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Plus Pfand?

Ein Kunde wollte den Preis für eine Flasche Limo wissen. Ich suchte die gewünschte Information raus und sagte ihm:
Neunundneunzig Cent, plus Pfand.

Mit Pfand oder ohne?

Nein, Pfand kommt noch dazu. Neunundneunzig plus Acht.

Mit Pfand dann also?

Genau. Neuneunneunzig plus acht Cent Pfand.

Neunundneunzig ist dann der Komplettpreis?

Nein, die acht Cent kommen noch dazu. Ein Euro und Sieben komplett.

Achso.
Ist "Plus Pfand" so missverständlich? :-O

Frage zum Leergut-"Verdienst"

Edward wollte wissen:
Hast du in deinem Kassensystem Statistiken darüber, ob du mit dem Pfandsystem Geld "verdienst" (weil zu wenig zurückgebracht wird) oder "verlierst" (weil zu viel abgegeben wird)? Oder gleicht sich das vielleicht aus?
Ich hoffe, ich habe die Frage richtig verstanden. Für mich klingt es so, dass Edward davon ausgeht, dass ich Gewinn mache, wenn ich Pfandflaschen verkaufe und von diesem Gewinn einen Teil wieder auszahlen muss, wenn die Kunden die Flaschen zurückgeben. Wenn mehr Leergut zurückkommt, als ich verkauft habe, mache ich Verlust.

Das ist so natürlich komplett falsch, denn die Flaschen sind ein durchlaufender Posten. Ich bezahle das Pfand also beim Einkauf bei meinem Großhändler mit und bekomme, wenn ich das Leergut an ihn zurückgebe, den Pfandwert wieder erstattet. Es ist also vollkommen egal, ob ein Geschäft gleich viel Vollgut verkauft und Leergut annimmt oder ob es da große Differenzen gibt. Kioske und Tankstellen verkaufen z.B. oft mehr, als sie annehmen.

Naja, fast egal. Zwei Faktoren muss man berücksichtigen:

a) Leergut macht Arbeit. Wenn ein Geschäft kaum Getränke verkauft, aber sehr viel Leergut zurückbekommt, ist der damit verbundene Aufwand oft unverhältnismäßig hoch. Ich würde als Händler versuchen, die Leergutannahme entsprechend zu steuern und zu begrenzen, generell denke ich aber, dass es dennoch keine ruinösen Ausmaße annehmen wird.

b) Die Umsatzsteuer. Die Pfandbeträge werden im gesamten B2B-Bereich netto gerechnet, während es für den Endkunden Bruttopreise sind. Beispiel: Ich kaufe eine Getränkekiste und zahle dem Großhändler 3,30€+19% = 3,93€. Von meinem Kunden bekomme ich aber nur 3,30€ dafür. Bei der Rückgabe funktioniert es genau andersrum. Daraus ergibt sich letztendlich tatsächlich ein gewisser Gewinn, wenn ein Markt viel Leergut annimmt. Kein Vermögen, aber immerhin…

Links CCL

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Pfandfrage

Mehdi hatte folgende Frage:
Ich war heute im real-komma-strich und da war ein Herr dessen EW-Flasche von LgAtm nicht angenommen werden wollte. Das Problem war aber nun folgendes:
Er ging zur Info um sein Pfand zu kriegen, die Infodame scannt die Flasche, die eine EW-Flasche mit gültigem DPG-Logo war, ein und sagte, dass sie diese nicht verkaufen würde. Ich habe dann sofort die Initiative ergriffen und der Infodame freundlich gesagt, dass sie die EW-Flasche annehmen müsste. Man bedenke, der real-komma-strich ersteckt sich auf zwei Etagen. Der Mann ging und warf die Flasche in den Mülleimer.

Nun meine Frage, war das Verhalten der Dame in Ordnung?
Hätte ich dem Mann sagen können, dass er die Herren in Grün holen könnte? Oder Ordnungsamt?
Keine Ahnung, ob die Polizei oder das Ordungsamt sich (kurzfristig) um die Sache gekümmert hätte – vermutlich eher nicht. Leider fehlt die Info, aus welchem Material die Flasche bestand. War das eine PET-Flasche, auch von einer Marke, die bei real,- nicht verkauft wird, hätte sie angenommen werden müssen. Bei einer Glasflasche kann ich es nicht sagen, da ich nicht weiß, ob es Einweg-Glasflaschen dort überhaupt zu kaufen gibt. Wenn nicht, hätte die Flasche tatsächlich nicht angenommen werden müssen – unabhängig von der Größe des Marktes. Ob das Verhalten in Ordnung war, kann ich folglich via Ferndiagnose nicht mit Sicherheit sagen.

Mit etwas mehr Zeit und Motivation hätte sich der Mann zum Vorgesetzten der Mitarbeiterin durcharbeiten können. Oder man meidet derartige SB-Warenhäuser einfach zukünftig und kauft beim gelb-blauen Marktführer ein. Stieselige Mitarbeiterinnen gibt es zwar auch in inhabergeführten Märkten, aber dort interessiert es die Vorgesetzten normalerweise sehr, wenn sich ein Kunde dort nicht gut behandelt gefühlt hat.

Links CCXXVIII

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Die fünfte Zusendung kam von Alex:

Vorige Woche war es nach längerer "Sammelzeit" soweit und ich konnte mit meinem Rucksack + einem Sackerl voller Pfand(glas)flaschen in meinen angestammten Gourmet-Spar marschieren.

Am Annahmeautomaten erwartete mich keine Schlange und somit hatte ich lockerflockig freie Bahn. Während also im Hintergrund bereits die ersten Weihnachtslieder über die Filiallautsprecheranlage angestimmt wurden, nahm der Automat brav meine Flaschen an und quittierte mir meine Futtergabe dann mit einem netten Papierchen mit einer ganz angenehmen Gesamtsumme.

Ich reihte mich dann also an der Kasse in die dafür dort bereits immer länger werdende Schlange; mir war die Warterei ja egal..Zeit hatte ich zu dem Zeitpunkt ja genug. Vor mir war nur ein eher jüngeres Päarchen und hinter mir eine schon etwas betagtere Dame, die schon nervös und sichtlich verunsichert ihren Einkauf und dann wieder ihre Geldbörse beäugte - und das immer im Wechsel .. Einkaf - Geldbörse - Einkauf - Geldbörse usw.. Ich denke, sie dürfte wahrscheinlich zu wenig (Klein)Geld bei sich gehabt haben. Ich sah sie kurz an, sie mich auch .. dann lächelte ich und drückte ihr meinen Leergutbon in die Hand und sagte nur "Hier, schenk ich ihnen...und schönen Tag noch". Zuerst dachte sie - denke ich mal - an einen Scherz .. aber dann lächelte sie nur umso mehr . und auch die umherstehenden Leute waren etwas verdutzt .. dann aber doch positiv überrascht. Mit einem sonderlich guten Gefühl .. hab ich mich dann einfach verabschiedet und bin weiter spazieren gegangen :-)

Frage: Molkezusatz gegen Pfand

Marcel hat geschrieben:
Was hältst du eigentlich von Molkezusätzen in Getränken um den Pfand zu umgehen?
Diese Produkte müssen offiziell nicht bepfandet sein und daher ist die Vorgehensweise völlig legal. Ich halte das selber auch nicht weiter für problematisch. Es ist ja nicht so, dass altbekannte Getränke plötzlich durch die Zugabe von ein paar Tropfen Molke plötzlich nicht mehr bepfandet sein müssen. Viel mehr handelt es sich bei diesen Molkegetränken um eigenständige Produkte, die man auch erstmal mögen muss…

"Flaschensammler auf St. Pauli ruinieren uns"

Hier der Link zum Artikel "Flaschensammler auf St. Pauli ruinieren uns" auf bild.de – einer der Links, der in der Geschichte dieses Blog zu den Top-10 der mir am häufigsten zugeschickten gehört.

Ich kenne die genaue Situation dort vor Ort nicht und habe auch keine Ahnung, wieviele Informationen von der BILD-Redaktion verschwiegen, verändert oder hinzugedichtet wurden. Aufgrund der vielen Anfragen möchte ich euch aber natürlich auch meine Einschätzung der Situation nicht vorenthalten. Dazu ein paar Zitate aus dem Artikel:
Er hat Verständnis für die emsigen Flaschensammler: „Wir nehmen alles an. Das ist unser Problem. Aber wir können die Leute doch nicht wegschicken.“
Er hat Verständnis und kann sie nicht wegschicken. Falls das "kann" in diesem Fall ein moralisches "kann" (und folglich mit "will" gleichzusetzen) ist, sind das selbstgemachte Leiden. Falls er die vielen Flaschensammler nicht wegschicken kann, weil er gegen die Massen nicht ankommt, sollte er entsprechende Maßnahmen ergreifen, z.B. häufigere Kontrolle vor den Automaten und Rauswurf der Leute mit den Leergutmassen. Generell kann er durchaus immer was tun, er hat nämlich das Hausrecht.
Doch damit nicht genug. Für Holst, seit 42 Jahren dabei, ist es ein Minusgeschäft. Er nimmt viel mehr Leergut an als er Flaschen (für die er Pfand kassiert) verkauft.
Folge: Holst zahlt drauf.
Diese Aussage ist kompletter Schwachsinn. Punkt!

Pfand ist ein durchlaufender Posten. Wieviel er Pfand er beim Verkauf der Getränke kassiert ist vollkommen unabhängig von dem, was er zurücknimmt.
In diesem speziellen Fall kommt ihm sogar die Umsatzsteuer zu Hilfe: Als Einzelhändler zahlen wir beim Einkauf der Getränke 19% Umsatzsteuer auf den Leergutanteil an den Großhändler. Der Kunde bekommt sein Leergut aber inklusive Steuer. Bei der Rücknahme ist es genau umgekehrt: Vom Großhändler bekommen wir Einzelhändler den Leergutbetrag zuzüglich Steuer gutgeschrieben. Wer also mehr Leergut zurücknimmt, als er bei seinen Getränkeverkäufen einnimmt, hat ein kleines Steuer-Plus.
Und: Der Paulianer bekommt von den Brauereien nicht ausreichend Bierkisten. Deshalb muss der Supermarkt-Chef die Pullen in Obstkisten packen und abgeben.
Folge: Mehr Arbeitsaufwand und weniger Geld von den Abnehmern.
Das Theater kenne ich. Aber da sollte er mal renitent bleiben und vor allem bei seinem blau-gelben Hauptlieferanten drängeln, der auch Vertragsparter der großen Getränkehändler ist, der hat nämlich genug Macht dazu! Manchmal sind Kisten oder Logipacks tatsächlich knapp, aber selbst wir hier haben im Grunde keine nennenswerten Probleme mehr.
„Von Januar bis September habe ich 30 000 Euro Verlust gemacht.“
Aber bestimmt nicht in der Leergutannahme.

Links CXCIX

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Foodwatch: Stiftung Lesen hilft McD. beim Greenwashing

Kirschloses Kirschdessert

Das HEINEKEN Cube – Konzept

Bio ist nicht gesünder, aber trotzdem besser

Hirsch statt Schwein

Winzer dürfen nicht für "bekömmlichen" Wein werben

Keine Werbung für "bekömmlichen" Wein

Leergutmangel in München

Händler wollen Problem beim Club-Mate-Pfand lösen

Entwendete FZGs

Seit mindestens sechs Jahren schon verleihen wir hier für kleines Geld Festzeltgarnituren. Das funktionierte immer ganz unbürokratisch und mit etwas vertrauen in die Ehrlichkeit der Leute: Auf dem Kalender mit den Reservierungen stand oft nur der Name der Kunden, selten auch mal eine Telefonnummer. Ohne ein Pfand haben die die Tische und Bänke rausgegeben und bislang immer wiederbekommen.

Aktueller Bestand an Festzeltgarnituren: Null. Leider kann auch hier von den Mitarbeitern keiner mehr etwas mit dem Namen anfangen oder erinnert sich genauer an die Kunden. Super. Mich ärgert mehr die Unehrlichkeit der Leute als der Verlust der Garnituren. Die Dinger waren seit Jahren im Einsatz, sahen entsprechend aus und haben ihren Kaufpreis längst wieder eingespielt.

Also werde ich in den nächsten Tagen ein paar neue Sets besorgen. Und die gibt es dann nur noch gegen ausreichend Bargeld oder einen Ausweis als Pfand.

Club-Mate-Pfand

Vor ein paar Tagen hatte Arne folgende Frage:
Hi Björn,
ich hätte da mal 'ne Frage zum Thema Pfand.

Mein "E"-Markt hat jetzt seit einiger Zeit Club-Mate im Angebot (yay!). Nun ist mir neulich aber aufgefallen, dass ich nur 8ct aus dem Automaten zurückbekomme, obwohl ich 15ct Pfand bezahlt habe. Daraufhin die Kassiererin angesprochen und problemlos meine 7ct bekommen. Zusammen mit der Aussage, dass dem Chef mal Bescheid gesagt werde. Eine Woche später: Dasselbe Spiel. Diesmal war der stellvertretende Leiter da und hat das entgegengenommen. Noch eine Woche später: Kein (stellvertretender) Filialleiter, nur eine Kassiererin, der das auch unangenehm war, dass das immer noch nicht klappt.
Nun heute wieder da gewesen, immer noch nur 8ct aus dem Automaten. Diesmal ist die Kassiererin zum Chef gegangen und hat direkt Bescheid gesagt. Sie kam zurück und meinte "das können wir nicht ohne weiteres ändern, das müssen sie erstmal jedes Mal sagen, dass Sie noch 7ct extra bekommen".

Nun gut, finde ich prinzipiell nicht schlimm, es wurde mir ja nie Stress gemacht deswegen oder der Anspruch angezweifelt. Es wundert mich aber dennoch, wieso das so eine große Sache sein kann, den Pfand für ein Getränk anzupassen. In meiner kleinen naiven Welt ließe sich das anhand des Barcodes doch ziemlich einfach lösen, oder? (Natürlich erst, nachdem überhaupt geprüft wurde, ob das 'ne gültige Pfandflasche ist etc.)

Kannst du mich da erleuchten, wieso das so schwierig ist?
In den Automaten einpflegen KANN tatsächlich mühsam bis unmöglich sein. Die Club-Mate-Flaschen sehen nunmal genau wie eine normale Bierflasche aus, die ja nur 8 Cent Pfand hat. Die Automaten erkennen Mehrweg an der Kontur. Der Barcode lässt sich theoretisch scannen, aber a) können das nicht alle Automaten und b) dauert das länger, da zwei Merkmale erfasst werden müssen. Um den Barcode zu finden muss die Flasche auch erstmal im Automaten rotiert werden, die Flaschenform lässt sich natürlich in jeder Position ermitteln.

Haben die denn viel Konkurrenz mit Club Mate in dem Markt? Sonst schlag doch mal vor, dass sie es so machen, wie bei mir: Wir haben nämlich das selbe Problem mit den Flaschen und der Verwechslung mit den Bierflaschen und darum verkaufen wir die Club-Mate mit 8 Cent Pfand. ;-)

Hier gekauft!

Ein Kunde versuchte mehrfach, den Leergutautomaten zur Annahme einer mitgebrachten leeren Flasche zu bewegen. Nachdem es ein paar mal gepiepst hat, ging ich hin, um zu helfen. Sofort erkannte ich das Problem und teilte es dem Kunden mit: "Die Flasche hat gar kein Pfand, die können Sie wegwerfen."

Der Mann regte sich sofort auf: "Die habe ich hier gekauft!!!"

Hören die überhaupt zu, wenn man was sagt?! :-(

VIRU

Von einem Vertreter hatte ich gestern drei Flaschen "Viru"-Bier aus Estland bekommen. Die Flaschenform ist ein absoluter Hingucker, der Inhalt war dagegen leider nicht so wirklich überzeugend.

Aber alleine dadurch schon, dass das Bier relativ exotisch ist, habe ich entschlossen, es (zumindest erstmal versuchsweise) ins Sortiment aufzunehmen. Heute soll ich zwei Kartons (á 20 Flaschen) bekommen, der Verkaufspreis wird wohl bei 1,99€ zzgl. 8 Cent Pfand liegen. Mal gucken, ob sich ein paar Kunden finden werden. :-)

Hier der Link zum Eintrag bei Biertest Online.


Rausnehmen

Ein Stammkunde, der sich pro Tag ca. 4-10 einzelne Dosen Billigbier kauft, forderte mich regelrecht dazu auf, das Pfand von den Dosen rauszunehmen. Es wäre echt lästig, jedes Mal 25 Cent mehr bezahlen zu müssen und dann die leeren Dosen auch immer wieder mit in den Laden zu schleppen.

Klasse Idee, darüber würden sich bestimmt auch noch ein paar andere Kunden freuen. Aber ich habe das mit dem Pfand hier ja nicht eingeführt, weil mir gerade nichts besseres eingefallen war. :-)