Skip to content

Die günstige Nektarinenpackung

Eine Frau wollte eine 1kg-Schale mit Nektarinen kaufen. Diese spezielle Schale war jedoch mit einem roten Sonderpreisetikett ausgezeichnet und sollte auch nur noch einen Euro kosten. Der Grund dafür war im Inneren der Schale zu suchen: Eine der Nektarinen hatte die beste Zeit schon hinter sich und präsentierte sich an einer der Seiten mit einer matschig-braunen Stelle. Die anderen Früchte waren augenscheinlich in Ordnung und so war der halbe Preis für 10% Ausschuss wohl durchaus akzeptabel.

An der Kasse entdeckte sie schließlich das faule Ei die faule Nektarine in der Packung.

Da fing sie an, das Netz aufzureißen, das die Schale umgab, pflückte alles auseinander, holte die Nektarine mit der dunklen Stelle aus der Packung, lief in die Gemüseabteilung und holte sich eine neue Nektarine ohne Stellen. Das wäre bis dahin noch gar nicht weiter an dieser Stelle erwähnenswert gewesen, wenn sie dann nicht weiterhin darauf bestanden hätte, die Schale für einen Euro mitzunehmen.

Das hat meine Mitarbeiterin ihr jedoch zu recht verweigert und nach verbalem Hin und Her verließ die Frau gänzlich ohne Nektarinen den Laden wieder, dem sie nun ausschließlich Mühe gemacht hat …

Keine Ahnung

Eine ältere Frau war mit einem kleinen Mädchen im Grundschulalter, mutmaßlich ihre Enkeltochter, bei uns einkaufen. Ich stand gerade vor dem Brotregal und erledigte die große Ladenbestellung. Die Frau suchte etwas und noch bevor sie mich ansprechen konnte, teilte sie ihrer Enkelin mit: "Wir fragen den Mann da mal, ob der uns weiterhelfen kann."

Reflexartig und weil die meisten Kunden einen kennen und darüber lachen können, drehte ich mich zu ihr um, schüttelte demonstrativ den Kopf und grinste: "Ich habe überhaupt keine Ahnung hier."

"Schade", sagte die Frau, ließ im Gehen von mir ab und drehte sich in eine andere Richtung, um selber weitersuchen zu können.

Mit ein paar aufklärenden Worten konnte ich ihr dann begreiflich machen, dass das ein Scherz war und dass ich ihr hier arbeite und ihr natürlich helfen kann. Den gesuchten Artikel aus dem H-Milch-Regal hat sie dann auch mit meiner Hilfe gefunden, aber ich glaube, Zweifel hatte sie bis zum Schluss.

Meistens klappt unsere flapsige Art mit den Kunden ganz gut und lockert die Stimmung rund um den Supermarktbetrieb hier im Allgemeinen auf – da muss es wohl auch mal passieren, dass man dabei tief bis zum Ellenbogen ins Klo greift. :-P

Versuchte Merci-"Rückgabe"

Eine Kundin betrat den Laden und wollte eine Packung "Merci"-Schokolade zurückgeben, die sie woanders gekauft haben will.

Nee, so funktioniert das aber nicht. Wir kaufen unsere Ware nur im Großhandel. :-P

(Die Antwort war folglich ein fettes Nein.)

Dringend chilenische Produkte bestellen!

Eine Kundin suchte chilenische Produkte, die sie für einen Geschenkkorb verwenden wollte, da sie Besuch von einem Bekannten aus Chile bekommt.

Wir haben keine Produkte aus Chile im Sortiment.

Der ausdrücklich geäußerte Wunsch der Kundin war, diese Artikel bis Freitag Mittag bitte unbedingt ins Sortiment aufzunehmen.

Ähh, nein. Kundenwunsch hin oder her, so einfach geht das nicht. Da das die erste Anfrage dieser Art nach nun über 26 Jahren war, wird es auch weiterhin keine chilenischen Spezialitäten hier geben.

Dynamische Einkaufsliste

Zwei Jungs im frühen Teeny-Alter waren einkaufen und hatten eine kleine Einkaufsliste dabei. Sie brauchten etwas Hilfe und hatten mich angesprochen. Kein Problem, dafür bin ich ja da.

Der Schrift nach hatten sie die Liste nicht selber geschrieben. Die einzelnen Posten legten sie recht dynamisch aus und auch ich konnte nicht hellsehen, so dass sich ein Fragezeichen an das nächste reihte.

Beispiel 1:

"Sellerie" stand auf der Liste. Die beiden waren etwas ratlos und auch meine Frage, ob Knollen- oder Staudensellerie konnten sie nicht beantworten. (Es hätte ja im Zweifel sogar noch welcher aus der Konserve sein können, aber der ist nun eher ein gar nicht so gängiger Artikel.) Ob Knollen oder Stangen wussten sie nicht und haben sich dann spontan für den abgepackten Staudensellerie entschieden. 50:50-Chance auf einen Treffer.

Beispiel 2:

"Parmesan" stand auf dem Zettel. Da gab es wieder die Frage, ob am Stück oder gerieben. Letzterer ist bei uns sehr viel gängiger. Während wir noch rätselten zeigte der größere der beiden auf den geriebenen Edamer weiter oben im Regal: "Da, pack den ein."
Ich erklärte noch, dass das aber kein Parmesan ist, aber er zuckte nur mit den Schultern. "Ist egal." Na, denn …

Auch bei anderen Artikeln war die Liste eher eine grobe Orientierungshilfe, so dass ich kaum weiterhelfen konnte.

Dann sollten sie noch "frischen Basilikum" mitbringen. Ich drückte ihnen einen der Kräutertöpfe in die Hand und lachte: "Das war mal einfach und zum Glück auch eindeutig."

Sie haben den Basilikum letztendlich gekauft, aber nach all dem "egal, passt schon so" war es wirklich erstaunlich dass die Jungs dreimal von mir wissen wollten, ob das auch wirklich, wirklich Basilikum sei. Tzz …

Um im Trend zu bleiben hätten sie einen Topf Petersilie mitnehmen sollen. :-P

CO2-Zylinder-Hellseherei

Es klingelte an der Lagertür. Ein Kunde hatte den Knopf der Serviceklingel betätigt und da er einen (mutmaßlich) leeren CO2-Zylinder in der Hand hielt, wollte er diesen vermutlich gegen einen vollen austauschen.

Ein Kollege war gerade in der Pause und die beiden andern anwesenden Mitarbeiter an der Kasse beschäftigt. Also sprang ich beim Ertönen der Klingel auf und ging selber hin. Dass der Kunde da an der Tür mit einem Sodastream-Zylinder stand hatte ich auf dem Monitor der Videoanlage gesehen und so schnappte ich mir auf dem Weg nach vorne einen vollen Zylinder und hielt diesen schließlich dem Kunden fröhlich grinsend entgegen.

Dieser guckte etwas überrascht: "Haben Sie das gewusst?!?"

"Ach, nach dreißig Jahren in dem Job entwickelt man eine spezielle Mischung aus Intuition und hellseherischen Fähigkeiten, da hört man quasi schon am Klingeln, was jemand von einem will."

"Wow, echt kaum zu glauben", konstatierte der Kunde.

Ich grinste ihn an und zeigte nach oben in die Ecke über unserem Leergutautomaten: "... und dann ist da oben noch eine Kamera, die ganz ohne Magie mitgeholfen hat."

Es ist immer schön, Leute zum Lachen zu bringen. Das macht das Leben und auch den Arbeitsalltag doch sehr viel angenehmer.

"Beim SPAR"

Ich stand gerade in er Gemüseabteilung, als ein Kunde mit Handy am Ohr den Laden betrat. Er beendete das Gespräch mit den Worten "du, ich ruf' dich nachher wieder an, ich bin gerade beim SPAR rein."

"Beim SPAR!

"Beim SPAR!!!

Nach acht Jahren ohne die Tanne über der Tür. :-)