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Mit einem von dem Heranwachsenden lässig aus der Hosentasche gezogenen Bündel 500-Euro-Scheine (!!!) vor meiner Nase herumzuwedeln und das als Argument dazu zu benutzen, dass "seine Jungs" es nicht nötig hätten, bei mir ein Teil für ein oder zwei Euro einzustecken, beeindruckt mich nicht im Mindesten.

Ich bin mir nicht 100%ig sicher und habe deswegen nicht mehr Aufregung als nötig verursacht, aber ich glaube trotz des Drogengeldes kleinen Vermögens des Goldkettchen- und Brusthaartoupetträgers, dass mein Gefühl richtig war.

Oops, vergessen...

Für heute wurde ich zu einer Hauptverhandlung in einer Strafsache gegen einen Ladendieb von mir als Zeuge geladen.
Gerade eben fiel mir auf, dass der Termin ja schon um 9:00 Uhr war. So früh hatte ich nun wirklich nicht damit gerechnet.

Ein Anruf mit der vorsichtigen Nachfrage, ob es sich noch lohnen würde, etwas verspätet zu dem Termin zu erscheinen, beruhigte mich allerdings: "Sie werden nicht mehr benötigt."

Viel mehr, als in meiner Strafanzeige stand, hätte ich sowieso nicht erzählen können...

Dreist sein ist alles

Ein Mann wollte eine Packung Kaffee zurückgeben, die er angeblich am Samstag hier gekauft hatte. Als "Beweis" drückte er einem Kollegen neben der Packung Kaffee noch einen Kassenbon in die Hand. Normalerweise ist das für mich überhaupt kein Problem, aber...
1. Der Mann sah so aus, als wenn er alle Möglichkeiten der Geldbeschaffung nutzen würde.

2. Niemand hat ihn mit dem Kaffee hereinkommen sehen.

3. Der Packung war mit aktiven Sicherungsetiketten versehen.
Vor allem der dritte Punkt hat mich zu meiner Entscheidung bewegt: Ich sagte dem Mann, dass dieses Paket Kaffee noch nie diesen Laden verlassen hat und dass ich es deswegen hierbehalten und ihm auch kein Geld dafür auszahlen werde.
4. Er hat nicht protestiert.
Das bestätigte mich in meinem Handeln.

Die Chance, dass eine bezahlte Ware ungesichert den Laden verlässt, ist extrem gering. Dazu müsste die Artikelsicherung zum einen nicht an der Kasse entwertet worden sein und zum anderen dann noch ungehindert die Antennen der Warensicherungsanlage passiert haben.

Angefressen

Mit bei der Inventur des Kühlregales aufgetaucht und trotz Stress für bloggenswert empfunden: Eine Packung Käse, die offenbar probiert und für nicht schmackhaft empfunden wurde...


Gegenbeispiel

Am Dienstag beschrieb ich, wie gründlich manche Hersteller bei werkseitig angebrachten Warensicherungsetiketten, der sogenannten Quellensicherung, vorgehen.

Dies ist hier keine Quellensicherung.
Dieses Klebeetikett wurde von uns angebracht, da Feinstrümpfe mit zu dem Kreis der bei Ladendieben eher beliebten Artikel zählen.
Aber was nützt so ein Etikett, wenn die Diebin (Ich unterstell's jetzt einfach mal...) die Verpackung öffnet und nur den Inhalt mitnimmt?

Richtig: Nix. :-(


Blättchen-Dieb 2 - Die Verhandlung

Erinnert sich noch jemand an den Blogeintrag "Blättchen-Dieb"? Das war am 20. März 2006.

Und nun? Fast auf den Tag genau 11 Monate nach der Tat findet eine Verhandlung gegen den Täter statt. Ich habe eine Vorlage als Zeuge bekommen und bin mir sicher, dass meine Aussage, sofern ich nicht sowieso schon vorher gehen darf, wahrscheinlich der Höhepunkt im Spannungsbogen der Verhandlung werden wird: "Ich beobachtete Herrn V. dabei, wie er zwei kleine Schachteln voller Blättchen einsteckte."

Was anderes steht auf dem Strafantrag übrigens auch nicht.

Ungesehen weggeschickt

Eine Kollegin kam zu mir ins Büro und wollte zwei Vertreter ankündigen, die "ganz schön viele" Sorten Spirituosen anbieten wollten.

Zum einen sind Spirituosen (zumindest für den Einzelhandel) wirtschaftlich nicht wirklich interessant, vor allem deshalb übrigens, weil einem recht hohen Wareneinsatz und Diebstahlsrisiko eine nur geringe Marge gegenübersteht und zum anderen, weil ich hier einfach nicht den Platz für Spirituosen habe und (aufgrund der genannten Gründe) auch nicht besonders wild darauf bin, den Platz dafür zu schaffen.

Und da ich sowieso viel zu tun hatte, durfte meine Mitarbeiterin dann ungesehen ausrichten, dass ich kein Interesse hätte.

Das ist ja so normalerweise nicht meine Art... :-)

Einsichtig

Eine Frau, die wir hier vor einiger Zeit bei einem Diebstahl erwischt haben und die daraufhin von uns Hausverbot bekommen hat, betrat eben meinen Laden.

Mit dem Hinweis auf das Hausverbot forderten wir sie auf, das Geschäft zu verlassen.

Ihr Antwort: "Wenn Sie mich hier nicht wollen, dann gehe ich eben woanders einkaufen."

Wird wohl darauf hinauslaufen, ja. :-)

Hamburger

Zum Wochenende schließe ich mal wieder mit einem ekeligen Bild ab. Irgendein blöder Depp hat sein Hamburger-Brötchen an unsere Schaufensterscheibe geklebt, nicht ohne vorher die Sauce, die sich noch auf der Hälfte befand, großzügig auf dem Glas zu verteilen...

Die Option "wollte nur ins Blog" kann man ausschließen, denke ich. Sowas zu machen, scheint ein Hinweis auf erheblichen Mangel an Intelligenz zu sein. Derartige Subjekte können "Blog" wahrscheinlich nicht einmal buchstabieren. :-(


Auf der Flucht

Ich sollte schnell zur Kasse kommen. "Da hat jemand was geklaut", rief die Kollegin. Ich sprang auf und rannte nach vorne. Auf der Straße diskutierten gerade ein Mitarbeiter und eine Kassiererin von mir mit zwei dunkel gekleideten Personen. Meine Angestellte hatte beobachtet, wie einer der beiden Männer mit einer Flasche Wein unter der Jacke den Laden verlassen hatte. Auf der Straße hatte er die Flasche verloren, so dass diese zerbrach.
Als ich aus der Tür kam war bereits ein weiterer Mitarbeiter von mir dazugeeilt und versuchte, den pöbelnden Beschuldigten zu beruhigen. Die Diskussion setzte er mit mir fort. Obwohl mehrere Leute bezeugen konnten, dass die zerbrochene Flasche aus meinem Geschäft stammte, stritt er lautstark alles ab, pöbelte herum und zückte schließlich sein Handy. Er drohte damit, die Polizei zu rufen und dass "das" für mich teuer werden würde und dass er einen guten Anwalt hätte und sich jetzt schon auf den Schadenersatz freuen würde.

Er dachte wohl, dass er mich damit einschüchtern könne und ich ihn laufen lassen würde. Weit gefehlt: Ich forderte ihn auf, doch unbedingt die Polizei zu rufen, woraufhin der Typ auf seinem Handy erst ein paar Tasten und sich anschließend das Telefon ans Ohr drückte. Nach einigen Sekunden drückte er wieder auf den Tasten herum und murmelte irgendwas wie "das klappt nicht".
Er hatte gar nicht die Polizei angerufen, und somit war mir klar, dass das tatsächlich ein Einschüchterungsversuch seinerseits war. Ich hingegen zog daraufhin mein Telefon aus der Tasche und rief tatsächlich das nächstgelegene Polizeirevier an.
Daraufhin rannten die zwei Männer (Der Beschuldigte und sein Begleiter) los und bogen sofort in eine Seitenstraße ab. Meine beiden Angestellten nahmen die Verfolgung auf und ich konnte nur tatenlos zusehen, denn leider hatte ich kein Handy, sondern nur das schnurlose Firmentelefon in der Hand und konnte zwar gerade noch vor dem Laden telefonieren, aber mich keine 10m entfernen. Nachdem ich einmal weiterverbunden worden war und zweimal erklären musste, was überhaupt los sei, wollte man mir einen Streifenwagen schicken. Sofort versuchte ich, den Ladendieb und meine Mitarbeiter zu Fuß einzuholen.

An der nächsten Straßenkreuzung standen sie schon. Zumindest meine Angestellten - von dem Täter war nichts zu sehen. Ich erfuhr, dass er "irgendwo zwischen den (Reihen-)Häusern" verschwunden sein soll und plötzlich wie vom Erdboden verschluckt war.
Plötzlich fuhr ein Streifenwagen vor. Meine Kassiererin durfte einsteigen und zusammen mit ihr haben sich die Polizisten auf die Suche gemacht und die Runden durch die Straßen gedreht. Mein Mitarbeiter und ich gingen unterdessen zum Laden zurück.

Später erfuhr ich, wie die Geschichte weiterging:

Der Täter hatte sich tatsächlich in den Hinterhöfen versteckt. Eine Anwohnerin hatte dies beobachtet und weil der Typ ihr nicht ganz geheuer vorkam, rief sie die Polizei an. Diese rückte gleich mit einem halben Dutzend Einsatzwagen an und schnappte sich den Kerl. Er musste wohl mit mehreren Leuten festgehalten werden, da er hochgradig aggressiv gewesen sein soll.
Noch bevor sie ihn mit Handschellen gefesselt ins Auto einladen konnten, schlug er noch einer Polizistin mit dem Ellbogen ins Gesicht...

Mit was für widerlichen Leuten man sich herumschlagen muss. :-(

Versuchter Taschendiebstahl

Der Titel dieses Blogeintrages ist reine Spekulation. Aber ich glaube nicht, dass die Wahrheit wesentlich anders aussieht.

Zwei Heranwachsende schlichen vorhin (zwischen den Besuchen der Fernsehteams) durch den Laden. Irgendwie kamen sie mir verdächtig vor und so rannte ich ins Büro und beobachtete die beiden auf dem Monitor der Videoüberwachungsanlage. Sie benahmen sich tatsächlich ausgesprochen auffällig: Sie gingen immer wieder durch die Gänge und sahen oft zu den Kameras hoch.

Plötzlich sprachen die beiden eine ältere Kundin an, die ihren Einkaufswagen vor sich herschob. Es wirkte so, als ob der jüngere der beiden Typen die Frau irgendetwas fragen würde, denn sie beugte sich kurz darauf mit ihm in eines der Regale.

Nun... Das Folgende kann ich nicht begründen: Ich hatte es plötzlich sehr eilig, zu dieser Kundin zu kommen. Ich bekam noch mit, wie der Typ irgendwelche fadenscheinigen (und völlig sinnlosen) Fragen über Ketchup stellte, während der andere ein paar Meter entfernt hinter der Ecke stand. Ich weiß nicht, warum, aber ich bin mir ganz sicher, dass sie Böses mit der alten Frau vorhatten. Unbegründbar, vielleicht auch unberechtigt, aber ich hatte dieses seltsame Gefühl im Bauch und deshalb habe ich die beiden kurzerhand rausgeworfen und aufgefordert, diesen Laden nicht wieder zu betreten.

Bis zu dem Moment war ich mir meiner Sache noch nicht 100%ig sicher. Das änderte sich allerdings, als sich die beiden ohne nennenwerten Protest trollten.

Sprint

Eine Kassiererin rief mich ganz aufgeregt nach vorne: "Der Typ hat hundertprozentig was geklaut, da vorne geht er. Der mit der dunklen Jacke."

Männer mit dunklen Jacken sehen von hinten relativ gleich aus, vor allem aus ca. 70m Entfernung. Ich fixierte dummerweise den falschen und rannte dort hin. Beim Näherkommen war ich mir schon sicher, dass er nicht gemeint gewesen sein könnte. Es ergab sich ein kleiner Dialog und ich ging nach ein paar Sätzen wieder zurück zum Laden.

"Der da drüben, der da Richtung Penny geht, ist es.", erzählte mir die Mitarbeiterin und ich rannte gemeinsam mit einem Kollegen los, um ihn noch einzuholen.
Während wir noch rannten, bog der Mann um die Ecke. Doch als wir dort ankamen, war er spurlos verschwunden. Zufällig stand dort einige Meter weiter ein Streifenwagen und da wir davon ausgingen, dass unsere "verdächtige Person" in den Penny-Markt gegangen ist, um nicht den Polizisten über den Weg zu laufen, suchten wir dort weiter.

Also "suchten" trifft es eigentlich nicht ganz. In dem Laden befanden sich mindestens zwei Personen, die von hinten etwa so aussahen wie der Gesuchte und darum haben wir die Verfolgung aufgegeben.

WC-Frisch

In einem Regal lag eine leere Packung eines "WC-Duftspülers". Die kleine Schachtel ist ca. 10x6,5x2,5cm groß, der Inhalt kostet gerade mal etwas über einem Euro.

Da fragt man sich ernsthaft, ob Leute solche Dinge nur des Nervenkitzels wegen stehlen oder ob dort Beweggründe wie Armut oder "Sparsamkeit" dahinter stehen.

Ooooh, Mann... :-(

Zwei Flaschen in der Sporttasche

Während ich gerade im Markt zugange war, ertönte auf einmal der Alarm der Warensicherungsanlage. Da momentan eine relativ neue Kollegin dort sitzt, für die der Umgang mit dem System noch völlig neu ist, kam es in den letzten Tagen häufiger mal dazu, dass der Alarm versehentlich auslöste, da sie nicht alle gesicherten Artikel kannte. Diesmal hörte das Piepen aber gar nicht auf und so sprintete ich sofort nach vorne zur Kasse.

Ein Mann mittleren Alters stand dort und hielt eine schmuddelige Sporttasche in der Hand. Er ging einen Meter zurück - der Alarm hörte auf. Als er wieder zwischen den Antennen stand, ertönte das Warnsignal erneut. Durch den halb offenen Reißverschluß der Tasche erspähte ich eines meiner Warensicherungsetiketten. Da ich einen Prototyp einer bestimmten Etikettensorte im Einsatz habe, gab es auch keine Verwechselungsgefahr: Die Flasche ist aus meinem Laden!

Ich forderte den Mann auf, mir ins Lager zu folgen. Dort packte er seine Tasche aus. Und tatsächlich: Er hatte zwei Flaschen mit Spirituosen zwischen seinen restlichen Sachen verborgen - beide mit meinen Etiketten gesichert.

Es folgte Bekanntes: Ausweis, Anzeige, Hausverbot.

Dem Typen schien es allerdings relativ egal zu sein. Seiner Aussage nach steht ihm sowieso demnächst ein mehrjähriger Urlaub auf Staatskosten bevor. Tolle Aussicht.