Da hatte wohl jemand Langeweile oder musste etwas Zeit überbrücken – und/oder hat sich schließlich noch festgelesen: Ein Mann hielt sich fast 1,5 Stunden hier im Laden auf – ohne auch nur ein Teil zu kaufen. Erst schlenderte er durch die Gänge und guckte sich das ganze Sortiment interessiert an und dann blieb er vor dem Zeitschriftenregal kleben und las über eine Stunde lang in Ruhe in den angebotenen Magazinen.
Tzz … Wir sind doch keine Bibliothek.
… und dann war da noch der gute und langjährige Stammkunde, der dann den Inhalt einer noch fast halb vollen Flasche schlichtweg in den Müllsack vor dem Leergutautomaten gekippt hat.
Da fehlen einem dann ja auch mal die Worte.
… und dann war da noch der Kunde, der Leergut an unserem Automaten abgegeben hat und dabei die ganze Zeit mit seiner Handykamera das Geschehen filmte.
Wofür mag das wohl gewesen sein?
· Als Erinnerung, dass er bei mir im Laden war?
· Kein Vertrauen in die Technik?
· Beweis, das Leergut abgegeben zu haben?
· Faszination Leergutautomat?
Habt ihr noch andere Ideen?
Warum kaufste das dann erst?
Eine (der Stimme nach zu urteilen) vermutlich ältere Frau rief an und wollte wissen, wie lange wir heute geöffnet hätten. "
Bis zwölf", antwortete ich.
"
Oh", klang es enttäuscht. "
Haben Sie wirklich schon so früh Feierabend?"
"
Ach, so. Nein, bis Mitternacht natürlich. Also 24 Uhr."
Das konnte sie noch weniger glauben.
Und dann war da noch eine Gruppe Heranwachsender, die wohl die Nacht unter Einsatz hochprozentiger Substanzen durchgezogen haben und hier auf der Suche nach Nachschub durch den Laden torkelten …
Und dabei den Inhalt eines Getränkeregals teilweise zu Boden rissen.

(Zum Glück nur Plastikflaschen.)
Vor ein paar Tagen bin ich eher zufällig
über diesen alten Beitrag mit dem fiktiven Tagebuch unserer damals schon sehr alten Kundin "Oma Anna" gestolpert.
Inzwischen ist die Frau, die es immerhin bis weit in die 90er geschafft hatte, schon seit ein paar Jahren gar nicht mehr unter uns. Eines Tages kam sie nicht mehr, aber das fällt einem bei einer Verkäufer-Kunde-Beziehung ja meistens nur am Rande oder Zufällig mal bei besonderen Kunden auf. Eine Betreuerin von ihr, die danach immer noch privat in den Laden kam, hat uns irgendwann mal die traurige Wahrheit erzählt.
War 'ne knuffige alte Dame.
Unsere Pfandspendenbox arbeitet leise für die Familie mit dem Brandschaden.
Inzwischen ist der Gesamtbetrag auf über 700 Euro angewachsen.
Ich freue mich sehr, zumal ich die Leute mittlerweile auch persönlich kenne. (Möge sich die aktuelle Situation, nämlich nur im rudimentär sanierten Erdgeschoss einer Brandruine zu wohnen, möglichst bald ändern. Ich wünsche diese Erfahrung jedenfalls niemandem.)
Ein Kunde nahm sich zwei Packungen Kekse aus dem Regal, die laut Etikett 1,39€ pro Packung kosten sollten.
In der Kasse waren sie allerdings mit 1,29€ hinterlegt. Diese Differenz zu seinen Gunsten überforderte den Kunden, der bereits 2,80€ passend abgezählt in der Hand hielt, offenbar dermaßen, dass er vor Schreck eine der beiden Packungen an der Kasse zurückließ und letztendlich nur eine gekauft hat.
Fragt nicht, wir haben genauso blöde geguckt.
Nanu, wer hat denn da im Regal herumgerührt?
Älteres Ehepaar, vermutlich beide schon über 80, war bei uns im Laden einkaufen. Eigentlich kaufte nur sie ein, denn er sollte ausdrücklich draußen vor der Tür warten.
Als sie gerade dabei war, die Einkäufe an der Kasse zu bezahlen, kam ihr Mann wieder in den Laden und und fing an, sich in Gegenwart aller anwesenden Kunden und Mitarbeiter lautstark über die Menge der gekauften Artikel zu beklagen.
Sie fasste ihn an den Schultern an, drehte ihn um und schob ihn wieder zurück: "Du willst ja schließlich auch was essen oder?"
Er ging wortlos nach draußen und warte auf seine Frau.
Zitat eines älteren Kunden:
"Naja, ich bin jetzt 75. Da gibt es immer häufiger diese Momente, da guckt man in den Spiegel und denkt sich, den könntest so langsam auch mal abhängen."
Ein Kunde kam mit einem Teil aus dem Haushaltswarenregal zur Kasse und fragte meine Mitarbeiterin nach dem Preis. Sie sah mittels der entsprechenden Funktion in der Kasse nach, das Teil war ihm mit knapp vier Euro zu teuer und er fragte, ob er es dort zurücklassen dürfe. Er durfte. Ich hatte den Dialog mitbekommen und trug die Ware wieder zum Haushaltswarenregal zurück und war schon darauf eingestellt, erst mal das Etikett neu drucken zu müssen.
Dem war nicht so. Denn am Regal fand ich eine absolut eindeutige, leicht zu identifizierende und vollkommen korrekte Preisauszeichnung an diesem Artikel vor.
Man muss ja nicht alles verstehen.
Ein Kunde echauffierte sich bewusst laut und und unfreundlich über unsere neue Kasse. Ob nun der Tisch, unser Kassensystem oder auch beides gemeinsam gemeint war, ließ sich nicht herausfinden. Warum er diese Meinung vertrat, wollte er auch nicht näher erläutern.
Aber seiner Meinung nach hätte unsere neue Kasse ein studierter Vollidiot geplant.
Eine Kundin stand an der Kasse und hat von sich aus nach dem
Schlemmerblock gefragt. Haben wir aber nicht.
Wir
hatten sie aber mal und es war der reinste Ladenhüter. Außerdem war mir das zu heiß, denn so ein Block ist relativ teuer und dabei nicht groß. Einmal und nie wieder hatte ich sie.
Was mich nur schon die ganze Zeit wundert: Wann war das? Und warum finde ich darüber beim besten Willen nichts in diesem Blog? Ich bin ganz sicher, dass das schon zu Blog-Zeiten war. Seltsam …