Eine Mutter war mit ihrem etwa dreijährigem Nachwuchs im Laden. Die Kleine entdeckte etwas im Süßwarenregal, woraufhin die Mutter nicht mit einem barschen "Nein!" antwortete, sondern relativ diplomatisch zu erklären versuchte, warum sie dieses und jenes zumindest jetzt nicht kaufen möchte.
Ihre Tochter probiertes es bei einem anderen Artikel, den sie wohl auch als gut schmeckend einschätzte und wieder erklärte ihre Mutter, dass sie das jetzt nicht kaufen möchte.
Das ging einige Male so, bis schließlich der folgende Satz fiel: "Na, gut. Dieses eine Teil darfst du haben. Aber nur ausnahmsweise."
Ein älteres Paar ging durch den Laden. Bei den erst kürzlich aufgebauten Spekulatius, Lebkuchen und Dominosteinen blieben sie stehen und er begann, laustark zu fluchen: "Jetzt steht die Scheiße hier auch schon überall rum."
Man kann's echt übertreiben. So neu ist es nicht, dass diese Artikel schon im September angeboten werden und es wird auch nicht "jedes Jahr früher", wie einem viele aufgebrachte Kunden immer wieder erzählen wollen.
Ein Ehepaar mittleren Alters kauft recht häufig bei mir ein. Meistens nicht als Paar, sondern vor allem die Frau alleine und hin und wieder ihr Mann.
Nun war er alleine hier und wollte einen bestimmten Artikel aus dem Kühlregal für seine Frau haben, von dem ich weiß, dass sie ihn gerne und in größeren Mengen isst.
Extrem irritiert hat mich allerdings, wie er über seine Frau geredet hat, als er mir das Produkt beschreiben wollte: "Das ist der, den die Frau sonst immer kauft." Dabei klang "die Frau" aber nicht positiv, sondern als würde er über eine fremde Person reden. Sehr komisch...
In das Annahmewerk des Leergutautomaten hatte jemand einen alten, siffigen Müllsack gestopft. Nicht, dass dem Gerät diese Misshandlung sonderlich schaden würde – aber was soll so ein Quatsch? Dummheit? Wut? Oder doch die Hoffnung, auch für den Müllsack noch einen kleinen Obolus zu bekommen?
Ein Kunde hat bei einer Kollegin angefragt, ob er mehrere leere Bierflaschen mit Bügelverschluss erwerben könne. Er möchte selbstgemachten Saft abfüllen und die großen Flaschen mit dem berühmten "Plopp!" wären dazu ideal.
Im Laufe des Gesprächs mit meiner Mitarbeiterin kam dann auch die Frage auf, wie sehr verschmutzt die Flaschen normalerweise sind und wie der Kunde sie am besten reinigen kann. Meine Mitarbeiterin erzählte ihm, was wir – außer Bierresten – schon alles in leeren Flaschen gefunden haben und er antwortete, dass er dann später wiederkommen würde.
"Soll ich Ihnen eine leere Kiste beiseite stellen?"
"Nein, danke. Ich kaufe mir nachher eine volle Kiste und werde das Bier selber austrinken. Dann weiß ich wenigstens, dass die Flaschen sauber sind."
Trotz übergezogenen Gummihandschuhen hielt meine Kassiererin diesen 5-Euro-Schein mit spitzen Fingern fest: "Ich gehe den mal eben waschen...", sprach's und verschwand auf der Damentoilette.
Ich hätte die Banknote nicht angenommen. Meine Ekelgrenze ist schon sehr hoch angesetzt, aber bei Blut hört der Spaß auf, zumal es sich bei dem Mann, der den Schein abgegeben hat, um einen ziemlich kaputten Typen handelte.
Ein Mann betrat mit zwei Tüten voller Bierflaschen den Laden und ging zielstrebig in leichten Schlangenlinien zum Leergutautomaten. Auf mehrere Flaschen, die er erfolgreich in der Maschine versenkte, zerlegte er eine auf dem Fußboden, die ihm entweder aus der Hand oder direkt aus einer der beiden Plastiktragetaschen rutschte.
Ich trinke Alkohol in Maßen und habe keine Vollrauscherfahrung, was ich im Übrigen auch nicht gerade als fatale Wissenslücke ansehe. Was bringt einen dazu, in dem Zustand auch noch seinen Alltag meistern zu wollen und sich nicht einfach zum Ausnüchtern ins Bett zu legen?!?
Zwei junge Frauen kauften eben hier ein. In aller Seelenruhe füllten sie nach und nach ihren Einkaufskorb, während ihr kleiner feuchtnasiger Freund genüsslich alle Regale beschnüffelte.
Da die beiden sowieso schon an der Kasse standen, habe ich sie gewähren lassen und nur freundlich darauf hingewiesen, ihr Haustier zukünftig besser vor dem Laden anzuleinen.
Es gibt sicherlich keinen Supermarkt, den sie bislang mit Hund betreten durfen. Und auch bei mir prangt neben der Eingangstür ein großes Schild mit dem bekannten Text "Wir dürfen hier nicht rein."
Eine Kundin wollte "gelbe Säcke" haben und hat ihren Coupon für diese meiner Kassiererin vor die Nase gehalten. Diese hat die Kundin freundlich darum gebeten, eben an der Lagertür zu klingeln oder einen Mitarbeiter im Markt anzusprechen, da wir die Säcke aus Platzgründen nicht an der Kasse lagern können.
Ohne gelbe Säcke, aber "was ist denn das für ein schlechter Service..." fluchend, verließ die Frau den Laden.
Eine lautstarke Auseinandersetzung, die zwei Kunden mitten im Laden hatten, lockte zuerst einige Kollegen und schließlich auch mich an.
Einer der beiden Männer betreibt, wenn ich das richtig verstanden habe, ein Bekleidungsgeschäft, der andere hat dort wohl vor einigen Tagen diverse Bekleidungsstücke mitgenommen, ohne jedoch den Gegenwert in Form von Bargeld zu hinterlassen. Eine mit leider wohlbekannte Vorgehensweise.
Der Boutiquebesitzer wurde zwar laut, blieb aber relativ cool dabei. Der andere ging dagegen gleich auf die Palme, packte im Laufe der Diskussion ein paar Teile in seinen Einkaufskorb, ging zur Kasse, bezahlte und verließ meinen Laden. Noch bevor die von dem Bestohlenen gerufene Polizei auftauchte, war der angebliche Dieb schon verschwunden.
Ich konnte mir die Szene nur ansehen und nicht reagieren. Was hätte ich tun sollen? Beide Männer sind Kunden von mir, die nun dummerweise in meinem Laden aneinandergeraten sind. Falls der eine tatsächlich bestohlen worden war, tut es mir Leid für ihn, aber als Außenstehender auf nicht neutralem Grund kann man da wohl schlecht Partei ergreifen...
"Das habe ich heute Morgen hier gekauft!", versicherte der Kunde, als er das verschimmelte Brot wiederbrachte.
Wir haben's umgetauscht, Kunden hat ja schließlich immer Recht. Aber gelogen war's trotzdem: Die Brote, die wir von einer kleinen Bio-Bäckerei bekommen, packen wir hier vor Ort selber ein und zeichnen sie aus. Unter anderem mit dem Wochentag mit Zahlen von 1-6 (Montag bis Samstag). Kein Brot lassen wir länger als zwei Tage im Verkauf und montags nehmen wir sämtliche alten Brote vom Wochenende aus dem Regal.
Das Brot von "heute Morgen" trug eine "5" auf dem Etikett, stammte also definitiv noch aus der letzten Woche.
Halten einen eigentlich alle für dumm?
Nachtrag: Das Brot hat leider eine Kollegin umgetauscht, die von der Nummerierung nichts wusste und natürlich gemäß der allgemeinen Anweisung hier vollkommen unproblematisch die Ware umgetauscht hat.
Gespräch mit einem Kunden über Red-Bull-Light-Dosen, deren Inhalt als diätetisches Lebensmittel deklariert ist und die deshalb unbepfandet sind. Im Laufe der Unterhaltung erwähnte er, dass die normalen Red-Bull-Dosen ja auch kein Pfand hätten.
Nachdem ich ihn darüber aufgeklärt hatte, dass die Dosen schon seit inzwischen einigen Jahren mit 25 Cent pro Stück bepfandet sind, entgleisten seine Gesichtszüge etwas: "Die habe ich doch immer weggeworfen."
Eine Kundin hat mir einen "Deal" vorgeschlagen: Die große Pflanze auf der Fensterbank würde sie für 20 Euro mitnehmen.
Wo denn bei dem "Deal" mein Vorteil wäre, fragte ich und sie antwortete. dass ich die Pflanze dann ja schließlich los wäre. Nun, dachte ich mir: Die meisten Waren hier im Laden versuche ich loszuwerden und das normalerweise zu den aufgedruckten Preisen. Ich schüttelte also den Kopf und sagte, dass ich die große Palme nicht für 20 (statt 29) Euro verkaufen werden.
Nach kurzer, intensiver Verhandlung hat sie das Plänzchen dann für 27,50€ gekauft. Aber immerhin 1,50€ gespart.
Mit einer Kollegin stand ich im Büro. Während wir uns unterhielten, blickten wir gewohnheitsgemäß immer wieder zu den Bildschirmen der Videoüberwachungsanlage. Plötzlich betraten ein Mann und eine Frau den Laden.
"Hey, den kenne ich doch", entfuhr es meiner Mitarbeiterin. "Sein Kind ist bei meiner Tochter im Kindergarten. Er bringt seine da auch immer her."
"Aha. Und?"
"Naja... Er ist verheiratet. Meistens bringt er die Kleine weg, ganz selten seine Frau."
"Dass er fürsorglich ist, sieht man doch. Guck sie dir an, wie sie da vor der Kamera sich mitten im Laden in den Armen halten und knutschen."