Faszinierend: Nach nur zwei Wochen hat der neue Geldteller aus Acryglas an unserer ersten Kasse nicht nur die ersten Risse, sondern auch schon eine ganze Menge davon. Das Ding sieht (von allgemeinen Kratzern mal abgesehen) schlimmer aus als das Gegenstück an unserer zweiten Kasse nach gut zwei Jahren.
Woher das kommt? Wohl selbstgemachtes Leid. Acrylglas verträgt den Kontakt mit Alkohol nicht und bekommt Risse durch Spannungskorrosion. Normalerweise passiert bei uns nicht. Wir haben Kollegen, die das Ding mit Wasser und Spülmittel reinigen, meistens passiert das mit profanem Sprüh-Glasreiniger, der zu großen Teilen aus Wasser besteht. Bedingt durch Corona wird (oder wurde, ich habe es nun intern untersagt), die Geldschale vermutlich ständig mit Desinfektionsmittel bearbeitet. Das hier am meisten verwendete Mittelchen besteht zu über 60 Prozent aus Ethanol und was das mit dem Acryl gemacht hat, sieht man hier. Wie ärgerlich.
Unser Schrotti, der die noch brauchbaren Teile der Einrichtung in Findorff verwertet und dafür als Gegenleistung beim Ausräumen und Entsorgen der nicht mehr verwertbaren Dinge hilft, hat es eilig, die Baustelle zu beenden. Natürlich kann er nicht vor Samstag 18 Uhr anfangen, aber er war ganz heiß darauf, dann auch direkt schon am Abend loszulegen und den Kassentisch und andere Dinge mit seinen Mitarbeitern zu zerlegen.
Aber den Zahn musste ich ihm ziehen und er wird sich damit bis Montag gedulden müssen. Die Mitarbeiter machen am Samstag nach Feierabend eine kleine Sauforgie Abschiedsparty und die Zeit sollen sie nicht nur bekommen sondern auch in Ruhe verbringen können, ohne dass im Hintergrund schon Leichenfledderei betrieben wird.
Die Kommunikationswege sind momentan etwas holprig, aber demnächst müssten wohl die Bestellungen für den diesjährigen EDEKAlender rausgehen. Klare Ansage von mir: Dieses Jahr werden wir daran nicht wieder teilnehmen.
Das mit den Auslosungen hat zwar beim EDEKAlender 2019 viel Spaß gemacht, aber letztendlich verlief die ganze Aktion sehr mau. Es waren fast täglich die gleichen Namen in der Box, daraus resultierend haben einige Leute sogar zweimal gewonnen. Im Aktionszeitraum sind rund 20.000 Kunden an dem Aufsteller vorbeigelaufen, sie meisten Leute haben den zwei Meter großen Pappaufsteller schlichtweg ignoriert. Wortwörtlich jedoch nur. Von den uns zur Verfügung gestellten Teilnahmekarten haben wir nur etwa 10 Prozent (wenn überhaupt) verbraucht. Mit etwas mehr Platz hätte man den Kalender mitsamt den ganzen Boxen sehr auffällig aufbauen können. Damit hätte es klappen können, aber das gibt die Fläche leider nicht her.
Die Gewinne hatten einen Gesamtwert von über 1000 Euro. Die verschenkt man natürlich nicht nur einfach so, sondern aus Unternehmersicht wäre es natürlich auch schön, wenn so eine Aktion im Idealfall zusätzliche Kunden in den Laden zieht und Umsatz generiert. Wenn der EDEKAlender zumindest unter einem Großteil der regelmäßigen Kunden wahrgenommen worden wäre, hätte ich über eine Wiederholung nachgedacht – aber so war die Aktion eher unbefriedigend. Aber wir hatten es ja zumindest versucht!
Als ich mir vor gut drei Jahren Gedanken gemacht hatte, wie die neuen Regalgondeln sinnvoll mit dem Sortiment bestückt werden könnten, hatte ich euch nur die Übersicht der Bastelei aber keine detaillierten Bilder gezeigt. Damals war das hier meine Idee dazu. Zuerst die fünf kurzen, diagonal gestellten Regale, unten die beiden langen Gondeln in der Ecke zwischen Tiefühltruhen und Kühlregal:
"Gepa", "Rinatura" und die beiden Gewürzregale (lange Gondeln ganz rechts im Bild) sind noch da, wo ich sie in diesem ersten Entwurf auch unterbringen wollte. Alle anderen Sortimente mussten noch umziehen. Das Brotregal ist bekanntlich nun an der hinteren Wand des Marktes gelandet und Lindt gibt es überhaupt nicht fest im Sortiment.
Aber dennoch war die Methode mit den Kärtchen und dem Schiebespiel sehr praktisch und hat ein erfreulich positives Ergebnis geliefert.
Das im April erwähnte Sonderkündigungsrecht unseres Telefonanschlusses im Markt in der Münchener Straße habe ich nach Erhalt der Gewerbeabmeldung beantragt und hatte nur Stunden später schon die Bestätigung im Postfach. Sehr schön, dass das so unkompliziert geklappt hat. Dafür liebe ich unseren regionalen Telefonanbieter hier im Norden:
Moin Herr Harste,
Sie kündigen Ihren Vertrag wegen Geschäftsaufgabe vorzeitig und reichen dafür Ihre Gewerbeabmeldung ein.
Da mir die Unterlagen am 12.05.2020 vorlagen, endet Ihr Vertrag mit einer Frist von einer Woche.
Ich hatte angemerkt, dass der Vertrag gerne zeitnah beendet werden kann und nicht bis zum 30. Juni, das Datum der Gewerbeabmeldung, laufen muss. Auch das hat ganz hervorragend funktioniert. Dann sind wir drüben zwar ab übernächster Woche ohne Festnetz und Internet und auch das Kassensystem würde nicht mehr funktionieren – aber auf die Anbindung des Kassensystems kommt es nicht mehr an und da sowieso jeder ein Handy hat, ist auch die Erreichbarkeit kein Problem.
Viel hat sich in den letzten Tagen nicht mehr getan. Die leeren Regale sind noch alle vorhanden und werden auch erst in der kommenden Woche abgebaut werden. Dafür sind die Warenvorräte sichtbar weniger geworden. Die meisten Produkte sind schon vollständig abverkauft, bis auf ein paar Ausnahmen sind von jedem Artikel nur noch ein paar Stück vorhanden. Eine dieser Ausnahmen ist / war das vorhin schon erwähnte Toilettenpapier, das sich nun zu größten Teilen bereits in der Neustadt befindet. Ansonsten reiht sich dort Lücke an Lücke. Das Zeitungsregal ist ausgeräumt, heute folgten die Haushaltswaren. Es wird leer, aber das ist am vorvorletzten Öffnungstag wohl auch nicht weiter verwunderlich.
Dass wir damit derzeit aber immer noch Umsatz machen, ist erstaunlich …
Ich hatte gestern aus Findorff nicht nur ein paar Papiere mitgenommen, sondern auch, ähm, okay, das war jetzt blöde formuliert. Eigentlich hatte ich ausschließlich Papier mitgenommen. "Ware" wollte ich erst schreiben, aber außer den besagten Unterlagen, die teilweise im Schredder gelandet sind, hatte ich das komplette Auto voll mit Toilettenpapier. Wenn wir drüben schon nicht mehr viel Ware bekommen haben, so trudelten doch zumindest die zugeteilten Klopapierpackungen dort ein. Macht nichts, die liegen jetzt hier mit in der Neustadt und werden nach und nach ganz sicher verkauft werden …
(Der Berg an Toilettenpapier ist auch auf einem kleinen weiteren Video zu sehen, das gleich noch folgen wird. Ein letzter Rundgang durch den Markt mit Ware.)
Das neueste Produkt bei uns im Backwarenregal sind Donutherzen. Ich habe sie noch nicht probiert, denke aber, dass sie den Pinky-Donuts sehr ähnlich sein dürften.
Die Herzen heißen "Donuts", auch wenn man in der Mitte nicht hindurchsehen kann – es bleibt jedoch die Frage unbeantwortet, ob man sich über das Mehr an Teig freuen soll, oder ob man als Kunden un um das Loch in der Mitte betrogen wurde.
Eines der Fundstücke im Büro in Findorff: Eine Vorlage mit dem SPAR-Logo als Wasserzeichen im Hintergrund, das wir mal vor 13 Jahren für die Werbung zum Einjährigen benutzt haben oder zumindest benutzen wollten. Warum da jetzt "sagen" groß geschrieben ist … Ach, ist jetzt ja eigentlich auch egal.
Natürlich sind wir jetzt schon dabei, in Findorff auch etwas tiefgründiger aufzuräumen. In den Ecken des Büros lagen noch etliche Ordner mit Unterlagen, die teilweise für uns wichtig, aber nicht aufbewahrungspflichtig sind (z.B. BWAs, Ladendiebstähle und Bewerbungsunterlagen) oder die zwar eine Weile archiviert werden mussten aber mittlerweile entsorgt werden können, zum Beispiel Personalunterlagen oder Personaleinsatzpläne / Stundenaufzeichnungen. Nicht alles kann weg, aber insgesamt habe ich jetzt schon mal eben mengenmäßig etwa den Inhalt von drei großen Aktenordnern durch den Aktenvernichter geschoben.
Aber mal von vorne: Eher zufällig fiel mir beim Weg durch den Laden einer unserer Einkaufskörbe neben einer unserer Tiefkühltruhen auf. In dem fast vollen Korb lagen oben auf der Ware mehrere Käsestücke, dachte ich zunächst. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass sich in dem Korb ausschließlich Käsestücke befanden. 17 mal Gouda zu jeweils knapp 4 Euro. Wenn da nicht jemand böse Absichten hatte, würde ich mich sehr wundern.
In der Videoaufzeichnung sah ich, wie ein junger Mann mit einem Rucksack auf dem Rücken den Laden betrat, sich beim Eingang einen leeren Korb schnappte, Richtung Kühlregal ging und dort mehrere Minuten das Angebot begutachtete und dabei aber vermutlich nur auf einen ruhigen Moment mit weniger Kunden wartete. Schließlich stapelte er den Inhalt des Gouda-Kartons in den grauen Korb um und ging die paar Meter zu einer TK-Truhe. Dort stellte er den Korb auf dem Boden ab und begutachtete die Pizza-Auswahl, tat zumindest so. Dann ging er plötzlich ohne den Korb los, quer durch den Laden, an der Kasse vorbei und durch den Ausgang raus. Das war eine knappe halbe Stunden bevor ich den Korb entdeckt hatte.
Vermutlich hat ihn irgendetwas gestört, aber darauf,dass der Typ in seiner ursprünglichen Absicht den Käse klauen wollte, würde ich Wetten eingehen.
Schon mal gehört? Pseudogetreide? Noch nie? Ist vermutlich nicht weiter schlimm und auch mir war der Begriff nach 25 Jahren im Beruf bis vor ein paar Tagen überhaupt nicht bekannt.
Pseudogetreide sind die Körnerfrüchte von Pflanzenarten, die nicht zur Familie der echten Getreidearten gehören, aber ähnlich wie Getreide verwendet werden. Sie besitzen zwar keine Eigenbackfähigkeit, wie beispielsweise Weizen oder Roggen, werden aber ansonsten ähnlich wie Getreide verwendet. Die bekanntesten Vertreter der Pseudogetreide sind Buchweizen, Quinoa und Amarant.
Die Flaschen mit dem Schraubverschluss, die zum Beispiel für Club Mate und Fritz Kola (aber auch andere Getränke) verwendet werden, sind in Form und Größe den normalen Bierflaschen sehr ähnlich. So ähnlich, dass unser Leergutautomat ein Problem damit hat, sie zu unterscheiden. Daraufhin sind wir vor über zehn Jahren mal dazu übergegangen, diese Flaschen, die eigentlich 15 Cent Pfand haben, mit acht Cent zu handeln. Wir berechnen beim Verkauf nur acht Cent, geben aber auch nur acht an der Leergutannahme dafür wieder raus. Im Großen und Ganzen klappt das ganz gut, zumal es oft die selben Kunden sind, die leere Flaschen herbringen und Nachschub kaufen.
Vor allem im Kreislauf "Erst kaufen, dann zurückbringen" klappt das hervorragend und niemand würde sich beschweren. Mache bringen ihr Leergut vielleicht woanders hin und haben somit pro Flasche noch ein Plus von 7 Cent. Andersherum hat sich schon ab und zu (wirklich selten) jemand beschwert, aber die konnten wir meistens beruhigen mit der Information, dass sie beim Neukauf einer Flasche oder Kiste auch nur 8 Cent bezahlen müssen. Kuriosum am Rande: Erstaunlicherweise bekommen wir von diesen Flaschen deutlich mehr zurück, als wir verkaufen …
Da wir aber vom Lieferanten für diese Flaschen 15 Cent berechnet bekommen und es da keinen 8-Cent-Kreislauf gibt, achten wir natürlich schon darauf, auch die 15 Cent wieder gutgeschrieben zu bekommen. Das klappt natürlich nur, wenn sie in ihren eigenen Kisten stecken und nicht aufgrund der Ähnlichkeit in normalen Bierkisten zwischen den 8-Cent-Flaschen versumpfen.
Darum bringen wir allen Mitarbeitern, die Leergut annehmen / wegräumen das immer ausdrücklich bei, denn da ist schnell mal Geld vernichtet. Klappt auch, ähm, meistens …