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Es wird rot 2

Mit nur 3,5 Monaten Verzögerung hat die Wand rund um den Leergutautomaten nun ihren zweiten Anstrich bekommen.

Doch nützlich, so ein Feiertag. :-)

Mehr Bilder, auch von den restlichen Malerarbeiten des heutigen Tages, gibt es morgen. Die Wand sieht in trocken richtig genial aus. Die Idee mit dem Feuerrot war hunderprozentig richtig. Lasst euch überraschen...


Sicherungen

Gerade eben einen Kollegen durch den Haupteingang herausgelassen. Vor der Tür stand ein Pärchen, das verzweifelt eine Schmelzsicherung kaufen wollte. Ich konnte leider nicht weiterhelfen und musste den beiden, die ungünstigerweise auch noch schlecht Deutsch sprachen, irgendwie erklären, dass sie auch morgen heute (Karfreitag) keinen einzigen Laden finden werden, wo sie die bekommen können. Die beiden wirkten darüber nicht sonderlich glücklich, aber ich hatte keine Idee, wie ich denen helfen konnte. :-(

Ich glaube, ich werde mir mal eine Grundausstattung an Schmelzischerungen im Baumarkt besorgen und hier für solche Fälle deponieren.

werbung gegen realität

Dieser Link ist eben im Chat-Channel genannt worden:
http://www.pundo3000.com/werbunggegenrealitaet3000.htm
Dort steht:
100 produkte im vergleich zu ihren werbefotos. alle produkte wurden eingekauft, die verpackungen fotografiert, die produktfotos vergrößert, die produkte nach verpackungsvorgabe zubereitet und zum vergleich fotografiert. alle produkte befanden sich innerhalb des haltbarkeitsdatums. alle produkte wurden aufgegessen. alle fotografien sind jederzeit wiederholbar.
Die meisten der genannten Produkte kenne ich, sehr viele davon habe ich hier selber im Sortiment. Manche davon mag ich sehr gerne. Aber bei vielen Bildern frage ich mich wirklich, ob man das angebotene Produkt ernsthaft essen kann... :-O



(Bild: Screenshot Pundo3000.com)

Vanillemilchflasche

Eine Kundin fütterte den Leergutautomaten. Er nahm auch alles brav an, bis auf eine kleine Flasche, in der sich einst ein Vanillemilchgetränk befand. "Die hat doch gar kein Pfand", dachte ich und sagte ihr dieses sehr direkt.

"Da steht aber drauf, dass das eine Pfandflasche ist!", bekam ich als Antwort zu hören. Damit hatte sie Recht. Allerdings hatte ich diese Flaschen noch nie zuvor gesehen und wüsste auch gar nicht, was ich damit anfangen sollte.
Es folgte die übliche Diskussion darüber, dass wir eben nicht verpflichtet sind, "alles" anzunehmen. Das haben die Medien den Verbrauchern echt gut eingetrichtert. Die Meinung, dass "jeder Laden alles annehmen muss" ist extrem weit verbreitet.

Ooooohmann. :-(

Der Raum vorm LGATM

Über die Feiertage wollen wir endlich den Raum vor dem Leergutautomaten zuende streichen. Die Wände müssen unbedingt (und inzwischen so oder so wieder) erneut gestrichen werden und der hässliche Fußboden soll auch endlich verschwinden. Das Problem mit dem Boden war bislang, dass die Farbe zwei Tage zum trocknen und aushärten benötigt.

Morgen früh werden wir auf jeden Fall den Betonboden grundieren und am Ostersonntag entweder direkt nach Ladenschluss und nachdem alle Abschlussarbeiten erledigt sind (also gegen 1-1:30 Uhr) den Boden streichen oder am Vormittag nach der wohlverdienten Nachtruhe.

Eben haben wir die Farbe gekauft. Beim Fachhandel für Gewerbetreibende, also überwiegend Malerbetriebe und Handwerker. Ihm war's egal, welches Gewerbe, hauptsache die Anmeldung konnte ich vorlegen. Und so stehen hier gerade 12,5 Liter "Caparol Acry-Bodensiegel" in kieselgrau neben mir. Für einen Preis von sage und schreibe knapp 150 Euro für den Pott. Und das war noch günstig! Aber die Farbe muss so hochwertig sein, damit sie die tägliche Belastung (Rollcontainern, Hubwagen, Leergutsiff) übersteht.

Versuchen kann man's ja...

Beinahe schon ein alltägliches Szenario: Ein Typ steckt eine Spirituosenflasche in seine Jacke und löst an der Kasse den unvermeidlichen Alarm der Warensicherungsanlage aus.

Das Piepen hat ihn aber nicht dazu gebracht, die Flasche auszupacken, sondern er hat in aller Seelenruhe seine Müllermilch bezahlt. Natürlich mussten wir der Sache nachgehen. Er hat zuerst seine Taschen demonstrativ umgekrempelt um zu beweisen, dass sie leer sind.

Dann folgte der Einsatz des Handcheckers. Als der Dieb seine Jacke auszog und auf den Packtisch legte, ertönte ein schwerer, dumpfer Schlag. "Das ist nur mein Leergut. Das hatte ich vergessen.", log er. Sein "Leergut" war übrigens mit weißem Rum gefüllt und trug noch eines meiner Warensicherungsetiketten.

Eine Anzeige wurde geschrieben, die Polizei kam und stellte in der Kurzvernehmung die obligatorische Frage: "Geben Sie die Tat zu?"

Jemanden, der jetzt immer noch mit "nein" antwortet, muss man nicht verstehen, oder?!?

Vetreter am Gründonnerstag

Man sagt, dass Gründonnerstag der umsatzstärkste Tag im jahr ist. Das stimmt bei mir hier zwar nicht, aber dennoch ist a) eine ganze Menge los und b) kann das normalerweise ja niemand wissen.

Daher ist es ganz schön optimistisch vom Vertreter, ausgerechnet heute hier aufzutauchen und neue Artikel vorstellen zu wollen. Naja, mit einigen längeren Unterbrechungen hat's dann mit dem Gespräch doch noch geklappt... :-)

Samstag ab 6

Trotz der 24h-Öffnung habe ich mir angewöhnt, nach Feiertagen erst um sechs Uhr morgens zu öffnen (und nicht wie am normalen Wochenanfang um 0 Uhr am Montag Morgen). Auch jetzt hängt gerade wieder ein Schild an der Tür, auf dem ich darauf hinweise, dass der Markt am Samstag erst um 6 Uhr öffnen wird.

Eine ältere und recht redselige Stammkundin sprach mich eben auf das Schild an und sinnierte darüber, dass wir ja hier so wenig Freizeit hätten und "ob das denn sein müsste".

Ich habe noch versucht, ihr zu erklären, dass wir hier normalerweise sechs Stunden früher öffnen und dass sechs Uhr schon eine sehr großzügige Erweiterung meiner persönlichen Nachtruhe ist.

Ihre Ansicht war wohl, dass wir hier zu einer "unmenschlich frühen" Zeit öffnen und ich glaube, dass wir hier normalerweise tatsächlich rund um die Uhr geöffnet haben, will oder wird sie nicht verstehen... :-)

Meinen Sie nicht?

Wenn man von einem Kunden schon unfreundlich und mit den Worten: "Meinen Sie nicht, dass mal eine zweite Kasse aufgemacht werden könnte?" angesprochen wird, dann neigt man ja manchmal schon leicht dazu, einfach "Nein, meine ich nicht!" zu sagen.

Macht man ja nicht. Und selbstverständlich gab's die Verstärkung umgehend. Manchmal ist es eben so, dass viele Kunden wie auf Befehl zur Kasse rennen und so kann sich innerhalb von Sekunden eine relativ lange Schlange bilden. Dafür kann niemand was, nichtmal der langsamste Kassierer.

plus Green Tea

Jetzt ganz neu: Coca-Cola light plus Green Tea

Ich weiß ja nicht... Das Zeugs schmeckt irgendwie nicht richtig nach Cola (was Coca-Cola light sowieso von Natur aus schon kaum tut) und auch nicht richtig nach grünem Tee.
Erste Meinungen im Kollegenkreis reichen von "kann man trinken" bis "bäh". Soll sich doch jeder selber seine Meinung bilden. Ich bleibe dabei: Wenn schon Cola, dann auch das Original.

Oder Pepsi Max. :-)


16, 17 oder 18

Zwei kriegsbemalte nicht dezent geschminkte Mädchen standen bei einer Kollegin an der Kasse und legten eine Schachtel Zigaretten auf den Tisch. Da nicht eindeutig festzustellen war, wie alt die beiden sind, folgte die obligatorische Frage nach dem Ausweis.

Kundin 1: Ich bin aber schon 16!.

Kollegin: Das hilft nichts. Zigaretten dürfen seit einigen Monaten nämlich leider erst ab 18 verkauft werden.

Kundin 2: Ich bin alt genug. Ich kaufe die dann.

Kollegin: Dann brauche ich trotzdem mal eben den Ausweis.

Die größere Bemalte zeigt ihren Ausweis vor.

Kollegin: Da steht, dass du 17 bist.

Kundin 2, siegessicher: Jaaaa, genau!

Kollegin: Ich darf euch die nicht verkaufen. Die sind erst ab 18, auch wenn ihr das nicht glauben wollt.

Immerhin gab's diesmal keine Beleidigungen für meine Mitarbeiterin...

Fluch und Segen

Wir haben hier ein geradezu gigantisches Sortiment auf die 550 Quadratmeter Verkaufsfläche gepresst. Konventionelle erzeugte Artikel von der Eigenmarke bis zum Importprodukt, Bioprodukte, Lebensmittel aus Fairem Handel, Vegetarisches und Veganes, eine Vielzahl von Getränken in Mehrwegflaschen, über zweihundert Sorten Wein und vieles mehr.

Immer wieder hören wir die Stimmen begeisterter Kunden, die sich über diese Auswahl freuen, vor allem, da wir hier im direkten Vergleich mit zwei Discountern stehen. Das ist schön.

Die Sache hat natürlich auch leider eine Kehrseite: Jeder Winkel ist genutzt, keine Fläche nicht vollgestellt. Hier ein Aufsteller als Dauerplatzierung, da eine Kühltruhe. Dazwischen Paletten, Kistenstapel, Tische. Das reinste Chaos, vielleicht gar nicht unbedingt im negativen Sinne, aber dennoch optisch sehr unruhig. Schade, irgendwie. Aber wir brauchen diese Massen nunmal und das wiederum ist eigentlich gar nicht schade. Andersherum wär's schlimmer.
Es gibt genug selbstständige Einzelhändler, die sich kaum trauen, mehr Ware als unbedingt nötig in ihren Laden zu stellen und wo es auch immer dementsprechend ordentlich aussieht. Da ist mir dieser Laden hier doch bedeutend lieber...

Kaputtes Honigglas

Ich spekuliere einfach mal: Einem Kunden oder einer Kundin ist ein Glas Honig heruntergefallen und dabei zerbrochen. Da der Honig sehr zähflüssig und klebrig ist, blieben die Scherben haften, so dass man nicht viele Einzelteile aufsuchen musste.

Das Glas nicht einfach liegenzulassen, sondern mit dem Deckel nach unten irgendwo ins Regal zu stellen, war sicherlich auch ganz nett gemeint, aber leider lief nicht nur die Zeit, sondern auch der Honig immer weiter und verteile sich so über, an und unter allen Reispackungen in der Nähe.

Und, nein, so werden keine Honig-Reis-Waffeln gemacht.


10-17 Uhr

Einer unserer Biolieferanten feiert am Samstag zehnjähriges Firmenjubiläum mit einem großen Hoffest. Ich würde die Einladung auch gerne annehmen und mir den Betrieb endlich mal selber ansehen.

Aber, aber... Das Fest findet von 10 bis 17 Uhr statt. Ausgerechnet Ostersamstag werde ich hier verständlicherweise nicht für mehrere Stunden verschwinden, wenn es nicht unbedingt sein muss. Ich weiß jetzt schon, dass der Laden voll werden wird.

Vollgepappt

Meine Eingangstüren bestehen aus einem Rahmen mit einer vollflächigen Glasscheibe, die in der Mitte optisch durch den Griff unterbrochen wird. (Sieht man hier sehr deutlich.)

Plakate erlaube ich normalerweise nur im unteren Bereich, um die Sicht in den Laden nicht zu behindern und damit wichtige, meistens interne, Ankündigungen, die grundsätzlich auf Sichthöhe hängen, nicht in dem Wust untergehen.
Aus irgendeinem Grund ist es mir in letzter Zeit relativ egal, ob dort jemand ein Plakat hinhängt, oder nicht. Manche fragen, viele nicht und inzwischen versuche ich auch nicht mehr, das irgendwie zu steuern. Solange der obere Bereich frei bleibt. Und spätestens alle paar Wochen reißt der Fensterputzer sowieso alles runter.

Gleich zwei große Plakate für eine Veranstaltung übereinander an eine der oberen Scheiben zu pappen, so dass diese zur Hälfte nicht mehr zu sehen war, fand' ich das allerdings doch schon etwas arg dreist. :-O