Ein Mann rief an und wollte nur wissen, ob wir zufällig auch
Tapetenkleister im Sortiment hätte. "
Bevor ich mich jetzt vergeblich auf den Weg zu euch mache", erklärte er.
"Nee, sorry, da muss ich auf Hornbach verweisen", antwortete ich.
War dann aber auch okay.
Ein jüngerer Stammkunde freute sich und sprach uns ein großes Lob dafür aus, dass das mit den ganzen Aktionsartikeln auf einem Haufen eine richtig gute Idee gewesen sei. So braucht man zukünftig nicht mehr zu suchen oder stolpert zufällig über diese Waren, sondern hat direkt am Eingang schon alles im Blick.
Das war wohl
wirklich ernst von ihm gemeint. Tat mir fast Leid, ihn enttäuschen zu müssen und zu erzählen, dass da am kommenden Mittwoch die neue Gemüseabteilung ihren Platz finden wird.
Eine Kundin hatte sechs Kisten Mineralwasser bestellt, die wir aktuell nicht im Sortiment haben:
Viva con Agua. Nicht ganz billig, pro Kiste werden im stationären Einzelhandel bis zu 8,99€ (und teilweise über 10 Euro) für 12x0,7l zuzüglich Pfand berechnet. Ich hatte angeboten, sie ihr für glatte 10 Euro
inklusive Pfand zu geben, ein echt fairer Kurs.
Am Tag der Lieferung telefonierten wir und von der Kundin kam plötzlich die Ansage, dass sie die Kisten nun doch nicht haben möchte, weil sie ihr "zu teuer" wären. Ich regte mich verständlicherweise auf, da ich das Wasser ja nun extra für sie bestellt hatte, und erklärte ihr auch, warum ich verärgert bin. Immerhin wusste sie vorher, wie viel das Wasser kosten würde.
Sie war dann einsichtig und hat die Kisten geholt.
Aber sowas kann ich überhaupt nicht leiden und genau das ist auch der Grund, warum wir solche Dinge normalerweise nur gegen Anzahlung regeln.
Eine Kundin suchte die Cornflakes und sprach dabei auch eine Kollegin an: "
Wo sind denn jetzt die Cornflakes? Sie haben hier ja alles umgestellt."
Die wird sich noch umgucken, wenn wirklich mal
alles umgestellt ist.
Eine Kundin stand mit einem Ziegenkäse (abgepackt in Scheiben) in der Hand vor dem Kühlregal und sprach eine Kollegin an, die gerade vorbei kam, wedelte mit der Käsepackung herum: "Ich suche sowas, aber als Schafskäse."
Nach einigem Hin und Her vor unserer Nicht-Kuhmilch-Käseauswahl war die Kundin aber immer noch nicht zufrieden. Plötzlich entdeckte sie in der Blockplatzierung mit den laktosefreien Produkten den Feta von "Minus L". "Hier, sowas meine ich", sagte sie.
Das konnte die Kollegin natürlich nicht wissen, bislang war sie von normalem Käseaufschnitt ausgegangen. Sie zeigte der Kundin unsere Auswahl an Feta und ähnlichen Produkten und die Kundin griff direkt den Käse unserer Eigenmarke.
"Der ist aber aus Kuhmilch", klärte meine Mitarbeiterin auf.
"Das ist genau das, was ich gesucht habe."
"Sie haben nach Schafskäse gefragt."
"Ist doch alles das gleiche."
Ein Mann, der kein Deutsch sprach, suchte ein Mittel, weil er "a white horse" in seiner Wohnung hätte. Ich dachte bislang immer, diese Schimmel-Wortwechselspielchen gäbe es gar nicht im wahren Leben.
Am Abend gegen kurz vor 22 Uhr wollten ein paar junge Männer 15 Kisten Bier kaufen. Sie erkundigten sich nach einem Sonderpreis, ich bot an, eine Kiste kostenlos mitzugeben, also nur 14 zu berechnen.
Das war den Jungs aber nicht genug Preisnachlass. Bei real wäre das Bier gerade im Angebot und damit noch ein gutes Stück günstiger. Also fuhren sie dort hin. Behaupteten dies zumindest.
Realohnekommastrich macht hier um 22 Uhr zu.
Eine Frau rief an und wollte wissen, ob wir fertige Eiswürfel hätten. Ich bejahte.
Sie bedankte sich, gelobte, später welche zu kaufen und legte auf.
Gut eine Minute späte hörte ich an der Lagertür ein vorsichtiges "
Hallo?". Ich ging hin und eine junge Frau stand dort, die mir berichtete, dass sie gerade angerufen hätte wegen der Eiswürfel.
Stand sie denn beim Anruf direkt vor dem Laden?
…und dann war da die Frau, die mit einer Cola in der Hand ihren Einkauf erledigte. Allerdings nicht mit einer Flasche oder Dose und das Getränk stammte auch schon gar nicht aus meinem Laden – nein, es war ein großer Plastikbecher ohne Deckel. Es schwappten ein paar Eiswürfel darin und eine Zitronenscheibe lag auch mit in dem Becher.
Ist dann doch schon eher ungewöhnlich.
Eine Kundin suchte Weinsteinbackpulver und wollte wissen, ob sie das auch durch Zitronensäure in Pulverform ersetzen könne.
Geht bestimmt genauso gut, wie alte Wandfarbe als Alternative zu Benzin in den Tank vom Auto zu kippen.
Zwei kleine Jungs gaben etwas Leergut ab und betrachteten währenddessen interessiert die die
Pfandspendenbox.
Anschließend wandten sie ganz besorgt sich an eine Kollegin: "
Müssen wir das jetzt spenden? Wir haben doch nur so ein bisschen Taschengeld."
Die Kollegin konnte sie aber beruhigen.
Ein Stammkunde löste den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Ziemlich sicher hatte er nichts geklaut und er offenbarte uns auch direkt den Inhalt seines Rucksacks. Der Verdacht fiel auf ein noch in Folie eingeschweißtes, hochwertiges Buch, das ich auf der Suche nach einem eventuell aufgeklebten Sicherungsetikett von allen Seiten betrachtete.
Eine Kundin am Ende der Schlange hatte aber den vollen Durchblick: "
Das kann nicht das Buch sein, da ist kein Metalldings dran!"
Was täte ich nur ohne solch qualifizierte Hilfe?
Ein Typ kam in den Laden und stellte vorsichtig einen brennenden
Joint an den Rand unseres Aschenbechers über dem Mülleimer. Dann ging er in den Laden, um sich zwei Bier zu kaufen.
Das alles hatte eine Kollegin aber gar nicht mitbekommen, die gerade in der Gemüseabteilung aufräumte. Ihr fiel nur irgendwann dieser penetrante Geruch auf und als sie der Sache nachging, entdeckte sie die brennende Zigarette im Aschenbecher. "
Die hat wohl jemand nicht richtig ausgemacht", dachte sie sich, nahm das Teil und warf es draußen in eine Pfütze.
Keine Minute später stand der Mann mit zwei Dosen Bier in der Hand etwas verloren vor unserem Mülleimer, suchte alles ab und ging dann etwas geknickt davon.
Das hat die Kollegin aber wirklich nicht gemacht, um ihn zu ärgern.
Sie hatte sich am Morgen erkundigt, ob sie bei der Inventur mithelfen dürfe. Klar, warum auch nicht. Wir vereinbarten einen Termin gegen Mittag, zu dem sie auch hier im Laden erschien.
Das Gespräch war aber nach einer Minute schon wieder vorbei, denn sie erklärte sie mir dabei nur, dass sie aus gesundheitlichen Gründen wohl nicht mitmachen kann.
Na,
das hätte sie auch gleich sagen können …
Ein junger Mann stand vor dem Leergutautomaten und quälte sich mit einer (pfandfreien) Flasche, welche der Automat natürlich nicht annehmen wollte.
Ich rief ihm von der nicht mal zwei Meter entfernten Lagertür aus zu, dass die Flasche kein Pfand hätte.
Keine Reaktion.
Ich versuchte es noch mal, etwas lauter.
Keine Reaktion.
Ich ging zu ihm hin und sprach ihn direkt an, während ich die Flasche aus dem blinkenden Automaten nahm.
Er schlug die Kapuze seines Hoodies zurück und zog sich mit beiden Händen seine Ohrhörer aus den Ohren: "
Häh? Was ist?"
Kein Kommentar…