Anruf einer Firma, die nachhaltiges Toilettenpapier aus Bambusfasern herstellt und vertreibt. Ob deren E-Mail angekommen wäre und wir Interesse an den Produkten hätten, wollte der Mann am anderen Ende der Leitung wissen.
Mein spontanes Interesse galt dem Klopapier, das in der Mail auch Palettenweise (und zum akzeptablen Verkaufspreis) angeboten wurde und ich erkundigte mich, ob sie auch liefern können.
"Ende Mai wieder, aber ich nehme jetzt schon die Vorbestellungen entgegen."
Ich habe dann mal nichts (vor)bestellt.
Ein nur wenig vertrauenerweckend wirkender Typ kam an die Lagertür und sprach dort einen Kollegen an. Er erklärte diesem, dass unsere Überwachungskameras "nicht gut ausgerichtet" seien und dass er hier total viel klauen könnte, wenn er denn nur wollte. Hätte er natürlich nicht getan. Was auch stimmte, denn weil mein Vertrauen in ihn doch eher gering war, sah ich mir hinterher die Aufzeichnung seiner Wege hier durch den Laden noch einmal genauer an.
Wie auch immer: Er bot an, gegen eine geringe Gebühr die Kameras neu auszurichten und perfekt einzustellen. Er hätte Ahnung von der Sache und könnte das richtig gut. "Welche Kamera ist denn Ihrer Meinung nach zum Beispiel falsch?", fragte mein Mitarbeiter, aber er bekam keine Antwort darauf. Wenn Herr Kameraprofi das einfach so sagen würde, würde er sich ja selber das Geschäft kaputt machen.
Also entweder (wovon ich eher ausgehe) führte er Böses im Schilde und wollte nur ausführliche(re) Details über unsere Videoüberwachung erlagen – oder er war einfach nur ein sehr guter Freund der beiden
Herren Dunning und Kruger.
Natürlich kann einem in einem SB-Geschäft immer mal etwas herunterfallen. Der Kunde übernimmt quasi die Rolle des Verkäufers und somit kann ihm immer mal etwas kaputtgehen und darum ist es eigentlich auch Usus, dass Kunden auf diese Weise demolierte Ware nicht ersetzen müssen.
Vor dem Brotregal ist jemandem ein Brötchen runtergefallen. Kann passieren. Ein Teil der Kunden hebt es auf, pustet einmal dagegen (BTW: Die "5-Sekunden-Regel"
ist Quark, war mir auch so klar …) und steckt es zu den anderen in die Tüte. Ein anderer Teil der Kunden sucht einen Mitarbeiter auf und übergibt die heruntergefallene Backware. Auch okay. Ich sehe es persönlich zwar auch nicht so eng, kann aber verstehen, dass Leute nichts essen möchten, was auf (fremdem) Fußboden voller unbekannter Anhaftungen lag.
Die glücklicherweise wenigsten Kunden kicken ein heruntergefallenes Brötchen mit dem Fuß vor das nächste Regal und lassen es dort auf dem Boden liegen.
Es gab zwar schon häufiger Versuche, die Bepfandung durch Gebinde mit einem Inhalt von über drei Litern
zu umgehen, aber
1 ml über der Grenze ist ja fast noch witzig.
Was sich der Hersteller von Cola Turka bei
3,033 Liter gedacht hat, erschließt sich mir nicht.
Die "0,33 l" entsprechen zwar einer gewöhnlichen Getränke-Abfüllmenge (Dose, Bierflasche), aber um die drei Liter über die "Pfandgrenze" zu bringen, hätte natürlich auch jede andere zusätzliche Füllmenge gereicht. Keine Ahnung, was die da von Cola Turka für einen Auftrag hatten … Keine Coladose, nur 33 ml. Warum auch immer …
Diese "Monsterflasche" lag im Müllsack vor dem Leergutautomaten, aufgrund der Größe war sie da auf dem Haufen aus vor allem alten Plastiktüten aber nicht gerade unauffällig und sprang mich förmlich an, als ich an dem Behälter vorbeiging.
Inzwischen haben wir alle Artikel unseres Lieferanten im Sortiment und haben nun im Regal mit den Länderspezialitäten einen "Sushi-Block" gebaut. Ab sofort sogar mit Makisu-Matten (zum Aufrollen von Sushi) und Viererpacks Stäbchen. Ich kenne zwar niemanden, der sagt, gerne selber Sushi zu machen und habe schon viele Leute getroffen, die es mal "erfolglos probiert" haben – aber hiermit hat zumindest jeder mal die Chance.
Zum Teil ist es natürlich auch den durch Corona bedingten Lieferschwierigkeiten zu verdanken, dass die Regale in Findorff nicht (mehr) sonderlich voll sind. Aber seit dieser Woche lassen wir die Artikel abverkaufen und bestellen nur noch die allernötigsten Dinge für den täglichen Bedarf nach, z.B. Toilettenpapier, hrhr …
Ach, Leute, der Witz ist alt. Relativ zumindest. Aber auch mit dem Abstellen von "Corona Extra" im ansonsten komplett leeren Toilettenpapierregal wird die Liefersituation aktuell nicht besser.
Jungejungejunge, momentan darf man sich ja nicht mal mehr öffentlich verschlucken. Der darauf folgende Hustenreiz lässt einen sich schlagartig wie einen Aussätzigen fühlen. Leute drehen sich verächtlich um und vergrößern den Abstand, Tierärzte ziehen Spritzen mit Pentobarbital auf, Jäger laden ihre Flinten durch, Testamente werden umgeschrieben und unverständliche Verse zu beschwörerischen Handbewegungen gemurmelt.
Leute, es war nur ein Kekskrümel!
Die am Freitag von mir
zweitplatzierten Brotbackmischungen laufen erstaunlich gut. Mehl gibt es zwar nicht, aber fertige Mischungen für Vollkornbrot vermitteln (zumal man auch keine Hefe zusätzlich benötigt, die es ohnehin gerade auch kaum gibt) einem zumindest etwas das Gefühl, selber ein Brot gebacken zu haben.
Die Backmischungen sind aber natürlich auch kein Ersatz für einfaches Mehl. Leckere Pfannkuchen kann man mit den Zutaten für ein kräftiges 6-Korn-Brot nicht zubereiten. Aber dennoch fehlen nach nur zwei Tagen schon etliche Beutel der Mischungen. Ich hatte es zwar gehofft, aber nicht so sehr damit gerechnet:
Diesen Strichcode mit Welle und Fisch hat Martin auf einer Packung Knusper-Filets ("Edamer-Käse und Kräuter") von Lidl entdeckt. Vielen Dank für die Zusendung.
Na, zu viel Sojasauce gesoffen beim Befüllen der Etikettieranlage?
Weil es so dämlich aussah, haben wir die Flasche direkt mit einem Sonderpreis auf den Restetisch gelegt. Sowas will ich nicht im Regal stehen haben:
Rund um die Lieferengpässe von Toilettenpapier stellen Kunden momentan immer wieder fest: "
Das ist doch Schei*e!" – um dann meistens einige Augenblicke später über den soeben eher unfreiwillig produzierten Wortwitz lachen zu müssen.
Ende 2017 hatte ich hier schon
angekündigt, dass das Ende eines EDEKA-Marktes in Delmenhorst absehbar ist. Seit dem 31. Dezember 2019 ist der Laden mittlerweile geschlossen und wenn ich die Arbeiten richtig verfolgt habe, dürfte das Gebäude inzwischen ausgeräumt sein. Nur vorne ist noch ein kleiner Bereich aktiv, denn die Bäckerei verkauft nach wie vor an dem Standort Brot und Brötchen. Der ehemalige Verkaufsraum ist mit einer Holzwand abgetrennt.
Bin gespannt, wie es dort weitergeht. Das Gebäude soll abgerissen oder zumindest massiv umgebaut werden. Da hängen auch für mich viele
Emotionen dran, viele Jahre habe ich dort verbracht und letztendlich begann dort meine Laufbahn im LEH.
Ein Mann, mir nicht ganz unbekannt aber auch kein täglicher Stammkunde, klingelte an der Leergutannahme. Er hätte fünf Flaschen in den Automaten gesteckt und plötzlich hätte dieser die Annahme mit einer Fehlermeldung abgebrochen, ohne dass ein Bon gedruckt wurde.
Ein Kollege wollte gerade schon den Bon für fünf Flaschen manuell an der Kasse drucken, als ich ihn noch zu warten bat und mir die Geschehnisse vor dem Leergutautomaten auf der Videoaufzeichnung ansah. Der Mann hatte vier Flaschen in den Automaten gesteckt, als tatsächlich (aber aus auf dem Video nicht erkennbaren Gründen) die Annahme abbrach. Zu erkennen war jedoch, dass wie gewöhnlich in solchen Fällen ein Bon mit der bis dahin aufgelaufenen Summe gedruckt wurde. Bevor der Mann auf den Klingelknopf drückte, nahm er den Papierstreifen aus dem Drucker und steckte ihn in seine Jackentasche.
Er erklärte, dass er wohl "in Gedanken" war, da er auch noch ein Telefongespräch im Headset hat. Kann natürlich sein und irren ist menschlich und im Zweifel für den Angeklagten und so nahm ich seine Entschuldigung an und die Erklärung, dass das keine Absicht gewesen sei.
Im Nachhinein erklärte mir der Kollege, dass bei dem Kunden schon häufiger "der Bon nicht raus kam". Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …
Aus der etwas improvisierten
Variante mit dem Restetisch ist auch in Findorff ein etwas alltagstauglicherer Spurckschutz an der Kasse entstanden. Zwar undurchsichtig, aber es erfüllt seinen Zweck. Für sechs Wochen sollte es zumindest so noch reichen …