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Geranien

Ich schob einen Container mit Geranien durch den Laden. Hinten auf der Rampe kann man doch etwas großzügiger gießen ohne den ganzen Laden unter Wasser zu setzen. Eine Kundin sprach mich unterwegs an:

Kommen die weg?

Nein, die sollen nur Wasser bekommen. Möchten sie welche haben?

Och, nöö. Ich mag gar keine Geranien.

Ahhhhja... :thinking:

Sollen ja Glück bringen

Ein lautes Krachen und lange anhaltendes Scherbenklirren riß mich aus dem Schlaf aus der Arbeit: Ein Kunde hat sich umgedreht und hat dabei versehentlich offenbar recht kräftig mit seinem Arm gegen eine der seitlichen Begrenzungsscheiben unseres Wurstkühlregales geschlagen.

Eine private Haftpflichtversicherung hatte er leider keine und so bleibe ich auf dem Schaden sitzen. Die Scheibe werde ich aber auf jeden Fall so bald wie möglich ersetzen, da sie verhindert, dass unnötig viel kalte Luft aus dem Regal entweicht.

Nachtrag: Irgendwie waren wir hier völlig überrumpelt, dass wir völlig vergessen haben, den Kunden irgendwie dafür verantwortlich zu machen. Wenn Ware versehentlich beschädigt wird, geht der Schaden ja auch zu meinen Lasten... Aber, kleiner Trost, so eine Scheibe wird nicht übermäßig teuer sein.


Verloren

Eine Stammkundin zahlt öfter mal mit einem 500-Euro-Schein. Meistens meldet sie sich schon bei mir, bevor sie zur Kasse geht, damit ich ihr den 500er in handlichere Stücke zerlegen kann.

So gab es auch diesmal wieder 10 50-Euro-Scheine.

Etwa eine halbe Stunde später rief sie telefonisch an und erkundigte sich, ob das Portemonnaie an der Kasse liegengeblieben wäre. Sie hätte es nicht mehr bei sich und befürchtet, dass sie es beim Einpacken der Ware irgendwo liegengelassen hat. Gefüllt mit über 400€.

Das ist bitter. :-(

Vergessen

Eine ältere Kundin stand als letzte an der Kasse, bezahlte ihre Waren und schob mit ihrem Rollator davon.

Mein Mitarbeiter wollte gerade aufstehen und konnte die Frau zum Glück noch darauf hinweisen, dass sie ihren Einkauf vollständig auf dem Kassentisch stehengelassen hatte.

Na, das wäre zu Hause aber eine Überraschung geworden...

Kein Schild

Um zu verhindern, dass Kunden alte Eierkartons mitbringen, wollte ich eigentlich seit ein paar Wochen schon ein entsprechendes Schild am Eierregal befestigen.

Nachdem ich nun heute erst voller Schwung an die Sache herangehen wollte, habe ich dann doch beschlossen, kein Schild aufzuhängen.

Schilder liest doch bekanntermaßen kein Mensch. Außerdem ist an unserem Eierregal sowieso nicht ausreichend Platz, um irgendeinen Zettel vernünftig zu befestigen. Lieblos irgendwo versteckt würde der Hinweis wahrscheinlich sowieso keinerlei Erfolg bringen - also lasse ich ihn gleich komplett weg.

Bislang hat sich ja (trotz meiner Bedenken) noch niemand beschwert und das bißchen Mehrarbeit, im Vorbeigehen hin und wieder eine oder mehrere Eierpappen einzusammeln, bekomme ich nun gerade auch noch hin... :-)

Weinberatung

Eine Kollegin rief mich für eine Weinberatung zu einer Kundin, die vorm Weinregal stand und einen Kadarka suchte. Die Kundin kenne ich seit Jahren und unterstelle jetzt einfach mal, dass sie wirklich keine Weinexpertin ist. Immerhin wollte sie einen "nicht so sauren" Rotwein haben. "So mittel bis süß." Das klang nicht nach Fachwissen.

Wir haben jedenfalls zwei günstige Sorten Kadarka im Angebot. Der billigere für 1,59€ ist sogar relativ lecker. Süß, sicher nicht hochwertig, aber subjektiv lecker.

Ich suche eigentlich etwas nicht so billiges.

Mit einem Kadarka konnte ich ihr bei diesem Wunsch nicht weiterhelfen und so überlegte ich, welcher Wein aus meinem Sortiment noch in Frage kommen könnte. Ich zeigte ihr einen tunesischen Wein, den ich auch selber gerne mal trinke.
Sie ging darauf allerdings gar nicht ein und zeigte scheinbar völlig wahllos auf eine Flasche aus Chile. "Wie ist der denn?"

Das ist ein sehr trockener Wein. Ich glaube nicht, dass der Ihren Wünschen entspricht.

Hmm...

Ansonsten... habe ich hier noch einen deutschen Wein, einen Schwarzriesling. Eher ein lieblicher Wein und rieslingtypisch sehr frisch-fruchtig.

Wieder zeigte sie plötzlich auf einen völlig anderen Wein: "Und der, der ist doch bestimmt auch gut?"

Nein, bestimmt nicht. Der Balaton ist auch eher sauer. (Ich beschloss, ihre eigenen Worte zu verwenden. Man verzeihe mir den Begriff "sauer".)

Ich wurde plötzlich nach hinten gerufen. Passenderweise wollte die weinsuchende Kunden gerade "lieber noch etwas selber gucken".

Über so ein Verhalten kann ich mich wirklich nur wundern. Da versucht man, jemanden, der eine Beratung haben wollte, anhand einer dünnen Beschreibung einen möglichst passenden Wein zu empfehlen und sämtliche Empfehlungen werden stumpf mit einer Überdosis Dummheit bombardiert und vor allem ignoriert. :wall:

2 Euro

Vor drei Tagen hat eine Frau für exakt 4,90€ eingekauft. Der Kassierer soll ihr aber "6,90 Euro" gesagt haben, woraufhin sie ihm 22 Euro gegeben hätte. Zurückgegeben wurden ihr aber angeblich nur 15,10 Euro und nicht die zu viel gezahlten 2€.

Kundenservice hin, Kundenservice her - derartige Reklamationen sind Tage später meistens in keinster Weise mehr nachvollziehbar.

OMG

Eine Kundin erkundigte sich vorige Woche, ob wir ihr Gemüsegrünabfälle für ihr(e) Kaninchen bereitstellen können. Wenn ich kostenlosen Service bieten kann, mache ich es auch. Versuche es zumindest - und genau das habe ich ihr auch gesagt.

Das mit dem Grünzeugs hat in den vergangenen Tagen allerdings nicht geklappt, da unsere "Gemüsefrau" krank ist und alles morgens etwas sehr viel hektischer zugeht. Vor allem, wenn man nebenbei noch kassiert und Zeitungen packt. So hat sich vor allem ergeben, dass täglich unterschiedliche Mitarbeiter die Reste vom Gemüsepacken aufgeräumt und den Müll dann eben "en gros" entsorgt haben.

Gerade eben war diese Kundin da und hat sich bitterböse darüber beschwert, dass sie ja nun jeden Tag umsonst hergekommen ist und dass das mit dem Gemüseabfall einfach nicht klappt.

Was erwarten die Leute eigentlich? :-(

Gehen Sie ruhig vor

Mit drei Flaschen Vodka in der Hand näherte ich mich der Kasse. Eine Kundin, die gerade dabei war, ihre Ware zu bezahlen, wollte die hochprozentigen Spirituosen kaufen.
Hinter der Frau stand eine ältere Kundin, die gerade umständlich die Ware aus ihrem Rollator auf das Förderband stapelte. Ich stellte mich neben sie und schob meiner Kassiererin die Flaschen auf dem Förderband entgegen.
"Gehen Sie ruhig vor.", sagte die ältere Kundin zu mir.

Danke, aber geht schon.

Ich hab's aber nicht eilig. Sie dürfen ruhig vorgehen.

Zum Glück habe ich es dann doch schnell geschafft, ihr mitzuteilen, dass ich hier arbeite und nicht den Alk zum Mittag einholen wollte. :-)

Kokosmilch

Eine Kundin wollte den Fettgehalt einer bestimmten Sorte Kokosmilch aus meinem Sortiment wissen. Der Fettbereich bei Kokosmilch ist relativ groß und kann durchaus bis zu 30% betragen. Aber auch 10% oder weniger ist möglich. Eine verbindliche Angabe konnte ich ihr folglich leider nicht geben.

Leider hatte die Frau kein Verständnis für meine nicht vorhandenen hellseherischen Fähigkeiten, weswegen sich etwa folgender Dialog ergab:
Man sollte schon wissen, was man verkauft.

Natürlich, aber man kann ja nun auch nicht jedes Produkt hier im Laden kennen.

Man kann es nachlesen!

Werd' ich machen...
Ich hätte ihr wahrscheinlich einfach völlig souverän "18,5% Fett, aber rein pflanzlich!" sagen sollen. Das wäre mit großer Wahrscheinlichkeit falsch gewesen, aber ich wette, dass die Frau dann glücklich gewesen wäre...

Wiedergefunden

Eine Stammkundin sprach uns etwas verlegen an und bat darum, ihren Einkauf erst später oder am Folgetag bezahlen zu dürfen. Sie ist sich zwar sicher gewesen, zu Hause genügend Geld eingesteckt zu haben, doch offensichtlich war dem nicht so.

Noch während sie demonstrativ ihr Portemonnaie aufhielt, fiel dort die vermißte Banknote heraus. So erledigen sich dann manche Probleme ganz von alleine... :-)

Gut und Böse nebeneinander

Mein umfangreicher Sortiments-Mix zeichnet meinen Markt unter anderem aus. Was früher undenkbar war, wird Realität: Hochwertige Bio-Produkte und Lebensmittel aus konventioneller Produktion friedlich vereint nebeneinander in einem Regal.
Aber genau dieser interessante Mix ist es auch, der hier mitunter eher seltsam anmutende Blüten treibt:

Ein Kunde an meiner Kasse hatte neben seinem Bioland-Markenjoghurt gleich noch ein paar Produkte von Müller und Nestlé stehen - beides Lebensmittelhersteller, die schon oft wegen ihrer Produktionsmethoden kritisiert wurden.

Leergutklingelknopf 2

Fast genau ein Jahr her, dass ich darüber berichtet habe und gerade eben ist es mir mal wieder extrem aufgefallen:
Manche Kunden behandeln den Schalter Taster unserer Leergutklingel echt brutal. :-(

Ausschnippeln

Von einer Stammkundin ist heute ein Foto in der Regionalzeitung abgebildet. Ein Exemplar hat die Kundin gekauft und bat uns darum, aus möglicherweise übrig gebliebenen Zeitungen vor dem Zurückschicken den entsprechenden Artikel herauszutrennen. Sofern das möglich wäre und uns keine Mühe macht.

Es bleiben heute Abend bestimmt Zeitungen übrig. Stören wird sich an den Lücken sicherlich auch niemand und viel Mühe würde es auch nicht machen. So weit spricht also nichts dagegen, dass sie ein paar Exemplare "ihres" Artikels bekommt.

Bleibt natürlich noch die Möglichkeit, dass ich es schlicht und einfach vergessen könnte...

(Eintrag überarbeitet.)

Wo hast Du das Eis?

Zwei kleine Mädchen, beide vielleicht um die vier Jahre alt, liefen einfach so mitten ins Lager und sprachen mich an. Ich war gerade an der Ballenpresse zugange, sah sie nicht kommen und hörte plötzlich hinter mir folgendes:
Björn, Bjöööörn, wo hast Du das Eis?!?"
Ich hab die beiden dann einfach mal einer Kollegin übergeben, die zufällig gerade in der Nähe war. :-)

Nachtrag:
Das Wichtigste wieder vergessen... Das Merkwürdige an der Sache war ja, dass ich die beiden gar nicht kannte. Weder persönlich noch nur vom sehen aus dem Laden.