...stellt man sich eben auf den Gehweg.
Ich kann nicht sagen, wie lange der Wagen tatsächlich schon oder noch so geparkt war. Ein Fahrer war jedenfalls nicht in Sicht. Manche Leute glauben anscheinend echt, dass sie mit ihrem Mercedes-Stern eine eingebaute Vorfahrt oder sonstige besondere Rechte erworben haben. Naja, das Image muss ja gepflegt werden.
(Sagt ein E-Klasse-Fahrer, der sogar einen funktionieren Blinker an seinem Auto hat und diesen regelmößig benutzt.)
Ein Typ, etwa Mitte zwanzig und mit wenig vertrauenerweckender Erscheinung erschien an der Lagertür und ging zwei Schritte hinein. Ich beobachtete zufällig die Szene auf dem Überwachungsmonitor und wartete gespannt ab.
Nachdem er sich schnell umgesehen hatte, ging er einfach bis nach hinten hin und sah sich dabei ausgiebig um. Er war gerade nur fünf Meter gekommen, als ich ihn von hinten ansprach. Dazu sollte erstmal ein fragendes "
Äh, hallo?!?" reichen.
Schnell kam er wieder zurück und erzählte mir, dass er "die Mappe für seinen Neffen" hier abholen soll. Der wollte hier ein Praktikum machen.
"Hier hat keiner ein Praktikum gemacht."
"Doch, klar, Mann. Fragen sie den Chef hier."
"Und warum rennen Sie hier einfach ins Lager?"
"Die Mappe von meinem Neffen, wo ist die? Er braucht die wieder, sonst bekommt er in der Schule eine Sechs."
"Wir haben keine Mappe."
"Sie müssen hier mal den Chef fragen, der wird Ihnen das bestätigen."
"Ich bestätige Ihnen erstmal, dass hier immer noch der Zutritt für betriebsfremde Personen verboten ist."
"Da steht kein Schild, dass man hier nicht reingehen darf."
"Ich denke, da muss kein Schild stehen. Etwas gesunder Menschenverstand sollte ausreichen, um einen davon abzuhalten, fremde Räume zu betreten. Außerdem traue ich Ihnen nicht und möchte, dass sie jetzt nicht nur mein Lager, sondern den ganzen Laden verlassen."
Ich geleitete den Typen noch bis zum Ausgang, nicht ohne mich auf halber Strecke noch von ihm provokativ mit dem Ellbogen gegen die Kasse schubsen lassen zu müssen.
Ohmann...
Bin gerade über eine
Pressemeldung gestolpert, in der es u.a. im Vorspann lautet: "
Laut Financial Times Deutschland haben neun Chiphersteller mit der EU-Kommission einen Vergleich wegen illegaler Preisabsprachen ausgehandelt."
Oha, und das, wo ich doch so gerne Chips esse. Hoffentlich sind die Walker's davon nicht auch betroffen.
Aber: Weiterlesen, aufatmen, entspannen. Es geht nämlich um Speicherchips.

(Auch wenn das natürlich für den einen oder anderen Leser genauso interessant sein dürfte, wie für mich wenn die Meldung von Lebensmitteln gehandelt hätte.)
Ein Kollege wollte wissen, ob das ein Graubrot ist.
Jetzt ja.
Von Torsten hatte ich auch ein paar Bilder bekommen, die mich zu dieser Reihe inspiriert haben. Vielen Dank dafür.
Hier seht ihr die neuen Flachvasen, in denen man dem neuesten Modetrend folgen kann, Wasserpflanzen dekorativ auf dem Tisch zu bringen. Die Modelle gibt es auch in Hitzebständig, so dass der hungrige Pflanzenfreund das Blühgemüse bequem und ohne die empfindlichen Fruchtkörper anfassen zu müssen in den Backofen geben kann:
Ist nix, kost nix. Der Fachmann erkennt sofort, dass bei dem Schild übrigens die vorgeschriebene Grundpreisangabe fehlt. Hoffentlich gibt das keinen Ärger.
Lisa und Luis haben mir ein Bild zugemailt:
Hallo Björn,
gestern waren wir beim WEZ in Minden und haben beim einkaufen einen begehbaren Kühlschrank entdeckt der mit Getränken für die Kunden befüllt war. Wir haben garnicht schlecht geschaut und waren am überlegen ob wir da einfach so reingehen können, aber ja das darf man.
Ich fand die Idee eigentlich garnicht so schlecht, auch wenn es ein wenig komisch aussah 
Hast du auch schonmal an so etwas bei dir im Laden gedacht, aber wahrscheinlich hast du dafür garkein Platz oder?
Platz? Was ist das?
Aber selbst wenn ich ausreichend Fläche hätte, würde ich so einen Raum nicht installieren. Zumindest nicht in der Form mit so einer Tür, wie ihr ihn da entdeckt habt.
Aurmerksamen Lesern ist vermutlich auch sofort klar, warum ich so denke: Das Risiko, dass sich hinter dem Schutz der Tür unbemerkt die Taschen vollpackt, wäre mir persönlich einfach viel zu hoch.
Inzwischen wurden um die
vor knapp zwei Wochen gepflanzten Bäume hier in der Straße jeweils drei Stangen aufgestellt. Daran werden die Bäume im oberen Bereich abgespannt werden und vor allem werden sich auf diese Weise die Parkrempler unaufmerksamer Autofahrer in Grenzen halten, bzw. gänzlich vermieden werden.
Jürgen hat eine Frage zur Sortimentsgestaltung:
Bei meinem Supermarkt kann ich ab und zu beobachten, dass zu bestimmten Produkten eine hauseigene Billigmarke ins Sortiment aufgenommen wird. Diese wird dann direkt neben einem Markenprodukt platziert. Manchmal kann man schon an der speziellen Form des Glases erkennen, dass vermutlich der gleiche Produzent dahinter steckt. Mit der Zeit verschwindet natürlich die teure Marke und übrig bleibt das Billigprodukt (was ja wohl nicht so toll für den Produzenten ist). Bilde ich mir das nur ein, oder kannst Du dieses gezielte Ausspielen der Hersteller bestätigen?
Zu den Gläsern: Eine für bestimmte Produkte eingeführte und bekannte Glasform wird natürlich gerne kopiert. Dazu kommt, dass es nicht so viele Hersteller für Gläser gibt. Dadurch ergibt sich, dass konkurrierende Produkte oftmals in ähnlichen Behältnissen ausgeliefert werden. Ein gutes Beispiel dafür ist Ahornsirup. Ich glaube, den gibt es nur in diesen flachen Flaschen mit dem kleinen Heckel oben am Hals. Hier die
Ergebnisse der Google-Bildersuche. Es gibt zwar Ausnahmen, aber es ist auf Anhieb zu erkennen, dass die unterschiedlichen Marken in nahezu identischen Flaschen angeboten werden.
Die Vermutung, dass teure Marken durch Billigprodukte gezielt verdrängt werden, kann ich nicht bestätigen. Natürlich kann diese Entwicklung so stattfinden, aber ich würde nicht als Händler gezielt die billigen Produkte fördern, um den Herstellern zu schaden. Nein, ich würde mich dabei nach den Wünschen meiner Kunden richten und wenn dann das günstigere Produkt aus Preis- oder vielleicht sogar Qualitätsgründen besser läuft und die teure(re) Markenware auf Dauer nur den Regalplatz blockiert, findet die Entscheidung natürlich zugunsten des "Billigproduktes" aus.
Erstaunlich, wie geprägt man ist. Da lese ich in einem Ordersatz (Speziell für Neulistungen und relativ unsortiert) bei uns die Artikelbezeichnung "Piratenschatz" und kann in dem Moment schon und ohne nachzusehen sagen, dass es sich dabei um Speiseeis handelt. Was sich bei näherer Überprüfung dann auch als richtig herausstellte.
War das jetzt so naheliegend? Hätten andere das auch vermutet oder an was hättet ihr bei "Piratenschatz" gedacht?
Eine Gruppe Teenager und/oder Heranwachsender war im Laden. Sie waren in Partylaune und suchten sich die verschiedensten Waren zusammen. Einer hielt eine große (1,5 Liter) Packung Eistee in der Hand und spielte damit, indem er diese immer wieder etwas hochwarf.
Als er gerade zufällig vor einem größeren Stapel Getränkekisten stand, rutschte ihm die Packung beim Auffangversuch durch die Hand. Es war zu spät, um danach zu greifen - aber geistesgegenwärtig drückte der junge Mann seinen Unterleib nach vorne, um den Eistee an den Kistenstapel zu drücken und daran zu hintern, herunterzufallen.
Der Gesichtsausdruck sprach Bände, die gebückte Haltung und die Hand im Schritt auch. Muss ein Volltreffer gewesen sein.
Thomas fragt:
Meine Freundin hat Laktoseintoleranz. Somit ist Einkaufen für uns immer eine etwas zeitaufwendigere Angelegenheit.
Wie gestaltet sich Dein Sortiment bei Dir im Laden und wie groß ist die Nachfrage bei Dir?
Wir haben leider immer das Problem verschiedene Produkte nur bei verschiedenen Händlern kaufen zu können, zwei bis drei Supermärkte müssen dafür (leider) immer aufgesucht werden.
Planst Du ggf. eine Erweiterung Deines Sortiments an laktosefreien Produkten, zumal ja Laktoseintoleranz immer öfter in unserer Gesellschaft vorkommt?
Oh, wir haben hier sogar eine relativ große Auswahl an laktosefreien Produkten im Angebot Das Problem ist, dass die Artikel relativ teuer und dabei nicht so sonderlich stark gefragt sind.
Wir versuchen hier immer, jeden gelisteten Artikel (meistens die von "Minus-L") ins Sortiment aufzunehmen. Verschwinden tun sie meistens wieder, wenn die Großhandlung sie auslistet.
Ich habe gerade mal nachgesehen. Derzeit haben wir hier: Pudding mit Sahnehaube, Schokoladenpudding, H-Milch mit normalen und reduziertem Fettgehalt, Wiener Eiskaffee, H-Schlagsahne, Schokoladenmilch, Jogurt (mit und ohne Frucht), Schmand, Frischkäse, Butter, Fleischsalat, Zaziki, Mozzarella, Hirtenkäse, Camembert, Bergkäse, Sprühsahne, Toastscheiben und Kaffeesahne. Dazu kommen noch verschiedene Milch-Alternativen auf Soja-, Reis- und Haferbasis.
Sollte erstmal reichen.
Von einem Vertreter erhielten wir gestern einen Karton mit kleinen Probierpackungen Margarine, die meine Mitarbeiter an der Kasse den einzelnen Kunden mitgaben. Meistens hat das auch ganz gut geklappt, aber mein Mitarbeiter Stephan hat mir nun eine Mail mit ein paar sonderbaren Erlebnissen geschickt:
Die schönsten Reaktionen von rund 60 verteilten Portionen:
1)
Kunde: "Danke, aber nur eine ist zuwenig für meine Familie".
Kassierer: "Ja okay, nehmen Sie sich zwei mit."
Kunde: "Hmm... Zölf?"
2)
Kunde: "Wie, nur eine? Da wird ja keiner von satt."
Kassierer: "Sie sollen sie ja auch nur probieren und sich einen ersten Eindruck machen können"
Kunde (pampig): "na, dann komm ich eben morgen früh wieder und versuchs bei der Kollegin"
3)
Flaschensammler: "Sind die abgelaufen?"
Kassierer: "Ööh... Nein!?!"
Flaschensammler: "Ach die sind doch bestimmt abgelaufen. Gib mir mal den ganzen Karton!"
4)
Kunde, der grade zwei G&G-Butter (Eigenmarke) gekauft hat.
Kassierer: "Und eine gratis-Margarine gibt's dazu."
Kunde: "Neee lass mal stecken, so nen Sche*ß esse ich nicht!"
Kennt hier jemand
Shokomonk?
Ich habe eine Werbung von denen bekommen, in der speziell die 50g-Tafeln angeboten werden. Wäre das eine qualitativ lohnenswerte Sortimentserweiterung?
Mit der Post trudelte hier Werbung für eine Software zur einfach selbst erstellbaren "Unternehmensbewertung" ein.
Die funktionsweise ist einfach: Man muss die Software nur mit allen betriebswirtschaflich relevanten Daten versorgen. Augenscheinlich die Zahlen, die sich aus der monatlichen Buchhaltung und den Bilanzen ergeben.
Der Sinn der Software erschließt sich mir nicht so ganz und eigentlich kann die Anwendung nur für gänzlich unfähige Unternehmer gedacht sein. In dem Werbeanschreiben werden die vielen Optionen des Programms mit vielen Bullshit-Buzzwords beschrieben, aber der eigentliche Sinn und Zweck wird nicht erklärt. Die meisten Funktionen lassen sich vermutlich durch einen Blick auf das eigene Konto ersetzen.
Klasse finde ich aber die Funktion "Insolvenzcheck". Ich stelle mir das gerade so vor: Buchhalterischer Restwert der BGA und Warenbestände minus noch fällige Außenstände bei den Lieferanten minus offene Darlehen plus Kassenbestand plus Bankkonten – ergibt die Summe ein negatives Vorzeichen, blinkt wahrscheinlich ein rotes Kästchen auf: "Glückwunsch, Sie sind pleite."
Aber ganz ehrlich? Das findet man meistens auch ohne eine knapp 200 Euro teure Software heraus.
Im Vorbegehen aufgeschnappter Gesprächsfetzer zwischen zwei Kunden, die vor einem Regal standen und sich nicht ganz einigen konnten, was sie nun kaufen: "...den Bio-Scheiß will ich jedenfalls nicht..."
Ist ja nun nicht das erste Mal, dass ich sowas in der Art zu hören bekomme. Warum ist die Meinung über Bioprodukte so schlecht? Warum? Kann ich zumindest teilweise erklären: Die Produkte sind nicht nur aus ökologischer Erzeugung sondern oftmals von und für Leute, die allgemein sehr "natürlich" leben wollen. Geschmacklich waren die Produkte häufig ein Desaster. Bio-Kartoffelchips gab es, aber die Würzungen waren nur ganz dezent. Das kam bei vielen Kunden nicht an. Bio-Nudeln waren entweder aus Vollkorn oder Dinkel. Es gab keine "normalen" hellen Nudeln aus Bio-Weizen, da das volle Korn ja "viel gesünder" ist. Wenn ich als Kunde Geschmack und Konsistenz von hellen Nudeln haben wollte, musste ich auf Bio verzichten. Zwei Beispiele, die sich in der Art im Grunde durch das ganze Sortiment ziehen. Dass sich die Meinung "Bio schmeckt nicht" bei vielen Verbrauchern im Laufe der Jahre geprägt hat, ist mehr als verständlich. Allerdings hat sich in den letzten Jahren diesbezüglich viel geändert, denn die Hersteller haben auch gemerkt, dass das Image vom kleinen, dunklen Bioladen mit Holzregalen bei den meisten Kunden nicht so gut ankommt.