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Laute Flaschensammlerin

In der Nacht war eine Frau hier, die mir schon öfter als Flaschensammlerin aufgefallen ist und die ganz offensichtlich nicht viel von der Nachtruhe anderer Leute hält. Vor einigen Wochen schon klapperte sie mitten in der Nacht so laut vor dem Laden mit ihren gesammelten Bierflaschen herum, dass ich sogar damit drohte, die Polizei zu rufen.

Während heute zu nachtschlafender Zeit mein Mitarbeiter Johny gerade das stille Örtchen aufsuchte, verwandelte die Frau den Leergutautomaten dafür in ein umso lauteres Örtchen. Eine Flasche war auf dem Sammeltisch umgefallen und lag ausgerechnet in der Lichtschranke, die für die "Container voll"-Meldung auf dem Display des Automaten verantwortlich war. Rien ne va plus!
Daraufhin begann die Frau, lautstark den Automaten an- und vor sich hinzufluchen. Die folgenden Minuten waren unschön und nicht weiter der Rede wert, Hauptdarsteller waren eine keifende Kundin und Johny, der versuchte, sie zu beruhigen. Nachdem sie sogar an der Tür und auf der Straße weiterkeifte, legte mein Angestellter ihr nahe, doch zukünftig die Flaschen woanders abzugeben, da unser Laden offensichtlich zu aufregend für sie sei.

Sie versprach drohte, bei unserer Zentrale anzurufen.

Ja... Und dann? :-)

Dingdong und weg!

Es klingelte an der ehemaligen Leergutklingel, die seit der Einführung des Leergutautomaten für Serviceanfragen alller Art herhalten muss.

Ich saß gerade im Kassenbüro, legte nur noch den Kugelschreiber zur Seite und ging nach draußen. Es dauerte maximal zehn oder fünfzehn Sekunden, bis ich die Lagertür erreichte – doch da war niemand mehr. Auch in der Umgebung der Klingel oder in der Getränkeabteilung war niemand mehr zu sehen. Es befanden sich zwar ein paar Kunden im Laden, aber die kümmerten sich offensichtlich um ihre Einkäufe und niemand reagierte auf mich oder gab sich als Hilfesuchender zu erkennen.

Dann eben nicht. :-|

Suche Dich ... die junge Dame!

Fundstück an unserer "Von Kunde zu Kunde"-Tafel. Auf einer unserer Anzeigenkarten ist das Feld "suche" angekreut und daneben hat jemand den Text "Dich ... die junge Dame!" ergänzt.

Der restliche Text lautet folgendermaßen:
Wir begegneten uns am 21.07.08 um ca. 1:00 Uhr nachts...
...die Nacht von So auf Montag hinten kurz vor der Leergutannahme und schauten uns kurz in die Augen. Bitte melde dich.
Ich glaube nicht, dass sie sich melden wird, aber vielleicht hat der junge Mann ja Glück. Kontaktbörse Supermarkt, das wär's doch. :-)

Warten am Abend

Einmal täglich müssen wir einen Tagesabschluss mit dem Warenwirtschaftssystem fahren. Zum einen für uns, um die täglichen Umsatz- und Absatzzahlen zu verbuchen, zum anderen für die Beitragsverwaltung von Deutschland e.V., die sich ordentliche, tägliche Kassenabschlüsse wünscht.

Um das überhaupt hinzubekommen, ist es (bei unserem System) notwendig, dass der "Nachtkassierer" an einer Kasse arbeitet, die nicht im Netzwerk hängt. Nur dauert der Neustart einer Kasse nicht nur eine Zeitlang, es darf danach auch keiner mehr an einer anderen Kasse mehr arbeiten. So kann es durchaus mal vorkommen, dass es nach 23 Uhr zu "längeren" Wartezeiten, eben waren es etwa zehn Minuten, kommt.

Deswegen aber eine Riesenwelle zu machen und sich aufzuregen, finde ich etwas übertrieben. Ich vergleiche mich nicht mit den Discountern, aber da stehen die Leute teilweise 20 Minuten, weil nur eine Kasse geöffnet ist, und da beschwert sich niemand...

Mülltüten

Müllentsorgung ist teuer. Und dass fremde oder öffentliche Müllbehälter von Individuen mit etwas zu knapp bemessenem Sozialverhalten mit normalem Hausmüll gefüllt werden, hat man ja schon oft genug gehört.

Der Müllsack vor meinem Leergutautomaten scheint eine ähnliche Anziehungskraft zu haben. An abgestelltes Altglas in mehr oder weniger großen Mengen habe ich mich ja bereits fast gewöhnt. Aber in dem Müllsack Tüten mit Küchenabfällen und Hausmüll aller art finden zu müssen, ist übel.

Wird Zeit, dass die Überwachungskamera vor dem Leergutautomaten aktiviert wird. Dann könnte man mal herausfinden, wer sich dermaßen schweinisch verhält.

Gestern 20 Cent teurer

Ein älterer Kunde beklagte sich darüber, dass er gestern für einen Beutel Gebäck 1,39€ bezahlen musste. Dabei hätte der Artikel in der Vergangenheit immer 1,19€ gekostet und auch jetzt würde wieder ein Preisschild mit 1,19€ davor angebracht sein. Gestern wäre auch kein Etikett da gewesen.

Ich sah im Warenwirtschaftssystem nach. Es ist natürlich denkbar, dass im Rahmen einer Umplatzierung oder Artikelumstellung kurzzeitig das Etikett fehlte oder sogar der Preis verändert wurde – aber dem war nicht so. Das Etikett am Regal hatte einen leichten Gelbstich, der es eindeutig als älter als einen Tag identifizieren ließ und im Warenwirtschftssystem, das bei uns jede Preisänderung mit Datum protokolliert, war die letzte Änderung vor knapp 2,5 Jahren.

Ich sagte dem Kunden, dass er sich bestimmt täuscht, eventuell gestern die falschen Kekse gegriffen hat oder möglicherweise auf dem Kassenbon in der Zeile verrutscht war. Aber davon wollte er nichts hören. Dafür beendete er das Gespräch mit den Worten, dass es nun auch egal sei und dass ihn die zu viel bezahlten 20 Cent auch nicht umbringen werden. Waaahhh! :-(

Bio ist sowieso alles Dreck!

Eine Kundin stand am Bio-Kühlregal und unterhielt sich mit einer Kollegin über Butter und die entsprechenden Preise. Eine 250-Gramm-Packung Söbbeke-Butter kostet bei mir 2,09€ – und damit im Vergleich mit Bioläden noch relativ wenig.

Eine andere Kundin mischte sich ein. Mit ihrer leicht leiernden Reibeisenstimme frohlockte sie, dass sie Butter für 95 Cent bekommen würde. Bei Wertkauf. (Die übrigens inzwischen Wal*Mart realkommastrich heißen...).

Kollegin: "Aber das ist dann bestimmt keine Bio-Butter..?"

real-Kundin: "Na, und? Bio ist sowieso alles Dreck!"

Weitere Erklärungen waren zwecklos.

Erde

Anruf einer älteren Frau: "Guten Tag, hier ist Frau Meiermüllerschulz. Ich habe eben bei Ihnen Erde, so Blumenerde, die Säcke, die Sie da haben, mitgenommen. Ich wollte mal fragen, ob ich die auch morgen bezahlen kann. Geht das, oder soll ich da lieber heute noch herkommen?"

Ich wusste nicht so recht, was die Kundin von mir wollte. "Wie, sie haben die Erde mitgenommen? Einfach so?"

"Die Kassiererin meinte, dass das in Ordnung ist."

Schön, dass die Kassiererin überhaupt darüber entscheidet, wer hier unbezahlte Ware mitnimmt. So geht's ja nicht. Und wenn sie das Geld nicht mehr bis zu ihren Dienstende heute zurückbekommt, hat sie eben eine entsprechend hohe Kassendifferenz. So einfach ist das.

Handyproblem

Ein Kunde, der sich eigentlich immer nur mal eine Flasche Bier mitnimmt, hin und wieder Leergut abgibt und meiner Meinung nach kaum Deutsch spricht, hielt mir gestern ein Handy vor die Nase. Er sagte dabei "Kaate" und ich vermutete, dass er eine Guthabenkarte kaufen wollte.

Ich schaltete das Handy ein.
"SIM-Karte einsetzen"
stand auf dem Display.
Ach, sooo... Er möchte eine komplett neue SIM-Karte kaufen. Sowas habe ich allerdings nicht im Sortiment und so verwies ich auf den Handyladen Callshop auf der anderen Straßenseite. Aber der Kunde verstand mich nicht.
Also öffnete ich das Telefon, um ihm die leere Kartenhalterung zeigen zu können. Aber die war nicht leer, die Karte steckte nur verkehrt herum in dem Schacht. Nachdem ich sie korrekt eingesetzt und das Gerät wieder eingeschaltet hatte, kam auch tatsächlich die PIN-Abfrage.
Ich fragte den Kunden "PIN?" und er antwortete "Null, null, null.". Ich tippte "000" ein, bestätigte dies und bekam auch prompt die Information angezeigt, dass die eingegebene PIN falsch sei und dass ich nun nur noch zwei Versuche hätte.
"Null, null, null, vier." sagte der Mann mir diesmal, ich tippte "0004" und erhielt die Info, dass nur noch ein Versuch zur Verfügung stehen würde. Nach einigem mühsamen Hin und Her hatte ich dann verstanden, dass es viermal die Null sein sollte. Das stimmte dann zum Glück auch.

Telefonieren konnte er mit dem Telefon trotzdem nicht, denn die Ansage teilte mir mit, dass das aktuelles Guthaben gerade noch minus 1,76€ beträgt. Meine Versuche, ihm das mitzuteilen, scheiterten vermutlich käglich und auch meinen Hinweis, dass ich ihm Guthaben verkaufen könnte, verstand er offensichtlich nicht. Ich habe den Ärmsten dann schließlich doch zu dem Callshop geschickt. Vielleicht konnten sie ihm ja weiterhelfen. Ich hab's jedenfalls nicht geschafft, zumal ich nicht ein Wort Bosnisch spreche.

Pizzareklamation

Vorhin hatte ich Besuch vom Lebensmittelkontrolleur. Es handelte sich dabei ausnahmsweise mal nicht um die Routinekontrolle, sondern um die Folge einer Kundenreklamation: Eine Kundin hatte am Samstag eine Packung Tiefkühlpizza gekauft und die hätte "stark muffig" geschmeckt. Mich ließ die Sache in dem Moment relativ kalt, denn die entsprechende Truhe liegt zum einen noch deutlich unter -18 Grad, zum anderen produziere ich die Pizza nicht selber.

Merkwürdig fand ich nur, dass die Kundin deswegen zum Veterinäramt geht und sich nicht – wie alle anderen Kunden bei allen anderen Reklamationen auch – direkt an uns gewendet hat.

Es folgte die obligatorische Entnahme einer Gegenprobe. Dabei kamen wir notwendigerweise auch auf die Haltbarkeitsdaten der Pizza zu sprechen und das ist der Grund, warum ich die Sache besonders merkwürdig finde: Das MHD der reklamierten Pizza ist Januar 2009, sämtliche anderen Kartons hier im Laden und im Lager sind mit Juni 2009 bedruckt. Das ist ein knappes halbes Jahr mehr. Bei einem Ladenhüter wäre das sicherlich denkbar, aber nicht bei einem Artikel, den wir zu jedem Liefertag mehrfach bestellen und den wir mehrere Male pro Woche nachpacken müssen, weil die Truhe mal wieder leer ist.

Ich werde die Antwort nie erfahren, würde aber fast jede Wette eingehen, dass die reklamierte Pizza schon seit Monaten im 1-Sterne-Fach des Kühlschranks der Kundin lag.

Lieber nur eine Rolle

Inzwischen ist es ja so, dass man "gelbe Säcke" nur noch im Tauschen gegen Wertcoupons bekommt. Je nach Haushaltsgröße bekommt man eine genau abgezählte Menge an Coupons, die man dann bei den offiziellen Ausgabestellen (also auch bei mir) gegen die Rollen mit den Säcken eintauschen kann.

Früher hatten wir die Säcke "zum mitnehmen" frei zugänglich in der Kassenzone stehen. Da ist es durchaus mal vorgekommen, dass die Wertstoffsäcke gleich kartonweise verschwunden sind. Besonders beliebt waren sie bei Imbissbuden als kostenlose Müllsäcke. Nachdem wir das herausgefunden hatten, gaben wir die Säcke zwar nur noch an der Lagertür auf Anfrage heraus, die Mengen waren aber nach wie vor riesig und jeder nahm mit, soviel er bekommen konnte.

Ein Kunde drückte mir die Karte mit den beiden Coupons in die Hand. Allerdings bat er mich darum, einen auszuschneiden und ihm nur eine Rolle und den anderen Coupon wieder zurück zu geben. "Ich will lieber nur eine Rolle, sonst verbraucht man die so schnell."

Und das war nun nichtmal der erste Kunde, der so reagierte. Für mich ein erstaunlicher Wandel...

Leider keine Pre-Print-Versionen

Wir sind also ein "Scheißladen", weil wir morgens um halb zwei noch keine aktuellen Tageszeitungen haben.

Kann ich mit leben.. Vielleicht hat der Kunde ja bei einer anderen Verkaufsstelle um diese Zeit mehr Erfolg... Zumindest die Lokalzeitungen dürften sich um diese Zeit jedenfalls noch im Druck befinden. :-)

Bijodirone

Ein osteuropäisch oder russisch wirkender Kunde suchte Bijodirone. Mehrfaches wiederholen machte das Wort nicht verständlicher. Er zeigte mit seinen Fingern ein Oval, aber auch das reichte nicht aus, um zu verstehen, was er denn nun wollte.

Erst, als er zwischen "Bijo" und "Dirone" eine kleine Kunstpause einlegte, löste sich endlich das Rätsel: Bio-Zitronen wollte der gute Mann haben.

Hamwadoch. :-)