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Nachschub

Eine johlende Meute Anfangzwanziger kam eben in den Laden. Guter Stimmung und mit dunklen Augenringen haben sie sich alkoholhaltigen Nachschub geholt.

The party goes on. Wetten? :-)

Gummi

Es gibt Erlebnisse, von denen man gar nicht so recht weiß, ob und wie man sie wiedergeben soll.

Also... Da war dieser Stammkunde. Mittleres Alter, vielleicht 15 Jahre älter als ich. Und er sprach mich ziemlich direkt darauf an, dass er Kondome gekauft hätte. Aber diese eine Sorte Kondome, die er hier bei mir gekauft hat (übrigens nicht die mit dem Freistoß), würden gar nichts taugen, weil sie platzen würden. In seiner Freundin, mitten beim Akt. Und das war ihm ganz schön peinlich, zumal sie es erst hinterher bemerkt haben.

Interessanter war seine Aussage, dass, wenn er deswegen nun ein Kind gezeugt haben sollte, er dafür natürlich den Händler verantwortlich machen würde. Ob das nun Spaß war von ihm oder nicht, weiß ich nicht. Falls nicht, werde ich ihm bei Gelegenheit mal freundlich raten, einen Blick ins Produkthaftungsgesetz zu werfen.

Der erste April ist jedenfalls schon vorbei.

Kinderwagen mit Lanze

Am liebsten hätte ich ein Foto von dem Kinderwagen gemacht, aber ich befürchtete, böse Blicke von der Mami zu ernten. Mich hätte auch gar nicht so sehr der Inhalt des Wagens interessiert als viel mehr die Vorderseite...

Die Frau hatte ihren Stockregenschirm so in der untere Ablage des Kinderwagens deponiert, dass der Blitzableiter die Spitze etwas seitlich vorne aus der Verkleidung des Vehikels im wahrsten Sinne des Wortes herausstach. Der Anblick hatte etwas von einem Kampfbomber und wäre echt ein Bild wert gewesen. :-)

Taschenlampenproblem

Eine Kundin wollte gekaufte Batterien reklamieren. In ihrer Stabtaschenlampe würden sie nur funktionieren, wenn sie nicht direkt hintereinander, sondern etwas versetzt darin liegen würden. Aber dann könne man die Lampe nicht mehr schließen.

Ich staunte etwas und bat die Kundin, doch die ganze Lampe mitzubringen. Die Batterien sind als solche vollkommen okay gewesen und mit dem beschriebenen Phänomen konnte ich auch nichts anfangen.

Des Rätsels Lösung: In der Lampe saß hinten nicht -wie allgemein üblich- mittig eine Spiralfeder, sondern es befand sich einfach nur ein Blechstreifen dort, auf den die Batterie mit ihrer gesamten Grundfläche drückte. Die seitliche Kunststoffummantelung der Babyzelle wurde aber vom Hersteller bis um den unteren Rand fortgeführt, so dass, wenn man die Batterie aufrecht hinstellt, sie keinen Kontakt bekommen kann.

Ein paar Schnitzereien mit einem Packmesser und schon hatte die Kundin auch mit gerade eingesetzten Batterien wieder Licht. :-)

92

Es ist schon prägend, wenn man einer 92jährigen Stammkundin helfen möchte und man in den folgenden Minuten etwas über ihr aktuelles Befinden erfährt und sie damit abschließt, dass sie am liebsten sterben würde.

Ihr Alter sieht man ihr deutlich an. Klein, graue Haare und ein sehr faltiges gesicht. Diabetes hat sie auch, nimmt es aber nicht so genau mit Diätprodukten, weil sie ihr sowieso fast nie schmecken. Außerdem fällt ihr alle Arbeiten und Bewegungen schwer, weil sie schwach geworden ist und die Gelenke weh tun.

Man weiß nicht wirklich, wie man reagieren soll. :-(

Entschuldigt

Ein älterer Stammkunde sprach mich an und entschuldigte sich dafür, dass er sein Brot beim Discounter an der Ecke kauft.

"Ich komme so gerne zu Ihnen in den Laden, aber dieses eine Brot vom Penny schmeckt mir einfach so gut, dass ich darauf nicht verzichten möchte. Aber alles andere hole ich ja hier ein."

Klar, entschuldigt. ;-)

Dreharbeiten

"Simone, eine allein erziehende Mutter im Spagat zwischen geordneter Fassade in einer kleinbürgerlichen Siedlung und ihrer nächtlichen Arbeit in einem SM-Club."

So ist der Film "Hinter der Fassade" beschrieben, für den die Filmcrew Digitale Störung eben eine Szene hier im Markt gedreht hat.
Wahrscheinlich erst Ende des Jahres wird der Film fertig sein, aber wenn es so weit ist, werde ich natürlich darüber berichten!



Anneke und Andreas haben sich hier sehr überzeugend vor der Kamera gezofft. Ein Kunde, der den Dialog erst nur übers Regal wahrgenommen hatte, dachte schon, dass die beiden sogar noch handgreiflich werden würden. :-)


Anrüchig

Tzja - Tilsiter riecht nunmal etwas strenger als Butterkäse. Davon ist auch der dänische Havarti nicht ausgenommen.

Der "unangenehme Geruch" ist jedenfalls nicht Grund genug für mich, ein mehrere Euro teures Stück Käse zurückzunehmen und (die geöffnete Packung) wegzuwerfen. So weit geht meine Kulanz dann doch nicht.

Autoschlüssel gefunden

Ich glaube ja nicht wirklich daran, aber vielleicht findet sich ja auf diese Weise die Eigentümerin des Autoschlüssels wieder, den wir doch noch gestern Abend hier zwischen den Einkaufswagen gefunden haben.

Die Kundin hatte sich gestern Nachmittag schon danach erkundigt, ob ein Schlüssel gefunden worden wäre, doch bis dahin war dem nicht so.

Also: Der verlorene VW-Schlüssel ist wieder aufgetaucht!

Morgenstund

Ich staune ja wirklich immer wieder darüber, dass Leute früh morgens noch vor der offiziellen Öffnungszeit einen Laden betreten und irgendwie nicht merken, dass es noch fast dunkel in dem Geschäft ist.

Sollte einem sowas nicht eigentlich auffallen? :thinking:

Sie telefoniert so gerne

Heute Vormittag hat eine Kundin angerufen, die sich mit Ware beliefern lassen wollte. Ich fragte sie, ob es ihr Recht wäre, dass unsere Botin am Nachmittag zurückruft und die Bestellung selber entgegennimmt, da so Fehler vermieden werden können. Die Kundin stimmte zu.

Knapp zehn Minuten später rief sie erneut an und drängelte, dass sie da nun am Telefon warten würde und eigentlich zurückgerufen werden sollte. Ich betonte noch einmal deutlich, dass die Botin am Nachmittag zurückrufen würde.

Ein paar Stunden später, es war inzwischen gegen 15 Uhr, rief die Kundin zum dritten Mal an. Ich weiß nicht, ob sie Angst haben könnte, vergessen zu werden, aber sie bestand darauf, ihre Bestellung jetzt sofort durchgeben zu wollen und nicht darauf zu warten, dass wir zurückrufen. Die Erklärung, dass die Botin heute aber erst später kann und sich dann auch wirklich noch bei ihr melden wird, wollte sie nicht hören.

Es vergingen rund 1,5 Stunden, bis sie wieder anrief. "Kommt meine Ware heute noch?", wollte sie wissen. Ich erklärte ihr, dass wir sie nicht vergessen haben und die Botin, sobald sie Zeit hat, zu ihr kommen würde.

Rund eine Stunde später rief sie wieder an und versuchte es mit einem resignierten "Meine Ware kommt heute wohl nicht mehr."
Was sie damit bezwecken wollte, weiß ich nicht - ich glaube, sie telefoniert einfach nur gerne. Und ihre Ware hat sie - natürlich - auch noch bekommen... :-)

Oldtimer

Ich habe gerade noch in einer Ablage einen Lieferschein gefunden. Bis Ende 2004 hat uns eine türkische Bäckerei mit Fladenbrot beliefert. Der Schein ist jedenfalls vom 27. August.

Ich glaube, den kann ich inzwischen bedenkenlos vernichten. ;-)

Billiger machen

Eine Kundin sprach mich darauf an, dass sie einen Artikel bei mir regelmäßig kaufen würde, wenn er denn billiger wäre.

Wenn ich derart auf jeden Kundenwunsch eingehen würde, hätte das sicherlich einen sehr guten Werbeeffekt und die Massen würden mir den Laden einrennen - aber das wäre alles nicht von langer Dauer, denn dann können ich hier schon nach kürzester Zeit den Schlüssel umdrehen...

Nicht gemeint

Kennt jemand diesen Witz mit den beiden Typen auf einer öffentlichen Toilette? In der einen Kabine telefoniert jemand mit dem Handy ("Was machst du gerade?") und in der Nachbarkabine fühlt sich jemand angesprochen und steigt voll ins Gespräch mit ein ("Ich denke, etwas das gleiche wie du, oder?").

Gerade eben habe ich die telefonische Bestellung einer Kundin entgegengenommen. Die gute Frau ist schon 79 und man muß bei ihr nunmal etwas lauter sprechen. Der Dialog sah etwa so aus: 1 Pfund Zucker. - Ja. - 4 Eier. - Ja. - Ein kleines Toastbrot. - Ja. usw.
Plötzlich stand eine Kundin an der Leergutannahme, die unsere Klingel allerdings nicht kannte. Sie rief also das übliche fragende "Hallo?!?" ins Lager, fühlte sich auch prompt durch mein deutlich vernehmendes und bestätigendes "Ja." angesprochen und fing auch gleich an zu erzählen, was sie wollte.

Das war doch sehr verwirrend... ;-)

Immer wir

Natürlich regen sich die Leute zu Recht an der Kasse auf, wenn sie für ihren gekauften Artikel "zu viel" bezahlt haben, das große Angebots-Preisschild aber für den Artikel daneben gilt. Es steht zwar dick und fett der Name des beworbenen Produktes auf dem Schild, aber das macht nichts. Wir sind Schuld. Immer! Entweder ist die Artikelbeschreibung nicht eindeutig oder das Schild hängt an der falschen Stelle.

"Lesen" - Pah... Überflüssig.