Vielleicht hat sie ja Bekannte hier in Bremen. Hoffentlich müssen die nicht in dem Eckhaus schräg gegenüber arbeiten. Zumindest junge Damen aus Litauen sind dort recht häufig vertreten.
"Romys" Leergutautomat, der in rund zwei Wochen geliefert wird, muss bei einer Clearingstelle angemeldet werden. Dies ist notwendig, damit die angenommenen und entwerteten Einweggebinde mir auch gutgeschrieben werden.
Ich rief also beim Verwerter an, um die Anmeldeformulare anzufordern. "Kein Problem", sagte die Dame am Telefon. "Ich faxe Ihnen die zehn Seiten gleich rüber." Sie nahm meine Faxnummer entgegen, wollte kurz noch für die Konditionen wissen, über welche Großhandlung ich abrechne und wollte das Gespräch gerade beenden: "Gut, die neun Seiten kommen dann gleich zu Ihnen.
Da fiel ihr ein, dass sie noch mehr wissen musste und nachdem auch das geklärt war sagte Sie: "Dann füllen Sie die acht Seiten bitte aus faxen sie wieder an uns zurück."
Da konnte ich nicht mehr und musste loslachen: "Wir können gerne noch weitertelefonieren. Wenn das noch weniger Blätter werden, habe ich weniger Arbeit. Erst waren es zehn, dann neun und nun nur noch acht Seiten, die Sie mir zuschicken wollen."
Auf sieben ließ sich der Stapel leider nicht mehr verringern.
Eine Kundin hat darum gebeten, einem älteren Paar, das sich von uns beliefern lässt, zumindest keine Milch mehr zu schicken. Sie sei dort Haushälterin und die komplette Tiefkühltruhe wäre mit gefrorenen Frischmilchpackungen bis zum Rand gefüllt.
Da denkt man sich doch nichts dabei, wenn erwachsene Menschen jede Woche literweise Milch kaufen...
Am Abend an einem Kiosk in der Umgebung gesehen. Ja, so eine Fahne würde sich auch gut machen, um auf die kleine Eistruhe vor unserer Getränkeabteilung hinzuweisen. Plakate, Fahnen, Bodenaufsteller (steht in einem Billardladen in der Parallelstraße)... Warum wird man mit sowas nicht anfangs überflutet, um die Werbetrommel möglichst laut zu betätigen?
An die netten Menschen von Unilever: Bitte keine Fahne zuschicken. Das war jetzt kein Wink mit dem Zaunpfahl. Ich hatte so ein Teil schon für Lotto und die wollte an der Fassade auch nicht so recht halten.
Was den Bodenausteller betrifft...
Was für ein Zufall: Ein Kunde hat gerade gefragt, wo er um diese Zeit wohl noch Sicherungen bekommen könnte.
Leider konnte ich ihm auch nicht helfen. Ich habe keine Sicherungen im Sortiment und sämtliche mir bekannten Läden, die welche haben, sind bereits seit über einer Stunde geschlossen.
Er sah zum Glück nicht so aus, als ob er eine Schmelzsicherung mit einem Stück draht flicken würde.
Eine ehemailige Mitarbeiterin wollte etwas mit mir besprechen. Während sie dort neben mir saß, spielte sie die ganze Zeit mit einem Stück Draht herum. Irgendwann siegte die Neugierde und ich fragte sie, was sie denn mit dem Stückchen vor hätte.
Sie erklärte mir, dass sie mit ihrer Familie in einer Wohnung eines älteren Hauses wohnt und eine Sicherung immer herausspringen würde. Darum umwickelt sie die mit dem Draht und dann funktioniert wieder alles.
Ich habe sie inständig darum gebeten, das sein zu lassen und sich mit dem Vermieter in Verbindung zu setzen und nicht zu riskieren, Hab und Gut, ihre Kinder oder sogar ihr eigenes Leben zu verlieren.
Gut fünf Minuten das Telefon ans Ohr gedrückt und der Warteschleifenmusik gelauscht. Dann hatte ich keine Lust mehr, habe die Freisprecheinrichtung aktiviert und das Telefon auf den Schreibtisch gelegt.
Von dem Moment an dauerte es nur noch geschätzte zehn Sekunden, bis sich jemand meldete.
Anruf eines Callcenters: Ob ich bei mir im Laden denn auch die neueste Version des Jugendschutzgesetzes hängen hätte, wollte sie wissen. Ohne, dass ich groß zu Wort kommen konnte, erklärte mir die Dame am anderen Ende der Leitung, dass man verpflichtet wäre, die aktuellste Version auszuhängen und dass man dort für 77 Euro einen aktuellen Druck in der vorgeschriebenen Größe bekommen könnte.
Schade, dass die Verbindung plötzlich unterbrach. Ich hätte ihr noch so gerne gesagt, dass hier Schilder hängen, auf denen darauf hingewiesen wird, dass Tabakwaren und Spirituosen erst ab 18 verkauft werden. Ein Hinweis, der nach meiner Auffassung des Gesetzestextes vollkommen ausreichend ist. Wie steht's im §3, Abs.1 des JuSchG:
(1) Veranstalter und Gewerbetreibende haben die nach den §§ 4 bis 13 für ihre Betriebseinrichtungen und Veranstaltungen geltenden Vorschriften sowie bei öffentlichen Filmveranstaltungen die Alterseinstufung von Filmen oder die Anbieterkennzeichnung nach § 14 Abs. 7 durch deutlich sichtbaren und gut lesbaren Aushang bekannt zu machen.
Warum sollte ich den kompletten Text hier aushängen? Hier wird nicht getanzt, gezockt, ausgeschenkt, vorgeführt oder verführt.
Okay, letzteres durch das Schokoladenregal irgendwie schon, aber das ist etwas anderes...
Ich habe heute der Hausverwaltung das endgültige Okay für den Kauf und den Anbau der Markise in Findorff gegeben.
Einziger Wermutstropfen: Die gesamte Außenwerbung (beleuchtet und unbeleuchtet) muss komplett ein kleines Stück nach oben versetzt werden. Und die Kosten muss ich tragen.
Aber da müssen wir durch. Der Laden hat nunmal eine riesige Schaufensterfront zur Südseite und 35 Grad Raumtemperatur, wie wir sie ungelogen im letzten Jahr hatten, sind weder für die Mitarbeiter noch die Kühlgeräte akzeptable Arbeitsbedingungen.
Wenn einer klaut, dabei erwischt wird, sich glaubwürdig entschuldigt, daraufhin wieder in den Laden darf und dann aber mitsamt seinen Freunden wochenlang nicht mehr zu sehen ist - darf man dann an Zufall oder ein zutiefst schlechtes Gewissen glauben?
Auf einem Lieferschein ist mir gerade in der Artikelbezeichnung folgendes aufgefallen:
WUE WZG SWRSL
Das bedeutet wohl "Wuerttemberger würziger Schwarzriesling", aber irgendwie interpretiere ich dort immer wieder den begriff "Würzwiesel" hinein. Darüber können aber wohl nur Futurama-Fans lachen.
hatte ich gerade vor, einen "Rekordversuch" zu starten: Wie lange brauche ich, um hier 11 Paletten Getränke wegzupacken. Immerhin sind das bei uns nicht nur Kistenstapel, die einfach verschoben werden können, sondern ein Großteil der Ware steht in Form von einzelnen Flaschen und Sechserträgern im Regal.
Nach einer guten halben Stunde habe ich die Stoppuhr wieder abgestellt. Spätestens nach jeder zweiten Kiste hat mich jemand angesprochen: "Der Automat nimmt diese Flasche hier nicht an.", "Chef, der Drucker an meiner Kasse funktioniert nicht mehr.", "Können Sie mir sagen, wieviel dies hier kostet?", "Ich komme da oben nicht dran, können sie mir da mal drei Flaschen heruntergeben?", "Ich habe hier gestern ein Handy verloren. Das wurde nicht zufällig gefunden, oder?" und "Wenn ich 50 Osterhasen kaufe, bekomme ich dann Mengenrabatt?"
Dann packe ich eben in einem gemütlichen Tempo weiter. Wenn ich sowieso die Zeit nicht erfasse, brauche ich dabei auch nicht ins Schwitzen zu kommen.
Da kommt man morgens nichts ahnend in die Firma und dann liegt da ein alter "WingMan"-Joystick auf dem Fußboden vor der Bürotreppe. Wo er nun genau hergekommen ist, weiß niemand. Und es weiß auch keiner, wie der Stick schließlich den Weg in unser Lager gefunden hat. Ob sich wohl noch jemand meldet, der ihn vergessen oder verloren hat? Hmm...
Liebe Kinderwagen schiebenden Muttis: Man kann die Räder eines Buggys auch ölen und muss damit nicht allen Mitmenschen in der Umgebung Ohrenschmerzen verursachen!