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Umgucken

"Guck dir mal den Mann mit dem Rucksack an, der gerade da in der Nähe vom Kühlregal steht", sprach mich einer meiner Mitarbeiter etwas besorgt an.

Also ab ins Büro und mal ein bisschen über die Videoanlage zusehen. Tatsächlich verhielt sich die "verdächtige Person" (bei uns mit VP abgekürzt) durchaus auffällig und passte gut in das Raster hinein, dass auch der durchschnittliche Ladendieb an den Tag legt: Scheinbar unschlüssig hin und her gehen, immer wieder umsehen und allgemein recht ziel- und planlos wirken.

Aber irgendwie wollte er nichts einstecken. Er hatte keine dicke Jacke an, keine weiteren Taschen bei sich und den Rucksack behielt er auch auf dem Rücken. Was macht der da?!?
Ich beschloss, dass der Mann doch keine "VP" ist und ging einfach mal an ihm vorbei. Er tipperte irgendetwas in seinen PDA. Vermutlich Artikeldaten und/oder Preise, denn mit der Spitze seines Zeigestiftes wechselte er immer wieder zwischen dem Display un den Regaletiketten hin und her.

Ich ließ ihn gewähren ohne etwas zu sagen. In den meisten Läden sind solche Aktionen nicht gerne gesehen – aber mal ehrlich: Wenn jemand unbedingt die Preise von der Konkurrenz wissen möchte, kann er sie notfalls auch unauffällig aufschreiben. Dann würde ihn auch niemand daran hindern. Und vielleicht hatten die Notizen ja auch vollkommen andere Gründe...

Fleur de Sel aus Berlin

Der Hermes-Bote hat mir ein kleines Päckchen in die Hand gerdrück. Der Inhalt: Eine Kilopackung Meersalz und ein Anschreiben:



Für alle, die den Text nicht entziffern können, hier eine kurze Zusammenfassung: Matthias Winkelmann betreibt mit einem Freund eine kleine Firma, die Meersalz, genauer: Fleur de Sel, importiert und verkauft. "Rein zufällig" liegt eine Packung davon dem Schreiben bei und ich soll doch bitte darüber berichten, gerne auch kritisch.

Tzja – das Salz ist lecker. Es schmeckt eben nicht nur "salzig", sondern unglaublich aromatisch. Wer keine Skrupel hat, 22 Euro für ein Kilogramm Salz ("Salz bekomme ich bei Aldi für 40 Cent") auszugeben, sollte unbedingt mal den Onlineshop salzprojekt.de besuchen. Glaubt mir: Man möchte das Salz fast pur mit dem nassen Finger wegnaschen.

Nun schreibt mir der Matthias, dass ich gerne fünf Kilogramm Fleur de Sel unter meinen Lesern verlosen kann. Für die Lobeshymne hier wünsche ich mir jetzt, dass es insgesamt zehn Kilogramm werden. Wer Interesse hat, soll bitte eine E-Mail mit Angabe der Adresse an kontakt@salzprojekt.de schicken. Ich hoffe, die beiden wissen, auf was sie sich mit diesem Angebot eingelassen haben. Das Postfach wird platzen! :-)


Abschied von der SPAR-Zentrale Schenefeld

Mail von "Wolle":
Hi Björn,

unbekannterweise grüße ich Dich aus Hamburg, bzw. aus der alten SPAR Zentrale aus Schenefeld. Inzwischen bin ich bei der "E", zum Glück mit meiner Spar-Zugehörigkeit von 27 Jahren!

Anbei noch Paar Bilder.
Vielen Dank für die Bilder. Die SPAR-Zentrale in "Hamburg" (also Schenefeld) ist mir vor allem negativ in Erinnerung geblieben. Die meisten Falschlieferungen oder Bruch haben wir nämlich aus dem Lager bekommen. Selber war ich nie dort und habe auch einzelne Mitarbeiter dort nie persönlich kennengelernt.

Der Anhänger mit dem SPAR-LKW-Aufdruck ist aber cool! :-)




Auto verkaufen

In der Nacht kam mal wieder ein Fax von so einem Autoschieber mit der Anfrage nach zu verkaufenden Gebrauchtwagen. Ich habe das Ding einfach mal ausgefüllt und Zurückgefaxt: "Mercedes E-Klasse, T-Modell, Elegance-Ausstattung, 2005, 80tkm, 7500 Euro". Das Feld für die Telefonnummer hatte ich freigelassen.

Trotzdem kam schon knapp eine Stunde später der Rückruf:
"Sie haben ein Auto zu verkaufen?"

"Nö."

"Aber Sie haben mir hier ein Fax geschickt..."

"War'n Witz. Sie haben mir ja auch ein Fax geschickt, dass ich gar nicht haben wollte."

"Hatten wir schonmal eine Geschäftsbeziehung?"

"Nein, möchte ich auch nicht."

"Gut, dann nehme ich Sie aus dem Faxverteiler."
Geht doch. :-)

Nervt!

Da meine Anrufe bei der Auftragsannahme der Firma ja ohne nennenswerte Reaktion bleiben, versuche ich's mal auf diesem Wege. Wir haben mal wieder und wie in den letzten Wochen schon so oft das "Defekt!"-Schild am Automaten hängen.

Wären es immer wieder verschiedene Gründe, die das Gerät streiken lassen würden, die man vielleicht sogar mit der Gesamtzahl der inzwischen angenommenen Gebinde begründen könnte, hätte ich dafür ja noch Verständnis.

Aber: Es ist immer und immer und immer und immer und immer wieder die selbe Fehlerquelle. Nämlich die spackige Konstruktion, die die Mehrwegflaschen auf den Flaschentisch sortiert. Entweder verklemmen sich die Flaschen unter dem Förderband oder die dünnen Blechstreifen verbiegen sich oder der Näherungsschalter wird von dem darunter rotierenden Metallteil abgefräst oder eine Lichtschranke fällt ab, weil sich die Schrauben lockern oder der Antriebsmotor bzw. das daran hängende Getriebe verreckt. Aber immer wieder ist es dieser blöde Aufrichter / Ausschieber.

Es wäre nicht so frustrierend, wenn man nicht immer wieder mit dem selben Problem, bzw. der selben Fehlermeldung vor dem nicht funktionierenden Automaten stehen würde. :-(


Werdegang beim Mitbewerber

Eine Kollegin berichtete mir beiläufig von einer ihrer Freundinnen, die bei einem meiner Mitbewerber hier im Stadtteil arbeitet: "Die hat da nur als kleine Kassiererin angefangen, ist aber inzwischen an der Info beschäftigt."

Wow, was für ein Werdegang. Chapeau!

Suchen Sie etwas?

Schon irritierend, wenn man die im Blogtitel genannte Frage selber zu hören bekommt. Als Mitarbeiter!

Ich hockte vor einem Regal und war dabei, eine Bestellung in mein kleines Datenerfassungsgerät zu hacken. Um mich herum waren keine Kunden, das wusste ich, lediglich eine Stammkundin kam durch den Eingang auf mich zu und hielt sich im Bereich hinter mir auf. Plötzlich frage Sie: "Suchen Sie etwas?"

"Hey!", grinste ich zurück. "Normalerweise stellen wir Mitarbeiter diese Frage."

Aber vielleicht sah mein Bestellversuch ja so verzweifelt und umständlich aus, dass sie Mitleid mit mir bekam. :-)

Schrabbelklammer

Eine Heftklammer ist durch die Schlitze des Lautsprechers eines unserer Gigaset-Mobiltelefone gerutscht und hängt nun an dem Magneten des Lautspreches direkt vor der Membran fest. Mit den mir hier gegebenen Mitteln bekomme ich das Ding erstmal nicht raus, dafür sind die Öffnungen zu klein.

Aber die Klammer muss unbedingt wieder raus. Nicht, dass man mit dem Gerät nicht mehr telefonieren könnte – aber jedes Mal, wenn es klingelt oder man die Freisprecheinrichtung benutzt, tötet einem das hässliche (und vor allem laute) Geschrabbel von der Klammer auf der Kunststoffmembran den letzten (Hör-)Nerv. :-O

Frischer Spinat

Eine Kundin wollte wissen, ob wir frischen Spinat bekommen können. Ich verweise an Radio Eriwan und leite ein mit: "Im Prinzip ja..."

Die Antwort ist allerdings keineswegs widersprüchlich oder böse, sondern kurz und präzise: Kaum einer kennt frischen Spinat. Das Zeugs gibt es kleingehackt und mit Blubb aus dem Tiefkühlfach, manchmal auch als Blattspinat. Aber frisch? Diese großen unförmigen Blätter? Die kann man essen?
Tzja - schon mehrfach bestellt, insgesamt das meiste weggeworfen und zur Erkenntnis gekommen, dass frischer Spinat einfach kein Artikel für uns hier ist.

Walkers-Spezialitäten

So schnell geht es mit der Lieferung. Die "German Bratwurst Sausage" schmecken schon etwas gewöhnungsbürftig. Das könnte nun allerdings auch mit der Uhrzeit zu tun gehabt haben. :-)


Ist die Parklücke zu klein...

...stellt man sich eben auf den Gehweg.

Ich kann nicht sagen, wie lange der Wagen tatsächlich schon oder noch so geparkt war. Ein Fahrer war jedenfalls nicht in Sicht. Manche Leute glauben anscheinend echt, dass sie mit ihrem Mercedes-Stern eine eingebaute Vorfahrt oder sonstige besondere Rechte erworben haben. Naja, das Image muss ja gepflegt werden.

(Sagt ein E-Klasse-Fahrer, der sogar einen funktionieren Blinker an seinem Auto hat und diesen regelmößig benutzt.)


Wenn noch einer nach einem Praktikumsplatz fragt...

Ein Typ, etwa Mitte zwanzig und mit wenig vertrauenerweckender Erscheinung erschien an der Lagertür und ging zwei Schritte hinein. Ich beobachtete zufällig die Szene auf dem Überwachungsmonitor und wartete gespannt ab.

Nachdem er sich schnell umgesehen hatte, ging er einfach bis nach hinten hin und sah sich dabei ausgiebig um. Er war gerade nur fünf Meter gekommen, als ich ihn von hinten ansprach. Dazu sollte erstmal ein fragendes "Äh, hallo?!?" reichen.

Schnell kam er wieder zurück und erzählte mir, dass er "die Mappe für seinen Neffen" hier abholen soll. Der wollte hier ein Praktikum machen.
"Hier hat keiner ein Praktikum gemacht."

"Doch, klar, Mann. Fragen sie den Chef hier."

"Und warum rennen Sie hier einfach ins Lager?"

"Die Mappe von meinem Neffen, wo ist die? Er braucht die wieder, sonst bekommt er in der Schule eine Sechs."

"Wir haben keine Mappe."

"Sie müssen hier mal den Chef fragen, der wird Ihnen das bestätigen."

"Ich bestätige Ihnen erstmal, dass hier immer noch der Zutritt für betriebsfremde Personen verboten ist."

"Da steht kein Schild, dass man hier nicht reingehen darf."

"Ich denke, da muss kein Schild stehen. Etwas gesunder Menschenverstand sollte ausreichen, um einen davon abzuhalten, fremde Räume zu betreten. Außerdem traue ich Ihnen nicht und möchte, dass sie jetzt nicht nur mein Lager, sondern den ganzen Laden verlassen."
Ich geleitete den Typen noch bis zum Ausgang, nicht ohne mich auf halber Strecke noch von ihm provokativ mit dem Ellbogen gegen die Kasse schubsen lassen zu müssen.

Ohmann... :-(

Chippreise

Bin gerade über eine Pressemeldung gestolpert, in der es u.a. im Vorspann lautet: "Laut Financial Times Deutschland haben neun Chiphersteller mit der EU-Kommission einen Vergleich wegen illegaler Preisabsprachen ausgehandelt."

Oha, und das, wo ich doch so gerne Chips esse. Hoffentlich sind die Walker's davon nicht auch betroffen.

Aber: Weiterlesen, aufatmen, entspannen. Es geht nämlich um Speicherchips. :-) (Auch wenn das natürlich für den einen oder anderen Leser genauso interessant sein dürfte, wie für mich wenn die Meldung von Lebensmitteln gehandelt hätte.)