Eine Kundin suchte eine bestimmte Spirituose. Irgendeinen Fruchtlikör, den wir nicht im Sortiment haben. Schließlich regte sie sich auf: "Sie haben so viele Sorten Wein, aber was wirklich wichtig ist, bekommt man hier nicht. Das ist ein sehr schlecht sortierter Laden hier."
Bio-Kalbsleberwurst wollte die Kundin haben. Wir haben zwar Bio-Leberwurst, aber Kalbsleberwurst nun ausgerechnet nicht. Zumindest nicht aus ökologischer Erzeugung.
Gespräch mit einer Kollegin:
Natürlich haben Sie die.
Nein, wirklich nicht. Da bin ich ganz sicher.
Aber ich kaufe die doch immer.
Hmm... Vielleicht verwechseln Sie gerade den Laden?
Ich kaufe die immer hier ein. Da verwechsel ich nichts!
Wisen Sie denn noch den Hersteller? Steht da irgendwas auf der Wurst drauf, was mir weiterhelfen könnte?
Kundin: Heute ist der fünfundzwanzigste. Es kann ja wohl nicht angehen, dass das Fleisch, das heute abläuft, noch nicht reduziert worden ist!!!"
Doch, kann. Wirklich.
(Zum Dank hat die Kundin die 2,50€ für das (von einer Mitarbeiterin natürlich prompt reduzierte) Fleisch dann übrigens komplett in 5-Cent-Stücken bezahlt...)
Frage eines Kunden in spürbar verärgertem Tonfall: Habt ihr keine Tomaten mehr?
Eine Dreiviertelstunde nachdem wir nach dem Wochenende mitten in der Nacht den Laden geöffnet haben. Hätte eigentlich nur noch das obligatorische "Scheißladen" gefehlt.
Normalerweise lästere ich nicht über Kunden nur des Lästerns wegen. Aber wenn man schon von einem Kollegen so dezent darauf hingewiesen wird, dann muss ich das einfach mal hier festhalten dürfen: "Wenn man schon aussieht wie Moby Dick, dann sollte man sich wenigstens nicht auch noch für Paris Hilton halten."
Gut, das war nicht nett. Aber wo er doch Recht hatte... Die XXS-Hose und das bauchfreie Girlie-Shirt wollte nun so gar nicht mit den mit Dehnungsstreifen durchzogenen Röllchen harmonieren, die über die Hose hingen.
Eine junge Frau löste schon beim Betreten des Marktes den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Ich sprach sie freundlich an und mit Hilfe des Handcheckers identifizierte ich die noch gesicherten Zigaretten als Auslöser für den Alarm. Also ging ich kurz zur Kasse, deaktivierte das Sicherungsetikett und brachte der Kundin die Schachtel zurück.
Sie nahm sie dankend entgegen, drehte sich um und ging weg. Sekundenbruchteile später hörte ich ein kurzes ratschendes Geräusch und dann warf sie das abgerissene Etikett einfach hier mitten im Laden auf den Boden.
Eine Kundin sprach einen meiner Mitarbeiter an: "Haben Sie hier Schnurlostelefone im Laden?"
Er bejahte wahrheitsgemäß.
"Ja, das habe ich gleich gemerkt, als ich den Laden betreten habe. Das liegt hier in den Räumen deulich spürbar in der Luft.", erklärte sie und drückte ihm einen Zettel voller wertvoller Informationen über Elektrosensibilität in die Hand.
Ich halte mich definitiv für elektromagnetisch unsensibel, daher kann ich solche Dinge nicht nachvollziehen. Allerdings vermute ich, dass die gute Frau hier im Laden unsere drei DECT-Mobilteile zwischen den vielen Kundenhandys kaum ausgemacht haben dürfte.
Was hätte sie wohl gesagt, wenn er "nein" geantwortet hätte?
Zwei junge Pärchen betraten gemeinsam den Laden, um nachzutanken um ein paar Getränke zu kaufen. Die Mädels waren eher leicht bekleidet, ihre Begleiter steckten in cool-lässigem Partyoutfit.
Ich zappte gerade durch die Videokanäle, da ich gerade einen Typen beobachtete, der seinen Einkauf in einer mitgebrachten Plastiktragetasche verschwinden ließ. Vor einer Kamera standen die beiden Pärchen und die Hände von einem der beiden Herren ruhten gerade auf der Oberweite einer der beiden Damen. Sie standen zwar mit dem Rücken zur Kamera, aber das konnte man doch recht gut erkennen. Spontan musste ich an die hier beschriebene Aktion denken und hoffte auf mehr.
Plötzlich schubberte er sich mit seiner Lendengegend an ihrem Hinterteil, nach wenigen Sekunden ließen sie aber voneinander und gingen in den nächsten Gang. Plötzlich kam das andere Paar in den Sichtbereich der Kamera. Auch diese Frau ließ sich von ihrem Freund die (eingepackten) Brüste knautschen, dabei drückte er ihren Oberkörper noch herunter und schwang seine Hüften dabei ebenfalls rhytmisch gegen ihren Po. Plötzlich kam das andere Paar zurück in den Gang und entdeckte dabei die Kamera. Er rief seinen Freunden irgendwas zu und zeigte dabei genau auf mich auf die Kamera.
Die beiden unterbrachen die Aktion, drehten sich um und sahen arg verlegen nach oben. Während er völlig geschockt dreinblickte, konnte sie sich vor Lachen kaum noch halten. Ich übrigens auch nicht.
Eine Kundin brachte zwei Becher fertigen Schokoladenpudding mit Sahnehaube (Dany & Sahne) mit in den Laden. Die Sahnehaube war nicht mehr wirklich zu erkennen, dafür war der Schokopudding mit weißen Schlieren durchzogen. Alles in allem kein sonderlich schöner Anblick mehr.
"Die möchte ich umtauschen. Beim Transport haben sich die irgendwie vermischt, aber mein Sohn mag die so nicht.", erklärte die Frau.
Wie kommt jemand auf die groteske Idee, wegen sowas den Pudding zum Laden zurückzutragen und auch noch auf einen Umtausch zu bestehen?!?
Heute Mittag hat eine Kundin angerufen und mich darum gebeten, ihr zwei Flaschen Sekt kaltzustellen. Unsere Hausmarke, den ganz billigen.
Gerade eben war sie da und wollte den Schaumwein abholen und... Richtig. Asche auf mein Haupt. Ich hab's vergessen. Zum Glück haben wir im Kühlschrank andere (Marken-)Sektflaschen stehen gehabt, von denen ich ihr nun zwei Flaschen für den Preis der Hausmarke mitgeben wollte. Sollte ja nicht ihr Schaden sein, dass ich meinem Versprechen nicht nachgekommen bin.
Sie hatte dann netterweise doch noch etwas Mitleid und hat ihrerseits den Preis noch pro Flasche um 50 Cent aufgestockt, damit mein Schaden nicht ganz so groß ist...
Gestern am späten Abend war eine Frau hier im Laden, die im wahrsten Sinne des Wortes ein Hingucker war. Ich denke, dass jeder der Anwesenden (Mitarbeiter sowie Kunden) mindestens zweimal hingesehen hat...
Ein Mann und eine Frau betraten den Laden. Ich kann nicht sagen, in welchem Verhältnis sie zueinander standen, er wirkte jedenfalls deutlich älter als sie, die ich auf Mitte zwanzig schätzte. Er war relativ normal bekleidet, ihr Outfit hingegen war der Hammer: Komplett in einem hautengen Lacksuit, Lackhaube mit durchsichtiger Maske im Gesicht und Overknee-Stiefel mit mindestens zehn Zentimeter hohen Absätzen.
Wir haben uns leider nicht getraut, sie direkt darauf anzusprechen. Dabei waren wir alle so neugierig, warum sie sich mit der Kluft, die aussah, wie direkt aus dem SM-Keller, in die Öffentlichkeit wagte: Partyoutfit? Verlorerne Wette? Oder doch "Berufsbekleidung"?
(Während ich diese Zeilen schreibe, erfahre ich, dass in einem nahegelegenen Veranstaltungszentrum gelegentlich "Lack-Partys" stattfinden. Das könnte natürlich eine Besucherin einer solchen Veranstaltung gewesen sein...)
Bislang ungebloggte Vorgeschichte, dei vor ein paar Tagen passiert ist: Ein Typ, der schon mehrmals durch grobe Unfreundlichkeit aufgefallen ist und der im Regelfall nicht ganz nüchtern wirkt, flitzte mit einem Einkaufskorb durch den Laden. Wie unschlüssig lief er von einer Ecke zur anderen und füllte den Korb nach und nach mit den unterschiedlichsten Waren. Vor allem mit Artikeln aus dem Kühlregal: Milch, Salate, Aufschnitt. Plötzlich ließ er den Korb einfach im Gang stehen, rannte raus – und verschwand.
Als er nun wiederkam, habe ich ihn zur Rede gestellt. Wenn man seine Ware nicht haben will, sollte man Kühlpflichtiges wieder wegräumen oder zumindest einen Mitarbeiter darum bitten, die Sachen wieder wegzuräumen. Er erklärte mir, dass er sein Geld vergessen hatte und das plötzlich bemerkte. Als er draußen war, drängelten aber schon seine Freunde, die weiter wollten und so reihte er sich bei ihnen ein und ging nicht zurück in den Laden.
Aufgrund der Vorfälle in der Vergangenheit hatten wir ursprünglich beschlossen, ihm Hausverbot zu erteilen. Das sagte ich ihm ziemlich direkt.
Die nachfolgende Diskussion war nur kurz. Er sei doch Stammkunde und wohne doch gleich um die Ecke. Und er versprach, sich zukünftig besser zu benehmen. Okay, kein Hausverbot. Aber zumindest mal einen Schuss vor den Bug, wie man so schön sagt.
Eine Kundin, die nicht viel sprach und etwas nervös wirkte, stand an der Kasse und bezahlte ein paar Artikel. Unmittelbar hinter ihr in der Schlange stand ein Schwarzer, der seinen Einkauf auf's Band gestapelt hatte und in aller Seelenruhe darauf wartete, seine Sachen zu bezahlen.
Plötzlich dreht die Frau sich um und fährt den guten Mann hinter hier ohne Vorwarnung und so laut, dass es wirklich jeder mitbekommen musste, an: "Der Kerl da hat mich verlassen!!!"
Der Schwarze war völlig perplex und sagte zuerst kein Wort. Vielleicht hat die Frau ihn ja auch mit jemandem verwechselt. Aber dem war offenbar nicht so oder sie hatte ihren Irrtum noch gar nicht bemerkt, denn sie setzte ihre Beschimpfungen unentwegt fort. Verlassen hat er sie, einfach sitzengelassen für eine andere. Und so weiter...
Der Kunde hinter ihr ließ das alles über sich ergehen und sagte kein Wort dazu. Als die "Verlassene" den Laden verlassen hatte, fasste er sich wieder, sah einmal die Wartenden hinter ihm und meine Kassiererin an, schüttelte den Kopf und begann zu lachen: "Ich kenne die Frau nichtmal. Was war denn das für eine Verrückte?"
Aber einen mittleren Aufstand zu machen und eine Stange Zigaretten nach dem Kauf wieder zurückgehen lassen zu wollen, weil wir der Kundin nicht ein Gratisfeuerzeug, dass sie angeblich IMMER und überall dazubekommen würde, nicht geben wollten, ist irgendwie dreist.
In diesem Zusammenhang: Schönen Gruß an alle Händler, die das "offiziell" anbieten: Ich weiß nicht, wie hoch die Strafe dafür ist, aber auf jeden Fall ist es eine Ordnungswidrigkeit, wie man hier Tabaksteuergesetz (§24 (1)) nachlesen kann.