Vorhin habe ich mit einem netten Edekaner telefoniert, bei dem ich mir in der nächsten Woche mal seinen Leergutautomaten von allen Seiten ansehen darf. Bei ihm steht das Modell in etwa der gleichen Konfiguration, wie es auch bei mir aufgebaut werden würde. Sind rund 1,5 Autostunden Fahrt, aber bei einer Anschaffung von knapp 30.000 Euro ist der Aufwand wohl durchaus gerechtfertigt.
Der Einzelhändler war von seinem Gerät sehr angetan, allerdings muss der Automat bei uns auch ein Vielfaches der Gebinde annehmen, mit denen seiner zu kämpfen hat.
Die beiden Seitenteile des demolierten Kühlregal-Elements standen bis zur letzten Woche immer noch hier auf dem Hof. Nun haben wir sie aber auch endlich entsorgen können. Haben zwar keinen für uns wichtigen Platz weggenommen, aber irgendwann möchte ich den Hof schon mal wieder leer haben. (Warum eigentlich?)
Aus Richtung der Leergutannahme hörte ich ein leichtes Fluchen, Augenblicke später wurde die Klingel betätigt. Ich ging hin und begegnete einem Kunden, der etwas Hilflos vor dem Automaten stand.
Was war passiert? Nun: Er hatte sein Leergut abgegeben und anschließen die Bon-Taste gedrückt. Der Beleg wurde gedruckt, der Kunde griff ins Ausgabefach, nahm den Zettel und ließ ihn versehentlich wieder fallen. Der Leergutbon fiel aber nicht einfach nur senkrecht zu Boden, sondern segelte in die große Öffnung der Kistenannahme, wo er die Lichtschranke auslöste, die das Transportband in Bewegung setzt. Auf diesem Transportband war der Bon jedoch in dem Moment auch gelandet, so dass er durch die Bewegung nach hinten in den Automaten befördert und somit für den Kunden unerreichbar wurde.
Das war nun aber zum Glück kein Problem, das sich nicht lösen ließ.
… und dann war da noch die Stammkundin, die man immer für anständig und vernünftig gehalten hat, die den Laden betritt, direkt zur Leergutannahme geht und als erste Amtshandlung eine zugeknotete Plastiktüte und prall gefüllte Tüte voller Altglas, Verpackungen und Müll aus ihrer Sporttasche nimmt und die Tüte dann hier im Müllsack versenkt.
Für die Elefanten sind in der Pfandspendenbox inzwischen 208,72 € zusammengekommen. Mittlerweile wohl noch ein paar Euro mehr, da sich vorhin bei meinem Feierabend schon wieder ein paar Bons in der Box befanden. Das finde ich sehr, sehr schön!
Was für Psychos arbeiten hier? So hängt man doch keine Toilettenpapierrolle auf die Halterung. Ich sollte ab jetzt vorsorglich immer eine Dose Pfefferspray mitführen, wenn ich hier im Hintergrund bin.
Mit dem Akkuschrauber in der Hand stand ich auf der Leiter und bohrte ein Loch in die Decke. Als ich fertig war, sprach mich eine Kundin an: "Sind sie nur Handwerker oder gehören Sie zum Laden hier?"
Neben unserer Sammelbox für alte Batterien lag ein nicht mehr ganz aktuelles, kleines Samsung-Smartphone (J5), das mir vor allem durch seine Ausmaße auffiel. Damit meine ich nicht das große Display, sondern die Dicke des Teils: Rückseite und Display standen jeweils ein gutes Stück vom Gehäuse ab, dazwischen befand sich ein zum bersten prall aufgeblähter Akku. Achduschande…
Das Teil konnte da nicht liegen bleiben. Zuerst natürlich das obligatorische Foto. Danach habe ich das Ding mit spitzen Fingern genommen und erstmal vorsichtig zum Handyladen an der Ecke getragen. Hatte die Hoffnung, dass er eine Idee hat – aber ich erntete nur wildes Kopfschütteln und die Aufforderung, das Teil schnell wieder mitzunehmen. Was nun? Habe den Akku vorerst bei uns hinten auf dem Hof feuersicher in einer Ecke unter einer der Rampen deponiert, das zerbröselte Handy ist im Elektroschrott gelandet.
Nicht auszudenken, wenn das Ding hier im Laden in Flammen aufgegangen wäre.
Jedes Mal, wenn ich ein Produkt von dieser Firma in der Hand halte (oder bis jetzt hielt), scherzte ich im Geiste, wie der Name wohl gemeint ist.
Möglichkeit 1: "Hammer Mühle!" Hammer hier als Abkürzung von "hammermäßig", also Jugendslang für großartig, sehr gut, erstklassig. Also quasi "großartige Mühle!", wenngleich das eher unwahrscheinlich sein dürfte.
Möglichkeit 2: "Hammermühle" – hier könnte die Technik (ob aktuell oder historisch begründet) gemeint sein: Mit einer Hammermühle wird auch Getreide wird auch Getreide gemahlen. Da das Unternehmen als "Hammermühle GmbH" firmiert, dürfte diese Schreibweise wohl die korrekte sein.
Möglichkeiten 3+4: Bezug zur Stadt Hamm oder zum Fluss Hamme. Die Überlegung hätte man zwar mit einem Blick auf die Adresse direkt verwerfen können, aber so genau hatte es mich dann auch nie interessiert. Aber nun musste es mal raus.
Dann war da ja noch dieses unbefriedigende Gefühl, das sich einstellt, wenn man ein ganz offensichtlich abgerissenes Warensicherungsetikett findet, dieses auch tatsächlich im Sichtbereich einer unserer Kameras liegt, aber die 72-stündige Aufzeichnungsdauer der Videoanlage nicht ausreicht, um herauszufinden, woher das Etikett nun wirklich kam.
Zu mehr als einem "Da hat wohl jemand was geklaut" reicht es da also nicht.
Strichcode mit drei Schneeflocken auf einer Packung "Zmrzlinova trubicka Ballino" Eiscreme-Röllchen aus, oh Wunder, Tschechien. Auch dafür natürlich wieder vielen Dank.
In den letzten Wochen haben wir ganz viel altes Zeugs entsorgt, das noch bei uns in der Halle herumstand. Unter anderem alte Kassenhardware mehrerer Generationen aus mehreren Läden. In die Hände gefallen ist mir dabei auch das alte Kundendisplay der Kasse von "Picas Tierfutter", eine über einen 9-poligen SUB-D-Stecker angesteuerte zweizeilige Fluoreszenzanzeige. Da habe ich es einfach nicht übers Herz gebracht, die wegzuwerfen. Wenn ich wieder mehr Zeit für meine Elektronik-Basteleien habe, werde ich damit mal herumspielen. Ob was Sinnvolles dabei herauskommt, mag ich jedoch bezweifeln.
Kuriosum am Rande: In der als Laufschrift gestalteten Statusmeldung, die das eingeschaltete Display zeigt, entstehen durch die Wiederholfrequenz der Darstellung Rechtschreibfehler, die man mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Aber auf Fotos tauchen sie dann auf. Ich schwöre, dass da nicht "CIUSTOMER" steht:
Eine Kundin suchte Panko (haben wir im Sortiment) und ergänzte ihre Frage direkt noch um den Zusatz: "Sie haben doch sonst auch immer alles."
Schönes Kompliment, das geht runter wie warmes Öl.
Aber wir bemühen uns ja nun auch ernsthaft täglich darum, auf unserer doch relativ kleinen Fläche ein so umfangreiches Sortiment darzustellen, dass wir eine adäquate Einkaufsstätte und nicht nur halbherziger Lückenbüßer für vergessene Einzelteile sind.