Kundin: "Habt ihr noch Zewa von Gut&Günstig?"
Da musst du dann auch als Verkäufer noch ein zweites Mal überlegen.
Ein älterer Stammkunde war etwas aufgelöst: Er hatte irgendwo hier bei uns im Laden seinen Stock stehen lassen und findet ihn nun nicht mehr wieder, aber ohne kann er kaum laufen. Große Panik. Wir suchten mit mehreren Kollegen und fanden nichts. Aber schließlich klärte sich die Sache auf:
Er hatte ihn zu Hause vergessen und war ohne besagte Gehhilfe zu uns gekommen.
Sabine B. hat mir diese beiden Ansichten eines SPAR-Marktes in London geschickt. Leider stand (außer "hinter einer Tankstelle") nicht genau dabei, wo sich der Markt befindet. Dennoch natürlich vielen Dank für die Zusendung!
Eine junge Frau rief hier im Laden an und erkundigte sich, ob wir die neue Pizza hätten, die heute rauskommen sollte und "in allen Edeka-Märkten" zu bekommen sein soll. Aufgrund ihrer Ausdrucksweise ahnte ich schon was, erkundigte mich aber dennoch nach dem Namen. "
Kapital Pizza oder so", antwortete sie.
Haben wir nicht, hatten wir noch nie und kriegen wir auch nicht rein.
Ich gab ihr dann den Tipp, einfach mal die anderen Edekas hier in Bremen anzurufen.
Bei einem Kollegen in der Spätschicht reklamierte ein Mann eine Schale Erdbeeren, die er "
erst vor zwei Tagen" gekauft hatte und in der sich schon ganz viele gammelige Beeren befinden würden.
Ich zitieren an dieser Stelle mal das
EDEKA-Expertenwissen: "
Erdbeeren sind hochempfindliche Früchte, die sich nicht lange lagern lassen. Selbst im Kühlschrank bleiben die leckeren, aber sehr sensiblen Früchte nur etwa einen bis zwei Tage haltbar, bevor sie zu verderben beginnen. […] "
Es gab übrigens keine Gutschrift oder neue Ware. Selbst am nächsten Tag wäre eine Reklamation vermutlich in vielen Läden schon nicht mehr machbar gewesen, aber da hätten wir uns wohl sogar noch kulant gezeigt.
Unser
Top-Kandidat für den Ladenhüter des Jahres steht und staubt und wird nicht besser. Inzwischen haben wir die Flaschen auf 49 Cent (!) reduziert, was deutlich unter dem ursprünglichen Einkaufspreis liegt. Selbst die 0,375-Liter-Flaschen (also die halbe Mengen von den bei uns) werden üblicherweise für 99 Cent angeboten.
Wenn die so nicht laufen, wonach es aktuell auch nicht wirklich aussieht, werden die allesamt ein Fall für den Ausguss.
Das Kühlregal in Findorff wird die Geschäftsauflösung nicht überleben, das Teil ist mindestens 30 Jahre alt und wäre unter anderen Umständen ohnehin um diese Zeit von uns erneuert worden. Das Ding ist komplett abgängig und steht da nur noch, weil wir das bevorstehende Ende seit zwei Jahren schon abschätzen konnten.
Die dazugehörige Technik im Keller ist jedoch immer gewartet worden und voll funktionsfähig und wird nicht mit auf dem Schrott landen. Ob das System für ein anderes Kältemittel als das antiquierte R404a geeignet ist, weiß ich nicht, aber grundlegende Funktionen sollten ja bei allen Mitteln gleich oder ähnlich sein und sind meistens durch die Anpassung von Ventilen etc. zu erreichen.
Eine Sache, die unsere Kühlanlagenmonteure auch noch einmal nachbessern müssen: Wenn man die Rollos der Kühlregale runterfährt, geht gleichzeitig auch das Licht in den Möbeln aus.
Nur in einem nicht, da brennt noch Licht, das gefällt mir nicht.
So sieht es hier an einem Sonntag über die Videoanlage aus. Alle paar Sekunde eine neue Ansicht, der Reihe nach in Laufrichtung durch den Laden. Frohes Zugucken. Wenn ihr jemanden durch das Bild laufen seht, informiert mich bitte umgehend.
Eines der Produkte, die wir im Markt in Findorff haben / hatten, ist "Pfeffi-Glibber". Kleine (30 ml) Plastikgläser, die mit zwei Flüssigkeiten (Pfefferminzlikör und "Bubblegum"-Likör) gefüllt sind. Die beiden Variationen sind durch einen Steg getrennt und sollen aber gleichzeitig konsumiert werden. Nach dem Austrinken soll man den Mix aber nicht sofort runterschlucken, sondern die beiden Flüssigkeiten im Mund vermengen. Was dann passiert, beschreibt der Hersteller so: "
Nach kurzer Zeit im Mund verbinden sich die beiden Liköre zu einem einzigartigen Glibber-Erlebnis."
Ob das Ergebnis "einzigartig lecker" oder "einzigartig ekelig" ist, muss wohl jeder Anwender für sich selber entscheiden. Bei mir besteht jedenfalls exakt keine Widerholungsgefahr.
Ein Typ mit Maske, auffälliger Schirmmütze und für das aktuelle Wetter viel zu dicker Jacke verließ des Laden. Der Alarm der Warensicherung löste nicht aus, aber trotzdem wurde Ines misstrauisch und wir guckten uns seinen Besuch bei uns mal in der Videoaufzeichnung an.
Er hatte eine Flasche Yeni Raki eingesteckt und obwohl unsere Warensicherungsanlage eigentlich gegen Manipulationen mit Aluminiumfolie relativ immun sein sollte, hatte er es erfolgreich geschafft, das System auszutricksen. In der kurzen Zeit, die wir zum Nachsehen benötigten, war er aber leider schon in irgendwelchen Seitenstraßen oder sogar schon einem Haus verschwunden.
Aber wir bleiben wachsam, das Bild ging an alle Kollegen.
Eine Frau rief an und wollte wissen, ob wir Katzenfutter "in Päckchen" hätten.
"In Päckchen?", fragte ich erstaunt, ging dabei im Geiste alle mir bekannten Tierfutterverpackungen durch und versuchte mir vorzustellen, was die Anruferin wohl mit "Päckchen" meinen könnte.
"Ja, Päckchen. Die man oben aufmachen kann. Also keine Dosen."
[Päckchen … Päckchen … Was meint die mit "Päckchen"?!]
"Ahh, ich weiß", freute ich mich, "Sie meinen dann bestimmt diese flachen Beutel, die man oben aufreißen kann?"
"Nein, keine Beutel. Diese flachen Päckchen. Hat doch jeder Laden."
"Sagt mir überhaupt gar nichts."
"Das ist aber ein schwaches Bild für einen Mitarbeiter in einem Supermarkt."
…
Es dauerte ein paar Minuten, bis sich herauskristallisierte, dass im Universum der Anruferin die flachen Aluminumschalen, wie sie z.B. von Sheba aber auch vielen anderen Herstellern verwendet werden, "Päckchen" heißen. Wäre ich im Traum nicht drauf gekommen, die Schälchen so zu bezeichnen.
Neu bei uns in der Großhandlung gelistet ist bei uns die "Gangstarella-Pizza", "
der Pizza von Nr. 1 Rapper Capital Bra". Weiter heißt es in unseren Bestellunterlagen dass dieses Produkt über die Social-Media-Kanäle des Künstlers kommuniziert wird.
Bevor hier wieder "
OK Boomer"-Sprüche kommen: Es gibt extrem gute Rapper, in den Zeiten von Tone Loc und Snoop Dogg lief die Musik auch bei mir rauf und runter. Die Begriffe "Capital Bra" und "Künstler" ohne dazwischen stehende Negation in einem Satz zu verwenden, widerstrebt mir jedoch gewaltig. Wenn der "Bratan" spricht, ist es
Kanak Sprak und ohne
Autotune trifft er nicht einen Ton. Ich finde den so gruselig, dass ich ihm die Plattform in unserer Tiefkühtruhe bestimmt nicht bieten werde. Dann lieber die drölfhunderste Sorte Ristorante-Pizza, die ertrage ich besser.
Obwohl deutlich weniger frequentiert, ist die Münchener Straße ein gutes Stück breiter als die Gastfeldstraße. Dort ist es problemlos möglich (und wird auch praktiziert, wie auf dem Bild zu sehen ist), dass Lieferanten ganz pragmatisch links vom eingezeichneten Schutzstreifen halten. So wie dieser UPS-Fahrer es getan hat.
Hier beim Hauptmarkt geht das so leider nicht. Da hilft nun erst mal kurzfristig eine Ausnahmegenehmigung und langfristig brauchen wir eine vernünftige Lösung. Am besten wäre es tatsächlich, diesen Schutzstreifen schlichtweg vor dem Markt zu unterbrechen. Viel brauch es dafür eigentlich nicht, denn die
vor gut zehn Jahren mal aufgemalten Linien sind ohnehin mittlerweile stellenweise sowieso nur noch mit viel gutem Willen zu erkennen.