Ein Kunde sollte für jemanden Granini "KiBa" (Kirsch/Banane) mitbringen. Angeblich hätte sein Bekannter das hier sogar schon gekauft.
Nach meiner Anmerkung, dass wir den Artikel gar nicht führen, und ich mich auch beim besten Willen nicht daran erinnern könne, ihn jemals gehabt, geschweige denn irgendjemandem verkauft zu haben, war er verständlicherweise etwas enttäuscht. Ich versprach ihm aber, mich zu informieren und Granini KiBa zu bestellen - sofern ich ihn irgendwo bekommen kann.
Eine Kundin wünschte mir eben "zwei schöne und erholsame freie Tage." Ich hätte es natürlich dabei belassen können, ihr dieses ebenfalls zu wünschen und das Gespräch damit zu beenden.
Ich glaube, tief aus dem Unbewußten heraus kam es, dass ich ihr die Wahrheit sagen mußte. Den mitleidigen Blick der Kundin einfangen, ein wenig bedauert werden. Ich habe mir nämlich ganz fest vorgenommen, hier zwei Tage ungestört zu arbeiten und viele Dinge zu erledigen, die nicht zwingend notwendig, aber dafür sehr zeitaufwändig sind. Dazu gehört u.a. die Vorbereitung der ersten Bestellung bei unserem neuen Bio-Lieferanten.
Blogeinträge könnten also am Osterwochenende durchaus entstehen. Auch wenn ich ganz stark davon ausgehe, dass weder Kunden, noch Mitarbeiter, noch Lieferanten darin vorkommen werden.
Eine Stammkundin wollte wissen, ob wir vor Ostern von den gekochten, bunt gefärbten Eiern noch frsichere bekommen würde. Die im Regal würden sich nur bis zum 15.5. halten.
Viele Kunden bringen in bester Absicht ihre alten Eierkartons mit. Vor über einem Jahr beschrieb ich schon einmal, welche Konsequenzen das möglicherweise haben kann.
Gerade eben habe ich wieder einmal einen leeren Karton unter dem Eierregal hervorgezogen. Besonders kritisch ist in diesem Fall, dass die Pappe fast schon ein Jahr oder mindestens noch wesentlich älter ist: Als Haltbarkeitsdatum ist dort der 17.08. angegeben. 2006 kann damit nicht gemeint sein, denn so lange halten sich frische Eier nicht.
Wahrscheinlich wird der Kunde die Eier kurzfristig aufbrauchen. Falls nicht, könnte sich die Geschichte auch wie folgt ereignen. Das ist zwar nun etwas konstruiert, aber sicherlich auch nicht völlig unmöglich:
Der Kunde nimmt sich arglos diese Pappe, legt ein paar frische Eier hinein, kauft diese und stellt zu Hause fest, dass er die Eier gar nicht mehr benötigt. Monate später findet er zufällig die vergessene Packung im Küchenschrank wieder, sieht auf das Haltbarkeitsdatum, freut sich darüber, dass der Inhalt vielleicht noch gut ein paar Tage haltbar ist und kocht sich die Eier zum Frühstück. Für seinen Anwalt, an den er sich wegen seiner Lebensmittelvergiftung gewendet hat, werde ich der erste Ansprechpartner sein.
Es gibt Erlebnisse, von denen man gar nicht so recht weiß, ob und wie man sie wiedergeben soll.
Also... Da war dieser Stammkunde. Mittleres Alter, vielleicht 15 Jahre älter als ich. Und er sprach mich ziemlich direkt darauf an, dass er Kondome gekauft hätte. Aber diese eine Sorte Kondome, die er hier bei mir gekauft hat (übrigens nicht die mit dem Freistoß), würden gar nichts taugen, weil sie platzen würden. In seiner Freundin, mitten beim Akt. Und das war ihm ganz schön peinlich, zumal sie es erst hinterher bemerkt haben.
Interessanter war seine Aussage, dass, wenn er deswegen nun ein Kind gezeugt haben sollte, er dafür natürlich den Händler verantwortlich machen würde. Ob das nun Spaß war von ihm oder nicht, weiß ich nicht. Falls nicht, werde ich ihm bei Gelegenheit mal freundlich raten, einen Blick ins Produkthaftungsgesetz zu werfen.
Am liebsten hätte ich ein Foto von dem Kinderwagen gemacht, aber ich befürchtete, böse Blicke von der Mami zu ernten. Mich hätte auch gar nicht so sehr der Inhalt des Wagens interessiert als viel mehr die Vorderseite...
Die Frau hatte ihren Stockregenschirm so in der untere Ablage des Kinderwagens deponiert, dass der Blitzableiter die Spitze etwas seitlich vorne aus der Verkleidung des Vehikels im wahrsten Sinne des Wortes herausstach. Der Anblick hatte etwas von einem Kampfbomber und wäre echt ein Bild wert gewesen.
Eine Kundin wollte gekaufte Batterien reklamieren. In ihrer Stabtaschenlampe würden sie nur funktionieren, wenn sie nicht direkt hintereinander, sondern etwas versetzt darin liegen würden. Aber dann könne man die Lampe nicht mehr schließen.
Ich staunte etwas und bat die Kundin, doch die ganze Lampe mitzubringen. Die Batterien sind als solche vollkommen okay gewesen und mit dem beschriebenen Phänomen konnte ich auch nichts anfangen.
Des Rätsels Lösung: In der Lampe saß hinten nicht -wie allgemein üblich- mittig eine Spiralfeder, sondern es befand sich einfach nur ein Blechstreifen dort, auf den die Batterie mit ihrer gesamten Grundfläche drückte. Die seitliche Kunststoffummantelung der Babyzelle wurde aber vom Hersteller bis um den unteren Rand fortgeführt, so dass, wenn man die Batterie aufrecht hinstellt, sie keinen Kontakt bekommen kann.
Ein paar Schnitzereien mit einem Packmesser und schon hatte die Kundin auch mit gerade eingesetzten Batterien wieder Licht.
Es ist schon prägend, wenn man einer 92jährigen Stammkundin helfen möchte und man in den folgenden Minuten etwas über ihr aktuelles Befinden erfährt und sie damit abschließt, dass sie am liebsten sterben würde.
Ihr Alter sieht man ihr deutlich an. Klein, graue Haare und ein sehr faltiges gesicht. Diabetes hat sie auch, nimmt es aber nicht so genau mit Diätprodukten, weil sie ihr sowieso fast nie schmecken. Außerdem fällt ihr alle Arbeiten und Bewegungen schwer, weil sie schwach geworden ist und die Gelenke weh tun.
Ein älterer Stammkunde sprach mich an und entschuldigte sich dafür, dass er sein Brot beim Discounter an der Ecke kauft.
"Ich komme so gerne zu Ihnen in den Laden, aber dieses eine Brot vom Penny schmeckt mir einfach so gut, dass ich darauf nicht verzichten möchte. Aber alles andere hole ich ja hier ein."
"Simone, eine allein erziehende Mutter im Spagat zwischen geordneter Fassade in einer kleinbürgerlichen Siedlung und ihrer nächtlichen Arbeit in einem SM-Club."
So ist der Film "Hinter der Fassade" beschrieben, für den die Filmcrew Digitale Störung eben eine Szene hier im Markt gedreht hat.
Wahrscheinlich erst Ende des Jahres wird der Film fertig sein, aber wenn es so weit ist, werde ich natürlich darüber berichten!
Anneke und Andreas haben sich hier sehr überzeugend vor der Kamera gezofft. Ein Kunde, der den Dialog erst nur übers Regal wahrgenommen hatte, dachte schon, dass die beiden sogar noch handgreiflich werden würden.
Tzja - Tilsiter riecht nunmal etwas strenger als Butterkäse. Davon ist auch der dänische Havarti nicht ausgenommen.
Der "unangenehme Geruch" ist jedenfalls nicht Grund genug für mich, ein mehrere Euro teures Stück Käse zurückzunehmen und (die geöffnete Packung) wegzuwerfen. So weit geht meine Kulanz dann doch nicht.
Ich glaube ja nicht wirklich daran, aber vielleicht findet sich ja auf diese Weise die Eigentümerin des Autoschlüssels wieder, den wir doch noch gestern Abend hier zwischen den Einkaufswagen gefunden haben.
Die Kundin hatte sich gestern Nachmittag schon danach erkundigt, ob ein Schlüssel gefunden worden wäre, doch bis dahin war dem nicht so.
Also: Der verlorene VW-Schlüssel ist wieder aufgetaucht!