Im Vorbeigehen sind uns im Kaffeeregal ein paar Merkwürdigkeiten aufgefallen: Mehrere Sicherungsetiketten klebten anscheinend mutwillig abgerissen auf dem Fachboden, ein paar vereinzelte Kaffeepackungen standen noch herum, aber dahinter klaffte ein großes Loch. Da schrillten sie wieder, die inneren Alarmglöckchen:
Da hat einer Kaffee geklaut!
Mit einem frostigen Gefühl im Bauch lief ich ins Büro und guckte mir die Videoaufzeichnung von dem Bereich mit dem Kaffeeregal an. So lange die Aufzeichnung zurückreichte, veränderte sich bei diesem Artikel nur sage und schreibe zwei mal etwas: Erst griff eine Kundin zu, die die Packung auch bezahlten und schließlich (zeitlich ja eigentlich davor) ein weiterer Kunde, der den Kaffee ebenfalls bezahlte. Aber was hatte es mit diesen abgerissenen Etiketten auf sich?
Plötzlich hatte Ines eine Idee, als sie sah, dass bei einer der noch vorhandenen Kaffeepackungen das Sicherungsetikett zwischen den Papierschichten am Boden der Packung einerseits falsch herum angebracht war, andererseits aber dort nur halb versteckt war. Ein Teil des Etiketts klebte also am Papier der Kaffeepackung, der andere Teil guckte mit der Klebefläche nach unten hervor. Und vermutlich sind die Kaffeepackungen wohl dadurch demoliert worden, dass die Etiketten schlichtweg am Fachboden im Regal festklebten und dann, als jemand die Packungen anhob, der Rest mit dem Papier einfach abgerissen war.
Puh, Glück gehabt.
Um mit meinem Büro in die jetzige Rumpelkammer hinter dem Aufenthaltsraum ziehen zu können, müssen wir da erst mal Platz schaffen. Unzählige Dinge haben sich dort im Laufe der Jahre angesammelt. Nun habe ich erst mal einen Hänger voll Zeugs in Richtung Halle gebracht. Viel Altmetall, aber auch Regalteile und das
alte Picas-Werbeschild, das wir nun schon seit Jahren hier
von a nach b schieben… Genau unter dem Picas-Schild liegen übrigens die alten
Kundenstopper, die nach knapp zehn Jahren auch mit Beschädigungen und fehlenden Teilen recht traurig daherkommen. Dann ist da auch noch (ganz vorne rechts in der Ecke als kleiner schwarzer Stummel zu erahnen) das alte
Wurstgehänge zu erahnen. Das war mal teuer, aber auch wenn sich keine Verwendung mehr dafür finden ließ, wollte ich es nie entsorgen. Erkenntnis nach über 15 Jahren des Herumliegens: An jeder Kante sind mittlerweile irgendwelche Roststellen zu finden, in einer Abteilung mit offenen Fleisch- und Wurstwaren würde ich das so bestimmt nicht mehr einsetzen wollen. Liegt erst mal auch in der Halle, was ich damit mache oder ob das auch auf dem Metallschrott landet, wird sich zeigen…
Ich werde erwachsen: Ich habe nun endlich mein eigenes Telefon im Büro. Das Fritzfon ist für die Arbeit im Laden leider zu empfindlich, zumindest halte ich den Schutz vor Abstürzen als eher nicht gegeben. Aber hier fest auf dem Schreibtisch ist es gut aufgehoben.
(Meinen Dank an AVM übrigens für das neue Gehäuse des Mobilteils, das (trotz nur geringer Änderungen) deutlich besser in der Hand liegt als die alten Telefone!)
Ich saß selber an der Kasse, als ein Mann mittleren Alters auf mich zu kam. Er sah zwar nicht so heruntergekommen wie unsere typischen Junkies aus, man sah ihm aber durchaus eine wilde Vergangenheit mit entsprechendem Lebenswandel an. Er druckste zunächst etwas herum und ich befürchtete schon, dass eine Frage nach einem Job oder irgendwelchen anderen Gefälligkeiten folgen würde. Dem war allerdings nicht so.
Es war gerade kein anderer Kunde in der Nähe, nur einer meiner Mitarbeiter stand noch an der Kasse. Der Man begann, uns aus seiner Vergangenheit zu erzählen. Dass er früher ein rechts wildes Leben gelebt hat und dabei auf die schiefe Bahn geraten war, inklusive Alkohol und Drogen. Inzwischen würde er aber wieder ein geregeltes Leben haben. Mit Entzug und psychologischer Betreuung und kompletter Vergangenheitsbewältigung.
Anerkennend nickte ich, fragte mich aber immer noch, warum er uns das alles erzählen würde. Kommt doch noch die Frage nach einem Job?
Nein, sie kam nicht. Er berichtete weiter, dass er früher auch geklaut hat, unter anderem in seiner Wohngegend in Mitteldeutschland in einem SPAR-Markt und das würde er gerne irgendwie wieder gutmachen und das eben bei mir, da ich hier den einzigen SPAR-Markt betreibe, den er hier in der Gegend kennt.
Wahrheitsgemäß erklärte ich, dass ich rechtlich und finanziell überhaupt gar nichts mit dem ehemals bestohlenen Geschäft zu tun habe und dass ich irgendeine Wiedergutmachung nicht annehmen könnte, weil mich die Sache nicht betrifft. Mein Mitarbeiter hatte eine andere Idee:
"Stecken Sie doch einfach 20 Euro hier in die Spendendose für die Tiertafel. Sie haben dann mit uns zwei Zeugen dafür, dass auf jeden Fall der gute Wille erkennbar war."
Und so geschah es dann…
Habt ihr noch D-Mark-Bestände zu Hause liegen? Denkt daran: Bei mir kann man damit immer noch bezahlen, wenngleich wir den pragmatischen Wechselkurs 1 Euro für 2 DM verwenden und nicht 1,95583 D-Mark pro Euro.
Im Chat hatte ich einer Freundin folgende Zeilen geschrieben:
Daher freue ich mich mittlerweile. Und der Renovierungsrückstand hier im Laden, den finde ich nur noch unerträglich.
Ist was dran. Bislang lebte ich damit notwendigerweise. Das war auch keine Betriebsblindheit, sondern ein Zustand, den ich nicht mal eben ändern konnte.
Aber jetzt, wo es endlich losgehen wird, da ertrage ich den aktuellen Zustand hier im Markt von Tag zu Tag immer weniger.
Der kleine Laden auf der anderen Straßenseite, der immer als Treffpunkt oder "Café" für dubiose Typen diente, wird momentan renoviert.
Die Hoffnung auf eine Aufwertung unseres Quartiers starb, als die große Fensterscheibe wieder mit matter Folie abgeklebt wurde.
Als ich um Mitternacht auf die Uhr unseres Backofens zu Hause guckte, staunte ich. Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie eine Digitaluhr gesehen, welche die Zeit so anzeigt: 23:59, 24:00, 00:01, 00:02 und so weiter. Normalerweise kommt doch immer nach 23:59 direkt 0:00.
Habt ihr das schon mal irgendwo gesehen?
Seit Anfang des Jahres sind (nicht nur) meine Kontoführungsgebühren deutlich teurer geworden. Da die ec-Zahlungen bis dahin
pro Zahlung abgerechnet worden sind, hätte ich alleine für den Markt in der Gastfeldstraße nun deutlich über 500€ an Gebühren pro Monat bezahlen müssen.
Nun habe ich mich bei einem System direkt bei unserem Kartenanbieter registriert, dass die Zahlungen gegen eine kleine Gebühr, deutlich kleiner als bei meiner Bank, zusammenfasst. Bei mir auf dem Konto wird dann nur noch eine einzelne Buchung berücksichtigt.
Es ist nun mal so, dass ich hier (und auch im Markt in der Münchener Straße) für Kartenzahlungen keinen Mindestbetrag vorschreibe. Dabei entstehen dann natürlich solche Kuriositäten wie das berühmte Duplo mit Kreditkarte – aber für mich ist das immer ein besonderer Service gewesen, den man definitiv nicht überall bekommt.
Momentan denke ich ja
ernsthaft darüber nach einen Mindesteinkaufswert für Kartenzahlungen einzuführen, um diesen immensen Gebühren entgegenzuwirken. Aber möchte ich das wirklich?
Unser Müllcontainer hat in seinem Deckel noch eine kleinere Klappe, durch die, wenn der Behälter verschlossen ist, dennoch kleine Mengen eingeworfen werden können. Diese Klappe ist vor ein paar Tagen mal aus einem mir unbekannten Grund abgefallen und stand zunächst neben dem Container.
Zur Müllabfuhr hatte ein Kollege die Klappe wieder festgeklemmt, damit der schwarze Großmüllbehälter zumindest halbwegs geschlossen an der Straße steht. Nach der Leerung haben wir ihn ohne diese Klappe wiederbekommen, die dürfte wohl mit dem Großteil des Inhalts des Behälters (Wieso ist der nicht ganz leer? Und wieso liegen da immer noch Teile von dem
alten Schrank drin?) in den Müllwagen gefallen sein…
Mal wieder eine angefressene Packung im Laden.
Warum eigentlich immer Datteln (und Feigen)?
Was würdet ihr eigentlich in einen Präsentkorb tun?
Viele Lebensmittel-Präsentkörbe sind mit 0815-Standardprodukten gefüllt. Auch in meinem Ausbildungsbetrieb wurden Präsentkörbe erstellt. Da gab es dann immer Ware einmal quer durch das normale Lebensmittelsortiment. Jacobs-Kaffee, Schwartau-Konfitüre, Löwensenf, Erasco Kartoffelsuppe usw.
Ich bin dagegen ein großer Freund davon, in einen Präsentkorb Waren zu packen, die man sich eben ausdrücklich nicht unbedingt mal zwischendurch gönnen würde. Entweder aus Kostengründen oder weil es Spezialitäten sind, an die man sich unter normalen Bedingungen nicht herantrauen würde. Bei letzteren muss man aber ein bisschen vorsichtig sein, wenn der Korb für ältere Leute sein soll. Nicht jede 90-Jährige freut sich über ausgefallene Lebensmittel vom anderen Ende der Erde.
Ansonsten, um mal die vier Beispiele von oben aufzugreifen, mal variieren: Den authentischen Bio-und-Fairtrade-Kaffee aus Bremen, Weingelee, Senf "Provence" mit Paprikas und Kräutern und statt der Kartoffel- vielleicht eine Hummercremesuppe.
Wie seht ihr das so?
Planmäßig sollen hier im Laden fünf kurze und zwei lange Regalgondeln entstehen, auf denen wir die reinen Lebensmittel (ohne Getränke, Süßwaren und Chips) platzieren wollen. Da das Layout ganz anders sein wird als momentan noch, wird auch die Zusammenstellung der Warengruppen eine neue werden müssen. Um die Arbeit zu erleichtern, habe ich mir die leeren Regale mit allen einzelnen Segmenten ausgedruckt und genau passend dazu eine Anzahl an Karten, auf denen sich sämtliche zu berücksichtigen Bereiche (z. B. Brot, Gewürze, Brotaufstrich, Kekse) befinden.
Erst mal alles ausdrucken und ausschneiden:
Dann ging die Bastelei los. Es fühlte sich an wie eine Mischung aus einem Puzzle und Memory. Es gibt natürliche einige Dinge zu berücksichtigen: Kaffee sollte nicht versteckt stehen, "Frühstück" sollte im vorderen Bereich bleiben. bestimmte Warengruppen wollte ich zwingend an Kopfregalen stehen haben, sowas wie Fairtrade-Produkte sollten aufgrund des besonderen Sortimentes wiederum an exponierter Stelle stehen. Dazu war mir aber wichtig, dass die Bereiche auch noch thematisch wenigstens halbwegs zueinander passten. Also nicht gerade Fischkonserven unmittelbar neben den Keksen. Das klingt in der Theorie alles leichter, als es letztendlich ist: Rund 1,5 Stunden haben wir hier im Büro getüftelt und immer wieder die Kärtchen verschoben und neu gelegt.
Et voilà !
Ihr müsst das nicht lesen können. Ich will ja nicht zu viel verraten. Das Kopfregal vorne ganz links heißt übrigens "BREMEN REGIONAL", da habe ich was vor, das es in der Form hier bislang noch nicht gab. Der Name sagt hoffentlich schon alles.
Im Lager hatte ich noch einen Karton mit hunderten durchsichtigen Müllsäcken gefunden. Die benutzen wir jetzt hier intern für sämtliche Müllbehälter und auch als Müllsack vor dem Leergutautomaten. Interessant, was die Leute hier so alles anschleppen.
Ein Mitarbeiter eines Küchenfachhändlers guckt sich in den nächsten Tagen mal unsere Küchenzeile im Aufenthaltsraum an. Die Frage ich nämlich, ob sich der eine Schrank (mit der geöffneten Tür) ausbauen lässt und stattdessen Spülmaschine und Kühlschrank parallel unterzubringen sind.
(Ein Hinderungsgrund ist nämlich akut die fehlende Trennwand zwischen den Geräten, an der diese nämlich befestigt würden.)