Eine Frau rief an und wollte wissen, ob wir "Vollkorn-Hafergebäck mit Haselnussstücken" im Sortiment hätten. Unter dem Namen nicht. "Von welchem Hersteller sind die denn?", wollte ich wissen.
Das konnte sie mir leider nicht sagen. Sie hatte nur noch ein Fragment der Vorderseite der Verpackung und außer der Beschreibung des Produkts waren keine weiteren Informationen vorhanden.
Eigentlich kenne ich unser Sortiment ganz gut, aber vorsichtshalber ging ich dann doch mit dem Telefon am Ohr in die Abteilung und guckte genauer hin. Wir haben einige Sorten Hafergebäck im Keksregal und dass keiner davon "Vollkorn-Hafergebäck mit Haselnussstücken" hieß, hatte ich zumindest richtig in Erinnerung und auch meine Überprüfung brachte diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse.
Ohne einen Hersteller / Importeur, einen Markennamen vielleicht oder im Idealfall den Strichcode auf der Verpackung konnte ich ihr leider auch nicht weiterhelfen. Sie hatte die Kekse bei einem anderen Edeka-Markt hier im Großraum gekauft und da hat man die ausgelistet und konnte oder wollte sie auch nicht mehr nachbestellen.
Ich sagte der Anruferin, dass die Informationen leider nur sehr vage sind und meine hellseherischen Fähigkeiten nicht ausreichen, um ihr irgendwie helfen zu können. Ich erklärte ihr, dass wir bei der Edeka mit vielen unterschiedlichen kleineren oder auch regionalen Herstellern oder Importeuren zusammenarbeiten, die von Markt zu Markt unterschiedlich sind oder sein können und die Chance, ein Produkt nur anhand einer Beschreibung wie "Vollkorn-Hafergebäck mit Haselnussstücken" genau
zu identifizieren, doch eher gering ist. "Vielleicht gibt es die Firma ja auch schon gar nicht mehr oder sie stellen genau dieses Produkt nicht mehr her", sagte ich. Wir versuchen ja wirklich immer, irgendwie zu helfen – aber die Batterien in meiner Glaskugel waren diesmal einfach leer.
Sie bedankte sich resigniert und wir verabschiedeten uns voneinander.
Ein Mann steckte sich sieben Flaschen unterschiedlicher Spirituosen in seine Umhängetasche und konnte leider unerkannt den Laden verlassen.
Die Warensicherungsetiketten (Flaschenzippel) an den Flaschen lösten zwar den Alarm aus, als er rausging, jedoch war der Mann leider schneller in der Dunkelheit verschwunden, als irgendein Mitarbeiter von uns die Verfolgung aufnehmen konnte.
Seit wenigstens zwei Jahrzehnten ist es hier ausdrücklich verboten, an der Kasse offene Getränke zu konsumieren. Gegen eine Flasche mit Schraubverschluss habe ich nichts, man redet viel und es tut gut, zwischendurch was zu trinken, aber Becher, Gläser oder auch To-Go-Becher haben da vorne nichts zu suchen.
Warum? Ganz einfach: Weil sie umfallen können und spätestens, wenn der klebrige Inhalt in die Technik läuft und für einen Ausfall der Kassen sorgt, ist klar, warum ich dieses Verbot einst erlassen habe.
Immer wieder gab und gibt es Kollegen, die die Regel missachten und leider bekomme ich das auch nicht immer mit und kann das Vergehen rügen. So wird es dann beim jeweiligen Mitarbeiter zur Gewohnheit.
Nun ist ein voller Kaffeebecher umgekippt. Solange sich die Kollegen damit nur gegenseitig ihre Hosen und Schuhe versauen, hat es vielleicht noch einen kleinen Lerneffekt. Und einen schadenfroh grinsenden Chef.
Als wir diese Poster bekommen hatten, hieß die Firma in Verden, die Sheba, Chappi und Frolic herstellt, sogar noch Effem. Sie stammen aus den ersten beiden Jahren meiner Selbständigkeit hier und sind eigentlich keine Poster, sondern eher recht stabile Deckenhänger aus Pappe im A1-Format.
Dieses (und ein anderes mit Hundemotiv) hatten wir immer mal im Wechsel mit auf der Innenseite in den Plakatrahmen an unseren Schaufenstern drin, inzwischen (und da wir nun seit vielen Jahren schon nur noch die kleinen A3-Rahmen haben), haben wir diese "Plakate" natürlich schon lange nicht mehr aufgehängt. Dieses im Speziellen sowieso nicht mehr, da das ohnehin schon recht ausgeblichene Motiv durch die lange Zeit hier in einer Ecke im Lager verknickt und verspackt ist. Nachdem ich es nun noch in einem letzten Erinnerungsfoto mitsamt Blogeintrag vereweigt habe, hat es würdevoll als Sekundärrohstoff den Weg durch die Papppresse genommen.
Fundstück von Susanne auf den holländischen Fruchtgummis der Marke "Autodrop". Vielen Dank für die Zusendung. Die schräg abgeschnittenen Strichcodes sind wenig spektakulär (noch weniger als sonst), aber das Drumherum ist durchaus erwähnenswert:
Rechts steht über dem Strichcode "Kühl und trocken aufbewahren, mindestens haltbar bis: sie Unterseite", das sind Standardtexte, die man auch auf Produkten aus Deutschland findet. Lustig ist der Hinweis "alsof het dan nog niet op is!" – sinngemäß: Als wenn sie bis dahin noch nicht aufgegessen wären.
Die Postanschrift von Autodrop ("Autodrop Alarmcentrale"), die man im Unglücksfall kontaktieren soll, ist auch eine Erwähnung wert. Pech? Nun …
Ein Kunde kam barfuß und obenrum nur mit einem T-Shirt bekleidet in den Laden. Das T-Shirt wies sinngemäß darauf hin, dass der Klimawandel nur ein Schwindel sei und die Regierung euch damit nur mehr Steuern aus dem Kreuz leiern möchte.
Eine Kollegin hatte mir ein demoliertes Ü-Ei ins Büro gebracht, das an der Kasse aufgefallen war. "Hier, für Eure Tochter", waren ihre Worte, als sie das Ei auf die obere Ebene meines Schreibtischs legte.
Grundsätzlich fühlte sich die Raumtemperatur hier im Büro gar nicht so warm an, aber der warme Luftstrom aus meiner Klimaanlage im Wärmepumpenbetrieb strich wohl die ganze Zeit genau in die Richtung. Als ich eine Weile später wieder zu dem Ei guckte, staunte ich nicht schlecht. Dass Schokolade in der Heizungsluft mal weich wird, kommt vor. Aber dass sich so eine eiförmige Kinderüberraschung gleich fast komplett auflöst, hatte ich bis dato auch noch nicht erlebt …
Silvester kam um 13:58 Uhr ein (nicht so guter) Stammkunde in den Laden, ging direkt zu den Artikeln, die er haben wollte und blökte dann sofort lautstark im ganzen Laden herum, dass man noch eine zweite Kasse aufmachen soll.
Es waren zwei Kassen offen und wir hatten nur noch die Kunden abgearbeitet, die noch im Laden waren. Auf den letzten Drücker noch reinzukommen, hinsichtlich des eigenen Lebenswandels ganz sicher keinen Stress zu haben und dann gleichermaßen unreflektiert und unfreundlich quer durch den ganzen Laden zu brüllen, müsste eigentlich schon ein Hausverbot rechtfertigen.
Eine Rechtfertigung hätte es natürlich nicht gebraucht, wir haben schließlich das Hausrecht. Das Hausverbot hat er nicht bekommen, er darf weiter rein und wir haben auch nie darüber geredet. Was Leute so im besoffenen Kopp von sich geben, ist schon manchmal echt unerträglich …
Beim Abräumen und Verpacken der Weihnachts-Non-Food-Ware fiel uns auch dieser kleine Karton in die Hände, in der sich einst eine Lichterkette für wenige Euro befunden hat.
Der Karton? Lieblos aufgerissen. Die Lichterkette? Gierig eingesteckt.
Damit nicht jeder an den (immer noch undichten) Wasserhahn in unserer Backstube herumfummelt, hat ein Kollege einen kleinen Zugriffsschutz gebaut, der den Sensor abdeckt. So läuft das Wasser nicht ständig, aber er muss auch nicht unter der Spüle die Eckventile immer vor Arbeitsbeginn auf- und anschließend wieder zudrehen.
Pragmatische Lösungen nach Art von Uwe, aber nicht von ihm.
Im Laufe der Zeit hatte ich nicht viele, aber immerhin doch ein paar Anfragen nach dem isländischen Kollagen-Energy-Drink Collab bekommen. Nun hatte ich die Chance, ein Display mit vier verschiedenen Sorten zu bekommen und habe es einfach mal gewagt. 96 Dosen sollten sich hier verkaufen lassen.
Zumindest die Sorte "Strawberry & Lemon", von der zufällig auf dem Foto schon eine Dose fehlt, hat es übrigens nicht in meine persönliche Hitliste geschafft. Es war gerade noch so trinkbar, dass ich den Inhalt nicht in den Ausguss gekippt habe, aber eine weitere Chance würde ich dem Produkt nicht geben.
Kennt ihr Collab und hattet schon Gelegenheit, eine Dose zu probieren?
Im Laden lag eine geöffnete Zigarettenschachtel herum. Abgesehen von einigen Tabakkrümeln am Boden der Packung war vom ursprünglichen Inhalt nichts mehr zu erkennen. Stattdessen war sie gefüllt mit Kleingeld und Banknoten, diversen Kassenbons und ein paar bereits benutzten und wenig appetitlich anmutenden Kosmetikprodukten.
Die Packung lag so blöde in einem Gang, dass wir sie gerade nicht in der Videoaufzeichnung sehen konnten. Damit war uns natürlich auch die Chance genommen, herauszufinden, wem sie gehörte. Nachdem sich zwei Wochen lang niemand gemeldet hatte, kümmerten wir uns mit einer pragmatischen Lösung darum:
Die leere Schachtel, alte Kassenbons und eine halbvolle Cremetube mit ranzig-schmierigem Rand rund um den Deckel definierten wir als entsorgbar. Der Rest bestand aus etwas über 45 Euro in Bargeld, ein großer Teil davon in Münzen. Auf glatte 50 Euro aufgerundet haben wir diese Summe nun der Spendensumme unserer Elepfandspendenbox hinzugefügt. Ich denke, das ist fair und eine akzeptable Lösung, an der sich auch niemand bereichert.
Transportmittelaufkleber unserer Großhandlung. Dass wir in den Läden die Aufkleber entfernen sollen, da dies den Workflow im automatisierten Lager erleichtert, wissen wir schon seit Jahren.
Aber seit wann steht das denn sogar im Klartext darauf? Oder habe ich das immer übersehen oder ignoriert, da der Hinweis keine Relevanz für mich hatte, da ich ja wusste, dass die Aufkleber entfernt werden sollen? Fragen über Fragen …