Ein Kunde kam mit einem Teil aus dem Haushaltswarenregal zur Kasse und fragte meine Mitarbeiterin nach dem Preis. Sie sah mittels der entsprechenden Funktion in der Kasse nach, das Teil war ihm mit knapp vier Euro zu teuer und er fragte, ob er es dort zurücklassen dürfe. Er durfte. Ich hatte den Dialog mitbekommen und trug die Ware wieder zum Haushaltswarenregal zurück und war schon darauf eingestellt, erst mal das Etikett neu drucken zu müssen.
Dem war nicht so. Denn am Regal fand ich eine absolut eindeutige, leicht zu identifizierende und vollkommen korrekte Preisauszeichnung an diesem Artikel vor.
Ein Kunde echauffierte sich bewusst laut und und unfreundlich über unsere neue Kasse. Ob nun der Tisch, unser Kassensystem oder auch beides gemeinsam gemeint war, ließ sich nicht herausfinden. Warum er diese Meinung vertrat, wollte er auch nicht näher erläutern.
Aber seiner Meinung nach hätte unsere neue Kasse ein studierter Vollidiot geplant.
Eine Kundin stand an der Kasse und hat von sich aus nach dem Schlemmerblock gefragt. Haben wir aber nicht.
Wir hatten sie aber mal und es war der reinste Ladenhüter. Außerdem war mir das zu heiß, denn so ein Block ist relativ teuer und dabei nicht groß. Einmal und nie wieder hatte ich sie.
Was mich nur schon die ganze Zeit wundert: Wann war das? Und warum finde ich darüber beim besten Willen nichts in diesem Blog? Ich bin ganz sicher, dass das schon zu Blog-Zeiten war. Seltsam …
Anfang September letzten Jahres hatte mich ein Verwaltungsbüro hier aus der Neustadt kontaktiert. Ob wir sie mit Artikeln für ihre Büroküche beliefern können, vor allem Kaffee und Milch. Allerdings sollte es ein ganz bestimmter Kaffee sein, den sie bislang immer bei einem ("anderen") Edeka-Markt bekommen hätten, der nun aber nach dem Umzug viel zu weit weg ist.
Ich warf mal die vorsichtige Aussage in den Raum, dass ich den (nicht ganz günstigen) Kaffee sicherlich auch bekommen könnte und dass ich versuchen werde ihn zu bestellen. In der folgenden Woche wollte ich mich wieder bei denen melden.
Dann kamen die Maurer dazwischen und im mehr oder weniger wild zusammengeworfenen Papierkram aus dem kleinen Büro ist der Notizzettel mit der Telefonnummer der Firma abhanden gekommen.
Der Kaffee kam zwar tatsächlich über unsere Großhandlung mit, aber leider wusste ich die Daten dieser potentiellen Kunden überhaupt nicht auswendig, so dass ich eigentlich nur abwarten konnte, dass sie vielleicht doch wieder bei mir nachfragen, was daraus geworden war. Aber sie haben sich nie (und bis heute nicht) wieder bei mir gemeldet.
Ärgerlich, verständlich, aber auch nicht zu ändern. Und der Kaffee ist seit dem zumindest ein fester Bestandteil in unserem Sortiment.
Ein Pärchen in den Zwanzigern stand vor unserem Restetisch. Er hielt eine von den reduzierten Packungen "Haribo Fanbären" in der Hand und wollte sie mitnehmen. Sie wollte nicht. Er versuchte es noch einmal, auch mit dem Hinweis auf den Preis, aber sie blieb hartnäckig. So legte er die Packung zurück auf den Tisch.
Ich stand zufällig (ohne Arbeitsbekleidung) in der Nähe und hatte den Dialog mitbekommen. Und dabei doch so sehr gehofft, dass er sich durchsetzt.
Das Schild hängt nun in mehrfacher Ausfertigung vorne an den Türen und auch neben dem Leergutautomaten an unserer Lagertür.
Bin mal wirklich gespannt, wie viele Leute fragen werden, warum der Laden denn so plötzlich geschlossen wird ("das lief doch immer so gut bei Ihnen") und wo sie ab Mitte März denn nur einkaufen sollen …
Eine sehr alte Stammkundin kam vor einigen Tagen in den Laden und beklagte sich darüber, dass man ihr wohl an der Kasse eine gekaufte (also bezahlte) Flasche Wein nicht mitgegeben hätte und darum würde sie die jetzt gerne mitnehmen.
Da an der Kasse allerdings keine derartige Flasche stehengeblieben war und auf dem Packtisch ebenfalls nicht, vermuteten wir, dass irgendjemand anders diese mitgenommen hatte. Um das genauer herauszufinden, blickten wir in die Videoaufzeichnung, aus der sich allerdings eindeutig ergab, dass die Frau die Flasche in ihren Stoffbeutel gesteckt und auch mit aus dem Laden genommen hatte.
Das sagte ich ihr auch so. Und ergänzte noch mit leicht scherzendem Tonfall die Frage, ob sie die Flasche vielleicht in Gedanken schon ausgepackt und irgendwo zu Hause hingestellt hatte.
"Habe ich nicht!", antworte sie knapp und ergänzte: "Dann kann ich die sechsneunundvierzig ja abschreiben, wenn Sie mir den nicht mitgeben wollen.". Stand auf und ging.
Ein paar Tage vergingen, die Kundin war wieder im Laden. Eine Kollegin sprach sie freundlich an und erkundigte sich, ob die Weinflasche wohl wieder aufgetaucht wäre.
Das war sie tatsächlich! Allerdings nicht in der Wohnung der Frau, sondern im Gebüsch neben der Zufahrt zu ihrem Haus. Leer und mitsamt dem Stoffbeutel in dem die Flasche steckte.
Sie vermutet, dass ihr zwei dubiose Typen, die dort wohl neben dem Grundstück herumlungerten, den Beutel aus dem Rollator gestohlen hatten, während sie das Tor aufschloss.
Ein Pärchen stand an der Kasse. Meine Mitarbeiterin zog die Einzelzeile des Einkaufs der beiden über den Scanner. Plötzlich tauchte dazwischen auch eine Tüte Doritos auf.
Sie riss die Chips meiner Kassiererin förmlich aus der Hand und verstaute sie sofort in ihrer Tasche. Er wollte gerade noch protestieren und den Preis und damit die Notwendigkeit des Kaufs der Chips mit seiner Begleiterin ausdiskutieren, kam aber an die Tüte in der Tasche nicht mehr ran. "Sind die etwa so teuer?!", wollte er wissen.
"Ja", antwortete sie, "aber die sind soooo lecker!"
Eine Frau kaufte mit ihrer etwa vierjährigen Tochter bei uns ein. Eine ganz bestimmte Sorte Kaffee-Schokolade war gerade nicht vorrätig, woraufhin die Kleine ein ganz langes Gesicht machte.
Da steht und schmunzelt man erst mal. Wie viele Vierjährige stehen denn bitte auf Kaffee-Schokolade?
Ein älter Stammkunde kam rein, betrachtete die neue Gemüseabteilung und sprach mich an: "Bin ich hier bei SPAR?"
Ich war irritiert. War das scherzhaft gemeint oder tatsächlich ernst? Ich wusste den Tonfall nicht so ganz zuzuordnen. Sollte er so verwirrt sein? Er nahm mir die Qual der Wahl ab, in dem er seine Frage um die Aussage ergänzte, dass sich ja einiges verändert hätte. Positiv, wohlgemerkt.
Der erste Kunde des Tages wollte vorhin um sechs Uhr Brötchen kaufen. Da diese aber noch nicht fertig waren, scheiterte dieser Plan allerdings. Er nahm es augenscheinlich gelassen: "Kein Problem, dann nehme ich was anderes."
Eine Kundin hatte zwei Tüten mit unterschiedlichem Leergut bei sich. Da unser Rücknahmeautomat gerade eine (kurzzeitige) Störung durch eine verklemmte Flasche hatte, wollte ihr ein Kollege die Flaschen händisch abnehmen.
Die Frau weigerte sich lautstark dagegen und drehte sich um mit den Worten, dass sie das Leergut dann lieber woanders abgeben wird.