Mit lautem Krachen ist gerade eine Packung Bier unten aufgerissen. Dummerweise trug das Achterpack gerade jemand in der Hand und alle acht Flaschen zerschlugen auf dem Fußboden in dem Bereich vor dem Leergutautomaten. Es handelte sich übrigens nicht um einen der bereits von uns verklebten Träger sondern schon um eine neue Lieferung.
Diese werden wir also heute auch noch jeweils mit einem großen Klebebandstreifen sichern. Und dann werde ich in der nächsten Zeit diesen Artikel wohl erstmal nicht mehr bestellen…
Artikel der gleichen Marke und Produktkategorie sind bei uns im Warenwirtschaftssystem zu sogenannten Preisgruppen zusammengefasst. Diese Gruppen können klein sein und nur aus drei Artikeln bestehen oder auch weit über 150 Artikel beinhalten, wie es zum Beispiel bei den Maggi Fix-Produkten der Fall ist. Im Laufe der Jahre habe ich hier viele Dutzend dieser Gruppen angelegt. Noch ein paar Beispiele gefällig? Milka-Schokolade, Ritter-Sport-Schokolade, Viala-Wein, Birkel-Nudeln, Philadelphia-Frischkäse, Beck's-Kisten und viele, viele mehr. Die Liste lässt sich im Grunde beliebig fortsetzen.
Der Vorteil dieser Preisgruppen ist, dass man bei einer Preisänderung nur einen einzigen beliebigen der beinhalteten Artikel anzufassen braucht und der Verkaufspreis bei allen anderen Artikeln in dieser Gruppe wird automatisch mit geändert. Das spart natürlich sehr (sehr!) viel Arbeit, gerade auch in Hinsicht auf die wöchentlichen Werbe-Angebote.
Und warum schreibe ich das gerade alles?
Nur deshalb, weil ein Artikel hier im Kassenbüro auf dem Schreibtisch stand, an den jemand einen kleinen Notizzettel geklebt hatte: "Artikel ist nicht auf Angebotspreis!"
Stimmt, der war tatsächlich nicht in einer Preisgruppe.
Wir können bald verschiedene Sorten Wurst und Aufschnitt von einem Hersteller bekommen, die ausdrücklich gluten- und laktosefrei sind. Eine Kollegin saß gerade neben mir im Büro, als ich die Artikel in unseren Bestellunterlagen entdeckte. Ich schüttelte den Kopf:
Gluten- und Laktosefreie Wurst. So ein Blödsinn.
Das kannst du so nicht sagen. Es gibt immer mehr Leute, die weder das eine noch das andere vertragen. Für die ist das dann eine gute Alternative.
Ja, aber..? WURST!!! Ohne Getreide und ohne Milch. Das gehört da eigentlich schon per se nicht rein. Schlimm genug, dass man bei solchen Produkten überhaupt ausdrücklich damit werben kann oder muss, dass sie "laktosefrei" oder "glutenfrei" sind!
"So schöner Lavendel", dachten wir tagelang beim Blick auf den Blumenwagen. Dann erst fiel uns auf, dass unser Blumenlieferant uns Plastikpflanzen untergemogelt hat…
Die erste (uns insgesamt auch größte) Lieferung an Herbst- bzw. Weihnachtsware ist inzwischen komplett im Laden untergebracht und mit Preisen versehen. Nun kauft, Leute. Kauft. Bei dem Sommer hätte man ja eigentlich auch schon zwei bis drei Monate früher damit anfangen können.
Vorhin habe ich ein paar Plakate ausgedruckt und nebenbei die Tintenstände kontrolliert. Das ist ganz einfach: Ein Tastendruck genügt und die Füllstände sämtlicher Patronen werden auf dem Display übersichtlich angezeigt. Bei der gelben Patrone blinkte ein Ausrufezeichen und darum sah ich mir an, wann ich die Patrone ersetzt hatte. Seit knapp zwei Jahren notiere ich immer das Datum und die gelbe Patrone ist gerade mal knapp vier Monate alt. Meine wöchentlichen Fensterplakate fordern ihren Tribut. Egal, darum geht's gerade gar nicht.
Beim Blick auf die anderen Patronen fiel mir auf, dass ich die Farbe Cyan offenbar deutlich sparsamer verwende. Nicht nur, dass der Füllstand noch deutlich über der Hälfte liegt – die Patrone steckt heute auf den Tag schon genau ein Jahr im Drucker.
Eine Kollegin ist häufiger in einer nahegelegenen Filiale einer bekannten Drogeriekette mit Zentaur im Firmenlogo. Dort bekam sie vor einiger Zeit etwa den folgenden Dialog zwischen den beiden dort anwesenden Mitarbeiterinnen mit:
Wieso hast du die Kaugummis nicht gepackt? Das hatte ich doch gestern Abend noch aufgetragen.
Das hatte ich getan. Ich habe die komplett nachgefüllt.
Aber hier ist alles leer!
Tatsächlich war der gesamte Bestand an "Wrigley's 5 Gum", die bei uns eine Zeitlang auch so gerne geklaut wurden, verschwunden.
Meine Mitarbeiterin, die eine der beiden Drogerie-Angestellten auch als Kundin aus meinem Markt hier kennt, berichtete von unseren Problemen mit den Kaugummis und dass wir sie seit den ersten Vorfällen konsequent mit Warensicherungsetiketten bekleben und danach auch tatsächlich einen Dieb erwischt hatten.
Wenige Wochen später war sie wieder einmal in der Rossmann-Filiale in der Nebenstraße. Natürlich erkundigte sie sich, was aus der Kaugummi-Sache geworden war. Die Antwort der dortigen Mitarbeiterin: "Wir haben die nach der nächsten Lieferung alle beklebt gehabt und nur zwei Tage später haben wir einen Typen erwischt, den mit einem kompletten Rucksack voller Kaugummis rausgehen wollte. Hat natürlich Alarm ausgelöst und da hatten wir ihn."
Im Eierregal war ein mittelgroßes Malheur passiert: Eine Packung war wohl heruntergefallen, ein Kunde hatte die tropfende Schachtel schließlich (und hoffentlich nicht aus Mutwillen) wieder ins Regal zurückgestellt. Die Folge waren etliche verklebte und unbrauchbar gewordene Packungen.
Nachdem ein Mitarbeiter alles auseinandergepflückt und gesäubert hatte, blieben etliche packungslose Eier übrig. Schließlich kam ihm der Gedanke, einfach die Ferrero-Ü-Ei-Trays zu verwenden.
Irgendein Anflug von Masochismus muss mich dazu getrieben haben, mal ein Teilstück meines großen Wandkühlregals für Molkereiprodukte zu zerlegen. Und zwar inklusive der Rückwände, weil es mir speziell um diese ging. Im Laufe der vergangenen elf Jahre haben sich die vielen winzigen Luftschlitze (auf den Fotos in den schmalen horizontalen Linien zu erahnen) relativ stark mit Staub zugesetzt. Auch wenn's eine Drecksarbeit ist, werde ich mir das knapp 12 Meter lange Kühlmöbel in der nächsten Woche mit dem Hochdruckreiniger vorknöpfen.
Auf den folgenden Bildern seht ihr die ersten beiden Teilstücke des Regals. Wir haben sie einfach mal ausgeräumt und die Rückwände probeweise abgebaut. Säubern ließen sie sich zwar, aber es war nicht angenehm, mit diesen unhandlichen wie instabilen Blechen herumzuhantieren. Eiseskälte und Nässe erledigten den Rest und ich war froh, als hinterher alles wieder zusammengebaut war.
Also beschloss ich, dass die Lüftungsschlitze in der nächsten Woche von vorne mit einem Hochdruckreiniger durchgepustet werden. Dazu muss allerdings das komplette Regal leergeräumt werden, denn das wird eine sehr feuchte Angelegenheit werden. Wartet's ab. Ich hoffe, dass ich vor lauter Arbeit trotzdem dazu kommen werde, Fotos zu machen.
An meine Ladenadresse habe ich den aktuellen IKEA-Katalog gesendet bekommen. Und das, obwohl ich beim Anblick der Ikeabana-Möbel (die alte schwedische Kunst des Möbelsteckens) nicht in Freundenschreie ausbreche. Egal…
Zum Katalog gab es ein Anschreiben:
Sehr geehrter Herr Harste,
an keinem Ort der Welt verbringen wir so viel Zeit wie Zuhause. Hier essen wir, hier schlafen wir, hier treffen wir die Familie und gute Freunde […].
Abgesehen von dem Teil, wo wir schlafen, spricht mich der Satz im Grunde gar nicht an. Ich verbringe die meiste Zeit hier in der Firma, folglich esse ich hier auch, hier besuchen mich Freunde und von hier aus führe ich auch mein gesamtes privates digitales Leben.
Eine Kundin kam mit einem Korb voller Beeren in den Laden, die sie auf dem Wochenmarkt gekauft hatte. Nachdem auch mein Mitarbeiter an der Kasse mitbekommen hatte, was die Kundin dort mitbrachte, scherzte er: "Hah! Sie haben Brombeeren und wir haben einen Brummbären."
Horst hat mir das folgende Foto geschickt und dazu geschrieben:
Moin Björn,
heute beim Frühstück entdeckte ich diesen Verbraucherhinweis auf der Senftube , benötige jetzt wohl noch "Schüttelanweisung".
Das mag zwar im ersten Moment seltsam anmuten, ist aber gar nicht weiter ungewöhnlich. Auch wenn sich der Inhalt einer (Senf)tube nicht so richtig schütteln lässt, würde ich den Rat möglichst befolgen. Oft setzt sich bei Senf nämlich die Flüssigkeit ab und schwappt einem beim Öffnen der Tube dann unerwartet entgegen.
Vor ziemlich genau drei Jahren haben wir "Picas Tierfutter" (SOO lange ist das schon wieder her. Erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht…) endgültig aufgelöst. In dem kleinen Laden hatten wir natürlich auch ein ec-Cash-Terminal und weil wir es für Hauslieferungen benutzen, entschieden wir uns damals für eine mobile Version mit Akku und SIM-Karten-Schacht.
Zum Ende der Geschäftstätigkeit kündigte ich damals den dazugehörigen Vertrag. Das Gerät hatte es zunächst mit der restlichen Ladenausstattung bei uns zu Hause auf den Dachboden geschafft und landete schließlich hier in der Gastfeldstraße in einem Regal im Lager. Dort fiel es mir vor ein paar Tagen beinahe wortwörtlich vor die Füße.
Am vergangenen Wochenende schrieb ich eine E-Mail an den Anbieter und teilte dort mit, dass das Gerät offenbar vollkommen in Vergessenheit geraten war und hier noch liegen würde. Nebenbei erkundigte ich mich, ob ich es nicht (natürlich zur regulären Gerätemiete) behalten könnte. Immerhin bin ich dort nach wie vor Kunde und außerdem machen wir hier bekanntermaßen ebenfalls Hauslieferungen.
Heute kam mit der Post folgendes Anschreiben:
Erinnerung
[…]
Trotz Versand eines Retourenscheines/Retourenlabels zur für Sie kostenfreien Rücksendemöglichkeit können wir leider keinen Wareneingang des Terminals feststellen. Wir bitten Sie deshalb, das Gerät bis zum
15.09.2011
[...] zurückzusenden.
Kann natürlich sein, dass das einfach nur ein Standardtext ist, der zusammen mit dem Paketaufkleber gedruckt wird. Aber irgendwie mutet diese anmahnende Formulierung mit dem knappen Termin nach drei Jahren recht sonderbar an.