wieder mit. Was sollen wir damit? Wenn wir die jetzt durch die Gegend fahren, werden die nicht besser. Da können wir die gleich wegschmeißen."
Die den Kunden zugewandte Seite ist schon fast fertig. Nun muß die Wand nur noch verspachtelt und schließlich gestrichen werden. (Gestrichen wird natürlich der komplette Raum und auch der Fußboden.)
Das Teilstück, in dem der Leergutautomat steckt, werden wir übrigens dunkelrot streichen, damit das Gerät optisch etwas näher am Verkaufsraum ist. Für die restlichen Wände gibt es noch keine Pläne. Da werden wir in den nächsten mal mit einer Farbtabelle experimentieren.
Einer der Handwerker hat eben scherzeshalber eingeworfen, die entstandene Fläche doch als Café zu nutzen. Eine geniale Idee. In der Vergangenheit hatten wir im Laden immer einen Tisch stehen, auf dem wir Kaffee aus Fairem Handel verkostet haben. Ich glaube, diese neu geschaffene und schwer nutzbare Fläche müsste ideal dafür geeignet sein, diese Tradition fortzusetzen.
Das Ständerwerk für die neue Wand steht bereits. Die Form ist schon deutlich zu erkennen. In einem 45-Grad-Winkel zu den beiden eigentlichen Wänden sitzt die Tür zum Lager. Diese schräge Anordnung war notwendig, um so leicht wie möglich mit Paletten und Rollcontainern durch die Tür fahren zu können ohne wenden zu müssen.
Nun merkt man erst, wieviel Platz die Getränkekisten weggenommen haben, die bis vorhin den Raum begrenzt haben. Eine geradezu riesige Fläche ist vor dem Leergutautomaten entstanden. Mal gucken, ob mir dafür eine gute Verwendung einfällt.
Das Geländer von meiner Bürotreppe ist schon weg, später wird dort direkt zwischen den beiden Sicherungskästen die Trockenbauwand verlaufen. Muss ich momentan eben etwas aufpassen, dass ich nicht gewohnt schnell aus dem Büro stürme.
Die improvisierte Wand ist schon weg und die ersten Baumaterialen für die neuen Wände liegen im Lager aufgetürmt.