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Morgenstund

Ich staune ja wirklich immer wieder darüber, dass Leute früh morgens noch vor der offiziellen Öffnungszeit einen Laden betreten und irgendwie nicht merken, dass es noch fast dunkel in dem Geschäft ist.

Sollte einem sowas nicht eigentlich auffallen? :thinking:

Sie telefoniert so gerne

Heute Vormittag hat eine Kundin angerufen, die sich mit Ware beliefern lassen wollte. Ich fragte sie, ob es ihr Recht wäre, dass unsere Botin am Nachmittag zurückruft und die Bestellung selber entgegennimmt, da so Fehler vermieden werden können. Die Kundin stimmte zu.

Knapp zehn Minuten später rief sie erneut an und drängelte, dass sie da nun am Telefon warten würde und eigentlich zurückgerufen werden sollte. Ich betonte noch einmal deutlich, dass die Botin am Nachmittag zurückrufen würde.

Ein paar Stunden später, es war inzwischen gegen 15 Uhr, rief die Kundin zum dritten Mal an. Ich weiß nicht, ob sie Angst haben könnte, vergessen zu werden, aber sie bestand darauf, ihre Bestellung jetzt sofort durchgeben zu wollen und nicht darauf zu warten, dass wir zurückrufen. Die Erklärung, dass die Botin heute aber erst später kann und sich dann auch wirklich noch bei ihr melden wird, wollte sie nicht hören.

Es vergingen rund 1,5 Stunden, bis sie wieder anrief. "Kommt meine Ware heute noch?", wollte sie wissen. Ich erklärte ihr, dass wir sie nicht vergessen haben und die Botin, sobald sie Zeit hat, zu ihr kommen würde.

Rund eine Stunde später rief sie wieder an und versuchte es mit einem resignierten "Meine Ware kommt heute wohl nicht mehr."
Was sie damit bezwecken wollte, weiß ich nicht - ich glaube, sie telefoniert einfach nur gerne. Und ihre Ware hat sie - natürlich - auch noch bekommen... :-)

Oldtimer

Ich habe gerade noch in einer Ablage einen Lieferschein gefunden. Bis Ende 2004 hat uns eine türkische Bäckerei mit Fladenbrot beliefert. Der Schein ist jedenfalls vom 27. August.

Ich glaube, den kann ich inzwischen bedenkenlos vernichten. ;-)

Billiger machen

Eine Kundin sprach mich darauf an, dass sie einen Artikel bei mir regelmäßig kaufen würde, wenn er denn billiger wäre.

Wenn ich derart auf jeden Kundenwunsch eingehen würde, hätte das sicherlich einen sehr guten Werbeeffekt und die Massen würden mir den Laden einrennen - aber das wäre alles nicht von langer Dauer, denn dann können ich hier schon nach kürzester Zeit den Schlüssel umdrehen...

Nicht gemeint

Kennt jemand diesen Witz mit den beiden Typen auf einer öffentlichen Toilette? In der einen Kabine telefoniert jemand mit dem Handy ("Was machst du gerade?") und in der Nachbarkabine fühlt sich jemand angesprochen und steigt voll ins Gespräch mit ein ("Ich denke, etwas das gleiche wie du, oder?").

Gerade eben habe ich die telefonische Bestellung einer Kundin entgegengenommen. Die gute Frau ist schon 79 und man muß bei ihr nunmal etwas lauter sprechen. Der Dialog sah etwa so aus: 1 Pfund Zucker. - Ja. - 4 Eier. - Ja. - Ein kleines Toastbrot. - Ja. usw.
Plötzlich stand eine Kundin an der Leergutannahme, die unsere Klingel allerdings nicht kannte. Sie rief also das übliche fragende "Hallo?!?" ins Lager, fühlte sich auch prompt durch mein deutlich vernehmendes und bestätigendes "Ja." angesprochen und fing auch gleich an zu erzählen, was sie wollte.

Das war doch sehr verwirrend... ;-)

Immer wir

Natürlich regen sich die Leute zu Recht an der Kasse auf, wenn sie für ihren gekauften Artikel "zu viel" bezahlt haben, das große Angebots-Preisschild aber für den Artikel daneben gilt. Es steht zwar dick und fett der Name des beworbenen Produktes auf dem Schild, aber das macht nichts. Wir sind Schuld. Immer! Entweder ist die Artikelbeschreibung nicht eindeutig oder das Schild hängt an der falschen Stelle.

"Lesen" - Pah... Überflüssig.

Gibt zu denken

Vergeßt alle "5 am Tag"- und Nichtraucher-Kampagnen. Hier in der Neustadt funktionieren sie nicht. Und es gibt einem zu denken:

Wir haben hier gestern mehr Tabakwaren und Zigaretten als frisches Obst und Gemüse verkauft.

Klopfklopf

Ein zaghaftes, vorsichtiges Klopfen war eben hinten an unserer Lagertür zu vernehmen. Großes Rätselraten unter den Anwesenden: Wer steht da, um diese Zeit, und benutzt nicht die Klingel?

Antwort: Ein Kunde war's, der seine Einkaufstasche vom Schuhgeschäft vorne an der Kasse vergessen hatte. Gut, dass wir hier nicht so sehr pünktlich Feierabend machen. :-)

Igitt

Wir vermuten, dass diese Dose mit Schokonüssen einem Kunden heruntergfallen ist. Beim Versuch, die Nüsse durch den Riß in der Packung wieder in diese hineinzugeben, ist dann das Pflaster vom Finger gerutscht. Meine Güte, passiert mal. Dumm gelaufen.

Aber sowas wieder ins Regal zwischen die andere Ware zu stellen...


EAN lesen

Eine Kundin fragte mich, ob das Preisschild, das vor einem bestimmten Produkt steckt, auch wirklich für den im Regal liegenden Artikel gelten würde.

Meinen verwunderten Gesichtsausdruck beantwortete sie mit: "Der EAN stimmt nicht überein."

Ich gab ehrlich und positiv erstaunt zu, dass es doch sehr ungewöhnlich ist, dass Kunden auf so etwas achten.

"Ich bin Verkäuferin.", grinste sie erklärend zurück.

Ein rotes Kreuz dafür auf meinen Manitu-Kalender. ;-)

Eindeutige Einkaufslisten

Schon klasse, wenn Eltern ihren 7jährigen Kindern Einkaufslisten mitgeben, die etwa so aussehen:
· Käse
· Kräuter für Salat
· Brot
· Trinken
· Wurst
Die Kleinen sind natürlich und verständlicherweise oftmals völlig überfordert damit, das Richtige zu finden und wenden sich hilfesuchend ans Personal. Und wir? Können natürlich auch nicht hellsehen.

Anmerkung am Rande: Der Begriff "Trinken" für Getränke ist ja sowas von scheußlich. Und soooo viele benutzen ihn. :-(

Die mit dem gelben Sack

Eine alte und offenbar ziemlich verwirrte Frau kam mit einem (gefüllten!) gelben Wertstoffsack in den Laden und schaffte es, bis zur Leegutklingel vorzudringen und dort eine Mitarbeiterin anzusprechen.

Nach einem langen und umständlichen Gespräch stellte sich heraus, das die Frau völlig überfordert damit war, ihren Müll, bzw. sonstige Wertstoffe ordentlich zu entsorgen. Restmüll, "gelber Sack", Pfand/Einweg, Papier, Glas usw. zu trennen, war einfach zu viel für sie.

Das mitgebrachte Behältnis war glücklicherweise einigermaßen sortenrein gefüllt und so bot meine Mitarbeiterin der Frau an, den Sack für sie hier über unsere regulären Wege zu entsorgen. Ausnahmsweise.

Der Bon

Ein Kunde rief an und beschwerte sich darüber, dass ihm hier an der Kasse viel zu viel Geld abgenommen und außerdem für seine BILD-Zeitung 1,50€ berechnet wurde. Auf dem Kassenbon wäre eine Gesamtsumme von etwa 55 Euro ausgewiesen worden, er hätte auf seinen Hunderter aber nur etwa 25 Euro Wechselgeld zurückbekommen.

Böse Sache. Und telefonisch für mich nun ganz und gar nicht nachvollziehbar. Also bat ich ihn, doch bitte mit dem Kassenbon wieder vorbeizukommen. Viele derartige Reklamationen lassen sich dann meistens problemlos aufklären. Oftmals ist es nunmal tatsächlich so, dass Kunden kleine Details auf den Bons übersehen und sich deshalb betrogen fühlen. Wiederkommen war für ihn leider nicht möglich und er bestand darauf, die Angelegenheit bei seinem nächsten Einkauf, nächste Woche, zu klären.

Er war - verständlichweise - sehr aufgebracht, während ich mit allen Mitteln versuchte, von hier aus die Angelegenheit nachzuvollziehen.
Dummerweise paßte nicht einmal die auf dem Bon aufgedruckte Kassierer-Nummer zu dem Mitarbeiter, der tatsächlich im fraglichen Zeitraum an der Kasse saß. Seltsam war nur, dass auf dem Kassenzettel viele Dinge stünden, die der Kunde tatsächlich gekauft hätte, aber eben auch einige Artikel, die er nicht haben wollte. Seine Aufregung ging so weit, dass er uns sogar "glatten Betrug" unterstellte.

Zum Glück werden alle Kassiervorgänge protokolliert. Ich ließ mir ein paar Artikel nennen, die auf jeden Fall auf dem Bon stehen, und ging auf die Suche.

Noch während ich am Blättern war, rief der Kunde erneut an.
Er war s e h r kleinlaut und wußte sich gar nicht recht zu entschuldigen. Ihm wäre es ja so unangenehm, hatte aber dummerweise auf den Bon von seinem letzten Einkauf geguckt und in seiner ersten Aufregung auch gar nicht weiter darüber nachgedacht...

So kann es passieren, wenn man gleich im ersten Adrenalinschub (über)reagiert und dann den Blick für Wesentliches verliert...

:wall: oder :biggrin: ?

Ur-in-stinkt

Schon nett, wenn alle Banknoten aus dem Wechselgeld des alten Lieferkunden ganz böse nach altem Urin stinken. :puke:

Trotzdem noch

Eine Kundin löste gerade beim Betreten des Marktes den Alarm unserer Warensicherungsanlage aus. In ihrer Jacke befand sich ein aktives Sicherungsetikett, das wir hier eben nach erfolgreicher Suche natürlich eleminiert haben.

Die junge Frau war total überrascht. Aber auch, dass die Jacke (und damit natürlich auch das Sicherungsetikett) "schon zwei Jahre alt" ist, hält ein Stück Metall nicht davon ab, sich nicht ohne äußere Einwirkungen einfach zu magnetisieren.

Interessant, dass sie in den zwei Jahren niemals irgendwo einen Alarm ausgelöst hatte.
Jaja, meine Anlage ist schon ein kleines Sensibelchen. ;-)