Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Heute ist der "große Tag", an dem wir unser 12 Meter langes Kühlregal grundreinigen werden. Dazu werden wir das komplette Regal leerräumen und deshalb hat meine für die Abteilung verantwortliche Kollegin in den letzten Tagen die Bestände erheblich heruntergefahren. Ein sehr trostloser Anblick.
Wenn man sich diese Fotos ansieht, wirkt das Regal allerdings gar nicht so leer. Das täuscht aber, da die wenigen Reste alle ordentlich vorgezogen sind. Hinter der Ware ist schon fast alles leer:
Ich will noch nicht versprechen, dass es kontinuierlich Fotos geben wird. Vermutlich eher später am Tag als geballte Ladung. Jetzt geht's erstmal ans Zeitunsregal und dann schnappe ich mir den Hochdruckreiniger, mit dem ich wohl die nächsten Stunden beschäftigt sein werde… Hoffentlich setze ich dabei nicht meinen kompletten Laden unter Wasser…
Die kleinen Täschchen in denen man auf Reisen Zahbürste, Seife, Kamm und Kosmetik unterbringt, nennt man im Allgemeinen Kulturtasche, bzw. Kulturbeutel, aber auch Waschtasche oder -beutel. Im englischsprachrigen Raum gibt es diese Taschen auch, dort heißen sie "Washbag".
Nun bin ich gerade über einen großen Haufen Geschenkpackungen mit den unterschiedlichsten Produkten eines Kosmetikherstellers gestolpert. Es gab Deos, Duschgel, Lotion und andere Artikel jeweils in Kombination mit verschiedenen Draufgaben: Radios, Handtücher, Socken und auch eingangs genannte Taschen.
Irgendwie frage ich mich, was die Werbeleute bei dieser Aktion geritten hat. Bei den Produkten für Frauen ist eine "Kulturtasche" dabei und die Männer dürfen sich über ein "Washbag" freuen.
Yes! Wir Guys sind even much coolerer als die Ladies.
"Guck mal", sagte eine Kollegin, während sie eine alte Mineralwasserflasche aus ihrer Handtasche zog, "die habe ich noch bei mir im Keller gefunden. Ist die was für dich."
Jau, auf jeden Fall. Die Flasche ist ein (kleines) Stück Geschichte: Eine Einweg-Glasflasche mit "grünem Punkt" drauf und vollkommen unbepfandet. Gab es zwar jahrzehntelang, aber immerhin mittlerweile schon seit ein paar Jahren gar nicht mehr in diesem Land. Diese Flasche wurde vor ca. 20 Jahren abgefüllt:
Diese werden neben ihrer legalen Nutzung zur illegalen Herstellung von Explosivstoffen verwendet!
Mit Natriumchlorid kann ich dienen, kiloweise dazu, aber das ist wohl nicht so spannend. Wieso bekommen wir nur so ein Schreiben, in dem unter anderem darauf hingewiesen wird, auf folgende Dinge zu achten:
· Kunde zögert sich auszuweisen und Personalien mit Anschrift und Telefonnummer anzugeben oder eine schriftliche Bestellung aufzugeben
· Erreichbarkeit des Kunden nur über Mobiltelefon
· ohne erkennbaren Grund veränderte Bestellpraxis
· Übergabe an Parkplatz oder Bahnhof
· angegebener Verwendungszweck ist nicht plausibel
· u.v.m.
Auf alle Fälle wird eindringlich darauf hingewiesen, den Vorfall der Polizei zu melden.
Ich habe von diesen Dingen keine Ahnung, darum einfach mal in die Runde gefragt:
1.: Dürfen diese Chemikalien einfach so in beliebigen Mengen frei verkauft werden?
Wenn dies zutrifft, ist das Infoblatt relativ wertlos. Niemand tut etwas illegales beim Kauf oder Verkauf dieser Stoffe. Unbescholtene Verwender geraten aufgrund irgendeiner (möglicherweise unbeabsichtigten) Unregelmäßigkeit ins Visir der Polizei.
2.: Dürfen diese Chemikalien unter Einhaltung bestimmter Richtlinien verkauft werden?
Dann sind die Abläufe sicherlich klar geregelt. Legitimation des Käufers, ggf. Verwendungszweck und/oder -Nachweis.
Was kommt als nächstes? Hinweise an Tankstellenpächter, darauf zu achten, wer Benzin in Reservekanister füllt und Putzlappen kauft, weil man daraus Molotow-Cocktails basteln könnte?
Eine Kundin kam mit ihrem Einkaufswagen an die Kasse.
Während an Kasse eins ein paar Kunden standen, lagerte auf dem Förderband von der zweiten Kasse ein größerer Haufen zusammengelegte Pappe. Zusätzlich informierte das aufgestellte Schild darüber, dass die Kasse geschlossen ist.
"Wo muss ich denn jetzt hin?", fragte die Kundin.
Das ließ sich zwar einfach beantworten, aber zurück blieb trotzdem ein sich wundernder Mitarbeiter.
In der letzten Linksammlung hatte ich einige Hinweise auf den Honig, der Pollen von genmanipuliertem Mais enthielt, gebracht.
Wenn ich das im Kollegen- und Bekanntenkreis erzählt habe, setzte ich die Geschichte noch weiter fort: Wenn der Imker vor Gericht gewinnt, könnte es sein, dass über kurz oder lang viele bis alle Honigsorten zunächst aus den Regalen verschwinden könnten. Theoretisch könnten inzwischen überall derartige Pollen enthalten sein und somit würde die Deklaration verkehrt sein. Mitunter wurde ich über diesen scheinbar verrückten Gedanken belächelt.
Und nun? Habe ich gerade die erste Honigsorte via Rückruf aus dem Regal genommen. So sieht das nämlich aus.
Dass wir Smarties-Rollen (Die hierzulande immer noch nicht durch die sechseckigen Packungen ersetzt wurden) geliefert bekommen, die an der Längsnaht aufgerissen sind, habe ich noch nicht erlebt. Wenngleich natürlich nicht undenkbar ist, dass sich die Verklebung nicht doch mal aus irgendwelchen Gründen löst.
Hier hatte die Verpackungsmaschine aber vermutlich schon zu intensiv an den Feierabend gedacht. Gleich drei Rollen lagen mitsamt dazugehörigem Inhalt so im Karton:
Inzwischen haben wir übrigens die im Juli schon angekündigten Würsten (Wiener und Bockwurst) aus Straußenfleisch hier im Laden stehen.
Zwei Dinge sind mir auf den Etiketten übrigens besonders positiv aufgefallen: Zum einen steht dort der Text "Besuchen Sie unsere Straußenfarm in Plessa", der zur Besichtigung des Hofes in Plessa einlädt. Das ist in einer Zeit voller Skandale, gerade auch bei der (Massen-)Tierhaltung, sicherlich die ehrlichste Werbung, die man als Wurstproduzent machen kann.
Wenn man im "Dealerlocator" auf der Häagen-Dazs-Website nach Händlern im Postleitzahlenbereich 28201 sucht, bekommt man die folgende Liste angezeigt:
Da ist wohl irgendetwas durcheinandergeraten. Es gibt definitiv hier im Großraum Bremen mindestens einen SPAR- (oder möglicherweise inzwischen auch Aktiv-) Markt, dessen Betreiber "Böse" heißt – aber die sind allesamt definitiv nicht im 28201-Bereich. Da bin ich nämlich (als SPAR) ganz alleine.
Ich bin ja mal gespannt, ob meine E-Mail an Häagen-Dasz noch Beachtung finden wird…
Wie so oft werden Supermärkte als die großen Bösewichte angeführt (was sicherlich zu einem großen Teil auch richtig ist, gerade in den Filialbetrieben wird der Umgang mit unschöner oder nicht mehr lange haltbarer Ware knallhart diktiert) und der Inhalt der Inhalt der Supermarkt-Mülltonnen genau analysiert.
Am Wochenende hatte ich selber ganz allgemein über dieses Thema nachgedacht. Vor allem fiel mir ein, dass ein ebenfalls sehr großer Anteil der weggeworfenen Lebensmittel (wenn nicht sogar der größere!) in der Gastronomie zu suchen ist: Restaurant, Großküchen, Kantinen, Krankenhäuser. Es gibt fast keinen Gast, der nicht irgendetwas zurückgehen lässt. Angefangen bei der aus einer Möhre geschnitzten Tellerdekoration beim Chinesen bis hin zum gänzlich unangefassten Essen in der Station im Krankenhaus.
Das könnte in der Summe den Anteil der in den Geschäften entsorgten Lebensmittel sogar noch deutlich übersteigen. Möchte das mal jemand erforschen?
Kathi hat mir Fotos eines SPAR-Marktes in England zugemailt und dazu auch einen recht langen Text geschrieben. Vielen Dank dafür!
Hallo Björn,
Anbei sende ich einige Bilder eines neuen Spar-Marktes für deine Sammlung. Dieser hier befindet sich in Bexhill-on-Sea, England, in der Nähe von Hastings an der britischen Südküste. Eine Besonderheit hat er aber dennoch zu bieten, auch wenn er von außen recht unscheinbar anmuten mag, er befindet sich auf einer Ferienanlage. Dort werden Caravans vermietet, direkt neben dem Spar-Markt befindet sich eine Schwimmhalle mit Außenbecken und großer Wasserrutsche sowie eine Art Spielhalle, lauter schreckliche, laut blinkende und piepsende Automaten.
Verkauft wird hier, was wohl jeder Ferienanlagenkiosk verkauft, die nötigsten Lebensmittel, Süßigkeiten, Spielzeug soweit ich mich erinnere auch und Zeitungen. Kurios fand ich die Obst- und Gemüseabteilung (wenn man sie so nennen kann, wenig Auswahl zu meiner Meinung nach hohen Preisen), die sich teils im Kühlregal neben Milch, etc. befand und teils in einem recht winzigen Regal davor. In Deutschland habe ich das bisher noch nie gesehen.