Skip to content

Fragen, Fragen, Fragen – und keine Antworten

Telefonische Umfrage zur Umsatzentwicklung im deutschen Einzelhandel. Die Fragen lauteten etwa folgendermaßen:
· Werden für die Jahreszeit untypische Produkte verkauft?

· Wie haben sich die Einkaufspreise zum Vormonat entwickelt?

· Wie hat sich der Umsatz zum Vormonat entwickelt?

· Wie sind Ihre Umsatzerwartungen für den kommenden Monat?

· Wie sind Ihre Umsatzerwartungen für die kommenden drei Monate?
Die Antworten lauteten durchgängig "keine Ahnung". Was erwarten die? Dass jeder Händler solche Zahlen immer im Kopf hat?

Bei der ersten Frage wollte ich übrigens erst "Glühwein" sagen, hab's mir dann aber doch verkniffen. :-)

Heiß und dampfend

Ein Kunde wollte un-bed-dingt die ganz frisch aufgebackenen Brötchen haben. Ich hatte gerade die Backofentür geöffnet und stand noch in dem Dampfschwall, als sich der Mann schon mit einer leeren Brötchentüte neben mich drängte, um sich ein paar Brötchen einzupacken.

"Vorsicht!, sagte ich noch. "Die sind ganz heiß, ich habe den Ofen doch gerade erst aufgemacht."

Er wird sich in den nächsten Tagen vermutlich noch häufiger daran erinnern, dass sowohl ein Ofen als auch sein Inhalt durchaus etwas warm ist. ;-)

Wasser-Fall

Während ich gerade telefonierte, beobachtete ich nebenbei den Überwachungsmonitor der Videoanlage, auf dem gerade die Eingangstüren gezeigt wurden.
Ein Kunde kam von den Kassen und schob einen Einkaufswagen vor sich hier, in dem in dem oberen Korb sechs Kisten Mineralwasser in zwei Stapeln aufgetürmt standen. Er schob den Wagen durch die offene Tür und zögerte kurz vor der kleinen Stufe.
"Du willst doch den Wagen da jetzt nicht so vorwärts runterschieben? Das geht schief!", dachte ich noch laut bei mir.

Waren ja zum Glück nur PET-Flaschen, von denen nach Aussage meines Mitarbeiter, der den Kunden zuvor abkassiert hatte, auch keine zu Bruch gegangen war.

Frage zu Marktumbauten

Michael ist folgendes aufgefallen:
In einem unserer örtlichen Supermärkte (von Markant zu "E" jetzt Wasgau) kam es ständig zum Umbau des Marktes, bzw. zum Umstellen der Ausstattung. Ich hatte es unter anderem auf die verschiedenen Träger geschoben und war der Meinung, dass da wohl verschiedene Philosophien vorherrschen. Wenn ich deine Rubrik so verfolge, taucht immer wieder „war damals so ist aber heute nicht mehr“ auf. Wenn du Fragen beantwortest, fände ich es interessant vielleicht mal aktuelle Fotos aus deinem Laden zu sehen und vielleicht auch Erklärungen weshalb das ein oder andere verändert wurde – Einkaufspsychologie oder einfach nur Platzbedarf?
Beispiele aus meinem Markt kann ich dazu kaum liefern. Aber eines kann ich versichern: Wenn wir hier irgendetwas wesentlich verändern, hat das nur zwei Gründe: Entweder brauchen wir Platz oder eine Platzierung innerhalb einer Abteilung ist im Laufe der Zeit durch Ein- und Auslistungen so vermuddelt, dass man sie von Grund auf neu aufbauen muss.
Den ganzen Kram mit "Verkaufspsychologie" ignoriere ich dabei. Dass die billigen Produkte (häufig) unten stehen, liegt meistens schlicht und einfach an den benötigten Mengen. Der Rest verteilt sich im Bereich darüber. Dabei achte ich auf horizontale aber auch vertikale Blockbildung, aber ansonsten entstehen Platzierungen hier vor allem nach Gefühl. Bislang scheint das jedenfalls der richtige Weg zu sein.
Wie oft kann man eigentlich so was machen, bzw. was hält der Kunde für erträglich? Mir gings nämlich irgendwann gehörig auf die Nerven, dass ständig irgendwas wo anders stand. Im Vergleich waren Umräumaktionen bei den Konkurrenten (Netto oder Penny) nur äußerst selten der Fall.
Man kann sowas ständig machen. Gerade bei den Filialbetrieben habe ich das Gefühl, dass mit jeder neuen besetzung der Verkaufsleitung auch ein neues Konzept für die Läden her muss. Fürchterlich! Man sagt ja "öfter mal was Neues", aber bezüglich der Platzierungen hier im Markt bin ich eher sehr beständig. Falls hier zufällig langjährige Kunden mitlesen, werden diese bestätigen können, dass wir hier überhaupt nur sehr selten Waren umstellen. Und wenn ein Regal schonmal neu gestaltet werden muss, dann achten wir darauf, dass wesentliche Produkte möglichst so stehen, wie zuvor. Während der Bilderstrecke zur Einrichtung des Ladens habe ich ja selber an einigen Stellen darauf hingewiesen, dass die Artikel heute noch genauso stehen wie vor zehn Jahren.
Interessant wäre es bestimmt auch mal zu hören, was das Umstellen zum Teil auch für Auswirkungen auf das Kaufverhalten hatte – wenn du das überhaupt verraten willst/kannst macht ja schließlich bestimmt auch was vom eigenen Geschäftserfolg aus.
Hin und wieder merken wir hier auch, dass ein einzelnes Produkt vor oder nach einer Umplatzierung besser oder schlechter läuft. Aber das sind doch eher Zufallsfunde.
Es gibt teure Programme, mit denen die für das Sortiment geplanten Artikel anhand unzähliger Absatzdaten optimal und "psychologisch korrekt" in den Regalen untergebracht werden können. Mit Erfahrung und Gespür für seinen Job klappt's aber auch händisch ganz gut. :-)

Wie Björn zu seinem SPAR-Markt kam – Noch ein paar Fragen und Antworten

Gibt es ein Standardsortiment, dass man bei Ladeneröffnung aufnimmt, gibt es Erfahrungswerte oder hat man selbst eine konkrete Vorstellung, welche Firmen/Sortimente/Produkte man gerne hätte?
Natürlich hat man selber auch persönliche Vorstellungen, weil man bestimmte Produkte einfach gerne mag. Aber es gibt defintiv ein Kernsortiment, über das man sich im Grunde nicht viele Gedanken zu machen braucht. Dazu gehören einfach die wichtigen Markenprodukte, die man kennt. Dazu kommen die Handelsmarken im sogenannten Preiseinstiegssegment, also damals "Die Sparsamen" und heuten "Gut + Günstig". Wenn man dann noch Platz hat, kann man mit unbekannteren Marken auffüllen oder man nimmt Artikel ins Sortiment auf, die etwas exotischer und nicht überall zu bekommen sind.
Inwieweit hat sich das Sortiment mit der Ausdehnung der Öffnungszeiten verändert? Irgendwann hast Du mal geschrieben, dass besonders hochpreisige, kleine Produkte (ging AFAIR um Kosmetika/Lippenstifte ect) aus dem Pogramm rausgeflogen sind .... Einfach zur Schadensbegrenzung oder sind die Artikel wenig gefragt worden? Gab es eine Verschiebung zu Getränken, Alkohol, Fertigessen, Condomen....?
Konkret verändert hatte sich nichts, die Umsatzanteile von Tiefkühlpizza, Alkohol, Zigaretten, Tiefkühlpizza, Bier, Knabberartikeln und Tiefkühlpizza sind aber erheblich gestiegen. Erwähnte ich schon Tiefkühlpizza?
Ansonsten gehst Du ja auch mal auf Kundenwünsche ein und modifizierst das Pogramm (z.B. die Ben + Jerry´s Geschichte) - reicht hier eine Kundenstimme, wenn Du auch dahinter stehst, oder sammelst Du?
Oftmals reicht tatsächlich schon eine Kundenstimme. Nämlich einfach als ausschlaggebende Anregung für die Sortimentserweiterung. Vor allem, wenn ich auch denke, dass der Artikel eine interessante Bereicherung für das Sortiment wäre.
Bei neuen Produkten fragen häufig mehrere Kunden danach, weil sie die Sachen schon in der Werbung gesehen haben. Aber da versuche ich natürlich auch immer, das Sortiment so schnell wie möglich zu aktualisieren. Da ist man nunmal immer etwas vom Großhändler und deren Tempo beim Einlisten neuer Produkte abhängig.
Letztendlich denke ich, werden ja auch regelmäßig neue Produkte aufgenommen, andere Firmen/Produkte verschwinden...
Kommt da vom Großhandel mal automatisch was neues, oder alles nach Vorstellung durch Vertreter / Probepackungen usw.
Ja, regelmäßig. Bei unserem Lieferanten bekommen wir regelmäßig Unterlagen mit den Informationen über neu gelistete Produkte. Vertreterbesuche werden immer seltener, da Außendienst nunmal Geld kostet. Aber wenn, dann stellen die Vertreter mir auch häufig neue Produkte vor.

German Bratwurst Sausage

Nach diesem Beitrag im März hatte mich Thomas angeschrieben, mir das folgende Bild zugeschickt und mich gefragt, ob diese "German Bratwurst Sausage Flavour Potato Crisps" nicht auch etwas für mich hier wären.

Nun: Soeben bestellt und müssten diese Woche noch geliefert werden. Zusammen mit den Sorten "American Cheeseburger", "Brazilian Salsa", "French Garlic Baguette", "Japanese Teriyaki", "Argentinean Flame Grilled Steak", "Dutch Edam Cheese" und "English Roastbeef & Yorkshire Pudding".

Ich bin gespannt. :-)


Noch mehr Fundsachen

Ganz offensichtlich haben die Kunden am Wochenende nicht nur ihre privaten Dinge einfach liegengelassen. Bei einem Rundgang durch den Laden, den ich nach ein paar Metern schon mit einem Einkaufswagen fortgesetzt habe, sammelte ich etliche Produkte ein, die nicht dort lagen, wo sie hingehörten.

Nachdem alle Regale abgeklappert waren, hatte sich ein recht stattlicher "Einkauf" angesammelt:


Fundsachen

Oha! Ich glaube, am Samstag waren alle aufgrund des von Werder Bremen nur knapp verlorenen Spiels etwas neben sich.

Beim Leergutautomaten ist eine Tüte mit Textilien von einer jungen Familie stehengelassen worden, an der Kasse haben wir ein Portemonnaie gefunden und eben entdeckte ich noch auf dem Packtisch eine Hülle mit einem Personalausweis und einer Monatskarte für den ÖPNV hier in Bremen.

Zumindest bei den zwei letztgenannten Stücken findet sich der Name des jeweiligen Eigentümers, da werde ich mich nachher mal bemühen, alles zuzuordnen. Aber die Tücher werden sich wohl einfach gedulden müssen...

Dufter Stinker

Ein Heranwachsender stand vor dem Regal mit den Körperpflegeprodukten und sprühte sich mit einem Deo ein. Er steckte die Dose dabei unter seinen Pulli, sprühte rechts und links ausgiebig unter seine Arme, danach noch auf den Pulli vorne und hinten. Anschließend stellte er die Dose wieder irgendwo hin.

Wir haben ihn daraufhin angesprochen und aufgefordert, die Dose zu bezahlen. Die Reaktion war gewohnt freundlich: "Eh, was soll so'n das? Schpinnst du? Isch klatsch disch, du Scheißer, pass nur auf!"

Schönes Wochenende.

0:4

Ich glaube, die nächsten zwei Stunden verstecke ich mich im Büro und lasse mich nicht mehr im Laden blicken.

Die traurigen Gesichter ertrage ich heute nicht. :-O

Fragebogen zum Thema „Öffentlichkeit und Privatheit im Zusammenhang mit Blogs"

Nadine hat für ein Referat einen kleinen Fragenkatalog zusammengestellt. Für ihre Arbeit ist es wahrscheinlich zu spät, da die Mail schon vor ein paar Wochen kam und hier untergegangen ist – aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen Leser:
1.) Wie heißt Dein Blog?
"Der Shopblogger", wie unschwer zu erraten ist. Ursprünglich wollte ich das Blog übrigens "Shopblog" nennen, in Anlehnung an Udo Vetters Lawblog. Da die Domainnamen aber alle vergeben waren, habe ich dann eben noch das "er" angehängt.
2.) Worüber bloggst Du (grob)?
Sag' ich nicht. :-P
3.) Seit wann bloggst Du?
Seit dem 24. Januar 2005
4.) Wie viele Einträge pro Woche veröffentlichst Du ca.?
Etwa 30.
5.) Wie viel % von Deinen Lesern kennst Du ca. persönlich?
Ich vermute, die Quote dürfte bei nullkommanullirgendwas liegen.
6.) Wie gelangen die Menschen auf Deine Seite?
Meistens mittels Webbrowser. Auf die Adresse werden sie auf die üblichen Arten kommen: Suchmaschinen, Links in anderen Blogs etc.
7.) Gibt Du viel Privates von Dir preis?
Nein, wenngleich ich nicht anonym schreibe.
8.) Schreiben viele Anonyme boshafte Kommentare zu Deinen Einträgen?
Ja, definitiv. Aber während mir solche Dinge vor ein paar Jahren noch sehr nahegegangen sind, lassen mich derartige Kommentare inzwischen kalt. Immer wieder werde ich gefragt, wie ich sowas ertrage. Inzwischen vollkommen problemlos.
9.) Was vermutest Du steckt dahinter?
Wenn es nicht einfach nur Neid ist, dann wahrscheinlich die Chance, endlich mal die sprichwörtliche Sau rauslassen zu können. Man ist ja anonym, da kann man mal richtig um sich schlagen.
10.) Musstest Du schonmal Einträge löschen, weil die Kommentare so fies waren?
Ja, das kommt häufiger vor.
11.) Störst es Dich, dass Du für viele Dir Unbekannte ein „Bekannter“ bist?
Nein, keineswegs. Ist aber immer wieder witzig, wenn Leute einem eine E-Mail schreiben und gleich zugeben, wie gut sie einen "kennen". :-)
12.) Welche Negativen Erfahrungen hast Du durch Deinen Blog gemacht?
Wenn man einen Gedanken hat und diesen sehr subjektiv formuliert niederschreibt, wird jeder die Aussage anders interpretieren.
13.) Bereust Du es manchmal, durch Deinen Blog in die Öffentlichkeit gekommen zu sein?
Nein. Zumal das Blog ja auch keine Verpflichtung für mich darstellt. Sollte ich damit ein Problem haben, könnte ich doch einfach aufhören.
14.) Erkennen Dich die Menschen auf der Straße?
Ja. :-)

Vollgestopft

Der ältere Herr stand etwas frustriert vor dem Leergutautomaten. Er fluchte und meckerte zwar nicht herum, wie man es schon bei anderen Kunden erlebt hat, aber ganz glücklich war er mit der gegebenen Situation offenbar nicht: "Da sind jetzt alle meine Flaschen drin, aber der will mir mein Geld nicht geben!"

"Drin" waren die Flaschen tatsächlich alle. Nur, dass sie alle im Annahmewerk und auf den Förderbändern dahinter lagen. Der Kunde hatte die Flaschen einfach hintereinander in die Maschine gestopft und dabei weder die rote/grüne Lampe noch die Signaltöne beachtet. Acht Bierflaschen angelte ich schließlich mit langem Arm aus dem Gerät.
Tzz. :-)

Einzahlungsautomaten

Jens möchte wissen:
Aktuell gibt es hier einen größeren Supermarkt der hat solche Einzahlungsautomaten - wo steckt da der Sinn? Die Kassierer/Kassiererinnen scannen die Ware, drücken noch ein paar Knöpfe. Also Personal wird nicht gespart - wirklich viel schneller geht es an den Kassen nun auch nicht - also warum stellt man sich sowas hin??

Hier mal der Link zu meinem Blogbeitrag mit den Bildern von dem "Geldschlucker" : http://www.js79.de/url/3f
Mal abgesehen vom hohen Anschaffungspreis solcher Geräte, der mich primär auch vom Kauf abgehalten hat , haben die Dinger ein paar große Vorteile:
· Die Kunden können ihr Kleingeld unsortiert einwerfen, der Laden bekommt also eine größere Menge Kleingeld als gewöhnlich. Dadurch kann der Laden sich (einen Teil der) Rollengeldbestellungen sparen, was Zeit und Geld spart.
· Die Geräte geben Wechselgeld automatisch heraus. Die Gefahr von Kassendifferenzen und Reklamationen wird reduziert.
· Falschgeld wird automatisch erkannt.
Und ganz wichtig:
· Das Geld ist vor Zugriff geschützt (Verringerte Überfallgefahr!)