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Die Mindestbestellmenge von Ingwer-Shots

Ein junger Mann kam vor einer ganzen Weile in den Laden und stellte mir sein Produkt vor: Ingwer-Shots in kleinen Flaschen fürs Kühlregal. Inzwischen haben wir den Artikel schon lange nicht mehr im Sortiment, ich habe ihn nie wieder gesehen und weiß auch schon gar nicht mehr, wie die Firma und das Produkt hießen – aber die folgende Anekdote ist unvergessen.

Im Laufe des Gesprächs teilte mir der Vertreter mit, dass die Mindestbestellmenge für die Shots bei vier Kartons liegen würde. Wie groß die Kartons oder wie teuer die einzelnen Flaschen oder wie knapp die MHDs bemessen waren, weiß ich nicht mehr. Ich (Ingwer-Fan) wollte ihm eine Chance geben, sagte aber, dass ich nur zwei Kartons nehmen würde. Er zögerte und stammelte etwas davon, dass die Mindestmenge wegen der Versandkosten eingerichtet sei. Gut, das verstand ich natürlich. Schade.

Der Außendienstler wollte mir die Sache aber doch noch einmal schmackhaft machen und versuchte es mit dem Argument, dass ich seine Produkte aber ohne Wartezeit auf die Lieferung anbieten könne: "Ich hab die Ware im Auto, könnte ich sofort reinbringen."

Häh?! Was?! Wie?!

"Wo ist dann der Aufwand, wenn ich nur zwei Kartons nehme? Oder ist eure kleine Manufaktur ein Weltkonzern, der durch den fortschreitenden SAP-Einsatz über keinerlei Flexibilität mehr verfügt?"

Zähneknirschend ging es dann erstaunlicherweise doch – ich habe aber auch nie wieder etwas von dieser Firma gesehen oder gehört …

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Comments

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eigentlichegal on :

Versandkosten ...Ware im Wagen
Mich wundert dass es doch zu einem Deal kam nachdem der erste Eindruck aus einer Verarsche bestand.

Nobody on :

Kühlregal, Ware im Auto… war das nen Kühlwagen?

Chris_aus_B on :

Die sind fürs Kühlregal - und er hat sie so einfach m Auto? Toll.

Horst-Kevin on :

Wer sagt denn „einfach so“?

Kühlpflichtige Ware lässt sich in Styroporboxen Amit Kühlakkus sogar versenden. Zudem gibt es Kühlboxen, die man an den Zigarettenanzünder anschließen kann oder aktive Kühlboxen mit Akkubetrieb.

Ob die Ingwershots überhaupt kühlpflichtig sind, steht noch auf einem anderen Blatt. Das ist ja eigentlich Saft, also eher nicht. Angeboten werden sie aber meist zum Sofortverzehr, also wie die Halbliterflasche Cola. Direkt neben den fertig geschnippelten Salaten für die Mittagspause.

Bremerin on :

Wenn ein frischer Saft nicht pasteurisiert ist, muss er gekühlt werden.

Horst-Kevin on :

Stimmt, frische Säfte hatte ich überhaupt nicht auf dem Zettel. Normalerweise halten die aber auch nur 2-3 Tage, da brauchen wir dann auch nicht über ein MHD reden. Habe gerade gelesen, dass es Hochdruckbehandlungen gibt, mit der ein Saft länger hält als ganz frisch, aber kühlpflichtig ist.

Wie auch immer, für die Kühlung gibt's ja Lösungen.

Nobody on :

Kann man machen, wäre aber Platz technisch, Relation Ware vs Kühlung sehr suboptimal und aufwändig. Und auch in einer Kühlbox, wieviel Ware kriegste da rein vs wie viele Kunden du abklapperst…

Horst-Kevin on :

Klar ist das suboptimal, aber es geht ja nicht um eine dauerhafte Logistiklösung, sondern um einen ersten Vertreterbesuch, um einen Kunden zu gewinnen, der dann über den festen, effizienten Vertriebsweg ordert. Wenn man sich anguckt, was Firmen sonst so für Werbung raushauen, braucht man sich über diese kleine Ineffizenz wohl keine Gedanken machen.

Wenn man einen Kombi mit Styroporboxen volllädt, wird das schon für einen Arbeitstag reichen.

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