Von "
Kaufmann Kalle" gab es übrigens auch mal einen (unvollendeten) zweiten Teil.
Die Originaldatei dazu ist (ebenfalls wie die Gurken-Geschichte) von Ende 2006. Was ich da mal schreiben wollte und wie es weitergehen sollte –
keine Ahnung! Aber eins ist sicher: Zum Bestseller-Autor tauge ich nicht.
Ihr braucht euch auch keine Fortsetzung auszudenken. Ich wollte dieses Geschichten-Fragment (und den zweiten und letzten Teil von "Kalle") nur nicht vollkommen unbeachtet im Orkus verschwinden lassen:
Episode 2
Schoko-Oma
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Es war wieder dieser eine Tag in der Woche. Der Billigwarenanbieter am anderen Ende der Straße hatte sich vor Jahren schon diesen Tag für seine wöchentlichen Angebote auserwählt und wenn sich morgens schon zwei Stunden vor der auf dem riesigen Schild angeschlagenen Öffnungszeit die stolzen Massen vor der Tür des Discounters drängten, wußte man, dass es wieder ein besonderes Highlight zu erwerben gab. Hinzu kam, dass die Mitbewerber des Discounters irgendwann nachgezogen hatten und seit dem ihre Angebote am selben Wochentag feilboten. Diese Angebote führten zu einer erstaunlichen Verteilung des Kaufverhaltens der Kunden: Einmal pro Woche gehörten sie den Billigläden.
Wenn an diesen Tagen noch außergewöhnlich gutes oder schlechtes Wetter herrscht und sich der Kalender dem Monatsende nähert, konnte man sicher sein, dass der Arbeitstag im Supermarkt ein sehr ruhiger wird.
Kalle freute sich. Nicht so sehr auf den möglicherweise nur gering ausfallenden Tagesumsatz aber doch zumindest darüber, dass er einen recht gemütlichen Tag vor sich hatte. Ein paar Stammkunden begrüßten ihn und erledigten mit auffallender Entspannung ihre Besorgungen. Einige fingen sogar an, die Zutatenlisten der Dinge zu lesen, die sie in ihre Einkauf
Düstere Gestalten ließen sich dazwischen so gut wie gar nicht blicken - ein sehr angenehmer Nebeneffekt der Ruhe. Bösewichte arbeiten zwar lieber unbeobachtet, aber in der Masse kann ein Ladendieb nunmal besser untertauchen …
"
Wer hat das denn zu verantworten?", spottete ein Kollege.
"
Du selber", entgegnete ich. "
Du steckst doch immer die Etiketten."
Der Blick war herrlich.
In fast jedem Markt ist die Platzierung von Zucker und Mehl auf diesen Paletten der normale Alltag. Bei uns jedoch aus Platzgründen nicht. Beim Stecken der neuen Preisschilder hatte er übersehen, dass dieses eine nicht für eine Einheit mit zehn Paketen Mehl, sondern eben für diese Palette war. Macht aber auch nichts, wir werden die Packungen dennoch los.
Nach
einigen Startschwierigkeiten mit unserem neuen
Zeiterfassungsgerät klappte alles ganz wunderbar.
Und dann kam vor drei Wochen ein Softwareupdate und seit dem startet das Terminal dutzende Male pro Tag neu. Was weniger lästig wäre, wenn es nicht ständig irgendeinen Mitarbeiter treffen würde, der oder die sich gerade ein- oder ausstempeln möchte und dann erst mal eine knappe Minute gelangweilt dem Bootvorgang zusehen muss.
Aber Bodet, und das muss ich der Firma wirklich lassen, ist da dran (auch wenn der erste Versuch, das Problem zu lösen, nicht erfolgreich war) und sehr um die Zufriedenheit Ihrer Kunden bemüht. Mal gucken, wie das noch ausgehen wird …
Derzeit liegt bei uns auf dem Packtisch eine Unterschriftenliste: "
Beibehaltung der Normalzeit und Abschaffung der Sommer-Zeit-Verordnung"
Da mein ganzes Umfeld weiß, dass ich diese Zeitumstellerei ebenfalls ganz fürchterlich finde, hat mich einer meiner Azubis natürlich sofort auf die Liste hingewiesen. "
Coole Sache, da muss ich direkt auch unterschreiben!", dachte ich noch.
Bei genauerer Betrachtung und Überlegung habe ich es dann doch sein lassen. Die Zeitumstellung ist zwar immer wieder lästig, aber irgendwie finde ich gerade die Sommerzeit ziemlich cool, weil man so aufgrund der längeren Abend noch gemütlich beim
Sundowner draußen sitzen kann.
… und dann war da noch der Kunde, der Leergut an unserem Automaten abgegeben hat und dabei die ganze Zeit mit seiner Handykamera das Geschehen filmte.
Wofür mag das wohl gewesen sein?
· Als Erinnerung, dass er bei mir im Laden war?
· Kein Vertrauen in die Technik?
· Beweis, das Leergut abgegeben zu haben?
· Faszination Leergutautomat?
Habt ihr noch andere Ideen?
Nach dem Brand auf dem Biohof
vor gut zwei Jahren lief der Bäckereibetrieb wieder
relativ schnell. Wir hatten bis vor dem Brand auch ganz hervorragende Bio-Eier von dem Hof – eine Lücke, die bis heute geblieben ist und die wohl bis auf weiteres auch bleiben wird.
Gestern Abend wurde mir die Visitenkarte eines Hofes hier aus der Region (nur 4.500 Meter Luftlinie von meinem Laden entfernt!) zugesteckt, bei dem es Eier von "überglücklichen freilaufenden Hühnern" (sic!) gibt. Da werde ich nachher mal auf dem Weg nach Hause anhalten und freundlich nachfragen.
Das war die große Schlagzeile gestern im Weser Kurier:
Es gibt natürlich Ausnahmen, über eine, die wir sogar hier im Sortiment haben, werde ich in den nächsten Tagen noch etwas ausführlicher berichten – aber bei den "Hauptbieren", für die Bremen berühmt ist, musste ich an einen Cartoon denken, den ich vor langer Zeit mal gesehen hatte. Dort war in einer Kneipe der Abfluss des Urinals über ein Rohr direkt mit der Zapfanlage verbunden.
Inzwischen weiß ich auch, was mit dem
zu breiten Regal an der Kasse los ist: Das Regal gehört zu dem Kassentisch-Vorgängermodell. Unser Tisch ist ja noch sehr neu und ist etwas schmaler als die alte Version. Dabei ist nur leider durchgerutscht, das Regal entsprechend anzupassen.
Update in Form eines komplett neuen Regals folgt demnächst.

Seit ein paar Monaten haben wir inzwischen die asiatischen Produkte von "
Asian Home Gourmet" hier in der Neustadt im Sortiment.
Das ausschlaggebende Produkt war dabei übrigens die Würzmischung "Black Pepper Stir Fry", die wir privat früher immer im Asia-Shop hier in Bremen gekauft haben. Die Mischung ist, der Name lässt es schon grob vermuten, sehr pfefferlastig und dabei relativ scharf.
Ich finde sie einfach genial.
Das komplette Gericht ist richtig einfach und relativ schnell zuzubereiten: Fleisch (Huhn, Rind, Schwein, Fisch,
Alpakaschwein, Tofu, egal was), Paprika und Lauchzwiebeln kleinschneiden. Das Fleisch in etwas Öl scharf anbraten und dann die Würzpaste dazugeben. Anschließend das Gemüse mit in die Pfanne geben und alles ein paar Minuten (bis zur gewünschten Bissfestigkeit) schmoren lassen.
Dazu Reis servieren – fertig. Super einfach, super lecker.
Mit unserem neuen Kassentisch hatten wir auch zwei kleine Schlüssel bekommen. Wofür die sind, wurde mir nicht verraten, auch der Kundenbetreuer des Herstellers hatte keine Ahnung. Wir haben hier schon mehrfach mit mehreren Mitarbeitern alles abgesucht, aber nirgends am Tisch findet sich ein passendes Schloss. Die Schranken sind elektrisch betrieben und die einzige Schublade mit Schloss hat ihren eigenen Schlüssel.
Hey, arbeitet einer von euch da draußen auch zufällig an so einem Itab-Kassentisch und kann mir weiterhelfen? Ich werde mich hüten, die Schlüssel zu entsorgen. Das wird
immer so teuer …
Wir wunderten uns schon, warum bei der Weinlieferung überall Rotweinflecken auf den Kartons waren. Zu finden war keine beschädigte Flasche, zumal ja auch der dazugehörige Karton völlig aufgeweicht hätte sein müssen.
Schließlich fanden wir diese beschädigte Flasche in einer der Mehrweg-Kästen. Mit hundertprozentiger Sicherheit war ein Transportschaden auf dem Weg zu uns auszuschließen. Der Bruch muss schon vor längerer Zeit passiert sein. Der ausgelaufene Wein war schon völlig angetrocknet und zu allem Überfluss klebten auch schon Fruchtfliegenlarven an der Flasche. Brr …
Das beschädigte Flasche ist so wie sie war im Müll gelandet. Gutschrift folgt. Sowas gehört hier natürlich auch zum Alltag dazu, wo mehrere zehntausend Einheiten an Ware bewegt werden, kann auch immer mal was kaputtgehen:
Warum kaufste das dann erst?
(Ernstgemeinter) Basteltipp: Man braucht einen 40mm großen
Forstnerbohrer und Zugriff zu einem beliebigen Brennholzlager, vorzugsweise eine nicht professionelle Sammlung, in der auch unförmige und grobe Stücke zu finden sind.
Ideal für die nächste Gartenparty!
Eine (der Stimme nach zu urteilen) vermutlich ältere Frau rief an und wollte wissen, wie lange wir heute geöffnet hätten. "
Bis zwölf", antwortete ich.
"
Oh", klang es enttäuscht. "
Haben Sie wirklich schon so früh Feierabend?"
"
Ach, so. Nein, bis Mitternacht natürlich. Also 24 Uhr."
Das konnte sie noch weniger glauben.