Skip to content

To fu or not to fu?

Ein Kunde mittleren Alters hatte einen kleineren Einkauf zusammengesucht. An der Kasse stapelte er die Artikel auf das Förderband, eine Kiste Mineralwasser ließ er im Wagen stehen. Aber dennoch löste irgendetwas den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Beim genaueren Nachsehen stellten wir fest, dass unter der Kiste noch eine Packung Tofu, nicht aus der Vitrine, lag. "Oh, die ist da wohl irgendwie druntergerutscht", erklärte der Mann. Wir haben die Aussage erstmal so hingenommen, zumal der Kunde insgesamt recht glaubwürdig wirkte.

Dennoch hat uns der Vorfall keine Ruhe gelassen und wir haben uns hinterher die Videoaufzeichnung angesehen. In der Getränkeabteilung hat er in den zu dem Zeitpunkt noch relativ leeren Wagen die flache Packung Tofu gelegt und dann unmittelbar danach die Wasserkiste darüber gestellt. Danach setzte er seinen Einkauf fort und ging schließlich zur Kasse.

Man kann sagen, was man will – so verpeilt ist doch niemand. Für mich war das ein knallharter Diebstahlsversuch! :-(

Sicherheitssystem

Ein Kunde wunderte sich über unsere Kaffeevitrine:
Das ist ja was, dass der Kaffee eingeschlossen ist. Sieht ja aus wie früher in der DDR. Warum ist das so?

Weil der Kaffee hier bei uns sonst immer auf mysteriöse Art und Weise verschwunden ist.

Und jetzt nicht mehr?

Naja, geht ohne Schlüssel ja schlecht.

Da stimmt dann wohl eher mit Ihrem Sicherheitssystem hier etwas nicht.

Doch, die Vitrine ist unser System. Das funktioniert perfekt.
Dazu fiel ihm dann nichts mehr ein. :-)

Ausdrucksweise

Mein Büro liegt so, dass der Schall aus dem Laden durch die Türen regelrecht bis zu meinem Arbeitsplatz am Schreibtisch geleitet wird. Im grunde höre und verstehe ich im Grunde jedes Wort, das im Umkreis von mehreren Metern um die Tür zum Laden in eben jenem gesprochen wird.

Kopfschütteln lösen Gesprächsfetzen wie dieser bei mir aus: "…so eine Scheiße fresse ich nicht. Biodreck."

MHD: 28.08.2011

Eine Frau, Typ "Supermami", war mit ihrer etwa knapp dreijährigen Tochter hier im Laden. Die Kleine wollte Neger… Mohren… Schaumzuckerküsse haben, die Mutter griff ins Regal, sah sich die erste Packung von allen Seiten an und legte sie wieder weg. Dann nahm sie die zweite Packung, betrachtete diese – und legte sie wieder weg. Die dritte, die vierte, die fünfte und schließlich nahm sie die letzte Schachtel aus dem Regal, betrachtete sie und legte sie wieder weg. Da meldete sich die Tocher: "Darf ich die nicht haben?"

"Nein!", entgegnete ihre Mutter energisch. "Die laufen am 28.8. ab. Die sind schlecht, die kannst du nicht mehr Essen!"
Genau. Gleich wegwerfen!!!111EINSELF

Don't buy this!

Ein Kunde war mit einem offenbar anglophonen Freund oder Bekannten hier bei mir im Laden. Sie gingen eine ganze Weile durch die unterschiedlichsten Gänge und er erklärte bei (fast) jedem Regal grob, was sein Begleiter dort finden würde.

Als sie vor dem Tiernahrungsregal standen, schnappte einer meiner Mitarbeiter zufällig folgenden Gesprächsfetzen auf: Mein Kunde machte er eine Geste mit dem Arm, zeigte einmal am Regal entlang und erklärte ausdrucksstark und ganz pauschal: "Don't buy this!"

Einfach, aber wirkungsvoll. :-)

Wenn's einem nicht nur Spanisch vorkommt

Ein Mann stand an der Kasse und wollte irgendetwas. Nur was, haben wir beim besten Willen nicht herausgefunden. Er gestikulierte unidentifizierbar und sprach leider nur Spanisch. Von den hier anwesenden Mitarbeitern hat leider niemand ein Wort verstanden.
Als ich ihn seinen Wunsch aufschreiben lassen wollte, um mit der Notiz via Online-Sprachtool herausfinden zu können, was der Mann möchte, war er schon wieder aus dem Laden verschwunden.

Okay, dann eben nicht.

Verwirrt?

Ein Kunde mittleren Alters wirkte etwas "neben sich". Zuerst gab er etwas Leergut am Automaten ab. Als er damit fertig war, begann er seinen Einkauf. Zunächst ein paar Pakete Frischmilch. Danach ging er in die Getränkeabteilung und füllte seine Tasche mit den selben Bierflaschen auf, von denen er zuvor Leergut abgegeben hatte.

Danach ging er wieder zum Leergutautomaten zurück, öffnete seine Tasche und stopfte zunächst die Bierflaschen in das Ding. Irgendwann kam er bei den Milchpackungen an, die er – oooh – ebenfalls in das Annahmewerk des Gerätes legte. Natürlich verweigerte der Automat die Annahme und blockierte komplett.
Nachdem der Mann noch ein paar Minuten versuchte, noch mehr Tetrapacks und Bierflaschen zu dem Bereits im Rücknahmeautomaten liegenden Paket zu stopfen, kam ein Mitarbeier vorbei, der schließlich helfend eingriff.

Das Schlimmste ist, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass der Mann das alles ganz und gar nicht in böser Absicht getan hat. :-|

7287 / 7587

Ein älterer Kunde reklamierte einen Kassenbon von Anfang letzter Woche. Er hatte doch nur zwei Gemüsezwiebeln gekauft, aber ihm wurde bei mir hier an der Kasse eine Schale Möhren berechnet.

Das war natürlich schwer nachzuvollziehen. Da die Preisdifferenz (und damit ein möglicher Schaden für mich) doch eher gering war und ich dem Herren auch nicht unbedingt böse Absichten unterstellen würde, schrieb ich ihm die Preisdifferenz gut. Als Maßstab nahm ich zwei durchschnittlich große Gemüsezwiebeln, ermittelte die Differenz und zahlte ihm das Geld aus.

An der Kasse fiel mir schließlich auf, warum die Verwechslung wohl passiert sein könnte: Die Zwiebeln haben bei uns die Artikelnummer 7287 und die Möhren die Nummer 7587 – da reicht ja unter Umständen schon ein winziger Ausrutscher mit dem Finger auf der Tastatur und schon werden die Möhren rund, dick und mehrhäutig. :-)

Pils, ehrlich!

Einer der Momente, in denen man zunächst "Häh?!?" denkt, im zweiten Moment ebenfalls und später, wenn man sich die Sache nochmal durch den Kopf gehen lässt, kommt wieder nur ein "Häh?!?" dabei heraus.

Eine Kundin brauchte Hilfe in der Getränkeabteilung. Ein Kollege ging hin und zeigte der Frau, die "Beck's Pils im Sechserträger" haben wollte, den gewünschten Artikel.
Hier, bitteschön.

Ich suche aber Pils.

Das ist das normale Beck's Pils.

Ich weiß nicht…

Doch, das ist so.

Hmm, vielleicht möchte ich doch lieber ein anders Bier. Ich suche Pils, wissen Sie?
Der Kollege kam etwas verzweifelt ins Büro zurück:
Geh' du mal hin.

Wieso, was ist denn?

Frag' nicht…
Tat ich auch nicht, sondern ging selber zu der Kundin:
Was suchen Sie?

Beck's Pils, aber in den kleinen Flaschen.

Die haben wir hier als einzelne Flaschen und gleich daneben als Sixpacks, Sechserträger.

Ich suche aber Pils.

Ja, das ist Pils. Schon immer gewesen.

Was günstigeres als Beck's haben Sie nicht? Was ist denn das billigste Pilsbier, das Sie haben?

Da könnte ich ihnen unsere Eigenmarke "Ratskrone" anbieten.

Nee. Haben Sie noch andere günstige Sorten?

Ja, einige! Haake Beck, Bitburger, Hasserö…

…nee, das alles nicht.

Tzja, die Entscheidung kann ich Ihnen nicht abnehmen.

Dann bleibe ich wohl doch beim Beck's. Aber ich hatte sonst immer Pils, wissen Sie? Das mögen meine Freundinnen auch lieber als das Beck's, was Sie mir da eben gezeigt haben.

DAS IST PILS! Wirklich! Glauben Sie's mir einfach.

Da steht aber nichts drauf.

Doch, ganz klein auf den Flaschen.

Aha. Ach, ich weiß nicht so recht.
Ich hatte das Gefühl, so nicht weiterzukommen und ließ sie mit einem freundlichen Gruß und dem Hinweis, dass ich ihr nun alles gezeigt hatte, in der Abteilung stehen. Immerhin: Letztendlich kam sie mit einem Träger Beck's Pils an die Kasse. Juhu. :-)

Wenn wir das anbieten…

Ein älterer Kunde wollte unseren Lieferservice nutzen. Ich kann seine Enttäuschung darüber, dass er nun vergeblich hergekommen ist, verstehen. "Wenn Sie das anbieten, dann müssen Sie die Leistung auch bringen!", ranzte er mich an.

Ja, wir werben damit. Aber nicht dafür, dass das ein täglicher Sofortdienst ist. Und ausgerechnet heute ist eine Lieferung nunmal nicht möglich. Wenngleich mein Bote ja ansonsten immer sehr flexibel ist und auch mal zu ungewöhnlichen Zeiten die Waren ausliefert.

Sahne zu saurer Sahne

Ich hoffe irgendwie schon, glaube allerdings nicht, dass mich der Mann mittleren Alters foppen wollte, als er mich in wirklich ernstem Tonfall fragte, ob er einfach normale Schlagsahne eine Weile in der Küche stehenlassen könnte, um schließlich saure Sahne zu bekommen.

120 Eurodollar

Warum macht sich jemand die Mühe und druckt eine 100-Dollar-Note auf einen 20-Euro-Schein? Die Frage lässt sich vermutlich gar nicht so genau beantworten. Die Intention "wollte ins Blog" würde ich vom Gefühl her aber trotzdem ausschließen. :-O


Grußlose Begegnungen

Irgendwie immer wieder frustrierend (und verwundernd – so viel zum oft zitierten "unfreundliches Supermarktpersonal"), wenn man Kunden grüßt und keine Reaktion zurückkommt. :-|