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Kaffee(maschinen)vermarkter

Vor einer Weile bekam ich einen Werbeanruf einer Firma, die Kaffee und -maschinen für Unternehmen anbietet. Irgendein Vertriebsmodell, dass mit Leasing oder Miete oder was auch immer funktioniert. Das war für mich jedoch gänzlich uninteressant und das sagte ich der Dame am Telefon auch. Sie schien es verstanden und akzeptiert zu haben und beendet das Gespräch freundlich und ohne ausfallend zu werden, was man auch schon anders erlebt hat. Aus Prinzip hinterlegte ich die Telefonnummer dennoch in der Sperrliste bei uns in der Fritzbox.

Ich weiß schon, warum ich das tat …


WLL auf Smokythek-Displays

Es hat nun doch ein paar Wochen länger gedauert, aber seit heute ist auch von den Bildschirmen unserer Smokythek das SPAR-Logo verschwunden. Stattdessen prangt dort jetzt der Edeka-Schriftzug "Wir lieben Lebensmittel".

Dazu habe ich ein kleines Softwarepaket bekommen, das ich nur auf einen USB-Stick kopieren und dann in den Rechner des Automaten stecken musste. Der Rest ging ganz automatisch. Wir haben auch ein Video davon gemacht, das enthalte ich euch aber doch vor. Vier Minuten, auf denen man eigentlich nichts sieht – außer vor allem mich in der Spiegelung des Bildschirms. :-D


Kompliziertes Abnehmen

Ein Kollege wurde von einer Kundin angesprochen, die Produkte mit Chia-Samen suchte. Es ging im Speziellen um Brot, jedoch kam das Gespräch ganz allgemein auf das Thema, dass und wie man mit Chia auch abnehmen könne, was aber eine gewisse Disziplin und Ausdauer voraussetzt. Die Kundin beendet das Gespräch etwa folgendermaßen: "Dann bleibe ich lieber fett!"

Die Kundin hatte einen BMI von vermutlich deutlich unter 20.

Markenlachs für 99 Cent

Der letzte Kunde des Vorabends wollte neben einigen anderen Dingen auch fünf Pakete Costa-Lachs kaufen. Den Geldschein, mit dem er bezahlte, zog er aus einem dicken Bündel, dessen Gesamtwert sich locker im oberen vierstelligen Bereich bewegte.

Nachdem er bezahlt hatte, monierte er in relativ rüpeligem Tonfall den Preis der Lachs-Pakete. Die Frage hätte zwar mit einem Blick auf den Kassenbon selber beantworten können, aber er zog es vor, ohne Bitte und Danke einen meiner Mitarbeiter herzuzitieren. Es folgte eine kurze Diskussion, die mit der Behauptung abschloss, dass da "99 Cent" auf dem Preisschild stehen würde.

Die beiden gingen zur Tiefkühltruhe, an der neben vielen anderen Schildern auch eines für den gekauften Lachs (5,29€) hing und eines für Eigenmarken-Fischfrikadellen für 99 Cent. Auf das letztgenannte Schild zeigte er und kotzte gleich unfreundlich heraus, dass ihm zu viel berechnet worden wäre und dass wir uns gefälligst kulant zu zeigen hätten, wenn wir schon Schilder mit falschen Preisen aufhängen würden.

Mein Mitarbeiter nutzte die Tatsache, dass der Kassierer schon zur Abrechnung nach hinten gegangen war, um ihm zu sagen, dass er da aufgrund der nicht mehr vorhandenen Kasse leider nichts mehr machen könne. Und sowieso: Gekauft ist gekauft, es gibt kein Recht auf Rückgabe. Mosernd verließ der Typ mitsamt der bezahlten Ware den Laden.

Klar hätte man da noch was machen können. Natürlich nicht im Preis, aber problemlos hätten wir den Lachs stornieren und ihm das Geld wiedergeben können. Auch nach der Kassenabrechnung. Aber Wald und Echo und so. :-)

Videorekorder-Innenleben

Ich habe ja nun schon seit Jahrzehnten die Angewohnheit, alle technischen Geräte auch immer erst mal von innen zu begutachten. Dieses Verlangen ist jedoch mit der Zeit zugegebenermaßen etwas zurückgegangen. Bei unserem neuen Rekorder für die Videoanlage ergab sich die Öffnung allerdings zwangsläufig, denn irgendwie mussten ja die beiden Festplatten mit ins Gehäuse.

Das Ding ist, nun ja, erstaunlich leer. Ein kleine Platine als Frontpanel, ein kleines PC-Netzteil und eine Platine, die etwas größer als eine 3,5"-Festplatte ist. Aber selbst die Bestückung der Hauptplatine ist extrem übersichtlich: Die auffälligsten Komponenten sind der h.264-Signalprozessor, die Pufferbatterie, ein Netzwerktreiber und mehrere DA-Wandler. Dann noch eine Handvoll der üblichen diskreten Bauelemente und mehrere kleine ICs, die ich nun aber nicht recherchiert habe. (Wozu auch, da muss hoffentlich in nächster Zeit nichts repariert werden.)


Exotisches Leergut (209)

Diese Flasche Eistee der italienischen SPAR-Eigenmarke wollte ein Kunde bei uns abgeben. Wir sind zwar kein SPAR mehr, aber auch dann hätten wir sie nicht angenommen.



Schmunzeln musste ich jedoch bei diesem Aufdruck auf der Rückseite der Flasche. Hier in Deutschland steht ja immer "Serviervorschlag" neben den kunstvoll arrangierten Produktfotos. Hier ist man noch deutlich ehrlicher: "L'immagine ha il solo scopo die presentare il prodotto", oder kurz auf Deutsch: "Symbolfoto". :-)


Montagsbelustigung

Angeschrieben wurde ich von einer Agentur, die sich "Kommunikation, Marketing und PR" auf die Fahne geschrieben hat. Anbei waren zwei "Anwendergeschichten" zur Veröffentlichung hier im Blog. Interessant waren diese wirren Aneinanderreihungen von Marketing-Ausdrücken keineswegs, aber für mich mal wieder ausgesprochen belustigend. Nach den ersten zwei Sätzen lag ich schon vor Ehrfurcht zitternd auf dem Boden. :-)

Hier ein Ausschnitt aus der ersten "Geschichte":

[…] wurde 1960 in den Niederlanden gegründet und hat sich seitdem zum zweitgrößten Personaldienstleister der Welt entwickelt. Allerdings baute das Unternehmen im Jahr 2015 immer noch viel zu sehr auf veraltete Outbound-Marketing-Taktiken. Die Website verzeichnete zwar sehr viel Traffic, aber die Suchmaschinenrankings waren wenig zufriedenstellend. Besucher konnten zwar ansprechende Inhalte herunterladen, aber es gab keine effektive Methode für die Lead-Erfassung und -Pflege. […] erkannte schnell, dass kein Weg an der Inbound-Methodik vorbeiführte. Nachdem das Unternehmen sich zu einer Partnerschaft mit […] entschied, konnten innerhalb der ersten sechs Monate viermal mehr Leads als zuvor über […].com generiert werden.
Da sind ja sogar die SPAR-Markt-Bilder aus Österreich aufregender. :-)

Liegt in der Kühlung!

Ein junger Mann in den Zwanzigern ging eine Weile durch den ganzen Laden. Offenbar suchte er etwas, denn er schritt fast jeden Gang ab. Durch die Konserven, am Kaffee vorbei, Drogerie, Getränke, zurück zu den Fertiggerichten – aber das Gewünschte schien sich hartnäckig vor ihm zu verstecken.
Meine erste Anfrage hatte er ignoriert oder nicht richtig mitbekommen, also versuchte ich es noch einmal mit der Frage, ob er etwas bestimmtes suchen würde und ob ich ihm helfen könne.

Butter. Er suchte Butter.

Hinterfragt habe ich es nicht, aber interessieren würde es mich eigentlich schon: Wer kauft Butter ohne zu wissen, dass die gekühlt werden muss? Natürlich ist das nicht zwingend eine Grundkenntnis für's Überleben – aber erstaunt hat es mich schon.